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Deutsche Elf

Nationalelf – Das Debakel und seine Folgen

Kai Butterweck | Donnerstag, 26. November 2020 ohne Kommentar

Es gab eine Zeit, da genoss die DFB-Auswahl in der ganzen Welt großen Respekt. Keine Nation spielte gern gegen Deutschland. Derzeit macht es keinen Spaß, Fan der deutschen Nationalmannschaft zu sein. Ein Gastbeitrag

Deutschland hat in der Nations League beim 0:6 in Sevilla gegen Spanien die höchste Pflichtspielniederlage aller Zeiten kassiert. Die Mannschaft agierte ideenlos, ohne Mut und ließ jeglichen Zug zum Tor vermissen. Manuel Neuer feierte einen bemitleidenswerten Rekord in seinem 96. Länderspiel. Einzig dem Schlussmann der Bayern war es zu verdanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen ist. Derzeit macht es keinen Spaß, Fan der deutschen Nationalmannschaft zu sein. Offenbar geht das den Spielern ähnlich. Es muss sich etwas ändern. Ansonsten erlebt der DFB bei der Euro im Sommer 2021 das nächste Debakel.

Deutschland verbreitet längst keine Angst mehr

Es gab eine Zeit, da genoss die DFB-Auswahl in der ganzen Welt großen Respekt. Keine Nation spielte gern gegen Deutschland. England-Legende Gary Linecker brachte es mit einem Spruch im Jahr 1990 gut auf den Punkt: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Die Aussage ist Kult und traf durchaus zu. Schon nach dem WM-Aus 2018 revidierte Linecker jedoch: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen nicht mehr immer die Deutschen.“

Nachdem die DFB-Elf vergangenes Jahr sieglos aus der Nations League ausgeschieden war, legte der frühere englische Nationalspieler, wie auf https://www.sport1.de/fussball/ zu lesen, nochmal nach: „Wer auch immer gesagt hat, dass Fußball ein Spiel ist, in dem 22 Männer 90 Minuten lang einen Ball treten und am Ende immer die Deutschen gewinnen, hat keine Ahnung und sollte absteigen“.

Der schleichende Abstieg der Nationalmannschaft hat sich schon seit längerer Zeit angedeutet. 2018 folgte als amtierender Titelverteidiger der K.o. in der Gruppenphase bei der WM in Russland. Zum ersten Mal seit 33 Jahren beendete die DFB-Auswahl ein Kalenderjahr mit einer schlechten Bilanz. Sechs Niederlagen waren innerhalb eines Jahres noch nie aufgetreten. Besser wurde es seitdem nicht. Zwar hat Deutschland zuletzt zwölfmal in Folge nicht verloren, spielerisch konnte die Mannschaft allerdings nicht überzeugen. Dennoch wird Deutschland bei Online-Wetten wie auf https://extra.bet365.com/news/de/ noch immer zum Kreis der Favoriten gezählt. Mit 8,50 rangiert die DFB-Elf nur knapp hinter Nationen wie Belgien, England oder Frankreich mit jeweils 6,50 (Stand: 24.11.).

Das liegt zum einen sicherlich daran, dass auch bei anderen Mannschaften noch nicht alles stets nach Plan läuft. Zum anderen aber auch daran, dass der Bundestrainer noch ein halbes Jahr Zeit hat, seine Mannschaft richtig aufzustellen und wieder zu motivieren. Ob Löw dafür noch der richtige Mann ist, darüber streitet derzeit das Netz. Bayern-Trainer Hansi Flick wurde bereits als Nachfolger gehandelt, wie die Sport Bild unter https://sportbild.bild.de/bundesliga/ berichtet.

Fehlt es Löw an Ideen?

Obwohl Deutschland zuletzt kaum noch verloren hat, war das Spiel der Nationalmannschaft wenig ansehnlich. Hinten kassierte die DFB-Auswahl zu viele einfache Gegentore. Vorne agierte man oft zu ideenlos. Löw stellt sich trotzdem demonstrativ vor seine Spieler und schenkt ihnen das Vertrauen. Obwohl mit Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller drei Profis aussortiert wurden, die in ihren Klubs Woche für Woche mit starken Leistungen überzeugen können. Ein Zurück gibt es für das Trio zumindest Stand jetzt nicht mehr. Ein Umdenken und Fehler einzugestehen, passt nicht in Löws Konzept. Der Schwabe will immer noch das Gute aus dem Spiel seiner Mannschaft hervorheben, wobei er selbst gegen Spanien eingestehen musste, dass alles schlecht war. Alles.

Doch wie kommt Deutschland aus dieser Abwärtsspirale wieder heraus? Viele fordern schon die Ablösung von Löw. Damit solle man nicht bis nach der EM, geschweige denn nach der WM 2022 warten. Der DFB aber schenkt Löw weiterhin das Vertrauen. Immerhin hat sich der Bundestrainer mit dem WM-Titel 2014 viel Kredit aufgebaut. Was einmal gut war, wird wieder gut werden. So ungefähr das Motto rund um die Nationalmannschaft. Löw braucht jetzt eine zündende Idee. Ein weiteres Debakel bei der Euro im kommenden Sommer wäre nur schwer zu vermitteln und ganz sicher sein unrühmliches Aus. Bleibt nur zu hoffen, dass Deutschland aus dem Spanien-Spiel gelernt hat und die Gegner bald wieder Respekt vor dem vierfachen Weltmeister haben. Ansonsten stehen dem DFB noch schwierigere Zeiten bevor, als es seit 2018 ohnehin schon der Fall ist.

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