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Bundesliga

Borussia Dortmund angelt sich Trainer Marco Rose

Kai Butterweck | Dienstag, 16. Februar 2021 Kommentare deaktiviert für Borussia Dortmund angelt sich Trainer Marco Rose

Ab der kommenden Saison sitzt der jetzige Fohlen-Coach Marco Rose auf der Trainerbank von Borussia Dortmund

Gladbach-Trainer Marco Rose wechselt im Sommer zu Borussia Dortmund. Marcus Bark (spiegel.de) ist gespannt wie ein Flitzebogen: „Roses Fußball ist in der deutschen Bundesliga flexibler geworden. Er ändert häufiger den Plan, passt sich den Gegnern an, ohne den eigenen Stil zu leugnen. Ob er die Fans mitnimmt, wenn sie denn wieder ins Stadion dürfen, ob er sie begeistern kann, das ist schwierig zu prognostizieren. Die Sehnsucht beim BVB ist groß, dass sie mal wieder einen Trainer bekommen, der es über viele Jahre schafft, mit den Fans, der Mannschaft und den Vorgesetzten klarzukommen.“

Oliver Müller (welt.de) blickt zurück: „In den vergangenen Wochen zeichnete sich bereits ab, dass Roses Verweildauer in Gladbach begrenzt ist – spätestens seit dem 13. Dezember. An diesem Tag trennten sich die Dortmunder von ihrem Cheftrainer Lucien Favre und ersetzten ihn durch Edin Terzic. Terzic geht fußballerisch in eine ähnliche Richtung wie Rose, ohne bislang jedoch durchschlagenden Erfolg zu haben. Trotzdem war klar, dass der BVB zukünftig auf einen Trainer setzen würde, der stilistisch in eine ähnliche Richtung geht. Rose galt deshalb als Wunschkandidat.“

Wiedergeburt von Jürgen Klopp

Heiko Ostendorp (sportbuzzer.de) baut schon mal ein bisschen Druck auf: „An der extremen Erwartungshaltung beim BVB – sportlich wie charakterlich – scheiterten vor Marco Rose schon andere Trainer-Kaliber wie zuletzt Lucien Favre, aber beispielsweise auch Thomas Tuchel. Die Zusammenarbeit mit den schwierigen Verantwortlichen dort wird sicher nicht so harmonisch ablaufen wie mit Max Eberl, der Roses kongenialer Partner auf Augenhöhe in Gladbach war. Das BVB-Umfeld erwartet vom neuen Mann nicht weniger als eine Wiedergeburt von Jürgen Klopp.“

Martin Volkmar (spox.com) kommt mit einer Prise Kurzschlussdramatik um die Ecke: „Es gäbe gute Gründe, direkt die Reißleine zu ziehen und Rose freizustellen. Denn ab sofort hört auch der künftige Chefcoach des Rivalen aus Dortmund bei jeder wichtigen Entscheidung mit und hat alle Zugänge, um dem einen oder anderen Leistungsträger wie etwa Florian Neuhaus, Marcus Thuram oder Denis Zakaria einen Wechsel zu seinem neuen Verein schmackhaft zu machen.“

Pulverfass Borussia-Park

Jan Lustig (kicker.de) zählt Treueherzen: „Einen Meilenstein in der Klubgeschichte setzte Rose schon mit dem Erreichen der Champions League und dem Einzug ins Achtelfinale. Abrunden könnte er seine Amtszeit mit der erneuten Qualifikation für die Königsklasse – und krönen mit dem Gewinn des DFB-Pokals. Sollte sich aber abzeichnen, dass Rose die nächsten Ziele verpasst, wird der Borussia-Park zum Pulverfass. Die Herzen der (meisten) Gladbach-Fans dürfte der Trainer spätestens an diesem Montag endgültig verloren haben.

Daniel Theweleit (FAZ) versprüht „theoretische“ Euphorie: „Damit haben die Dortmunder ab dem Sommer wieder einen Chefcoach, der nach verschiedenen Kompromissen richtig zu diesem Klub passen könnte. Immer noch müssen beim BVB ja alle Trainer einem kritischen Vergleich mit Jürgen Klopp standhalten: Thomas Tuchel war zu verkopft und zu kompromisslos, Peter Bosz zu radikal in der Umsetzung seiner Spielphilosophie und zu wenig einfühlsam gegenüber den Spielern, und Lucien Favre favorisierte einen elaborierten Stil, der irgendwie nie zu diesem wilden Klub passen wollte. Zumindest theoretisch ist Rose nun eine Fachkraft, die alles hat, was ein Dortmunder Trainer braucht: Humor, die Fähigkeit zur mitreißenden Ansprache, Empathie und eine Vorliebe für einen intensiven Fußball, in dem eher Chancen gesucht als Risiken minimiert werden.“

Ingo Durstewitz (FR) nimmt Noch-BVB-Coach Edin Rezic in die Mangel: „Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob die Oberen bei der Verpflichtung des unverbrauchten Terzic aufs falsche Pferd gesetzt haben: Die Idee hatte ja Charme, da war eine Spur Sozialromantik im Spiel: Spritziger Sauerländer, als Kind schon BVB-Fan, bricht die verkrusteten Strukturen auf und löst die Fesseln. Doch zuweilen walzt die Realität über die Wunschvorstellung hinweg. In Wahrheit wirkt Terzic zunehmend ratlos, vergeht sich in Allgemeinplätzen, hielt sich am Samstag auffallend lange an einer vermeintlichen Fehlentscheidung auf und zeigte sich seltsam uneinsichtig. Anzeichen einer zunehmenden Hilflosigkeit.“

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