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Deutsche Elf

Chefredakteur ohne Einfluss auf die Titelseite

Frank Baade | Mittwoch, 3. Februar 2010 Kommentare deaktiviert für Chefredakteur ohne Einfluss auf die Titelseite

Löws angeblich per Handschlag verlängerte Beschäftigung als Bundestrainer ist noch bei Weitem nicht in trockenen Tüchern, die Problemfigur heißt Matthias Sammer, die Problemkombination U21

Den Nebenschauplatz schildert Jens Mende (Financial Times Deutschland): „Löw machte deutlich, dass die Verlängerung mit seinem kompletten Stab Grundlage für die eigene Unterzeichnung sei. Zu seinen Assistenten Hansi Flick, Andreas Köpke und auch zu Chefscout Urs Siegenthaler sowie den Fitnesstrainern gebe es ein ‚besonderes Vertrauensverhältnis‘.“

Absetzung rotblonder Störenfriede

Viel relevanter sei aber die Frage, was mit Matthias Sammer und dessen Einfluss auf die U21 passiere. Boris Herrmann (Berliner Zeitung) blickt sich für eine passende Metapher im eigenen Hause um: „Man muss sich diesen Sammer wie einen Chefredakteur vorstellen, der keinen Einfluss auf die Titelseite besitzt. Und man muss kein Statiker sein, um zu ahnen, dass das DFB-Haus an dieser Bruchstelle noch das eine oder andere Mal gefährlich wackeln wird. Die Frage ist nur, ob das schlecht sein muss? Anders ausgedrückt: Seit im deutschen Fußball ausführlich über die Nachwuchsarbeit gestritten wird, sind seine Juniorenteams so erfolgreich wie nie.“ Entscheidend für den weiteren Verlauf dieses Konflikts sei aber ohnehin einzig das Abschneiden der DFB-Elf in Südafrika. Beim großen Erfolg mutiere Löw zum „DFB-Magath mit uneingeschränkter Macht, inklusive der Absetzung rotblonder Störenfriede.“ Beim Vorrunden-Aus hingegen „wäre sein brüderlicher Handschlag mit Zwanziger so wertlos wie ein alter Zehnmarkschein und Sammer dringender Bundestrainerkandidat.“

Gestärker Adrion statt Sammers Herrlich

In der Welt legt Lars Gartenschläger die Lage rund um das Nachwuchsteam dar: „Die U21 sei nach Auffassung des Bundestrainers quasi das Sprungbrett für die A-Mannschaft. Deshalb will er vor allem bei der Spielphilosophie, der Spieler-Abstellung für das A-Team sowie der Trainerbesetzung das letzte Wort haben. Derzeit wird die U21 von Rainer Adrion betreut. Der wurde von Löw für diesen Posten auserkoren, während Sammer eigentlich Heiko Herrlich favorisiert hatte. Adrions Position soll nun noch mehr gestärkt werden. Er soll eigenständig arbeiten dürfen und zusätzlich entscheiden können, wer zu seinem Betreuerteam gehört – und zwar ohne Einfluss von Sammer.“ Einerseits wolle man Löw unbedingt halten, andererseits mit einer solchen Entscheidung auch die WM und ihre Vorbereitung frei von Störungen halten.

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