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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Deutsche Elf

Schmäh oder Schmach

Erik Meyer | Dienstag, 11. September 2012 3 Kommentare

Während das DFB-Team noch damit beschäftigt ist, die EM aufzuarbeiten, präsentieren sich die österreichischen Bundesliga-Legionäre vor dem Duell der Nachbarn selbstbewusst.

Das Nachbarschaftsduell sei von Folklore befreit und eher von den jüngsten Erfahrungen geprägt, konstatiert Christof Kneer (SZ): „Die interne EM-Analyse hat ja vor allem einige Sünden bei der Chancenverwertung offenbart, weshalb der DFB-Trainerstab das Training in den vergangenen Tagen etwas verändert hat. Löw und Assistent Hansi Flick haben die Offensivreihe um Reus, Müller oder Götze Torschuss unter Druck üben lassen, mal mit Zeitlimit, mal mit mehreren attackierenden Verteidigern. Jenseits des Handwerks sind die Trainer aber auch der Meinung, dass die Großzügigkeit beim Torschuss auch an einem gewissen Leichtsinn des jungen, noch etwas verspielten Personals liegen könnte.“

Klaus Bellstedt (Stern) nimmt Bezug auf die Medienkritik, die der deutsche Bundestrainer in einem Interview mit dem Wiener Kurier geäußert hat und vollzieht noch einmal den „Abschied vom netten Herrn Löw“. Die feinsinnige Unterscheidung zwischen öffentlicher und veröffentlicher Meinung, die sich Löw zu eigen macht, sieht der Autor aktuell relativiert: „Nach dem 3:0 gab es jedenfalls keine Begeisterungsstürme im Stadion. Vielmehr dominiert der Gedanke, dass es das DFB-Team selbst gegen die Färöer nicht geschafft hat, für eine Aufbruchsstimmung zu sorgen. Einerseits fällt das natürlich auf die Spieler und deren Einstellung zurück, andererseits aber auch auf ihren Trainer.“

Piefkes panieren

Werner Pietsch (NZZ) berichtet aus Wien vom Versuch, Cordoba zu vergessen: „ÖFB-Teamchef Marcel Koller verwahrte sich beharrlich gegen das kollektive Wunschdenken, die «Piefkes» endlich wieder einmal zu «panieren», wie es der Volksmund in Österreich wenig schmeichelhaft ausdrückt. Koller wägt in Interviews die Worte sorgsam ab und kalmiert überzogene Emotionen und Erwartungen. Der verklärte Blick zurück sei Stillstand, was zähle, sei das Jetzt.“ Erwähnenswert ist zudem Pietschs Beobachtung, dass mit dem claim „forget cordoba“ in Österreich ein Fußballschuh beworben wird – der Hersteller stattet auch die DFB-Elf aus.

Christian Hackl (Der Standard) stellt die österreichische „Söldnertruppe“ vor: „Erstmals in der Landesgeschichte werden elf Legionäre beginnen, das schafft Joachim Löw nie und nimmer. Almer im Tor, die Viererkette bilden Fuchs, Pogatetz, Prödl und Garics (von links), im defensiven Mittelfeld rackern Kavlak und Baumgartlinger. Ivanschitz, Junuzovic und Arnautovic sind im Idealfall offensiv und kreativ (natürlich mit defensiven Pflichten), sie sollen die schnelle Spitze Harnik füttern.“

„Steht Fußball-Österreich schon wieder an der Grenze zum Größenwahn?“ fragt Frank Hellmann (taz) und ruft einen Kronzeugen auf: „Der als Kolumnist äußerst umtriebige Hans Krankl hat die Teams gerade Position für Position verglichen, und für den einstigen Torjäger ist der Gastgeber vielfach bereits besser besetzt. Für ihn ist Arnautovic stärker als Thomas Müller und Harnik besser als Miroslav Klose. Der Cordoba-Schreck glaubt: ‚Deutschland schwächelt ein wenig.‘“

freistoss des tages

Kommentare

3 Kommentare zu “Schmäh oder Schmach”

  1. Pumukel
    Dienstag, 11. September 2012 um 11:28

    Jogi, lass den Kross draußen! Diese Art/Sorte von Spielern, die partout gegen Verantwortung sträuben, bringt uns nicht zu einem Titel.

  2. mustard
    Dienstag, 11. September 2012 um 23:13

    Tja, so kann man gegn einen überlegenen Gegner spielen. Vielleicht hat Löw ja hingeschaut und was gelernt, und dann wird die deutsche Mannschaft nicht ganz so chancenlos sein wenn sie mal wieder gegen Italien oder Spanien spielt.

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