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Bundesliga

HSV – Das Volk sitzt wieder im Park

Kai Butterweck | Montag, 26. Januar 2015 Kommentare deaktiviert für HSV – Das Volk sitzt wieder im Park

Dank einer finanziellen Kehrtwende von Investor Klaus-Michael Kühne, dürfen die Fans des HSV im kommenden Sommer wieder in ihrem geliebten Volksparkstadion Platz nehmen. Außerdem: Ärger in Saudi-Arabien und Wahrnehmungsstörungen im Tabellenkeller

Die Nachricht, dass die Hamburger Imtech-Arena demnächst wieder Volksparkstadion heißen wird, sorgt vor allem bei älteren HSV-Anhängern für helle Begeisterung. Thomas Tamberg (t-online.de) ist völlig aus dem Häuschen: „Bisher sahen die HSV-Fans sein Engagement und auch sein oftmals unberechenbares Einmischen in die Vereinspolitik durchaus kritisch. Doch mit diesem Deal dürften seine Sympathiewerte deutlich nach oben schnellen. Denn der HSV hat jetzt wieder, was nur noch ganz wenige Profi-Teams in Deutschland haben: ein Stadion, dessen Namen in Fußball-Deutschland Klang hat. Mit dem sich mehr verbinden lässt als der Gedanke an eine Versicherung oder eine Bank.“

Kühne dürfte die Dankbarkeit der Basis sicher sein

Auch Christian Eichler (FAZ) klatscht begeistert in die Hände: „Es ist eine Art Sponsoring durch Understatement, das Fans glücklich macht. Auch Kühne dürfte die Dankbarkeit der Basis sicher sein, weil er dem HSV ermöglicht, seinen Stadionnamen zu veräußern und zugleich zu behalten. Und weil er den Fans mit dem Klang eines einzigen Wortes, Volksparkstadion, etwas zurückgibt: die alten Erinnerungen und guten Gefühle ihrer Fußballjugend.“

Philipp Selldorfs (SZ) Vorfreude hält sich eher in Grenzen: „Der Handel in Hamburg ist das Resultat seiner Umstände. Hätte der HSV die Wahl gehabt, hätte er sich kaum in einer finanziell und sportlich prekären Situation an den Geldgeber verkauft. Denn logischerweise ist ein Fußball-Unternehmen mehr wert, wenn es nicht in einer beständigen sportlichen Krise steckt und unentwegt um seine Existenz als Mitglied der ersten Liga fürchten muss. Auch ist es beim Verkauf einer Ware vorteilhaft, wenn nicht alle Welt weiß, dass der Verkäufer in akuten Finanznöten steckt. Unter diesen Umständen ist die Rückkehr des Volksparkstadions eher ein Trostpreis als eine romantische Geste.“

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Der FC Bayern spielte vergangene Woche in Saudi-Arabien vor. Das Ergebnis: Jede Menge mahnende Zeigefinger von besorgten Menschenrechts-Aktivisten. Michael Horeni (FAZ) macht seinem Ärger Luft: „Aus dem Desaster, zu der die hochdotierte Stippvisite des FC Bayern in Saudi-Arabien wurde, hätten der Rekordmeister sowie DFB und DFL in diesen Tagen eine lohnende Debatte für den Sport machen können. Doch anstatt an einem konkreten Fall ernsthaft über die Verantwortung des Fußballs sowie die Grenzen seines Einflusses in sportpolitischen, politischen und ethischen Fragen zu diskutieren, stand den Herren des Fußballs der Sinn allein danach, eine ihnen unliebsame Diskussion auszusitzen – und als das nicht gelang, sie wenigstens so schnell wie möglich zu beenden.“

Bayern-Profi Mitchell Weiser galt als Gewinner der Vorbereitung. In Katar trumpfte der 20-Jährige groß auf. Ulrich Hartmann (SZ) jedoch warnt vor allzu großer Euphorie: „Wenn die Fußballer vom FC Bayern München in Katars Hauptstadt Doha alljährlich im Januar ihr Wintertrainingslager zelebrieren, dann verwaschen mediale Luftspiegelungen den Klub schon mal zu einer Oase der Talente, die jedes Jahr im Januar ausgerechnet im Wüstenstaat ihren vermeintlichen Durchbruch erzielen. Aber wenn die Münchner dann wieder daheim in Deutschland sind, erweist sich die Darstellung von der Entpuppung der jungen Prinzen oft als Geschichte aus tausendundeiner Nacht. Vor einem Jahr wurde im Trainingslager in Doha auch den jungen Bayern-Spielern Alessandro Schöpf, Ylli Sallahi, Pierre-Emile Hojbjerg und Julian Green der Durchbruch prophezeit.“

Es wird Zeit, sich auch mal mit einem Punkt zufriedenzugeben

Viele Fans und Experten sind davon überzeugt, dass der BVB in der Rückrunde wieder zu alter Form zurückfinden wird. Sven Flohr (Welt) hält dagegen: „Hans-Joachim Watzke hat dieser Tage einen klugen Satz gesagt. Wer sich heute noch mit dem Europapokal beschäftige, sei ein Gegner Borussia Dortmunds. Der Geschäftsführer sollte den Gedanken weiten. Wer sich nicht ernsthaft mit dem Abstiegskampf beschäftigt, ist ebenfalls ein Gegner des BVB. Die Konkurrenz tut es nicht, das Umfeld tut sich schwer. Entscheidend wird sein, ob es Mannschaft und Trainer tun. Im Gegensatz zur Hinrunde wird es Zeit, sich auch mal mit einem Punkt zufriedenzugeben. Davon kann ab sofort jeder Gold wert sein. Sicherlich ist ein Abstieg des BVB eher unwahrscheinlich. Unmöglich ist er aber nicht.“

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