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Inkonsistenz und Verletzungsmisere beim FC Arsenal: Steht Arteta vor dem Aus?

Kai Butterweck | Freitag, 5. März 2021 ohne Kommentar

Die Berg- und Talfahrt des FC Arsenal findet kein Ende. Trotz teilweise ansprechender Leistungen verhindern Negativserien, dass ein internationaler Startplatz für dieses Jahr als wahrscheinlich angesehen wird. Ein Gastbeitrag

Mikel Arteta, der mittlerweile seit über einem Jahr Trainer bei den Nordlondonern ist, steht immer mehr in der Kritik der Fans, die für ihre hohen Erwartungen bekannt sind. Doch was ist der Grund für das inkonstante Auftreten der Mannschaft und ist das Kündigen von Arteta die richtige Lösung?

Nicht von der Hand zu weißen ist, dass die Saison nicht nach Plan läuft. Bei Premier League Wetten liegt die Quote, dass Arsenal unter die Top 4 kommt bei 15,00. Ein Grund dafür sind die fehlenden Tore. Alexandre Lacazette und Pierre-Emerick Aubameyang haben sich zwar in letzter Zeit gesteigert, aber vor allem Aubameyang erfüllt die Erwartungen, die man nach seinen letzten zwei Saisons in ihn hat, bisher noch nicht. Arteta hat eine genaue Vorstellung, was er sich von seinem Stürmer erwartet: passsicher, kreativ, und er soll Räume hinter der Abwehr kreieren, in denen die Flügelspieler dann operieren sollen. Lacazette und Aubameyang sind jedoch eher die Knipser, die vor dem Tor agieren und nicht jenes einleiten. Deswegen wird Aubameyang auch oft auf dem Flügel eingesetzt – mit mäßigem Erfolg. Dort sind normalerweise Spieler wie Bukayo Saka und Nicolas Pepe gesetzt, beide haben jedoch noch Probleme, ihre Leistungen konstant abzurufen. Für solche Situationen wurde im Sommer auch Willian vom FC Chelsea verpflichtet, der aber bisher unter den Erwartungen blieb.

Arteta merkt man an, dass es seine erste Stelle als Cheftrainer ist. Nichts zum Trotz hat er viel als Co-Trainer von Pep Guardiola gelernt und man bemerkt Ähnlichkeiten zwischen den beiden. Jedoch hat Arteta noch eine Lernkurve vor sich und probiert verschiedene Spieler und Taktiken aus. Teils wurde er auch durch Verletzungen gezwungen, Stammspieler zu ersetzen, was nicht hilft, Automatismen zu verinnerlichen. Ein Beispiel dafür ist Thomas Partey, der mit hohen Erwartungen in London empfangen wurde, aber seit Sommer schon mehr Spiele verletzt verpasst hat als in seiner gesamten Zeit bei Atletico Madrid. Auch Aubameyang und Kieran Tierney plagen sich diese Saison mit verschiedenen Verletzungen herum und Hector Bellerin kann nach seiner schweren Knieverletzung noch nicht an seine frühere Klasse anknüpfen. Der Kader ist auch in die Breite nicht gut genug aufgestellt, weswegen die Ausfälle dem Team schmerzten.

Trotz Artetas Unerfahrenheit als Trainer und der schlechten Saison wäre es ratsam, ihm mehr Zeit zu geben. Auch Guardiola und Jürgen Klopp haben in der Premier League Zeit gebraucht, um in die Gänge zu kommen und die beiden hatten schon davor mehr Erfahrungen beim FC Barcelona und der Borussia Dortmund.

Arteta bringt alle Voraussetzungen mit, um ein Top-Trainer zu werden. Er hat eines der schwächsten Arsenalteams in der Geschichte des Fußballteams übernommen und einige Probleme behoben. So steht die Defensive sicherer als in den letzten Jahren und auch gegen absolute Topteams holt man wieder konstant Punkte. Mit mehr Zeit und gezielten Transfers hat er das Potenzial, Arsenal wieder dorthin zu bringen, wo es die eigenen Fans, Funktionäre und Spieler erwarten: an die Spitze der Premier League.

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