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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

EM 2020

Euro 2020 – Stimmungsbilder, Lewandowski und Technik, die begeistert

Kai Butterweck | Freitag, 11. Juni 2021 ohne Kommentar

Die Presse befasst sich mit Stimmungsbildern, Torjägern und kanariengelben Textil-Aufregern

Die UEFA als großer Pandemie-Gewinner? Florian Haupt (welt.de) blickt voraus: „Das Turnier fällt zusammen mit sinkenden Infektionszahlen, gewissen Öffnungen in allen Ländern und der Aussicht auf den EU-Impfpass zum 1. Juli. Pech natürlich, dass fünf der dann noch sieben ausstehenden Turnierspiele außerhalb der EU stattfinden, aber dafür sollen wenigstens nationale Zuschauer überall zugegen sein. Hauptsache keine leeren Stadien mehr, im Fernsehen schauen ja eh alle gleich aus. Bis auf München haben die Städte mindestens 25 Prozent Auslastung schon fest zugesagt. Bilbao und Dublin bekamen wegen ihrer Weigerung die Austragung entzogen. Budapest dagegen will die Hütte mit 61.000 Leuten sogar komplett füllen.“

Claus Vetter (Tagesspiegel) hofft das Beste: „Dieses Turnier gibt uns ein Stück alte Normalität zurück. Es verbindet ein rissig gewordenes Europa, in dem zwischenzeitlich sogar alte Grenzen wieder hochgezogen wurden. Der Fußball reißt sie nun für sich ein. Diese Europameisterschaft kann uns neue Lebensfreude verschaffen, wenn wir das wollen. Und wir können das schaffen, ohne dabei unseren kritischen Blick zu verlieren.“

Mit links, mit rechts, mit dem Kopf

Wer wird EM-Torschützenkönig? Olaf Jansen (sportschau.de) nimmt aussichtsreiche EM-Torjäger-Kandidaten unter die Lupe: „41 Tore erzielte Lewandowski in der abgelaufenen Bundesliga-Saison für den FC Bayern. Eine schier unglaubliche Quote, die noch einmal deutlich gemacht hat: Der 32-Jährige ist im Moment der beste Torjäger der Welt. Ob mit links, mit rechts, vom Elfmeterpunkt oder mit dem Kopf – Lewandowski scheint überall perfekt zu sein. Sein Problem: Die polnische Nationalmannschaft gehört nicht gerade zum Favoritenkreis der EURO. Und so könnte es passieren, dass „Lewy“ einfach zu wenige Spiele bekommt, um am Ende Torschützenkönig werden zu können.“

Timur Tinc (FR) beschäftigt sich mit einem Geheimfavoriten: „Die Türkei setzt neben dem Vertrauen in die eigene Stärke auf den Spirit, der so ein Turnier entfachen kann. Sie werden ihre zwei anderen Gruppenpartien gegen Wales und die Schweiz in Baku vor 34 500 Zuschauer:innen spielen können, zwei Heimspiele beim aserbaidschanischen Nachbar. Und danach soll es weit gehen, um Geschichte zu schreiben. Wobei Senol Günes es lieber hat, wenn sein Team „die Zukunft schreibt“. Der Erfolg soll den Weg für die nächste Generation ebnen.“

Das Trikot der Ukraine kommt bei einigen Russen nicht gut an. Bernhard Clasen (taz) weiß warum: „Wie eine Silhouette ist auf diesem Trikot die Ukraine in den Grenzen aufgezeichnet, in denen sie in die UNO aufgenommen worden ist, also einschließlich der Krim und des Donbass. Und auf der Rückseite unterhalb des Kragens ist der Slogan „Ruhm der Ukraine, Ruhm den Helden“ aufgenäht. Während das neue Trikot in der Ukraine bejubelt wird, kocht in Russland die Wut, habe doch die Ukraine ein Gebiet, nämlich die Krim, das zu Russland gehöre, auf dem Shirt als Teil der Ukraine gezeichnet, meinen russische Staatsbeamte.“

Samtfuß und Trickspieler

Oliver Meiler (SZ) befasst sich mit dem Coach der Squadra Azzurra: „Mancini ist bekannt dafür, dass er jene Spieler besonders mag, die ihn an sich selbst erinnern, in puncto Technik und Klasse. 15 Jahre lang hatte er für Sampdoria Genua gespielt, seinen Leibesverein, bevor er noch ein paar erfolgreiche Jahre bei Lazio Rom und einige wenige Spiele zum Vergessen bei Leicester City anhängte. 566 Einsätze waren es insgesamt, er ist zur Sampdoria-Vereinsikone geworden. Mancini war ein feiner offensiver Mittelfeldspieler mit Neigung zur hängenden Spitze, ein Samtfuß und Trickspieler.“

EM-Tagebuchschreiber Jan Christian Müller (FR) staunt über technische „Abstand halten!“-Wunderwerke: „Gleich um die Ecke hat der DFB sein Pressezentrum aufgebaut. Rein darf nur, wer vor der Tür frisch getestet wurde. Alles bestens organisiert. Drinnen sind 50 Arbeitsplätze eingerichtet worden und werden nach dem Prinzip „first come, first serve“ vergeben. Mehr dürfen aus Sicherheitsgründe (Achtung: wir sind noch in der Pandemie, fast verdrängt) nicht rein. Jeder Medienmensch muss sich ein ziemlich nerviges Gerät umhängen, dass ständig brummt, wenn man einem Kollegen näher als zwei Meter kommt. So soll das Gefühl für den Corona-Abstand geschärft werden. Außerdem trackt das Ding rückwirkend, falls jemand positiv getestet wurde und man diesem jemand zuvor zu nah gekommen ist.“

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