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DFB-Pokal

Bayern-Aus im DFB-Pokal – Das große Versagen

Kai Butterweck | Donnerstag, 28. Oktober 2021 ohne Kommentar

Borussia Mönchengladbach fegt über den FC Bayern hinweg wie ein Orkan. Das völlig überraschende Pokal-Aus sorgt überall für große Augen und offene Münder

In der zweiten Pokalrunde geht der Rekordmeister gegen furios auftretende Gladbacher sang- und klanglos unter. Robin Schmidt (sky.de) reibt sich die Augen: „Co-Trainer Dino Toppmöller vertrat zum dritten Mal in Folge seinen immer noch an Corona erkrankten Chef und musste an der Seitenlinie hilf- und tatenlos mit ansehen, wie der Rekordmeister von wild galoppierenden Fohlen überrannt und in seine Einzelteile zerlegt wurde. 0:5! Dieses Debakel war in dieser Form nicht ansatzweise zu erwarten.“

Tobias Nordmann und Stephan Uersfeld (n-tv.de) schließen sich an: „Ob diese Leistung, oder besser Nicht-Leistung, tatsächliche eine Nebenwirkung des Theaters um den ungeimpften Joshua Kimmich war? Wenn es eine Nebenwirkung war, dann eine höllische! Eine toxische. Denn nichts von dem, was den FC Bayern eigentlich auszeichnet, war im Borussia-Park zu sehen. Ohne Coach Julian Nagelsmann, der wegen seiner Corona-Infektion noch immer in Quarantäne ist, ergab sich die Mannschaft in einer erstaunlichen Wehrlosig- und Ängstlichkeit.“

Gallig und furios

Kerry Hau (spox.com) versendet hoffnungsvolle Botschaften: „Nagelsmann und seine Bayern sind nicht unverwundbar. Eine Erkenntnis, die Motivation genug für alle andere Bundesligisten sein sollte, Duelle mit dem Branchenprimus ähnlich gallig und furios anzugehen wie die Gladbacher. Die Hoffnung auf etwas mehr Spannung im Bundesliga-Titelkampf, sie ist nach diesem unerwarteten Ausgang der 2. Runde des DFB-Pokals wieder da.“

Sebastian Fischer (SZ) freut sich für den objektiven Fußball-Fan: „So unwahrscheinlich es auch ist, dass der Abend einen anhaltenden Effekt hat und die der Liga in ihren finanziellen Möglichkeiten so weit enteilten Bayern nicht zum zehnten Mal hintereinander die Meisterschaft gewinnen, so ein hoffnungsvolles Signal ist das 5:0 trotzdem für den deutschen Fußball, der an der Monokultur der Bayern-Siege leidet. Fans, die bei Bayern-Spielen nicht mehr einschalten, weil ja eh klar ist, was passiert, haben nun tatsächlich etwas verpasst.“

Daniel Theweleit (FAZ) stellt wichtige Fragen: „Ist das nun die endgültige Befreiung für die so zäh in die Saison gestarteten Gladbacher? Und was macht dieses Ergebnis mit den Bayern? Wird der Wut-Motor anspringen? Hat einfach nur die Energie des nach seiner Covid-Erkrankung weiterhin abwesenden Trainers Julian Nagelsmann gefehlt? Oder hinterlässt dieses Erlebnis größere Schäden am Selbstvertrauen?“

Die Antwort wird heftig und gnadenlos sein

Kolumnist Stefan Effenberg beruhigt alle Bayern-Fans: „Nach so einer Niederlage setzt man sich als Spieler hin und macht sich massiv und grundlegend Gedanken. Wenn das nicht von einem selbst ausgeht, wird man dazu gezwungen. Denn beim FC Bayern rappelt es auch intern nach so einem Spiel. Und dann muss die Mannschaft dieses Spiel sofort abhaken und eine Antwort haben. Und ich bin mir sicher, dass sie die geben wird. Die Antwort des FC Bayern wird schnell kommen und sie wird heftig und gnadenlos sein.“

Lukas Grybowski (watson.de) überschüttet die Gladbacher mit Beifall: „Die Borussia machte genau das, was sich bisher nur wenige bis keine Mannschaft gegen den FC Bayern getraut hat: Sie gingen immer wieder ins Risiko und attackierten die Münchner früh in ihrer Hälfte, um schnelle Ballverluste zu erzwingen. Und das, obwohl die Gladbacher in der Bundesliga bisher nicht vor Selbstvertrauen strotzten. Der Plan von Trainer Adi Hütter, der bereits als Frankfurt-Trainer die Münchner im November 2019 mit 5:1 abschoss, ging voll auf. Die Münchner waren mit dem Angriffspressing heillos überfordert. So mutig hatte zuvor noch keine Mannschaft gegen sie agiert.“

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