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Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Deutsche Elf | EM 2012

Von Trainern, Torhütern und einer Blockwartin

Erik Meyer | Mittwoch, 29. Februar 2012 1 Kommentar

„L‘équipe, c‘est moi“ – ist Jogi Löw souveräner als Lauren Blanc, teilt Tim Wiese das Schicksal von Dieter Burdenski und trainiert Silvia Neid den 1. FFC Deutschland?

Bei der EM 2012 muss Frankreichs Trainer die Formation finden, die das EM-Turnier 2016 in der Heimat gewinnen kann, formuliert Annika Joeres (SZ) die Aufgabe: „Heute hätten die Franzosen ‚eine Outsider-Rolle‘, sagte Blanc in dieser Woche. So defensiv tritt er häufig auf: Meist stellt er sich als passiven Empfänger dar, dem ein Match glückt – oder eben auch nicht. Frankreich steht aktuell auf Platz 17 der Fifa-Weltrangliste, die vergangenen Spiele waren zwar erfolgreich, aber oft schien es so, als würden sich die Spieler verbindungslos wie Roboter über den Platz bewegen. Das macht den Bremer Test zu einem Casting.“

Warum beim Testspiel im deutschen Kader niemand wirklich getestet wird, klärt Peter Ahrens (SpOn) unter der Überschrift „Löw geht Treue vor Leistung“ und resümiert: „In der Causa Kuranyi letztlich Recht behalten zu haben, war der Durchbruch für den Souverän Löw. Seitdem hat der Coach in Personalfragen einen Persilschein.“

Frank Hellmann (FR) bemüht einen historischen Vergleich, um die Situation von Tim Wiese einzuschätzen: „Ein starkes Länderspiel wäre sozusagen eine erstklassige Bewerbung. Oder ergeht es ihm so wie einst einem gewissen Dieter Burdenski? Der frühere Werder-Torhüter durfte am 27. Februar 1980 in Bremen gegen Malta (8:0) mitspielen – und gleichzeitig war sein zwölftes auch sein letztes Länderspiel.“

Beim Frauenfußball sieht Daniel Meuren (FAZ) Bundestrainerin Silvia Neid bereits als „Blockwartin“ des „1. FFC Deutschland“: „Der 1. FFC Frankfurt droht den Begriff Blockbildung nun neu zu definieren. Noch in dieser Woche (…) wird der Klub nach Informationen dieser Zeitung die Verpflichtungen der beiden Potsdamer Nationalspielerinnen Babett Peter und Bianca Schmidt bekanntgeben. (…) Dann hat der FFC (…) zehn deutsche Nationalspielerinnen im Kader.“

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Kommentare

1 Kommentar zu “Von Trainern, Torhütern und einer Blockwartin”

  1. MS
    Mittwoch, 29. Februar 2012 um 14:21

    Den Bericht von Hellmann habe ich zunächst einmal so hingenommen. Doch dann fiel mir ein, Werder stieg doch schnell wieder auf, und Burdenski kam auch wieder in den Fokus; Werder spielte schließlich auch schnell in der Spitze mit. Noch konkreter wurden meine Erinnerungen, als mir ein Freundschaftsspiel gg. Jugoslawien einfiel, 1984 dachte ich, 1983 war’s. D. Burdenski stritt damals mit Uli Stein um die Nr. 2 – und durfte sich gelegentlich mit ihm abwechseln, so auch in diesem Spiel, bei dem es auch noch einen Skandal abseits des Spiels gab. Laut Fußballdaten.de machte DB sein letztes DFB-Spiel gegen Italien im Mai 1984.

    Und jetzt komme ich mit Markwort: FAKTEN, FAKTEN, FAKTEN – müssen stimmen. So etwas ist unterirdisch – entweder nicht recherchiert oder aber schlecht geschrieben (die Aussage, sein 12. DFB-Spiel war sein letztes, stimmt ja per se…mitnichten stimmen Malta, Bremen, 1980, aber immerhin das Ergebnis). DB hat nebenbei ja auch die EM 1984 mitgemacht, das fällt so komplett unter den Tisch.

    Der historische Vergleich wäre also hier auch besser gar nicht erst aufgetaucht – auch wenn sich die Geschichte so natürlich viel süüüüüsser ließt.

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