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Deutsche Elf

DFB-Elf – der nächste Versuch

Kai Butterweck | Freitag, 7. September 2012 1 Kommentar

Vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel gegen die Faröer analysiert die Presse den derzeitigen Zustand der deutschen Nationalmannschaft

Boris Herrmann (SZ) läutet eine neue Zeitrechnung ein: „Mit dem WM-Qualifikationsspiel in Hannover gegen die Färöer beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die deutsche Nationalelf. Der letzte Abschnitt hatte im Juni bekanntlich mit dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Italien ein überraschend rüdes Ende genommen. Im Moment steckt das Team von Bundestrainer Joachim Löw in einer Art Abschnitts-Zwischenphase. Der Blick ist noch ein wenig nach hinten gerichtet, denn die EM und ihre Nachwehen sind noch nicht ganz aufgearbeitet. Gleichzeitig soll der Blick langsam, aber sicher nach vorne gehen, in Richtung der WM 2014 in Brasilien.“

Ein gutes Stück BVB-Geist kehrt in die deutsche Auswahl ein

Michael Horeni (FAZ) verteilt schwarz-gelbe Leibchen: „Mit Schmelzers angekündigtem Aufstieg wächst der Dortmunder Einfluss auf das bisher von den Bayern-Profis dominierte deutsche Spiel, das Thomas Müller bei der WM 2010 einmal sehr hübsch als „Jogi van Gaal“-Fußball bezeichnete. Neben Schmelzer und dem exzellenten Mittelfeldstürmer Marco Reus kehrt als Konsequenz aus den jäh zerstobenen Sommerhoffnungen eben auch ein gutes Stück BVB-Geist in die deutsche Auswahl ein, ein bisschen mehr „Jogi van Klopp“ also.“

Rafael Buschmann (Spiegel Online) sorgt sich um die deutsche Offensivabteilung: „Löws Problem ist nicht der Ausfall von Gomez. Es ist ein grundsätzlicheres. Das Fehlen des Bayern-Stürmers offenbart die Misere im DFB-Angriff. Derzeit rückt dort kein Spieler nach. Löw entschied sich deshalb, lediglich einen Angreifer zu nominieren: Miroslav Klose. Doch für einen Hoffnungsträger taugt Klose nicht mehr. Er ist mittlerweile 34 Jahre alt, es zwickt und zwackt. Bei der EM war er aufgrund seines zu schwachen körperlichen Zustands zumeist Ersatzmann hinter Gomez. Löw weiß das alles natürlich. Daher wird Klose in den kommenden Jahren wohl eher ein Back-up sein. Doch hinter wem soll Klose eigentlich der Ersatzmann sein?“

Offensiv ausgerichtete Defensive

Michael Rosentritt (Tagesspiegel) bringt die Spanier ins Spiel: „Der modifizierte Stil der Nationalmannschaft ist eine Abkehr von einer der scheinbar ewigen Wahrheiten des Fußballs, die jeder Hobbykicker kennt. Wenn man den Ball verliert, muss man sich schnell zurückziehen. Schon die Defensive ist sozusagen offensiv ausgerichtet; allerdings setzt die perfekte Beherrschung des Gegenpressings eine intensive Schulung voraus. Es ist kein Zufall, dass niemand das Thema so gut beherrscht wie die Spanier. Im Grunde ist ihr Spiel gegen den Ball inzwischen sogar aufregender als das mit dem Ball, dieses ewige Kreiseln und scheinbar ziellose Passen. Sie sind dabei so unwiderstehlich, dass sogar Joachim Löw sich an ihrem Beispiel orientiert.“

Lars Gartenschläger (Welt Online) nimmt das Fernglas mit ins Stadion: „Joachim Löw und auch seinen Spielern ist bewusst, dass sie mit dem Start in die Qualifikation unter besonderer Beobachtung stehen. Zwar ist die Nation nach wie vor davon angetan, dass inzwischen eine deutsche Mannschaft auf dem Platz steht, die Fußball auch zelebrieren kann. Gleichzeitig haben sich die Anhänger aber an die Erfolge gewöhnt, weshalb die Erwartungshaltung in den vergangenen Jahren automatisch gestiegen ist. Zumal viele Nationalspieler das hohe Anspruchsdenken auch noch regelmäßig befeuern, in dem sie davon sprechen, einen Titel gewinnen zu wollen.“

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Kommentare

1 Kommentar zu “DFB-Elf – der nächste Versuch”

  1. kaputtnik
    Sonntag, 9. September 2012 um 11:00

    Was heisst denn hier „(Die Spanier) sind dabei so unwiderstehlich, dass sogar Joachim Löw sich an ihrem Beispiel orientiert.“?
    Was macht er denn sonst? Welches andere Thema ausser die Spanier hat denn Löw seit er Bundestrainer ist?

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