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Deutsche Elf

Michael Ballack – Der letzte große Auftritt

Kai Butterweck | Freitag, 8. März 2013 4 Kommentare

Anfang Juni findet in Leipzig das Abschiedsspiel für Michael Ballack statt. Trotz aller Zwistigkeiten flatterte auch eine Einladung in den Briefkasten von Joachim Löw

Sven Goldmann (Tagesspiegel) schwelgt in Erinnerungen: „Zu alten Rumpelzeiten war Ballack für die deutschen Fußballfans so etwas wie ein Alibi, eine Hoffnung auf eine Zukunft jenseits der Grätschen- und Knüppelkultur. In seinen besten Jahren genoss er als einziger deutscher Profi Weltruf, erst als Anführer beim FC Bayern und später auch als geschätzte Führungskraft beim FC Chelsea. Jetzt mag er nicht mehr auf professionellem Niveau Fußball spielen, weil es nicht mehr reicht für die ganz großen Ansprüche.“

Was für ein unrühmliches Ende

Maximilian Koch (stern.de) fordert mehr Wertschätzung: „Genauso wenig wie das Karriereende des 98-fachen Nationalspielers die deutsche Öffentlichkeit besonders interessierte, geschweige denn berührte, verhält es sich nun mit seinem Abschiedsspiel. Ballacks Leistungen sind in den Köpfen vieler bereits vergessen. Und so geht ein ehemaliger Weltstar durch die Hintertür. Was für ein unrühmliches Ende.“

Auch Lars Gartenschläger (Welt Online) spart nicht mit Kritik an Offiziellen und Hintergrundmännern: „Es ist immer schwer einzusehen, dass andere irgendwann vielleicht einen Tick besser sind und man deshalb nicht mehr gebraucht wird. Aber es wäre ein Leichtes gewesen, wenn die Verantwortlichen damals offen mit Michael Ballack umgegangen wären. Stattdessen wurde sein Karriereende in der Nationalelf monatelang hinaus gezögert und gipfelte darin, dass Ballack am Ende keinen schönen Abgang mehr bekam. Den hat er sich nun selbst organisiert.“

Er wird sich für die englische Variante entscheiden

Pierre Winkler (Focus Online) übermittelt dem Ex-Capitano schöne Grüße vom Rest der Welt: „Michael Ballack hat außerhalb Deutschlands einen hervorragenden Ruf. Als der deutsche Fußball darniederlag, kannten die Fußballfans Europas aus Deutschland nur die Namen Ballack und Kahn. Er setzte sich bei Chelsea durch, gewann dreimal den FA-Pokal und einmal die Meisterschaft. Heute arbeitet Ballack unter anderem als Experte für den US-Sender ESPN. Es gibt nicht viele ehemalige deutsche Spieler, deren Wort im Ausland was zählt. In Deutschland sind von seiner Karriere vor allem der Streit mit Joachim Löw und der Machtkampf mit Philipp Lahm sowie zwei für alle Seiten quälende Jahre in Leverkusen geblieben. Michael Ballack kann sich die Erinnerung an seine Karriere aussuchen. Er wird sich für die englische Variante entscheiden.“

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Kommentare

4 Kommentare zu “Michael Ballack – Der letzte große Auftritt”

  1. augelibero
    Freitag, 8. März 2013 um 14:11

    Man reibt sich verwundert die Augen: Dieselben Fußballfeuilletonisten, die Ballack zuletzt jahrelang runtergemacht haben, erkennen nun im Rückblick dessen (tragische) Größe. WIE VERLOGEN!
    Jose Mourinho hat in einem Nebensatz nach dem CL-Sieg in Manchester uns vor Augen gefhürt, welches Kaliber Ballack im Weltfußball ist.

    Es lag nicht an Balalck, dass er nach Titeln ein Unvollendeter wie Uwe Seeler oder Bernd Schuster (nimmt man die EM 1980 aus) geblieben ist. Bei Löw und Lahm ist das anders: Mit dem Spielermaterial müssen Titel her. Sonst fragt man sich – anders als bei Ballack – ob es vielleicht an ihnen als Leadern lag.

    So etwas schreiben deren Jubelperser in den Fußballfgeuilletons natürlich erst in der Rückschau. Ist sicher und stimmt dann immer noch. MAN MÖCHTE KOTZEN.

  2. Millernroar
    Freitag, 8. März 2013 um 15:19

    Auge, Du schreibst sonst viel Unsinn und drückst diesmal alles genau richtig aus

  3. birdski
    Samstag, 9. März 2013 um 01:02

    „Und so geht ein ehemaliger Weltstar durch die Hintertür. Was für ein unrühmliches Ende.“

    Abschiedsspiel innerhalb 24 h AUSVERKAUFT!!!
    ob das dem Popler schmeckt?

  4. Geert H
    Montag, 11. März 2013 um 09:34

    Kein Wort zur Champions League? Dortmund, Real …

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