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Bundesliga

Dortmund marschiert

Kai Butterweck | Montag, 24. August 2015 Kommentare deaktiviert für Dortmund marschiert

Zwei Spiele, zwei Siege: Die Mannschaft von Borussia Dortmund begeistert zu Beginn der neuen Saison nicht nur ihren Trainer Thomas Tuchel. Außerdem: Dusel-Bayern, ein Wolf vor dem Absprung, schlürfende Frankfurter und dünne Berliner Luft

Acht Tore, sechs Punkte: Der BVB marschiert in der Liga vorneweg. Christoph Ruf (Spiegel Online) zieht seinen Hut: „Der BVB hat am ersten Spieltag gegen Gladbach und beim 4:3 gegen Odds BK nachgewiesen, dass er sehr viele Tore erzielen kann, wenn er erst einmal ins Rollen gekommen ist. In Norwegen musste man erst 0:3 zurückliegen, um aufzuwachen. Richtig rund ging es aber erst, nachdem Aubameyang den 1:3-Anschluss erzielt hatte. Genau die gleiche Konstellation nun in Ingolstadt. Als Ginter getroffen hatte, dürfte auch den letzten Optimisten im FCI-Fantrikot die Hoffnung verlassen haben, dass an diesem Tag noch etwas drin sein würde – nicht gegen diesen starken Gegner.“

Effektiver Abriegler

Sebastian Weßling (derwesten.de) freut sich vor allem für den Torschützen Matthias Ginter: „Dass der Ex-Freiburger in der Startelf stand und nach einer knappen Stunde im gegnerischen Strafraum auftauchen konnte, hatte er einer bereits drei Tage alten, reichlich überraschenden Idee seines Trainers Thomas Tuchel zu verdanken: Der hatte den etatmäßigen Innenverteidiger im Spiel bei Odds BK zur Halbzeit auf die rechte Seite geschoben, weil mit Lukasz Piszczek und Erik Durm die beiden Kandidaten für die Position fehlten und Vertreter Gonzalo Castro einen rabenschwarzen Tag erwischte. Ginter, im Zentrum zuvor nicht immer mit dem sichersten Eindruck, riegelte die Seite effektiv ab und zeigte auch gute Aktionen nach vorne.“

Sebastian Fischer (SZ) klopft BVB-Coach Thomas Tuchel anerkennend auf die Schultern: „Wie beim 4:0 gegen Gladbach und in der zweiten Halbzeit gegen die überforderten Norweger am Donnerstag war viel vom neuen BVB-Stil erkennbar, den sich Tuchel vorstellt. Spieler wie Shinji Kagawa, Ilkay Gündogan oder Mkhitaryan, in der Vorsaison verunsichert oder uninspiriert, wirken wie ausgewechselt: spielfreudig und voller Elan.“

Mäusefressende Schlangen

Ein Last-Minute-Treffer von Robert Lewandowski sichert den Münchnern drei Punkte in Hoffenheim. Ulrich Hartmann (SZ) winkt bereits nach zwei Spieltagen frustriert ab: „Die Bayern haben als nächstes zwei Heimspiele in Serie: am kommenden Samstag gegen Bayer Leverkusen und nach der Länderspielpause zwei Wochen später gegen den FC Augsburg. Wer am Samstag gegen 17 Uhr noch dachte, er sitze vor einem spannenden Krimi, der fühlt sich in zwei Wochen vielleicht schon wieder wie bei einer nüchternen Dokumentation über mäusefressende Schlangen: alles vorhersehbar, total unspannend, längst bekannt. Noch nie hat die Maus den Spieß mal umgedreht.“

Kevin De Bruyne wirkt abwesend

In Wolfsburg beschäftigt man sich derzeit mehr mit den Wechselgerüchten um Top-Star Kevin De Bruyne als mit den Geschehnissen auf dem grünen Rasen. Ivo Hrstic (sport1.de) spricht sich für einen Verkauf des Belgiers aus: „Das Argument, nur mit De Bruyne sei der VfL Wolfsburg ein echter Titelkandidat, zieht für mich nicht. Welcher Spieler garantiert schon wirklich Meisterschaften oder europäische Titel, zumal die Leistungen De Bruynes in den vergangenen beiden Bundesligaspielen nachdenklich stimmen müssten. Der Belgier wirkt abwesend und irgendwo doch mit dem Kopf bereits in Manchester. Ihm dabei Absicht zu unterstellen wäre aber ungerecht. Bei einem möglichen Jahresgehalt von rund 15 Millionen Euro fällt Konzentration schon mal schwer.“

Fehlende Kreativität

In Frankfurt ist nach man nach dem enttäuschenden Start in die Saison unzufrieden. Ingo Durstewitz (FR) macht sich Sorgen: „Eintracht Frankfurt ist nach zwei Spieltagen auf dem Boden der Tatsachen angekommen, die Realität hat den hessischen Traditionsklub eingeholt. Das liegt weniger an dem schmeichelhaften Unentschieden gegen den FCA als an der Art und Weise, wie die Mannschaft auftrat. Die spielerische Armut war frappierend, die fehlende Idee, die fehlende Kreativität und die fehlende Ballsicherheit – all das lässt nichts Gutes erahnen.“

Aber dann?

In Berlin ärgert man sich über unzählige verlorene Kopfballduelle. Paul Linke (Berliner Zeitung) fordert Luftverstärkung: „Hübsch sah es ein paar Mal aus, wie Herthas Flügelabteilung sich bis an die Grundlinie gepasst oder gedribbelt hatte – aber dann? Dann wurden die Flanken aus der Gefahrenzone verscheucht, als wären sie lästige Fliegen. Besonders Peter Pekarik schlägt so viele Bälle hinein, aber herauskommt dabei so wenig. Die Frage muss erlaubt sein, ob die Außenverteidiger nicht eine zweite Option im Fuß haben müssten, als nur die eine, Salomon Kalou auf Kopfhöhe zu suchen.“

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