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Bundesliga

Schalke 04 – Schicht im Schacht

Kai Butterweck | Mittwoch, 21. April 2021 ohne Kommentar

Nach der Niederlage gegen Arminia Bielefeld steht der FC Schalke 04 als erster Absteiger der laufenden Saison fest

Der unaufhaltsame Niedergang des FC Schalke 04 mündet im ersten Abstieg seit mehr als dreißig Jahren. Boris Büchler (zdf.de) schlägt die Hände vors Gesicht: „Nach dem verdientesten Bundesliga-Abstieg der letzten Zeit wenden sich viele Fans ab und schämen sich für die Außendarstellung. Der Kader ist nicht konkurrenzfähig, viele Spieler sind gedanklich schon seit Monaten bei anderen Vereinen. Dazu kommen Fehler im Management und bei der Wahl der Trainer. So ist Dimitrios Grammozis bereits der fünfte Coach in dieser Saison. Für viele ist er durch die erbärmlichen Auftritte unter seiner Leitung schon jetzt verbrannt.“

Luca Füllgraf (Tagesspiegel) erinnert sich: „Unter der Woche auswärts in Bielefeld, wenn das mal nicht bereits nach zweiter Liga klingt. Das letzte Mal, dass Schalke hier spielte, ist noch gar nicht so ganz lange her: Anfang vergangener Saison in der zweiten Pokalrunde. Nach dem knappen Sieg der Schalker gratulierten die Ostwestfalen via Twitter: „Wir hatten heute einen Gegner, den wir nächste Saison mit größter Wahrscheinlichkeit in der Champions League sehen werden.“ Seitdem sind keine zwei Jahre vergangen. Schalke gewann genau sieben Bundesligaspiele – in 55 Versuchen. Der Abstieg fünf Spieltage vor Schluss kommt also nicht von ungefähr.“

Würdeloser Auftritt

Toni Lieto (kicker.de) beschäftigt sich mit Schalke-Coach Dimitrios Grammozis: „Sportvorstand Peter Knäbel betont zwar, dass Grammozis der Mann für den Neuaufbau in der 2. Liga sein und den Verein sofort wieder ins Oberhaus führen soll. Doch die Mannschaft darf sich weder noch einmal so einen würdelosen Auftritt wie am Samstag in Freiburg erlauben, noch sollte sie erneut eine Leistung wie in Bielefeld zeigen, die vor allem angesichts der Vorzeichen viel zu halbherzig war. Tut sie es doch, könnte Knäbel zunehmend gefordert sein, wenn es darum geht, sich schützend vor den Trainer zu stellen.“

Oliver Müller (welt.de) steht in Bielefeld kopfschüttelnd am Spielfeldrand: „Es war die 21. Niederlage der laufenden Saison und eine Partie, die sinnbildlich für das stand, was Schalke bis auf ganz wenige Ausnahmen über das komplette Spieljahr abgeliefert hatte. Die Mannschaft war chancenlos, nur bedingt wettbewerbsfähig – und schien, zumindest partiell, wettbewerbsunwillig zu sein. Hätten sich die Schalker Fans nicht schon längst daran gewöhnt, wäre es eine bittere Niederlage gewesen.“

Traurig, wütend, fassungslos

Zurück in Gelsenkirchen werden einige Schalke-Spieler von aufgebrachten Fans bepöbelt und tätlich angegriffen. Christian Brausch (reviersport.de) ist schockiert: „Sicher, die Schalke-Spieler müssen damit leben, dass es verbal ordentlich auf die Mütze gibt. Das wissen sie vermutlich auch selber, dass sie damit rechnen mussten, dass die Kritik etwas deftiger ausfällt. Doch was da in Gelsenkirchen passiert ist, das geht nicht. Die Videos, die im Umlauf sind, machen traurig, wütend, fassungslos. In was für einer Welt leben wir eigentlich, dass solche Szenen möglich sind?“

Jörg Strohschein (ard.de) bringt erschreckende Zahlen an den Tisch: „Der lange Weg der sportlichen Qual hat ein weiteres Etappenziel erreicht. Der FC Schalke 04 ist nach 33 Jahren wieder in die 2. Bundesliga abgestiegen. Mit einer Bilanz, die innerhalb von nur anderthalb Jahren von Champions-League-Ambitionen in den Totalschaden führte. 13 Punkte nach 30 Spieltagen, 18 erzielte Tore, 76 Gegentreffer. Zahlen, die erschrecken, eingefahren von einer Profi-Mannschaft, die den Klub in dieser Saison rund 80 Millionen Euro an Gehältern gekostet hat. Viele Fehler wurden von den Profis auf dem Feld gemacht. Aber bei den Schalkern liegen die Probleme auch in der Struktur des Klubs.“

Fabian Scheler (Zeit Online) macht den königsblauen Deckel drauf: „An einem Dienstagabend in einem leeren Stadion im ostwestfälischen Bielefeld ging es zu Ende. Wie in den 29 Spielen zuvor in dieser Saison war nicht ersichtlich, wie sich diese Mannschaft in der Bundesliga halten wollte. Das meiste, was Schalke gegen Bielefeld, eigentlich ein direkter Konkurrent um den Klassenerhalt, gelang, entsprang dem Zufall.“

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