indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Dienstag, 29. März 2005

Ball und Buchstabe

Bedrohung des Fußballfestes

Michael Horeni (FAZ 29.3.) befasst sich mit den negativen Folgen der Fangewalt für die WM 2006: „Nationalspieler wie Oliver Kahn redeten in den Tagen vor dem Länderspiel davon, mit großartigen Leistungen bei der WM der von Arbeitslosigkeit und Selbstzweifeln geplagten Bevölkerung wieder neuen Mut zu schenken. Der erste Mann im Staat für die WM im Einsatz, die Dienstleister im Lande trainieren für ein moderneres Deutschland-Bild, die Fußballprofis möchten ein neues Wirtschaftswunder initiieren: Willkommen in der Fußballrepublik Deutschland. Das haben sich auch die Schmuddelkinder in Celje gedacht. Ein paar hundert Randalierer haben genügt, um die Bedrohung des Fußballfestes 2006 real erscheinen zu lassen. Nicht der politische, ungreifbare Terror, vor dem sich alle Großereignisse mit Millionenaufwand schützen, sondern die seit zwanzig Jahren bekannte, ganz gewöhnliche Gewalt um den Fußball rückte wieder ins Bewußtsein. Auch wenn die Hooligans für ihre Taten günstige Umstände – ein kleines, leicht zugängliches Stadion und offensichtlich ziemlich unvorbereitete Sicherheitskräfte – bei der Weltmeisterschaft nicht wiederfinden werden: Die WM-Organisatoren und der deutsche Staat werden die altbekannten Spielverderber nicht mehr vergessen.“

Ludger Schulze (SZ 29.3.) fügt hinzu: „Zynisch ausgedrückt könnte man sagen, die Geschehnisse von Celje hätten einen positiven Aspekt: 15 Monate vor der WM haben alle wieder lernen müssen, dass feige Wirrköpfe weiter auf der Suche nach einer Bühne und nach Opfern sind.“

Deutsche Elf

Jammerkick

Frank Ketterer (taz 29.3.) sieht ein schwaches Spiel der Deutschen in Slowenien: „Ein ohnehin unbedeutendes Spiel ist in seiner sportlichen Bedeutung noch weiter in den Hintergrund getreten. Festzuhalten bleibt nur, dass die deutsche Mannschaft solche Partien schon immer abgeliefert hat – und sie es ganz offensichtlich auch nach wie vor tut, dank Klinsmann nur mit etwas mehr Brimborium. Dass der Schönredner aus dem Schwabenland selbst diesem Jammerkick Gutes zu entnehmen wusste, musste erwartet werden.“

FAZ: Schönen Worten folgen die Schreckenstaten

Man kann nicht defensiv denken und offensiv spielen

Michael Ashelm (FAS 27.3.) erklärt den wichtigsten Unterschied zwischen Jürgen Klinsmann und Rudi Völler: „Erst horchte die Öffentlichkeit auf, als sich der Bundestrainer den Gewinn des WM-Titels zum Ziel setzte. Dann folgte die umstrittene Entscheidung, die Stammtorhüterfrage offenzulassen. Als Klinsmann auch noch seinen Betreuerstab mit einem Sportpsychologen sowie amerikanischen Fitnesstrainern aufstockte und die Verlegung des WM-Trainingslagers von Leverkusen nach Berlin vorantrieb, schien der Kredit bei den verunsicherten Funktionären aufgebraucht zu sein. Aber der Bundestrainer legt nach und sorgt wie in der Diskussion um die Besetzung des Postens eines Technischen Direktors mit der umstrittenen Personalie Berti Vogts für immer neuen Reizstoff. Ganz anders als sein Vorgänger Rudi Völler, dessen Führungsstil von größtem Harmoniebedürfnis geprägt war, der seinen inneren Frust so lange mit sich trug, bis er sich in einer Explosion entlud. „Man kann nicht defensiv denken und offensiv spielen“, sagt der Unternehmensberater und Psychologe Ulrich Kuhl und sieht Klinsmanns taktische Marschroute auf und neben dem Platz in logischer Übereinstimmung.“

Samstag, 26. März 2005

Interview

Wir wollen uns später nicht den Vorwurf machen, nicht alles für den Titel getan zu haben

Joachim Löw mit Michael Horeni (FAZ 26.3.)
FAZ: Im Januar waren Sie mit dem Bundestrainer im Fitness-Institut von „Athletes‘ Performance“ in Arizona. Sie sollen beeindruckt gewesen sein.
JL: Auf jeden Fall. In diesem Institut war eine wahnsinnige Energie vorhanden. Da waren zehn bis fünfzehn Topathleten aus verschiedenen Sportarten da. Es war beeindruckend zu sehen, wie Basketballspieler, Baseballspieler oder Footballer ganz gezielt gearbeitet haben. Man konnte bei den unterschiedlichen Programmen genau sehen, welche Bewegungsabläufe etwa ein Footballspieler im Spiel vollzieht – und genau daraufhin hat er trainiert, um seine Kraft und Dynamik gezielt zu verbessern. Man hat an den Übungen für die verschiedenen Sportarten gesehen, daß alles konzeptionell durchdacht ist. Die Amerikaner gehen da mit einer unglaublichen Begeisterung und Überzeugung an die Sache heran.
FAZ: Die Spieler sollen sich bis zur WM permanent weiterentwickeln, wo sehen Sie für sich als Trainer Steigerungsmöglichkeiten?
JL: Unser Team ist von Jürgen Klinsmann mit Fachleuten aus allen Bereichen zusammengestellt worden. Das ist eine Stärke. Davon profitieren wir alle. Für mich ist der Bereich Sportpsychologie relativ neu. Aber durch unsere gemeinsamen Gespräche eigne ich mir auch da neue Kenntnisse an. So geht es den anderen auch.
FAZ: Wenn die Deutschen trotz aller Planungen 2006 nicht Fußball-Weltmeister werden, sind sie dann wenigstens Fitness-Weltmeister?
JL: Davon kann man nicht ausgehen. In den vergangenen Jahren, seit der EM 2000, hat es im Bereich Tempo und Dynamik noch einmal eine enorme Entwicklung gegeben. Die Spiele in Portugal liefen neunzig Minuten auf hohem Niveau. Aber Erfolg setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Mit Kondition allein kann man nichts gewinnen. Und mit Taktik oder Technik allein auch nicht – und wenn wir in den entscheidenden Momenten die Nerven verlieren, gewinnen wir auch nichts. Es gilt der Spruch: Kondition ist nicht alles, aber ohne Kondition ist alles nichts. Wenn wir bei der WM zwei oder drei Spieler dabeihaben, die nicht in der Lage sind, neunzig Minuten hohes Tempo zu gehen, oder dies nur für zwei Spiele können, dann ist es aus. Wir wollen daher im nächsten Jahr mit dem Gefühl in die WM gehen, hochprofessionell gearbeitet und an jede Kleinigkeit gedacht zu haben. Wir wollen uns später nicht den Vorwurf machen, nicht alles für den Titel getan zu haben. Diesen Vorwurf würden wir uns das ganze Leben machen.

Jeder Trainer in Europa möchte so sein wie Mourinho

Robert Huth mit Jörg Hanau & Jan Christian Müller (FR 26.3.)
FR: Ihr Trainer José Mourinho hat zwei Weltklasseverteidiger, seine portugiesischen Landsleute Paulo Ferreira und Francisco Costinha, mitgebracht. Wie gingen Sie damit um, dass Ihnen zwei teuer eingekaufte Neue vor die Nase gesetzt wurden?
RH: Der Trainer hat sich die Verstärkungen ausgesucht, die er haben wollte. Das muss man akzeptieren. Er hat uns jungen Spielern ganz ehrlich gesagt: „Ich weiß nicht, wie ihr spielt auf der großen Bühne.“ Da wusste ich, woran ich bin. Ich wusste: Ich brauche nur ein einziges Spiel, damit er sieht, wie ich drauf bin und was ich kann.
FR: Das wusste Mourinho spätestens, nachdem Sie in Ihrem ersten Länderspiel von Anfang an, gegen Brasilien mit seinen Starstürmern Ronaldo und Adriano, eine Klassepartie gezeigt haben.
RH: Ja. Er hat das Spiel gesehen und hat mir danach gesagt, dass ich auch bei Chelsea spielen muss. Und nach dem 3:0 gegen Kamerun war es dann soweit. Aber dann kam die Knieverletzung. Mehr Pech kann man wohl nicht haben. Es ist sehr unglücklich gelaufen. Ich kann jedenfalls nichts gegen den Trainer sagen. Wirklich nicht. Er macht nichts falsch. Er behandelt jeden Spieler gleich. Ich habe keinen Grund, mich zu beschweren.
FR: Mourinho wirkt nach außen wie ein arroganter Angeber. Ist er so, wie er sich in der Öffentlichkeit gibt?
RH: Ich glaube nicht, dass er arrogant ist. Er weiß, was er kann, er hat eine gute Mannschaft. Jeder Trainer in Europa möchte so sein wie er. Jeder will seinen Job haben.
FR: Nun ja, Roman Abramowitsch, sorgt auch für sehr gute Arbeitsbedingungen. Wie eng ist der Kontakt des milliardenschweren Chelsea-Bosses mit Ihnen, den Spielern?
RH: Abramowitsch ist oft dabei. Er kommt nach dem Spiel immer in die Kabine und spricht mit den Spielern. Sein Englisch wird auch zusehends besser.
FR: Haben Sie sich auch schon mal länger mit ihm unterhalten?
RH: Nee, er sagt hallo, ich sage hallo. Er hat mich mal gefragt, gegen wen wir als nächstes mit Deutschland spielen. Ich glaube, er ist der größte Fan, den Chelsea hat. Er gibt nicht einfach nur das Geld. Er steht dahinter und begeistert sich für Chelsea.

Ich war im Basketball talentierter

Patrick Owomoyela mit Stefan Hermanns (Tsp 26.3.)
Tsp: Bei Ihnen ist es im vergangenen Jahr auch rasant nach vorne gegangen: von der Zweiten Liga in die Nationalmannschaft. Wo waren Sie eigentlich die 24 Jahre davor?
PO: Gute Frage. Bis ich 18, 19 war, habe ich nie ernsthaft das Ziel verfolgt, Profi zu werden. Natürlich habe ich mit Leidenschaft Fußball gespielt. Aber seitdem ich 12 war, habe ich auch Basketball gespielt. Das war Trendsport und eigentlich viel cooler. Auch bei den Mädels.
Tsp: Was konnten Sie besser: Fußball oder Basketball?
PO: Eigentlich war ich im Basketball talentierter. Nur hatte ich nicht diese Geradlinigkeit. Meine Mitspieler haben dreimal die Woche trainiert und sind noch jeden Tag in die Halle gegangen und haben auf die Körbe geworfen. Ich hatte dazu gar nicht die Zeit und auch nicht das Interesse, so extrem daran zu arbeiten.
Tsp: War das beim Fußball anders?
PO: Na ja, ich war nicht gerade das Riesentalent, das sich der HSV schon in der C-Jugend schnappen wollte. In der A-Jugend gab es mal leichten Kontakt, aber da hatte ich das Gefühl: Bei denen bist du nur eine kleine Nummer, und nachher wird da nichts draus. Als wir dann mit unserem kleinen Verein (Stellingen 88) in Hamburg und Norddeutschland recht erfolgreich waren, gab es Interesse aus der Oberliga. Um Gottes willen, habe ich gedacht, Oberliga. Das war mir zu heikel. Ich wollte Verbandsliga spielen, etwas Taschengeld neben der Ausbildung verdienen und nicht in der Oberliga auf der Bank sitzen. Den nötigen Ehrgeiz habe ich erst entwickelt, als ich ein Angebot aus der Regionalliga bekommen habe. Meine Mutter hat gesagt: Probier das!
Tsp: Sie haben also nicht das Gefühl, schon am Ende Ihrer Entwicklung zu sein?
PO: Nein, dazu sehe ich noch zu viele Punkte, die ich verbessern kann. Die Tests, die wir bei der Nationalmannschaft gemacht haben, waren sehr aufschlussreich. Man erkennt sofort: Wo hapert es noch?

Ich bin hier noch nicht zu hundert Prozent akzeptiert

Felix Magath mit Jörg Kramer & Michael Wulzinger (Spiegel 26.3.)
Spiegel: Im Kampf um die Meisterschaft liegt Ihr Team vor dem punktgleichen FC Schalke 04 knapp in Führung, und in der Champions League wurde Bayern Münchens Einzug ins Viertelfinale schon als Ihr „Ritterschlag“ gefeiert. Sehen Sie sich beim Rekordmeister nun angemessen respektiert?
FM: Die Skepsis hat abgenommen. Aber sie ist noch da. Ich sehe das realistisch. Der FC Bayern hatte, als ich letzten Sommer kam, eine ziemlich erfolgreiche Phase hinter sich. Nein, ich bin hier noch nicht zu hundert Prozent akzeptiert. Dazu brauche ich wenigstens einen Titel, das ist hier so.
Spiegel: Wäre es leichter, wenn Sie an einer Ihrer früheren Trainerstationen schon mal Meister geworden wären?
FM: Ja. In unserer Zeit zählen nur Titel. Früher war es der Doktor, heute sind es die Deutschen Meister. Zudem ist es besonders schwierig für einen Trainer, einem erfolgreichen Kollegen nachzufolgen. Das war schon so, als Ernst Happel den Hamburger SV verlassen hatte oder Otto Rehhagel Werder Bremen.
Spiegel: Ihr Vorgänger Ottmar Hitzfeld gewann in sechs Jahren bei Bayern vier Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und einmal die Champions League. Sind Sie deshalb anfangs so devot aufgetreten, als betrachteten Sie aus großen Augen staunend Ihren Traumverein?
FM: Ich bin so, wie ich bin. Und mit 51 Jahren werde ich mich auch nicht mehr groß verändern. Aber Sie haben Recht: Es gab ein paar Dinge, die ich zwar gewusst, aber dann doch nicht richtig eingeordnet hatte. In mancher Hinsicht ist der FC Bayern nun mal eine andere Dimension. (…)
Spiegel: Ihre Mannschaft trat zuletzt in Spitzenspielen als kompakte Einheit auf. Attraktiv ist das jedoch nicht. Von dem offensiven Tempofußball, den Sie einst forderten, ist nichts zu sehen. Warum nicht?
FM: Nun mal langsam. Gegen Arsenal in London, das war für mich eine großartige Leistung. Unser Tempo war mindestens so hoch wie das im vielgerühmten Spiel unseres nächsten Gegners Chelsea gegen den FC Barcelona. Nur dass unsere Defensivleistung besser war. Man muss das richtige Verhältnis finden, die Balance zwischen Offensivkraft und Defensive. Ich hatte es ja zuvor anders versucht.
Spiegel: Mit dem schon zum Fehleinkauf abgestempelten Argentinier Martín Demichelis im Mittelfeld spielt Ihre Mannschaft seit Februar nicht schöner, aber effizienter. Warum dieser Stilwandel?
FM: Mit der Hereinnahme eines defensiven Mittelfeldakteurs wurde das spielerische Moment nun mal zurückgefahren. Die Sache lief so: Ich habe zunächst versucht, für diese Mannschaft eine Lösung ohne einen defensiven Mann im Mittelfeld zu finden. Eigentlich wider besseres Wissen, denn ich hatte vorher immer mit so einem Mann vor der Abwehr gearbeitet, der sehr wichtig ist – auch für die Spieleröffnung. Es war also unwahrscheinlich, dass es ohne diese Position gehen würde.
Spiegel: Warum haben Sie es dann überhaupt probiert?
FM: Aus atmosphärischen Gründen. Die Mannschaft ist hier so zusammengestellt, dass ich so viele offensive Mittelfeldspieler habe. Acht für eigentlich nur drei Plätze im Team. Solch ein Konkurrenzkampf ist für das Zusammenleben schwierig. Und zu viel Missstimmung drückt auf die Leistung. Also habe ich versucht, den Kampf zu entschärfen.

Internationaler Fußball

Er geniesst es, das Etikett des Intellektuellen angehängt zu bekommen

Flurin Clalüna (NZZ 26.3.) porträtiert Raymond Domenech: „Die harte Hand wird nicht von allen geschätzt. Auch dass er gerne kokettiert und verschiedene Rollen ausfüllt wie auf der Theaterbühne, wo er sich als Laienschauspieler versuchte, macht ihn nicht greifbarer. Schon als Spieler galt er als knorriger, eisenharter Verteidiger mit mächtigem Schnurrbart und finsterem Blick. Er habe gerne den Bösen gemimt, das habe ihm in seiner Karriere genützt. Provozieren will der geübte Kommunikator auch heute, im Alter von 53 Jahren, immer noch. Er geniesst es, das Etikett des Intellektuellen angehängt zu bekommen, weil er gerne Schach spielt und die Lektüre der Libération jener der L‘Equipe vorzieht. Er schmunzelt, wenn er aufgrund seiner Provokationslust als Anarchist bezeichnet wird; er lächelt, wenn sich die Leute die Haare raufen, weil er zugibt, dass er sich in seiner Entscheidungsfindung auch auf die Astrologie abstützt. Früher war der Sohn eines Katalanen, der während des Spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich geflüchtet war, ein Don Quijote, der sich allem in den Weg stellte – auch den Windmühlen. Heute ist er ruhiger. Auch deshalb ist er der Sélectionneur.“

Sumpf aus Hybris, lähmenden Machtkämpfen sowie der Verflechtung mit der Mafia

Was gibt’s neues aus der Türkei, Tobias Schächter (taz 26.3.)? „Im Mittelpunkt des jüngsten Skandals steht ausgerechnet der bislang bestens beleumundete Nationaltrainer Ersun Yanal, der nach dem Scheitern in der letzten EM-Qualifikation als neuer sportlicher und vermeintlich integrer Hoffnungsträger Senol Günes ablöste. Vor drei Jahren soll Yanal als Trainer des Erstligisten Ankaragücü nicht nur Siegprämien aus dubiosen Quellen an der Steuer vorbei an Spieler verteilt, sondern auch selbst kassiert sowie einen großen Teil seines Gehalts nicht beim Fiskus angegeben haben. In gewohnter Mauschelmanier eröffnete der Verband keine Untersuchung, schließlich sei alles verjährt. Doch vor dem längst eingerichteten Fußball-Untersuchungsausschuss des Parlaments musste Yanal antanzen, wo er alle Vorwürfe bestritt. Der sichtlich angeschlagene Trainer soll nun auf Druck des Finanzministeriums seine gesamten Vermögensverhältnisse offen legen, ihm droht ein Strafverfahren. Auch die Finanzbuchhaltung aller Profivereine soll durchleuchtet werden. Zudem sorgen weitere Enthüllungen für Aufsehen, die den deutschen Schiedsrichterskandal wie eine Petitesse erscheinen lassen. (…) Ob sich damit aber der rasante Absturz der vermeintlichen Fußballgroßmacht in die Drittklassigkeit eines jammernden WM-Zuschauers aufhalten lässt, darf bezweifelt werden. Der türkische Fußball ist ein scheinbar nicht auszutrocknender Sumpf aus Hybris, lähmenden Machtkämpfen zwischen den drei mächtigen Istanbuler Klubs sowie der unseligen Verflechtung mit der Mafia. Das ist die traurige Wahrheit.“

Konkurrenz unter ungleichen Nachbarn

Mexiko trifft wieder auf die USA – eine heikles Spiel, meint Klaus Ehringfela (BLZ 26.3.): „Seit Tagen verkünden die mexikanischen Sportzeitungen in dicken Lettern die R-Worte: Rache und Revanche. Noch immer hat das Land die Niederlage gegen die Gringos vor drei Jahren im Achtelfinale der WM nicht verwunden. Die Rivalität zwischen Mexiko und den USA ähnelt jener zwischen den Niederlanden und Deutschland: eine Konkurrenz unter ungleichen Nachbarn, beschwert durch historische Erblast. Eine Niederlage auf dem Rasen ist daher weit mehr als nur ein verlorenes Fußballspiel. Es ist eine Tragödie und eine Verletzung des nationalen Stolzes. Denn im Bewusstsein jedes Mexikaners ist tief verwurzelt, dass Mexiko im Krieg von 1846 bis 1848 die Hälfte seines Territoriums an die USA verlor. Daher findet sich kaum ein Mexikaner, der nicht über die Gringos die Nase rümpft und ihre Überheblichkeit kritisiert. Andererseits sind die USA für Millionen von Mexikanern noch immer das Land, wo Milch und Honig fließen, wo es Arbeit gibt und richtiges Geld zu verdienen ist – und wohin daher jedes Jahr 300 000 Mexikaner auswandern, jeder zweite illegal. Der Fußball nun war lange einer der wenigen Bereiche, in dem die Mexikaner ihrem Nachbarn überlegen waren.“

Deutsche Elf

Besitz ergriffen

Michael Horeni (FAZ 26.3.) schildert frühe Vorfreude und Vorspannung: „Bis zur WM sind es noch fünfzehn Monate, aber in diesen Tagen scheint es manchmal schon so, als stünde das Spektakel unmittelbar bevor. Vom Länderspiel in Slowenien war jedenfalls kaum die Rede. Es ging vielmehr um die WM-Prämien, um Fitnesstests, um Gesundheitsvorsorge für 2006 und die mentalen Belastungen bei diesem Großereignis. Die Vorbereitung auf den Ausnahmezustand, soviel ist sicher, hat von der ersten Auswahl des DFB jedenfalls weit früher als in der Vergangenheit Besitz ergriffen.“

In allen Parametern ein moderner Stürmer

Christoph Biermann (SZ 26.3.) über Lukas Podolski: „Vieles deutet darauf hin, dass Lukas Podolski ein Stürmer von internationaler Klasse, vielleicht sogar Weltklasse werden könnte. Er ist schnell, körperlich für sein Alter ungeheuer kräftig und technisch hoch talentiert. Seine Schusstechnik ist herausragend und sein Abschluss zugleich kalt und voller Witz. Er ist ein Stürmer schöner Tore und hat bereits vier Mal das „Tor des Monats“ erzielt. Der Rekord liegt bei sieben Toren des Monats, Jürgen Klinsmann hält ihn. In allen Parametern entspricht Podolski einem modernen Stürmer, und er passt bestens zu dem Fußball, wie ihn die deutsche Nationalmannschaft spielen will. (…) Die Begeisterung für Podolski ist kein regionales Phänomen, beim Länderspiel gegen Brasilien wurde er von den Zuschauern im Berliner Olympiastadion schon vor seiner Einwechselung gefeiert. Es gibt eine Publikumsbefragung, nach der Podolski hinter Michael Ballack und Oliver Kahn schon der drittpopulärste deutsche Spieler sein soll. Vielleicht befriedigt der Junge in seiner schlichten Direktheit und seinem Wunsch, nur als Fußballspieler gesehen zu werden, eine tiefe Sehnsucht des Publikums. Die nach dem Fußballspieler alten Zuschnitts, der noch kein Popstar ist. Lukas Podolski ist Uwe Seeler näher als David Beckham.“

Tsp: Slowenien vor dem Spiel

Freitag, 25. März 2005

Ballschrank

Leser-Zuschriften zu Carsten Ramelow

of: Am 16.12. 2003 habe ich geschrieben: „Auch wenn meine Leser mir wieder den Vogel zeigen – ich bleibe dabei: Carsten Ramelow ist zwar kein eleganter Fußballer, aber ein wichtiger Spieler der Nationalmannschaft, weil er durch gutes Stellungsspiel viele Pässe des Gegners abläuft und verhindert. Sein unsichtbares Abwehrspiel hat gegen Frankreich gefehlt – und auch gegen England beim 1:5 im September 2001. Vielleicht sollte ich einen Fan-Club Ramelow gründen; Mitstreiter werde ich wohl keine finden.“

Zuschriften:

„Ein paar Sätze zu Carsten Ramelow: Ich bin mir nicht sicher, ob ich einem Ramelow-Fanclub wirklich beitreten würde. Selbst in den Jahren 1984 bis 1990, als ich circa 90% aller Heimspiele des FC St. Pauli am Millerntor (ich betone: Am Millerntor) besuchte, kam es mir nie in den Sinn, Mitglied eines Fanclubs zu werden. Was ich Ihnen schreiben möchte, ist aber, dass sie hundertprozentig Recht mit Ihrer Analyse der Rolle des Carsten Ramelow und ebenso hundertprozentig Recht mit Ihrer Einschätzung seiner Wichtigkeit und Zuverlässigkeit haben. Schön ihr Hinweis, dass zwei der blutigsten Niederlagen der Nationalmannschaft (England 1:5 und Frankreich 0:3, of) in seiner Abwesenheit stattfanden! Ich kann Sie, was Ramelow betrifft, nur meiner Unterstützung versichern, denn ich halte ihn ebenfalls für einen äußerst wertvollen, im Vergleich zu den meisten anderen, auf seinem Posten intelligent spielenden Fußballer. Aber machen wir uns nichts vor : Wir Deutschen haben Ramelow, Jeremies und Hamann auf dieser Position (Man sollte auch Fabian Ernst nicht vergessen!); die Franzosen haben auf derselben Position Makelele und vor allem Patrick Viera. Das ist eine andere Dimension !“

„Carsten Ramelow ist ein wichtiger Spieler für die DFB-Auswahl und Bayer Leverkusen. Jeder, der ein bisschen Ahnung vom Fußball hat, weiß, dass eine Mannschaft solche Spieler braucht. Z.B. wäre Deutschland ohne Dieter Eilts niemals Europameister 1996 geworden, wobei es wohl Hunderte von Leuten gibt, die ernsthaft behaupten, ihn niemals auf dem Platz gesehen zu haben.“

„Ich teile Deine Meinung, dass Ramelow unterschätzt wird, ohne ihn hätte die Nationalmannschaft das WM-Finale sicher nicht erreicht. Überhaupt werden in Deutschland wohl nur zwei Spielertypen geschätzt: Begnadete Supertechniker, die es aufgrund des inzwischen eingeschränkten Raumes auf dem Spielfeld aber immer schwerer haben (das ist vielleicht auch ein Indiz dafür, warum uns der Stil der Damenmannschaft so gut gefällt: da kann noch eine aus der Tiefe des Raumes kommen) oder körperbetonte Wühler, wobei im Ansehen der Öffentlichkeit deren Zeit, wie der erst langsam erwachende Respekte für Wörns zeigt, inzwischen auch abgelaufen sein könnte.“

Donnerstag, 24. März 2005

Confed-Cup

Beckenbauer kann nur einer ins Straucheln bringen: er selbst

Thomas Kistner (SZ 24.3.) misst die Chance Franz Beckenbauers auf einen Wahlsieg: „Die Bahn ist schon ziemlich frei für Beckenbauer. Zumal ihn auch sein sprichwörtliches Glück nicht im Stich lässt: Wenn die Uefa-Delegierten im Januar 2007 zur Wahl ihres neuen Präsidenten an die Urnen schreiten, werden sie das – Schicksalslaune des Veranstaltungskalenders – in München tun, am Geburtsort des Kandidaten. Gewählt wird zudem dort, wo Beckenbauer nur ein halbes Jahr vorher als Organisationschef eine mutmaßlich gelungene WM hingelegt haben wird. Dieses doppelte Heimrecht ist für einen, der ohnehin glanzvoll aufzutreten weiß, mehr als die halbe Miete. Die Gefahr, dass Frankreichs Fußballheros Michel Platini erfolgreich gegen so bemerkenswerte Umstände ankämpfen könnte, ist kaum gegeben. (…) Ein großer Prüfstein wird Platini so wenig sein wie andere Kandidaten aus der Uefa-Exekutive. Kronprinz Beckenbauer kann nur einer ins Straucheln bringen: Er sich selbst, mit einer enttäuschenden WM-Organisation. Und darauf weist nichts hin.“

Die alte Tante New York Times (23.3.) befasst sich mit dem Wettskandal und der Vorbereitung Deutschlands auf die WM: “The timing could not be worse. The steady drip of revelations is overshadowing Germany’s preparations for the World Cup, which, by most accounts, are in better shape at this stage than those of previous host nations. It goes to show that German planning is taken for granted, and that corruption in Germany’s favorite sport is not.”

NZZ: Seltsame Begebenheiten aus dem französischen Profifussball-Business

NZZ: Benfica Lissabon vor dem Titelgewinn

Deutsche Elf

Im Kampf gegen den traditionellen Trott

Philipp Selldorf (SZ 24.3.) schaut in das neue Pflichtenheft der Nationalspieler: „In der Ära des volkstümlichen Teamchefs Rudi Völler war das Leben für die Spieler von angenehmer Schlichtheit. Spätes Wecken, ein paar Bewegungsübungen, um vier Uhr gab’s Kaffee und Kuchen, „es war ein bisschen wie Urlaub“, berichtet ein Zeuge, der anonym bleiben will – entweder weil er sich schämt oder weil er Sehnsucht hat. Heutzutage ist der Arbeitstag des Nationalspielers vollgepropft mit stundenlangen Trainingseinheiten, Vollversammlungen, Fortbildungen, Besichtigungstouren und Power-Point-Präsentationen. Neuerdings muss er sich einem schriftlich fixierten Verhaltenskodex unterwerfen sowie einen Computer bedienen können, damit er die E-Mails des Trainerteams lesen kann, und künftig soll er sogar Tagebuch führen, um sein tägliches Training und seine Empfindungen zu reflektieren. Puuh. Das Programm, von Klinsmann in einer eigentümlichen Mischung aus schwäbischen und kalifornischen Sprachelementen vermittelt, erzeugt ein Erweckungsklima, das in der konservativen Fußballwelt naturgemäß auf Beunruhigung und Skepsis trifft. Doch im Kampf gegen den traditionellen Trott der deutschen Fußballszene sollten auch exotische Mittel gestattet sein.“

Angekommen in der neuen Zeit

Andreas Lesch (BLZ 24.3.) wirft ein: „Sprache ist ein Baustein für den Erfolg von Klinsmanns Team. Gerade auf die jungen Spieler, die sich an Laptop und Playstation vergnügen, scheint sie zu wirken. Offenbar hat Klinsmann sie verstanden. Offenbar ist er, anders als seine Vorgänger, angekommen in der neuen Zeit.“

Als Titelanwärter positionieren

Buzzwording mit Joachim Löw – Michael Horeni (FAZ 24.3.) hört zu: „Der Assistent von Klinsmann redet nicht, wie Trainer gewöhnlich auf Pressekonferenzen reden. Er spricht in diesem Moment wie ein Manager oder Unternehmensberater, der ein neues Produkt vorstellt. Die Nationalmannschaft befindet sich derzeit, so steht es im Zeitplan der Führung, in der zweiten Phase. Es geht nun darum, die Mannschaft „als Titelanwärter zu positionieren”, sagt Löw. Nichts wird dem Zufall überlassen. Diesen Eindruck versuchen der Bundestrainer und seine vielen Helfer den Spielern und der Öffentlichkeit derzeit eindringlich wie nie zuvor während ihrer achtmonatigen Teamarbeit zu vermitteln. Alles hängt mit allem zusammen: Konditionsarbeit, Spielphilosophie, Psychologie, Lebensführung, Persönlichkeitsentwicklung. Einige Nationalspieler hören Begriffe und Formulierungen, die sie noch nie gehört hatten.“

Lokomotive bei Neuerungen

Christoph Biermann (SZ 24.3.) beäugt die amerikanischen Fitness-Trainer: „Mark Verstegen, der Boss der Gruppe, sorgte für eine weitere Premiere in der an Novitäten nicht gerade armen Ära Klinsmann: Erstmals wurde eine Pressekonferenz bei der Nationalmannschaft komplett auf Englisch abgehalten. Verstegen ist ein Mann, der aber gar nicht erst über Fitness sprechen muss, denn sie tritt ihm aus jeder Pore. Mit seinem stachelig gegelten Haar, dem muskulösen Oberkörper, dem noch muskulöseren Hals und den behänden Bewegungen wirkt er wie die Inkarnation eines Fitmachers. (…) Robert Huth hatte vor dem Eintreffen von Verstegen erzählt, dass er die Übungen aus seinem Klub kennt. Es ist also bestimmt nicht die Neuerfindung des Fitnesstrainings, was die Amerikaner betreiben. Dennoch zeigt ihre Anwesenheit, dass die Führung des Nationalteams bei internationalen Entwicklungen vorne mit dabei sein will. Ob das nun die Arbeit mit einem Psychologen betrifft, die Spielauffassung oder eben die Justierung der Fußballerkörper. Das macht die Nationalmannschaft nebenbei zur Lokomotive bei Neuerungen im deutschen Fußball, und das konnte man eigentlich nicht mehr sagen seit Sepp Herberger Bundestrainer war.“

FR-Interview mit Mark Verstegen, dem Fitness-Trainer

Schon wieder eine sehr nette Bildstrecke über den fitness-Test von faz.net

Mittwoch, 23. März 2005

Internationaler Fußball

Wechseljahre

Ronald Reng (FTD 23.3.) schildert den Zustand Deportivo La Coruñas – und damit des spanischen Vereinsfußballs: „Seit siebzehn Jahren führt der Jurist Lendoiro Deportivo nach seinem eigenen Lebensrhythmus. Gegen 14 Uhr steht er auf, von 17 bis 23 Uhr arbeitet er in den Büros des Klubs, danach zieht er ins Restaurant Playa Club um. Bis 3, manchmal auch 6 Uhr morgens führt er dort Arbeitsgespräche, er hat sichergestellt, dass sein Stammlokal nie schließt, bevor er heim will: Er nahm es in Vereinspacht. Solange er da sein wird, wird Deportivo ein ungewöhnlicher Klub sein. Nur die Elf wurde dieses Jahr gewöhnlich. Ein Jahrzehnt lang stand Deportivo als Emblem für den spanischen Fußball. Dass selbst das Team einer galizischen Provinzstadt mit 250 000 Einwohnern zu einer Größe in Europas Fußball werden und 2004 bis ins Champions-League-Halbfinale vorstoßen konnte, war der beste Beleg für die Qualität der Primera División. Heute ist Depor Neunter in der nationalen Liga, in der Champions League in der Vorrunde gescheitert und noch immer ein Beispiel für den spanischen Klubfußball – für dessen in dieser Saison abrupt verlorene Stärke. (…) Es ist nicht der Beginn einer gravierenden Rezession, es sind nur die Wechseljahre, die der spanische Fußball erlebt. So schmerzhaft hätten sie jedoch nicht sein müssen.“

of: Wechseljahre?! Eine geglückte Metapher? Wohin entwickelt sich Spaniens Fußball?

Unterhaus

Mutig

Christoph Ruf (taz 23.3.) schätzt Friedhelm Funkels Arbeit in Frankfurt: „Nicht nur dass es Funkel innerhalb weniger Monate geschafft hat, zahlreiche junge Talente zu zuverlässigen Teamspielern auszubilden. Der als Defensivpapst verschriene Rheinländer lässt zudem einen bemerkenswert mutigen Fußball spielen, der von allen Akteuren ein beachtliches Laufpensum verlangt. Und spätestens seitdem Huub Stevens in Köln das Zepter schwingt, weiß man auch beim Aufstiegskandidaten vom Rhein, dass das, was Friedhelm Funkel dort vor zwei Jahren spielen ließ, kein unattraktiver Fußball war.“

Bundesliga

Störfeuer

Freddie Röckenhaus (SZ 23.3.) befasst sich mit der Entlassung Michael Meiers: „Meier war in den letzten Wochen nachgesagt worden, im ständigen Doppelpass mit dem vor Wochen zurückgetretenen Niebaum zu stehen und praktisch „ferngesteuert“ zu sein. Niebaum soll in den letzten Wochen aus dem Hintergrund permanent für Störfeuer beim Neuaufbau gesorgt haben, etwa indem er über einen Journalisten einer Sport-Wochenzeitung immer wieder Negativstimmung lanciert habe. Diese Gemengelage des gegenseitigen Misstrauens war offenbar für Dortmunds Sanierer Rauball und Watzke nicht mehr länger tolerabel.“

Ascheplatz

Zunehmende Verunsicherung

„Roman Abramowitsch dehnt seinen Einfluss bis Südamerika aus“, schreibt Christian Henkel (BLZ 23.3.): „Dass eine wachsende Zahl chronisch klammer Vereine ins Visier seiner vielen Investmentfirmen geraten ist, wird von den Vertretern potenzieller Champions-League-Klubs staunend, aber auch mit zunehmender Verunsicherung betrachtet. Tatsächlich muss befürchtet werden, dass die finanzielle Omnipotenz des russischen Ölmagnaten die Wettbewerbssituation in Europas Elite in den nächsten Jahren nachhaltig verändern wird. (…) Drohen dem Fußball in Europa Verhältnisse wie in der amerikanischen Eishockey- oder Baseballliga, in der sich die großen Vereine Farmteams halten, in denen Spieler geparkt werden, um sie dann innerhalb des Vereinsnetzwerkes hin- und herzuschieben? Die Anzeichen mehren sich. Die Verantwortlichen von Fifa und Uefa nehmen das Netzwerk des Roman Abramowitsch schon etwas genauer unter die Lupe.“

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