indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Samstag, 2. Oktober 2004

Ascheplatz

Ungeheures verlangt dieser Florian Homm von der BVB-Geschäftsleitung: Rendite!

Tim Bartz (FTD 1.10.) findet ein Haar in der Dortmunder Suppe: „Borussia Dortmund ist in die Fänge eines fiesen Finanzgurus geraten, dessen Sympathiewert irgendwo zwischen Kinderschreck und Roland Koch schwankt und der den Kapitalmarkt nach eigenen Angaben besser versteht als die Abseitsfalle. Ungeheures verlangt dieser Florian Homm von der BVB-Geschäftsleitung: Rendite! So was hat wirklich noch niemand von Gerdniebaummichaelmeier gefordert. Und weil das so ist, ist auch nicht mehr viel übrig von den Börsenmillionen des Rauschjahres 2000. Da Niebaummeier aber zwei clevere Finanzfüchse sind, wissen sie: Wer erst einmal so richtig drin hängt in den Miesen, dem fällt die Prasserei nicht schwer. Folgerichtig haben sich die beiden Strategen daher dem US-Investor und Bondexperten Stephen Schechter anvertraut, wie die Sport-Bild zu wissen glaubt. Für 130 Mio. Euro sind die drei ab jetzt beste Freunde. So einfach ist das. Das freut Niebaummeier gleich doppelt: Erstens können sie noch einmal genauso viel Kapital unters Volk bringen wie vor vier Jahren, und zweitens hat Ruhrpott-Dauerrivale Schalke 04 seine Zukunft lediglich für schlappe 85 Mio. Euro an Schechter verkauft. Einfach clever, diese Dortmunder. Dumm nur, dass die Dauernörgler von der HypoVereinsbank den Anlegern geraten haben, die aktuell 2,70 Euro teure Borussia-Aktie zu verkaufen.“

Ich bin am operativen Geschäft nicht interessiert. Aber ich kenne Leute, die das können

In einem Interview mit der Sport-Bild (29.9.) sagt Florian Homm: „Ich bin überzeugt, dass die Aktie steigt. Der BVB befindet sich im Tal der Tränen, der Kurs auf einem „All Time Low“. Es ist sinnvoll, jetzt einzusteigen. Ich habe die Substanz des Vereins geprüft. Umsatz, Ertrag, Wirtschaftlichkeit, alles. Natürlich ist das aktuelle Bilanzergebnis nicht erfreulich. Aber ich sehe nur 10 Prozent Kursrisiko bei 100 Prozent Chance. (…) Ich habe über 50 Börsengänge begleitet. Ich habe mehrere tausend Arbeitsplätze geschaffen. Ich bin für mein Engagement mehrfach prämiert worden. (…) Das Management [des BVB] hat Fehler gemacht. Das Gute ist: Das Management räumt diese Fehler jetzt ein. Ich rechne damit, dass die Verantwortlichen in den nächsten sechs Monaten die Wende schaffen. Wenn nicht, muss man fähigere Leute einsetzen. (…) Ich bin am operativen Geschäft nicht interessiert. Aber ich kenne Leute, die das können. (…) Es geht bei einem Fußballverein nicht um das Ego einzelner Menschen. Es geht um Business. Der BVB ist ein börsennotierter Verein. Die Börse ist eine Plattform, um Geld zu verdienen. Das will ich. Das will auch Herr Niebaum. Aber wir brauchen künftig ein klares wirtschaftliches Denken beim BVB.“

Fußball erzeugt eine unvorstellbare Begeisterung

Herbert Hainer, Chef von adidas-Salomon, im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Euro (September)
Euro: Was unterscheidet adidas von Nike und Puma?
HH: Wir verstehen den Sport am besten. Wir entwickeln seit 50 Jahren Sportprodukte und beschäftigen uns am intensivsten mit dem Sport. Bei den Olympischen Spielen rüsten wir 26 von 28 Sportarten aus, und fast die Hälfte der Athleten tragen adidas.
Euro: Rechnet sich das?
HH: Ja, weil es mittel- und langfristig unser Image aufwertet. Bei Olympischen Spielen und Fußball-Meisterschaften können wir uns als die führende Sportmarke präsentieren, die die Athleten am besten betreut. (…)
Euro: Sie sind Hauptsponsor der Welt- und Europameisterschaften. Aber Sie kennt doch schon jeder. Wozu noch weiter sponsern?
HH: Natürlich kennt uns jeder. Aber nur, weil wir durch Sponsoring immer weltweit präsent waren. Würden wir heute das Sponsoring einstellen, würden wir einen schleichenden Prozess einleiten, der unserem Markenimage langfristig schaden würde. (…)
Euro: Ist Fußball für Sie der wichtigste Sportartikelmarkt?
HH: Emotional: ja. Tatsächlich ist Running, inklusive Walking, größer. Fußballschuhe trägt man nur, wenn man Fußball spielen will. Running-Schuhe kann man fast immer tragen.
Euro: Wie sehen Sie das Wachstumspotenzial für den Fußball insgesamt?
HH: Da steckt noch eine Menge drin. Die Bundesliga hatte im letzten Jahr erstmals über 10 Millionen Zuschauer, der World Cup 2002 und die Euro 2004 übertrafen sämtliche Erwartungen. Fußball erzeugt eine unvorstellbare Begeisterung. Gehen Sie zum FC Bayern auf die Ehrentribüne! Ob Edmund Stoiber, Boris Becker oder Thomas Gottschalk, alles was Rang und Namen hat, interessiert sich für Fußball.
Euro: Werden Potenziale bereits professionell ausgeschöpft?
HH: Es gibt ereine wie den FC Bayern, Real Madrid oder Manchester United, die das sehr professionell machen. Aber bei vielen anderen Vereinen in Deutschland und Europa gibt es Nachholbedarf, das steht außer Frage.

Freitag, 1. Oktober 2004

Interview

Da haben wir uns was eingehandelt, das wird uns noch Spaß machen

Theo Zwanziger im Interview mit Stefan Hermanns & Robert Ide (Tsp 1.10.)
Tsp: Haben Sie in der Quartierfrage überhaupt einmal mit Jürgen Klinsmann geredet?
TZ: Nur kurz. Er hat gesagt: Herr Zwanziger, das ist doch kein weltbewegendes Thema. Leider hat er dann selbst wieder Drive in die Sache gebracht, indem er auf einem Alleinentscheidungsanspruch beharrt hat. Das ist der eigentliche Dissens. Aber diese Situation war abzusehen. Als wir in Stuttgart den Vertrag mit Klinsmann ausgehandelt haben, hat Gerhard Mayer-Vorfelder zu mir gesagt: Da haben wir uns was eingehandelt, das wird uns noch Spaß machen.
Tsp: Ist Klinsmann für Sie schwer zu erreichen?
TZ: Das lässt sich nicht leugnen. Er ist eben nicht jeden Tag hier. Aber ich werde das Problem mit ihm ausräumen. Bei passender Gelegenheit wird es zu einem Gespräch kommen.
Tsp: Warum schreiben Sie Jürgen Klinsmann keine E-Mail, er kommuniziert auf diesem Weg mittlerweile mit seinen Spielern?
TZ: Ich bin kein großer E-Mail-Schreiber, da müsste ich meine Gewohnheiten sehr ändern.
Tsp: Kann es noch einen Kompromiss geben, mit dem beide Seiten das Gesicht wahren?
TZ: Über einen Kompromiss kann man erst reden, wenn ein schlüssiges Alternativkonzept vorliegt. Das ist die Aufgabe von Klinsmann. Wenn er sagt, das ist nicht optimal hier, soll er erst mal ein besseres Konzept präsentieren. Und dann gucken wir uns an, ob es wirklich besser ist.
Tsp: Gibt es eine schriftliche Vereinbarung mit Leverkusen?
TZ: Es gibt klare Vereinbarungen. Und beim DFB war es immer so, dass ein Handschlag oder ein Wort gilt. Wir müssen unsere Glaubwürdigkeit behalten. Jürgen Klinsmann hat in allen sportlichen Dingen das Sagen, auch in der Quartierfrage. Das hat er sich in seinen Vertrag schreiben lassen. Aber wir können nicht alle anderen Verträge, die wir vorher geschlossen haben, in Frage stellen, nur weil wir einen neuen Bundestrainer haben.
Tsp: Sie sind auch Vizepräsident des Organisationskomitees zur WM 2006. Fühlen Sie sich Leverkusen deshalb mehr verpflichtet, als Jürgen Klinsmann das tut?
TZ: Bei der WM-Bewerbung hat Leverkusen uns geholfen. Das können wir nicht einfach wegwerfen. Ich glaube, das hat Klinsmann bei seiner Betrachtung noch nicht genügend einbezogen. Vielleicht müssen wir ihm diese Zusammenhänge noch einmal deutlich machen.
Tsp: Überfordert Klinsmann den DFB?
TZ: Das Positive an Jürgen Klinsmann ist, dass er unbequem denkt. Vielleicht haben wir früher manchmal zu angepasst reagiert. Dass der Trainer die Nationalmannschaft auf das Spiel konzentrieren will, unterstütze ich. Dabei muss er nur aufpassen, dass gewachsene Strukturen und Verbindungen nicht verloren gehen.
Tsp: Wie wichtig ist Ihnen Gerechtigkeit?
TZ: Der DFB darf kein Verband werden, der sich nur Gedanken darüber macht, wie er viel Geld verdienen kann. Er muss wertorientiert handeln. Deswegen werde ich immer deutlich brandmarken, dass es auf der einen Seite das Ehrenamt gibt und auf der anderen unglaubliche Millionensummen im internationalen Fußball. Ich kann die Menschen verstehen, die das sozial für ungerecht halten. Das muss man diskutieren, auch wenn ich es nicht ändern kann.

Ball und Buchstabe

Ein Zirkus verträgt nur selten zwei Clowns

Petar Radenkovic, „der Mann, der den Torhütern die Freiheit gab“ (FAZ), wird 70 Jahre – in Leverkusen redet man nach der Niederlage wie in der Politik (taz)

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Ein Zirkus verträgt nur selten zwei Clowns

Ulrich Kaiser (FAZ 1.10.) gratuliert Petar Radenkovic zum 70., „dem Mann, der den Torhütern die Freiheit gab“: „Die Partnerschaft zwischen Max Merkel [of: Trainer bei 1860 München] und Radenkovic schlug jedes Wochenende Funken, wenn dieser Torwart sich weit außerhalb des eigenen Strafraums ins Getümmel stürzte – und die Gegner darauf lauerten, den Ball fünfzig Meter weit ins leere Tor treten zu können. Es hat wohl nie einen Torhüter gegeben, der so umstritten war – aber auch kaum einen, der besser war. Er wurde mit den Sechzigern deutscher Meister und erreichte das Europacup-Finale. Er hörte erst auf, als er zum ältesten Spieler der Liga wurde – da war er 35 Jahre alt. Die ewigen Reibereien mit Merkel hatten zwei logische Gründe: zunächst einmal die eigenwillige Auffassung von Radenkovic über das effektvolle Torwartspiel – und dann waren beide wohl die ersten, die erkannt hatten, daß die Zukunft dieses Spiels auch mit der Show zu tun hatte – aber ein Zirkus verträgt nur selten zwei Clowns. Radenkovic war für diese Geschäfte und auch für eine Stadt wie München wie gemacht. Die Werbung bemühte sich um ihn, er war Dressman, er gründete sein eigenes PR-Unternehmen, er betrieb erfolgreichen Im- und Exporthandel mit seiner alten Heimat, natürlich folgte ein Ausflug in die Gastronomie; eine Schallplatte („Bin i Radi, bin i König“) wurde zu einem sensationellen Popularitätserfolg und verschaffte ihm den geläufigen Markennamen Radi.“

Fußball ist endgültig in der Mediendemokratie angekommen

Bayer Leverkusen hat in Kiew wohl mit größeren Verlusten gerechnet – Christoph Schurian (taz NRW 1.10.): “Leverkusen verlegt sich wie Landespolitiker nach ernüchternden Kommunalwahlzahlen auf kernige Erfolgsparolen. „Bei diesem Spiel stelle ich den Spielverlauf über das Ergebnis, die Mannschaft war nicht wieder zu erkennen. Das war richtig gut“, schönschwätzt die Blamage Bayer-Manager Wolfgang Holzhäuser. Ist Holzhäuser etwa in der SPD? Und auch Trainer Klaus Augenthaler, noch weniger im Verdacht ein Polit-Roter zu sein, pickt sich Rosinen aus dem Schlamassel: „Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können.“ Wahrscheinlich ist der Fußball endgültig in der Mediendemokratie angekommen – in der Wahlergebnisse wie Kaffeesatz auseinander gefummelt werden, um sich bloß nicht dreckig zu machen. Dazu werden sinnverneinende Kernsätze gebildet, die sich George Orwell nicht besser ausgedacht haben könnte. Der Grund für diese Hirnverrenkungen liegt auf der Hand: Wer einmal verliert, gilt als angeschlagen in der nächsten Entscheidung. Und was Politiker nur alle Jubeljahre verbal zurecht biegen müssen, gehört zum Wochengeschäft der Fußballprofis. Bei den mündlichen Absonderungen geht es nicht nur ums Starkreden, sie sind Teil eines Strategiespiels aus der psychologischen Trickkiste.“

Bundesliga

Argentinische Blockbildung

So ganz ernst scheint man die Wolfsburger noch nicht zu nehmen: eine augenzwinkernde „Spurensuche“ (FTD) nach dem Wolfsburger Aufschwung – Ewald Lienen befällt wieder die Paranoia (FR)

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Argentinische Blockbildung

René Martens (FTD 1.10.) sucht nach den Wolfsburger Erfolgsgaranten: „Geschäftsführer Klaus Fuchs trägt eine Krawatte mit einer Golf spielenden Comicfigur drauf und wirkt nicht wie ein Managertyp, sondern wie der nette Onkel von der Barmer Ersatzkasse. Trainer Erik Gerets dagegen könnte in den Filmen Ken Loach einen Working Class Hero alter Schule spielen – wie bei manch anderen Klubs haben auch in Wolfsburg sehr gegensätzliche Duos die sportliche Verantwortung. Gerets hat vor dieser Saison zwei Spieler geholt, die zu Schlüsselfiguren für den jetzigen Erfolg avancierten: Kevin Hofland – eine Art Ziehsohn, denn Gerets hat ihn einst beim PSV Eindhoven zum Nationalspieler geformt – und Facundo Quiroga. Die beiden Innenverteidiger, überragend im Stellungsspiel, verstanden sich von Anfang an blind. Quiroga ist mittlerweile der fünfte Argentinier im Kader – ein nicht nur hier zu Lande einmalig hoher Anteil an Spielern aus jenem Land, das nach Brasilien das reichhaltigste Talentreservoir haben dürfte. Diese „Blockbildung“, Ergebnis einer von VW Argentina eingefädelten Kooperation mit dem argentinischen Spitzenklub River Plate, habe „zum Erfolg beigetragen“, sagt Fuchs. (…) Allemal reif für die Königsklasse ist das so genannte Ticketing-System, schließlich kann man sogar in Vorverkaufsstellen in Paris oder Tokio Eintrittskarten für VfL-Heimspiele erwerben. Wer aus fremden Landen nach Wolfsburg kommt, wird sich aber möglicherweise über die Allgegenwart des Sponsors und Hauptgesellschafters Volkswagen wundern. Im „Soccer-Café“ des Stadions gibt es etwa eine „VW-Currybockwurst“. Aber keine Sorge: Sie wird nicht aus Autoteilen gemacht.“

Mal wieder von allen Seiten verfolgt

Das Publikum in Hannover pfeift, und Ewald Lienen macht Journalisten verantwortlich. Thomas Kilchenstein (FR 1.10.) kommentiert Lienens Paranoia: „Ewald Lienen, seit vielen, vielen Jahren nicht dafür bekannt, besonders pflegeleicht zu sein, wähnt sich mal wieder von allen Seiten verfolgt. Er spricht gern von Skrupellosigkeiten und Hetzjagden gegen seine Person. Jetzt hat er in Hannover, nicht wirklich überraschend, die Medien beschuldigt, eine Art Kampagne gegen ihn zu fahren, das Publikum aufzuwiegeln und Negativ-Stimmung zu machen. Lienen, der als Coach immer vorzeitig gehen musste, ist zutiefst misstrauisch und argwöhnisch, das Verhältnis zur örtlichen Presse beschreibt einer so: „Wie 30 Jahre Ehe und einen Eisblock dazwischen.“ Ewald Lienen, der bisweilen verkniffen gesundheitliche Umerziehungspläne ausheckt und verbreitet, ist einer, der oft aneckt, der Spieler mit Körperfett-Analysen nervt, der von seiner Philosophie überzeugt ist und sie auch gegen Widerstände durchzusetzen versucht. Klar, er hat Hannover 96 vor dem Abstieg bewahrt. Ralf Rangnicks Spaßfußball nach vorne hätte unweigerlich nicht zur Versetzung geführt. An Lienens ängstliche Defensiv-Konstrukte hat sich der Zuschauer in Hannover noch nicht gewöhnt, deshalb pfeift er, nicht weil ihn die Medien aufgehetzt haben. Lienens Rundumschlag, mit dem er auch das Management traf, hat seine Position an der Leine nicht stabiler gemacht.“

Donnerstag, 30. September 2004

Champions League

Beauty-Salon hier, frisch aus der Kneipe da

Roy Makaay und Wayne Rooney, zwei unterschiedliche Stars – „ein typischer Bayer-Abend in Kiew“ (FAZ) – das angeschlagene Real Madrid besiegt den angeschlagenen AS Rom u.v.m.

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Bayern München-Ajax Amsterdam 4:0

Ein überdurchschnittlich begabter Langweiler

Roy Makaay, ein Star ohne Glamour – Heinz-Wilhelm Bertram (FTD 30.9.): „Kann dieser so fest auf dem Erdengrund verwachsene Roy Makaay jemals abheben? Das geht schon deshalb nicht, „weil ich dazu gar keine Zeit habe“, sagte er am Tag danach. Und gab Auskunft über seinem dichten Terminkalender: „Bis um 24 Uhr saß ich in der Kabine, bis um ein Uhr im V.I.P.-Raum.“ Nein, er habe sich kein Bier gegönnt, „weil ich noch nach Hause fahren musste“. Dort sei er um zwei Uhr angekommen, „und um sieben habe ich die Kinder in den Kindergarten gebracht“. Aber auch aus anderem Grund dürfte Makaay auf dem Teppich bleiben, solange er gegen den Ball tritt. Weil er seine beinahe gespenstische Ausbeute beim Torerfolg eben dieser Verwurzelung im Alltag verdankt. Was mögen die Gartennachbarn der Familie Makaay über diesen Mann denken, wenn er abends im Fernseher Glitzertore schießt, um am nächsten Morgen an den Fleißigen Lieschen im Balkonkasten zu zupfen und die Mülltüte rauszutragen, um winkend „Guten Morgen!“ herüberzurufen und die Semmeln einzukaufen? Roy Makaay, der in seinem Geld schwimmen könnte, ist derart stinknormal, dass er schon im Ruf steht, ein überdurchschnittlich begabter Langweiler zu sein.“

„Roy Makaay zeigt sich als Meister der einfachen Lösungen“, staunt Klaus Hoeltzenbein (SZ 30.9.): „Lange gesucht hatten die Münchner nach einem Stürmer wie Makaay, eigentlich seit 1979, jenem Jahr, in dem Gerd Müller sich in die USA absetzte. Dutzende haben seither im Trikot der Bayern vorgespielt, Karl-Heinz Rummenigge begeisterte mit seinen Dribblings, Dieter Hoeneß überzeugte durch Strafraum-Präsenz, Giovane Elber brachte die Samba in die Stadt. Es gab aber auch jene Tage, in den sich das Duo Mic&Mac, Mihajlovic und McInally, im Wege stand, der Kolumbianer Adolfo Valencia wegen seiner gefürchteten Hochweitschüsse als „Der Entlauber“ auftrat, oder Roland Wohlfarth – mit 162 Toren vor Rummenigge (119) immerhin Bayerns bislang zweitbester Bundesliga-Angreifer – von seinem Kollegen Klaus Augenthaler mit Gewalt zum Elfmeterpunkt geschoben werden musste. Nur so hatte es für ihn zum Torschützenkönig gelangt. Roy Makaay muss niemand drängen, auch nicht an diesem Dienstag, der für ihn so wichtig war, ohne dass er später näher darauf eingegangen wäre. Natürlich sollte es eine Demonstration sein, gegenüber Ajax, wo er nie gespielt hat, gegenüber Hollands altem Nationaltrainer Dick Advocaat, der ihn bei der EM in Portugal nie von Beginn an aufstellte, und gegenüber Marco van Basten, dem neuen, der ihn gleich zu seiner Premiere wieder auf der Bank sitzen ließ.“

Ich bin ein bißchen mehr als zufrieden

Roland Zorn (FAZ 30.9.) ist von den Bayern begeistert: „Fußball fürs Herz, Fußball mit Herz: Genau das hatten die Vereinsoberen und Felix Magath vor der Dienstagsshow von ihrer Mannschaft während einer langen Sitzung eingefordert. „Wenn zur Klasse unserer Spieler die Leidenschaft kommt“, bilanzierte Hoeneß die Sternstunde, „kommt so was dabei heraus.“ Selbst Roy Makaay, längst einer der beliebtesten Holländer, die je in Deutschland viel Geld verdienten, gönnte sich eine Äußerung, die, gemessen an seinen nach Spielfluß schnell eingeebneten Emotionen, schon nach Hochgefühl klang: „Ich bin ein bißchen mehr als zufrieden.“ Die Elogen auf den Star, der seine Kunst als die einfachste Sache der Welt versteht, hielten andere, die dazu berufen waren. Gerd Müller zum Beispiel, die Ikone unter allen Bayern-Torjägern, war überwältigt ob der wieder einmal atemraubenden Präzision seines Epigonen: „Einfach absolute Weltklasse, irre, super“, sprach der „Bomber“ wie ein Fan. „Er braucht den Ball nur in Richtung Tor zu schießen, und schon ist er drin“, urteilte Makaays staunender Kollege Michael Ballack.“

Martin Hägele (NZZ 30.9.) befasst sich mit der Enttäuschung der Verlierer: „Ronald Koeman nahm kein Blatt vor den Mund. Die Art und Weise, wie der Ajax-Coach nach dem Debakel vor den Medienvertretern mit seiner Mannschaft abrechnete, erweckte schon den Verdacht, dass der ehemalige Weltklasse-Libero auf einen solchen Schlag nur gewartet hatte. Es brauche mehr als nur eine gute Technik, um mit den Besten mithalten zu können, aber diese Arroganz sei in Holland und gerade in Amsterdam weit verbreitet. „Die glauben alle, Ajax spiele auf hohem Niveau. Das stimmt zwar in der heimischen Ehrendivision. International aber ist Ajax nicht gross genug. Nicht in der Abwehr, nicht im Mittelfeld, nicht im Angriff.“ Dabei war selbst ein grosser Teil der holländischen Sportjournalisten der Meinung gewesen, dass die Problemzone der sehr jungen Equipe allein im vorderen Bereich liege; mit der spielerischen Klasse der übrigen Mannschaftsteile könne man dieses Handicap kompensieren.“

Dynamo Kiew-Bayer Leverkusen 4:2

Typischer Bayer-Abend

In der FAZ (30.9.) liest man: „100 Jahre ist Bayer 04 Leverkusen im Juli alt geworden. Im Gesicht von Klaus Augenthaler scheint sich momentan die gesamte Zeitspanne widerzuspiegeln. Nach der Rückkehr war das faltenreiche Antlitz des 47 Jahre alten Fußball-Lehrers noch etwas sorgenvoller als zuvor. Mit dem 2:4 hatte Bayer der Alltag in der „Königsklasse“ auf beinahe brutale Weise wieder eingeholt. Zwei Wochen nach dem 3:0 gegen Real Madrid sorgten die Rheinländer in Kiew für einen typischen Bayer-Abend. Sechs Tore, vier Latten- und Pfostenschüsse, ein Platzverweis für den ukrainischen Bayer-Stürmer Andrej Woronin und Tempo-Fußball über 90 Minuten: Die Begegnung vor 83 000 Zuschauern hatte einen ebenso hohen Unterhaltungswert wie die gegen Real. Nur schaffte es Leverkusen trotz einer Steigerung gegenüber den zuletzt schwachen Bundesliga-Leistungen nicht, wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.“

Manchester United-Fenerbahce Istanbul 6:2

Der Messias ist nach Manchester gekommen

Raphael Honigstein (Tsp 30.9.) zitiert die Lobreden auf Wayne Rooney: „Sogar die zynischsten Sportreporter fielen vor Demut auf die Knie. „Der Messias ist nach Manchester gekommen“, frohlockte die Dail Mail, und der seriöse Daily Telegraph glaubte, im „Theater der Träume“ dem „Wunder von Wayne“, beigewohnt zu haben. Für die Times kam der ehemalige Everton-Stürmer zwar nicht als himmlischer Retter, aber doch als Laune der Natur über Old Trafford; unter der Zeile „Hurrikan Rooney legt los“, konnte man von „Liebe auf den ersten Blick“ lesen: „Die Fans waren verzaubert, berauscht und überwältigt. . . wer das Glück hatte, diese Nacht zu erleben, wird sie nie vergessen.“ Einzig die Schlawiner von der Sun ließen es sich nicht nehmen, noch einmal auf Rooneys sommerliche Bordell- und Keipentour hinzuweisen: „Einen Dreifachen bitte!“, titelte das Boulevardblatt. Selbst Zuschauer ohne Hang zur Übertreibung fühlten sich angesichts Waynes Flair und Arroganz am Ball an die United-Legenden Eric Cantona und George Best erinnert. Rooney ist das Anti-Phantom. Wenn er den Ball nicht gerade am Fuß hat, hetzt er ohne Rücksicht auf Grasnarbe und Gegner-Schienbein über den Platz, „fliegt wie eine Abrissbirne durch die Abwehr“ (Telegraph) und versucht vor Übermut, schon mal an der Mittellinie den Kopf eines Verteidigers abzuschießen.“

30 Millionen Pfund? Ist das alles?

Martin Pütter (NZZ 30.9.) ergänzt: „Den scheinbar vergehenden Ruf der Briten, zu Untertreibungen zu neigen, rief gestern ausgerechnet der Daily Express in Erinnerung. „Nicht schlecht für den Anfang“, schrieb die Zeitung, die sonst wie alle anderen englischen Boulevardblätter eher zu masslosen Übertreibungen neigt, zum ersten Spiel von Wayne Rooney im Trikot von Manchester United und zu seinen drei Toren auf dem Weg zum 6:2 in der Champions League gegen Fenerbahce Istanbul. Das beste Début im Old Trafford seit Charlie Sagar 1905, wie mehrere Zeitungen recherchiert hatten, kommentierte der Daily Mirror dagegen mit Blick auf die Ablösesumme, die Manchester United mit seinem bisherigen Klub Everton ausgehandelt hat, scheinbar fassungslos: „30 Millionen Pfund? Ist das alles?““

Wiedergeburt Winston Churchills in Fußballergestalt

„Rooney hat die Champions League nicht wie ein Lehrling betreten, sondern wie ein geborener Weltstar“, jubiliert Christian Eichler (FAZ 30.9.): „Der Bursche darf nicht abheben, sagt der Instinkt des erfahrenen Trainers Alex Ferguson, der schon mit den Sozialgewohnheiten des Liverpooler Arbeiterkindes viel zu tun haben wird – Bier, Junkfood, schlechter Umgang, all das paßt nicht zu den professionellen Anforderungen beim Musterklub der Fußballwelt. Doch Ferguson weiß gewiß auch, was er an diesem rauhen Burschen hat, der mit seiner bulldoggenhaften Erscheinung und dieser furchtlosen Entschlossenheit wirkt wie eine Wiedergeburt Winston Churchills in Fußballergestalt. Mit Rooney gewinnt er etwas Unschätzbares zurück, das in der Endzeit des immer verwöhnteren, vom Fußball abgelenkten David Beckham verlorengegangen war: eine fußballerische Naturgewalt, ein Denken, das sich durch nichts, auch nicht durch das Bewußtsein, ein Star zu sein, vom Wesentlichen des Fußballs ablenken läßt. Die Diva ging, der Dynamiker ist da. Der Unterschied könnte nicht größer sein: Beckham sah immer aus, als käme er gerade aus einem Beauty-Salon; Rooney sieht aus, als käme er gerade aus der nächsten Kneipe. Sein Debüt verheißt die Wiedergeburt der Fußballtugenden Marke Manchester. Das wäre auch bitter nötig. Seit dem Gewinn der Champions League 1999 hat Ferguson dank der globalen Markenwirkung von ManU für die gewaltige Summe von rund 280 Millionen Euro 27 neue Spieler einkaufen können. Doch in Europa gewann man nichts mehr. Und in England droht man nicht nur von Arsenals Wunderteam abgehängt zu werden, auch vom neureichen FC Chelsea.“

Real Madrid-AS Rom 4:2

Wunderbarer Fußballabend

Ralf Itzel (FTD 30.9.) hat weniger erwartet: “Statt unter dem Sternenbanner der Champions League hätten sich die beiden Teams diesmal auch im Rahmen einer Selbsthilfegruppe krisengeschüttelter Hauptstadtklubs treffen können. Beider Schicksale verliefen zuletzt im Unglück parallel. Seit dem Weggang passender Trainer (del Bosque bei Real, Capello bei den Römern) ging es stetig bergab. Frühere Helden des Rasens (Camacho/Völler) versuchten sich zuletzt als Nachfolger, um nach wenigen Wochen ohne Besserung hinzuschmeißen und dabei als Grund die Unzähmbarkeit der Fußballer anzugeben, was denen wiederum den Ruf einbrachte, verhätschelte Abzocker zu sein. Beide Teams waren mit einem 0:3 in Europas erste Liga gestartet. So trafen im Estadio Bernabeu also Not und Elend aufeinander, und heraus kam: ein wunderbarer Fußballabend. Für die neutralen Beobachter und die Fans Real Madrids zumindest. Die des AS Rom, nächster Gegner von Bayer Leverkusen, werden allenfalls Trost in der ersten halben Stunde finden, als die vom starken Kapitän Totti geleitete Elf die weiterhin desolate Hintermannschaft Reals mit chirurgischer Präzision aufschlitzte.“

Champions League

Un grande equipo

Vier Stürmer gegen Valencia, „die Bremer Fans schwärmen vor allem von einem: von Thomas Schaaf / „Werder Bremen – in Europa ist (noch) das kein großer Name“ (Tsp) – Chelsea, „ein gefräßiges, blaues Monster“ (SZ)

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Werder Bremen-FC Valencia 2:1

Un grande equipo

Frank Heike (FAZ 1.10.) widmet sich den Trainern: „Daß der Sieg ohne sechs Stammkräfte und in völlig ungewohnter taktischer Ausrichtung mit drei, später vier Stürmern gelang, ließ die Bremer Fans vor allem von einem der ihren schwärmen: von Trainer Thomas Schaaf. Der immer mehr an Profil gewinnende Meistercoach hatte die Flucht nach vorn gewagt und Klasnic, Valdez und Klose von Beginn an aufgeboten. Als alles auf ein ziemlich wertloses Remis hindeutete, brachte Schaaf noch Charisteas. Besser hätte Schaaf es nicht machen können. (…) Claudio Ranieri hatte umsonst vor Werder gewarnt. „Un grande equipo“ sei Bremen, immerhin der deutsche Meister, also nicht zu unterschätzen, sagte er. „Gegen Bremen kann man verlieren, aber ihr Journalisten wolltet ja nicht glauben, wie stark Werder ist“, rief Ranieri den mitgereisten spanischen Reportern zu. Der Italiener ist ein viel zu feiner Mann, um auf einen Begleitumstand der Niederlage hinzuweisen, den viele Kollegen als Ausrede benutzt hätten. Marchenas Platzverweis durch den Schiedsrichter fußte auf einem Irrtum. Der Engländer Riley zeigte dem spanischen Abwehrspieler in der ersten Halbzeit Gelb, obwohl im Fernsehen deutlich zu sehen war, daß sich Klasnic fallen ließ, ohne berührt worden zu sein. Es war nicht die einzige Schwalbe, mit der Bremer Offensivspieler ihre Bemühungen beflügeln wollten. Als Marcheda tatsächlich ein Foul beging, führte es prompt zu Gelb-Rot. Die Atmosphäre auf dem Feld war danach sehr feindselig unter den Spielern.“

Dabei hat alles so gut für die Spanier angefangen – Benno Schirmmeister (taz 1.10.): „Für seinen „mangelnden Ehrgeiz“ sei Valencia bitter bestraft worden, bewertet die spanische Sportzeitung El Marca das Match: zu Recht. In der zweiten Minute bereits hatte Vicente das erste Tor geschossen. Völlig überrumpelt von der Attacke hatte die erstmals in dieser Besetzung antretende Bremer Abwehr nur zusehen können. Verunsichert, nervös und fahrig versuchte man sich ins Spiel zurückzukämpfen. Ballsicher, mit Traumpässen und rasanten Kontern hingegen die Spanier.“

Werder Bremen – in Europa ist das kein großer Name

Steffen Hudemann (Tsp 1.10.) hat die Gästezuschauer per Handschlag begrüßt: „Sie hatten sich viel Mühe gegeben. Im Weserstadion hatten die Bremer einen spanischsprachigen Ansager engagiert. Vor dem Stadion riefen die Fans zum deutsch-spanischen Freundschaftsfest auf. Werder wollte ein guter Gastgeber sein beim ersten Champions-League-Heimspiel seit mehr als zehn Jahren. Das Problem: Es waren kaum Spanier da. Nur 83 Zuschauer waren aus Valencia angereist, um ihre Mannschaft beim Deutschen Meister spielen zu sehen. Werder Bremen – in Europa ist das kein großer Name. Bei den ganz Großen mitzuspielen oder nur dazuzugehören, sind eben doch zwei verschiedene Dinge.“

Chelsea London-FC Porto 3:1

Ein gefräßiges, blaues Monster

Mit José Mourino ist erneut zu rechnen – Raphael Honigstein (SZ 1.10.): „Mourinho hört sich gerne selber reden, aber wer will es ihm verdenken? Der Mann erzählt relativ interessante Dinge und hat meistens auch Recht. „Das wird ein ganz normales Spiel“, hatte der portugiesische Trainer des FC Chelsea vor dem Wiedersehen mit seinem alten Verein mit ultracooler Miene verkündet, und genauso kam es. Seine blauen Hochkaräter fertigten den FC Porto so unaufgeregt und locker ab, dass einem Angst und Bange werden konnte. Der Qualitätsunterschied zwischen der Elf von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch und dem Titelverteidiger der Champions League war gewaltig. Trotzdem sagte Victor Fernández: „Das Ergebnis spiegelt nicht den Spielverlauf wieder.“ Mit dieser typischen Verliererbeschwerde lag Portos Trainer insofern nicht daneben, als dass das Match trotz vier Toren weniger Spannung entwickelt hatte als eines dieser pseudo-realistischen Detektiv-Programme im Kabelfernsehen. Der Ausgang war früh abzusehen, zu deutlich waren die Rollen verteilt. Allerdings hat Mourinho mit den enormen Finanzmitteln seines Bosses (noch) nicht jene Elf von Schönspielern geschaffen, von der Abramowitsch träumt. Es ist eher ein gefräßiges, blaues Monster, das da entsteht: Chelsea kombiniert individuelle Qualität mit großer Arbeitsmoral und einem grundsoliden taktischen Konzept zu knallhartem Ergebnisfußball.“

WM 2006

Je länger man es betrachtet, desto besser wird es

Das WM-Poster ist gewählt, und die Journalisten fassen sich an den Kopf – Reiner Calmund wird Big Boss der WM in NRW (taz) – VIP-Tickets

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Je länger man es betrachtet, desto besser wird es

Bernd Matthies (Tsp 1.10.) belächelt das WM-Poster: „Der WM-Ballhimmel sieht ungefähr so aus, als hätte André Heller, der größte anzunehmende Poet und Kulturchef der WM, gleich selbst Hand angelegt. Ganz oben, so stellen wir uns das vor, sitzen Helmut Rahn und Sepp Herberger mit silbernen Töppen auf der Reservewolke und pusten, huch! ein paar aus Sechsecken zusammengesetzte Seifenblasen ins Universum, während die lebenden Spieler drunten in glitzernder Kluft ins Stadion schweben… Nur, dass eben weiter unten auf dem Plakat die kichernden Logo-Kullerchen die Stimmung schmeißen, weil es so aussieht, als würden sie sich schier beölen über das pathetische Symbol hoch droben. Der Kaiser Franz, wer sonst, hat die richtige Bewertung gefunden: „Je länger man es betrachtet, desto besser wird es.“ Stimmt. Leider sind es nur noch 616 Tage bis zum Anpfiff.“

Was soll ich sagen

Bernd Dörries (SZ 1.10.) würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen – wenn sie nicht schon dort wären: „Es gab auch WM-Poster, die von relevanten Künstlern gestaltet wurden: Miro malte für Spanien 1982, Alberto Burri für Italien 1990. Die einzige, die bei der Enthüllung des Posters lächelte, war eine junge Hostess, die genau dafür bezahlt wird. Das deutsche WM-Poster 2006 also: Himmel und Sterne, die in ihrer Anordnung einen Fußball ergeben. Der Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, Wolfgang Niersbach, bat um erste Reaktionen: „Was soll ich sagen“, kam von Lennart Johansson, dem Präsidenten der Uefa. Aber gut. Der Schöpfer des Plakats, Gregor Blach von der Berliner Agentur We-Do, versuchte nun zu erklären, was außer Himmel und Sternen auf dem Bild zu sehen sei: Weltumspannende Leidenschaft, umgedrehte Perspektive, alle Menschen gleich, entstanden aus einem Brainstorming und so . . . Zumindest eines spricht für das Poster: In Hinblick auf das WM-Logo, das bereits seit einiger Zeit existiert, ist es eine konsequente Entscheidung. Die beiden passen zueinander. Die Reaktionen auf das Logo reichten damals von „Ecstasy-Pillen“ bis „WM in Entenhausen“.“

Ästhetischer Schuss ins Knie

In der FTD (1.10.) lesen wir: „Massengeschmack hat halt oft mehr mit Masse als mit Geschmack zu tun, und als ästhetischer Schuss ins Knie hat sich die Idee erwiesen, vor allem die Leser der Bild-Zeitung für die Abstimmung zu mobilisieren.“

Martin Teigeler (taz NRW 1.10.) meldet: „Reiner Calmund wird „Big Boss“ der WM in NRW. Der Rheinländer wird zum 1. Januar 2005 Beauftragter für die WM 2006 in Nordrhein-Westfalen. „Das ist geplant“, bestätigt ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei knapp. Ansonsten: „Kein Kommentar.“ Nach taz-Informationen bekommt Calmund für den Job wohl keine üppige Entlohnung. „Über Geld ist bisher nicht gesprochen worden“, ist aus der Landesregierung zu hören. Denkbar sei eine Aufwandsentschädigung für Spesen. Calmund – der seit den 1970er Jahren als Geschäftsführer für den Leverkusener Werksclub tätig war – soll im Auftrag der Landesregierung für die WM-Spielorte Gelsenkirchen, Dortmund und Köln werben. Auf Touristik-Messen, internationalen Kongressen und in den Medien soll er für die 16 WM-Spiele im größten Bundesland werben.“

Näher ans Stadion kommt mit seinem Wagen nur der Bundeskanzler

André Görke (Tsp 1.10.) spielt mit dem Gedanken, VIP-Tickets zu kaufen: „Jetzt kann jeder die VIP-Tickets der WM kaufen. Oder besser: fast jeder. Die billigste Karte kostet nämlich 5650 Euro. Mit Summen wie dieser jongliert Peter Csanadi ganz selbstverständlich. Der Ungar arbeitet für die Schweizer Agentur International Sport Entertainment (ISE) als Mediendirektor. Sein Unternehmen hat die Rechte an den VIP-Karten für 180 Millionen Euro erworben. „First come, first serve“, sagt Csanadi. Das Unternehmen ist im Besitz von 345 000 Tickets; rund 7000 davon sind Logenplätze in den zwölf Stadien, der Rest so genannte Business-Seats. „Wir haben sehr gute Plätze im Angebot“, sagt Csanadi, „aber wir haben noch bessere.“ Für 5650 Euro kann man nicht nur ein, sondern alle fünf Spiele in einer Stadt gucken – allerdings nur die weniger wichtigen wie die in Hannover, Nürnberg oder Kaiserslautern. Wer alle Spiele in Berlin und somit auch das WM-Finale sehen will, bucht das Kartenpaket „Elite“. Das kostet dann bis zu 13 200 Euro. Für einen gepolsterten Sitzplatz mit Armlehne auf der Haupttribüne. Catering und Parkplatz inklusive. Die Karten für den einfachen Fan sind erst ab 1. Februar 2005 erhältlich. (…) Die billigste Loge ist ab heute für 99 000 Euro erhältlich; die teuerste für 210 000 Euro. Darin finden zwischen 12 und 15 Personen Platz, es gibt ein großes Buffet, persönliche Betreuer, moderne Videowände und exakt vier Parkscheine. Csanadi sagt: „Näher ans Stadion kommt mit seinem Wagen nur der Bundeskanzler.““

Mittwoch, 29. September 2004

Internationaler Fußball

Unser Dschihad wird nicht an Kraft verlieren

Malte Oberschelp (taz 29.9.) befasst sich mit Terek Grosny, Uefa-Cup-Gegner des FC Basel: „Politische Einflussnahme im Fußball ist sicher keine Erfindung Wladimir Putins, der den Verein aus Mitteln des Kreml mitfinanziert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs erhielt Reichstrainer Sepp Herberger die Anweisung, für die WM 1938 fünf österreichische Spieler ins Nationalteam zu integrieren. Und in der Nachkriegszeit ließen die Franzosen Saarbrücken in ihrer Zweiten Liga kicken, um den Anspruch auf das besetzte Saarland zu untermauern. (…) Das Skandalöse an Grosny ist die Person des Präsidenten. Ramsan Kadyrow, 28, befehligt eine Miliz, deren Stärke je nach Quelle zwischen 1.500 und 6.000 Mann liegt. Er tritt gerne mit Kampfhunden in Erscheinung und ist als Stellvertreter Präsident Alu Alchanows der eigentliche starke Mann des Landes. Menschenrechtsorganisationen werfen seiner Truppe Entführungen, Morde und Vergewaltigungen vor. Die Journalistin Anna Politkowskaja berichtete im Deutschlandfunk von Folterungen in Kadyrows Hauptquartier, bei denen Wahlhelfern unabhängiger Präsidentschaftskandidaten die Haut vom Rücken abgezogen wurde. Rebellenführer Schamil Bassajew, der früher selbst im Verein gespielt haben soll, ist das egal. „Sie können Terek in eine Top-Division stecken, doch unser Dschihad wird nicht an Kraft verlieren“, hieß es auf seiner Internetseite. Die Partie abzusagen, wie es ein Leserbrief in der Basler Zeitung anregte, stand nicht zur Diskussion. Die Verbände beharren auf dem apolitischen Charakter des Fußballs.“

ein weiteres Zitat über Terek Grosny

Champions League

Der erfolgreichere Gegenentwurf zu den Großkopferten

Werder Bremen trifft heute auf einen sehr starken Gegner – Frank Hellmann (FR 29.9.): „Ungeachtet der Star-Ensembles aus Barcelona und Madrid gilt der FC Valencia als bestes, weil effektivstes spanisches Team. Quasi der erfolgreichere Gegenentwurf zu den Großkopferten. Der nationale Titel 2002 und 2004, der Uefa-Cup und Supercup-Gewinn in diesem Jahr zeugen von einem Konzept, dass international noch nicht genügend Anerkennung erfährt. Allein deshalb rechnet sich Trainer Claudio Ranieri für die Champions League weit mehr als das Erreichen des Achtelfinales aus. Für den Italiener ist die Aufgabe in Valencia eine Herzensangelegenheit, hatte er doch 1998 überhaupt die Grundlagen für eine Equipe gelegt, die sich unter Hector Cuper und Rafael Benitez höhere Weihen verdiente, zweimal (2000 und 2001) erst im Finale der Champions League scheiterte. Wie ein Geschenk des Himmels mag Ranieri nach der Ausbootung in Chelsea das Angebot seines Ex-Vereins vorgekommen sein. Und der Römer wusste, wie man spanische Seelen gewinnen kann. Sogar schwimmend würde er zurückkehren, sagte er, erklärte, „zu sterben und die Spieler zu töten“, um Valencia an der Spitze zu halten.“

Lampenfieber in Bremen – Jörg Marwedel (SZ 29.9.): „Die Champions League kam schon am Sonntag in die Stadt. Zwei Lkw mit vier Mitarbeitern der Signage Group aus Brüssel nahmen Kurs auf das Weserstadion, im Gepäck jede Menge Werbebanden und Embleme, die Symbole der europäischen Königsklasse und ihrer vier Hauptsponsoren. Seitdem überwachen die Herrschaften im Auftrag der Schweizer Marketingagentur Team penibel, wie der sonstige Hausherr Werder Bremen die Arena frei räumt von störenden Botschaften anderer Unternehmen, die Bremens populärste Bühne sonst zur Imagepflege nutzen. Jeder einzelne Schriftzug muss überklebt werden, auf jedem Automat und jeder Würstchenbude. 1,5 Kilometer Werbebande sind zu verhüllen. Selbst das Beck’s Bier, ein Wahrzeichen der Stadt, darf nur als No-name-Produkt ausgeschenkt werden, damit allein die Partner des Veranstalters Uefa dort leuchten, wenn der Deutsche Meister Werder Bremen gegen den spanischen Titelträger FC Valencia antritt. 3,7 Millionen Euro Antrittsgage pro Spiel erhält jeder Klub für die Abtretung des Hausrechts, der Sieger kassiert weitere 330 000 Euro. Was beim FC Bayern und in Leverkusen längst Routine ist, bedeutet in Bremen noch den Ausnahmezustand. Elf Jahre ist es her, dass Werder zum bislang einzigen Mal in der damals gerade aus der Taufe gehobenen Champions League mitspielte. Klaus Allofs hatte gerade seine Spielerkarriere beendet, Mario Basler betrat schüchtern das internationale Parkett und begeisterte die Hörer von Radio Bremen mit der Vermutung, Bremen habe drei Millionen Einwohner.“

WM 2006

Das reale Deutschland ist zu besichtigen: Gut vernetzt und schlecht beraten

Wer wird die Eröffnungsfeier veranstalten? Thomas Kistner (SZ 29.9.) kommentiert die Diskussion: „Das Gezerre um die diversen WM-Eröffnungsfeiern – Vor-Feier in Berlin, Hauptfeier in München vorm Anpfiff des ersten WM-Spieles – wirkt absurd. Ja wer hat sie denn, die größte, längste, teuerste Party: Die Bundeshauptstadt und -regierung mit Sportminister Schily oder die forsche Fußballhauptstadt der Nation, mit ihrem Bayern-Verwaltungsratschef Stoiber an der Spitze? Die WM-Organisatoren können noch so sehr beteuern, dass sich dieses parteipolitische Muskelspiel im üblichen Bereich bewegt. Tatsache ist, dass wenige Wochen nach dem WM-Finale in Deutschland Bundestagswahlen sind und es natürlich weit und breit keine prächtigere Bühne gibt im Lande für potente, siegreiche Selbstdarstellung. (…) Die Fifa hat die Gefahr erkannt, die aus der politischen Gemengelage erwächst, vor allem aber das zusätzliche Vermarktungspotential, das im Land der stolz rivalisierenden Deutschen noch schlummert. Die aber sind, ob Schily oder Stoiber, Spreewaldgurken oder Schuhplattler, vom Bild einer neuen, dynamisch aufbrechenden Nation noch ein gutes Stück entfernt. Im Moment ist das reale Deutschland zu besichtigen: Gut vernetzt und schlecht beraten.“

Robert Ide (Tsp 29.9.) referiert den Hintergund: „Als Veranstalter des Berliner Festes, das am Vortag des Eröffnungsspiels in München stattfindet, tritt bislang die Bundesregierung auf. Die Opposition befürchtet deshalb eine verdeckte Werbeshow für Rot-Grün kurz vor der Bundestagswahl 2006. Seit einigen Tagen aber ist sich CDU-Politiker Klaus Riegert sicher: „Otto Schilys WM-Fete ist geplatzt.“ Hintergrund sind unter Sportfunktionären und Politikern kursierende Gerüchte, die Fifa wolle die Eröffnungsfeier in Berlin veranstalten. Aus höchsten DFB-Kreisen heißt es dazu: „Es ist denkbar, dass die Fifa das macht.“ Der Verband selbst bestätigt Verhandlungen. „Wenn die Fifa tatsächlich Veranstalter der Feier wird, hat das Folgen für die Finanzierung“, sagte der Sportexperte der Grünen, Winfried Hermann, am Dienstag dem Tagesspiegel. Dann nämlich müsste sich die Fifa an den Kosten beteiligen. Bereits verplante öffentliche Mittel wären wieder frei. Politiker verschiedener Parteien haben schon Ideen entwickelt, wie man das Geld ausgeben könnte. Die Grünen wünschen sich eine Verwendung für internationale Sportprojekte, die Union für Dopingbekämpfung und den Behindertensport.“

Bundesliga

Vieles spricht dafür, dass Rangnicks Verpflichtung nicht Assauers Werk war

Wer hat Ralf Rangnick verpflichtet? Sven Goldmann (Tsp 29.9.) spekuliert: „Ralf Rangnick ist kompetent, er gilt als Erfinder der ballorientierten Raumdeckung [of: allenfalls in Deutschland]. Nur ist der intellektuelle Fußballlehrer das exakte Gegenteil von Assauer. Viel spricht dafür, dass der Mann mit dem proletarischen Charme lieber den ihm wesensverwandten Klaus Toppmöller verpflichtet hätte. Aber zum einen darf Toppmöller seinen Job in Hamburg nach dem Sieg über Hertha BSC behalten, zum anderen lag Assauer bei seinen jüngsten Trainerverpflichtungen nicht besonders gut. Der Aufsichtsrat hat in den letzten Tagen in ungewohnt scharfem Ton zu erkennen gegeben, er werde die Alleingänge seines Managers nicht länger hinnehmen. So spricht vieles dafür, dass Rangnicks Verpflichtung nicht Assauers Werk war. Dann war sie der Anfang vom Ende einer Ära auf Schalke.“

Rolf

Ergänzend eine Beobachtung Christoph Biermanns (SZ 29.9.): „Etwas überraschend erscheint die Wahl, weil Rangnick nicht unbedingt in das Beuteschema von Assauer zu passen scheint. Doch bei der Vorstellung des neuen Trainers wirkte der Manager so wenig konzentriert, dass man fast den Eindruck hatte, er sei nicht richtig bei der Sache. „Wie er über Fußball denkt, ist deckungsgleich mit dem, was wir glauben, über Fußball zu denken“, sagte Assauer verrätselnd. Den Vertrag mit seinem neuen Trainer – er ist bis zum 30. Mai 2006 terminiert – datierte er ein Jahr vor, außerdem nannte er Ralf Rangnick mit verblüffender Hartnäckigkeit Rolf.“

Der Richtige für Schalker Verhältnisse?

Passt Rangnick nach Schalke? Peter Heß (FAZ 29.9.) zweifelt: “Assauers Strahlkraft wirkt auf alle, auch auf die Spieler. Diese Tatsache hat den Nebeneffekt, daß die Position des Trainers schwächer ist als anderswo. Die allseits präsente, übergeordnete Instanz kann die Autorität des Trainers schnell unterhöhlen, wenn es einmal sportlich schlecht läuft oder es zu atmosphärischen Störungen zwischen Mannschaft und Übungsleiter kommt. Zumal Assauer nicht immer seinen Trainern den Rücken stärkt, sondern nur, wenn er – wie bei seinem Männerfreund Stevens – rückhaltlos von ihnen überzeugt ist. Seine Erfolge mit Schalke verleiten Assauer zur Annahme, mehr vom Fußball zu verstehen als fast jeder andere. Zu Rangnick: Der 46 Jahre alte Schwabe bringt sicher die nötige Intelligenz, das nötige Fachwissen und das nötige psychologische Gespür für die diffizile Aufgabe mit. Aber ob er der Richtige für die Schalker Verhältnisse ist, darf dennoch angezweifelt werden. In seiner Karriere hatte Rangnick immer dann Erfolg, wenn er eine Mannschaft aufbauen mußte. (…) Wie Fußball-Professor Rangnick und der populistische Volkstribun Assauer miteinander auskommen, wird spannend sein zu beobachten.“

Assauer unter Druck – Thomas Kilchenstein (FR 29.8.): „Passt der Intellektuelle mit randloser Brille zum Kashmere-Hooligan mit der Davidoff in der Hand? Es ist zweifellos auch für Rudi Assauer eine spannende Frage, eine, an der sich womöglich seine Zukunft entscheidet. Der omnipotente Manager, der morgens Ailton, Krstajic und Bordon nach GE-Buer holt, mittags mit Schechter-Millionen jongliert und abends Werbung mit der Freundin für Bier macht, steht seit einiger Zeit nicht mehr außerhalb jeder Kritik, wie das früher der Fall war. Assauer, der sympathische [!] Patriarch mit der Macho-Attitüde, muss nach den beiden Flops Neubarth und Heynckes dringend Erfolge vorweisen mit seinem mit 102 Millionen Euro verschuldeten Club. Noch einen Trainer-Reinfall wird sich der 60-Jährige nicht leisten können.“

Es hat Klick gemacht

Richard Leipold (Tsp 29.9.) berichtet von Rangnicks Vorstellungsgespräch: “Rangnick habe die Mannschaft gegen Kaiserslautern und gegen Mönchengladbach „genau unter die Lupe genommen“, sagte Assauer. Das Ergebnis habe ihn verblüfft. „Ralf hat die Mannschaft seziert wie mit einem Skalpell. Er hat jeden einzelnen Spieler eingeschätzt, da war hundertprozentige Übereinstimmung, und es hat Klick gemacht.“ Und Teammanager Andreas Müller fügte auf gut Westfälisch hinzu: „Wir waren platt.“ So erhält der Bauchmensch Assauer nun Verstärkung durch den intellektuellen Kopfmenschen Rangnick.“

Dienstag, 28. September 2004

Allgemein

Zu normal für diesen Verein

Elisabeth Schlammerl (FAZ 28.9.) lobt Roy Makaay – und trifft seine Mitspieler: „Roy Makaay paßt eigentlich gar nicht zum FC Bayern. Jedenfalls wenn man Äußerlichkeiten wertet, die die Spieler des deutschen Rekordmeisters zu begehrten Objekten der Lifestyle-Redaktionen, Gesellschaftskolumnen und sogar Groschenblättern macht. Makaay legt weder Wert auf Designerklamotten noch ist er Dauergast auf einem der Golfplätze rund um München. Er geht nicht gerne in Diskotheken oder Schicki-Micki-Lokale. Und er steht auch nicht stundenlang vor dem Spiegel, um die Frisur nach dem neuesten Modetrend zu stylen, würde vermutlich auch nie eines dieser Haarbänder tragen, die im Moment auf den Fußballplätzen so modern sind. Roy Makaay ist einfach zu normal für diesen Verein, der sich auch als gesellschaftliches Ereignis versteht. Daß der Stürmer ein wenig Gel verwendet, hat wohl weniger mit Mode zu tun als vielmehr mit praktischen Aspekten: damit die Haare nicht ins Gesicht fallen. Makaay hält sich auch nicht ständig das Handy an sein Ohr, um die Wichtigkeit des Seins zu demonstrieren Er hat Statussymbole nicht nötig, ist auch ohne sich ständig ins rechte Licht zu rücken wichtig, möglicherweise sogar der wichtigste Spieler des FC Bayern überhaupt. Auf jeden Fall ist Makaay der wertvollste Einkauf seit vielen Jahren.“

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