indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Montag, 1. Oktober 2007

11 Freundinnen

Die goldenen Jahre haben begonnen

Pressestimmen zum Titelgewinn der deutschen Elf in China

Schon wieder Weltmeister! Kathrin Steinbichler (SZ) bereitet Birgit Prinz und Co. einen Eintrag ins Geschichtsbuch vor: „Zwölf Spielerinnen, die 2003 den ersten deutschen WM-Sieg schafften, waren noch im Kader, doch nur sechs davon standen auch in China in der Startelf fürs Finale. Der Abschied der Alten wird mit den Olympischen Spielen 2008 konkret werden. Es wird der Abtritt einer Generation, die den Frauenfußball in Deutschland zu einem modernen, beliebten Sport für Mädchen und Frauen gemacht und vom verstaubten Klischee des Männersports befreit hat. Auch wenn die Alten bei der WM in China noch eine Stütze waren, so war dennoch zu erkennen, wie die Zukunft aussehen könnte.“

Michael Horeni (FAZ) prophezeit blühende Landschaften: „Die Verhältnisse im deutschen Frauenfußball sind traumhaft. Theo Zwanziger, der Präsident des DFB, ist Promoter und Garant dafür, dass die Entwicklung des deutschen Frauenfußballs gleich von zwei Seiten voranschreitet: von oben und unten. Die Förderung durch den Verband und der wachsende Zuspruch von der Basis verstärken sich wechselseitig. Für Zwanziger ist es eines der großen Ziele seiner Präsidentschaft, diese Entwicklung so weit voranzutreiben, dass sich Frauenfußball in Deutschland unumkehrbar zur weiblichen Sportart Nummer eins entwickelt. Er hat dazu nicht nur den Willen, sondern weiß auch die nötige, vom Männerfußball erwirtschafteten finanziellen Mittel des Verbandes hinter sich – und zudem die politische Unterstützung in Berlin mit der Bundeskanzlerin an der Spitze. Es gibt kaum mehr einen Zweifel, dass die nächste Frauen-Weltmeisterschaft im Jahr 2011 in Deutschland stattfinden wird. Die Entscheidung wird Ende des Monats fallen, und wenn der DFB den Zuschlag erhält, wird für den Frauenfußball nach dem Triumph von Schanghai viel mehr als nur ein Sommermärchen wahr. Die goldenen Jahre des deutschen Frauenfußballs, sie haben begonnen.“

Matti Lieske (Berliner Zeitung) beanstandet die Vermännlichung des Frauenfußballs: „Physis und Taktik waren es, die den Ausschlag gaben bei dieser WM. (…) Die Schönheit des Spiels hat insgesamt gelitten seit der WM 2003. Es ist rabiater geworden, mehr Fouls im Mittelfeld, mehr Gelbe Karten. Hatten die USA, Norwegen und Deutschland früher mit einer attraktiven Mischung aus Spielvermögen und Kraft dominiert, sind alle drei Teams auch mangels herausragender Spielerpersönlichkeiten inzwischen vom Kombinationsfußball abgerückt. Sie begegnen den Emporkömmlingen aus Afrika, Asien und Südamerika mit verstärkter Defensive und dem Versuch, durch lange Bälle oder über Standards ihre physische Überlegenheit auszuspielen. Das reichte für USA und Norwegen zu Rang drei und vier, für Deutschland zum WM-Titel. Dass nicht Brasilien, sondern Deutschland gewann, passt zum Charakter dieser Weltmeisterschaft.“

Bundesliga

Künstlicher Zustand der Ahnungslosigkeit

Pressestimmen zum 8. Spieltag: Ein Bayern-Tor wird fälschlicherweise nicht anerkannt, und schon diskutiert ganz Deutschland über den Videobeweis / Bayerns imponierend starker Auftritt bei sehr guten Leverkusenern / Dortmund ist auch Karlsruhe nicht gewachsen / Erneuter Stuttgarter Schiffbruch, diesmal in Rostock / Bremen 2007 wie Bremen 2006

Miroslav Klose hat ein Tor geschossen, das nicht gewertet worden ist – Jörg Hahn (FAZ) schließt sich Uli Hoeneßens Forderung nach Konsequenzen an: „Stammtischgespräche über das Wembley-Tor und ähnliche Vorkommnisse mögen ja unterhaltsam sein, doch die Frage Tor oder nicht Tor? ist zu wichtig, um sie folkloristisch zu betrachten. Die Fachmänner der Fifa sind gefragt – und sie sollten Entscheidungen nicht auf die lange Bank schieben. ‚Die Fifa verfolgt eine klare Mission: das Spiel entwickeln, die Welt berühren und eine bessere Zukunft gestalten‘, heißt es so schön in der Selbstdarstellung des Dachverbandes. Nichts berührt einen Fußballfan so wie ein einwandfreies Tor. Alles spricht deshalb für einen schärferen Blick auf die Torlinie.“

Auch Klaus Hoeltzenbein (SZ) befürwortet den Torrichter, ist sich aber am Ende in seinem Urteil wohl gar nicht mehr so sicher: „Die meisten im Stadion hatten es mit bloßem Auge erkennen können, aus vielen Kameraperspektiven wurde es umgehend bewiesen, nur Schieds- und Linienrichter hatten nichts gesehen. In einer bestens informierten Gesellschaft wurden sie künstlich in einem Zustand der Ahnungslosigkeit gehalten. Eine absurde Situation: Die Frage ‚Drin oder nicht drin?‘ ist die zentrale Frage des Spiels, und sie ist mit den überlieferten Regularien nicht mehr zufriedenstellend zu beantworten. (…) Den vierten Mann, den gibt es längst, warum nicht bald den fünften? Zwei fünfte Männer. Hinter beiden Netzen, auf Campingstühlchen und mit dem Auftrag, das Herz des Spiels zu retten.“

Der Nächste bitte

Nach dem 0:1 Leverkusens gegen Bayern München will Daniel Theweleit (Berliner Zeitung) Kapitulation bei den Bayern-Konkurrenten festgestellt haben: „Es hat sich ein Verdacht erhärtet, der schon länger über dem Kreis der 18 besten deutschen Fußballmannschaften liegt: Die Bundesliga besteht in dieser Saison aus 17 Teams, und jedes darf zwei Mal gegen den außer Konkurrenz mitspielenden Meister 2008 antreten: Bayern München. Weil Bayer Leverkusen beim phasenweise hinreißend schönen 0:1 nur in wenigen Momenten unterlegen war, betrachteten die Rheinländer den Tag ohne eigenes Tor und ohne Punkt brav als Anlass, sich zu feiern. Wäre es einem Team, das internationale Ambitionen hegt, nicht angemessener, dem FC Bayern einen Punkt abluchsen zu wollen? Offenbar ist der FC Bayern in der laufenden Saison ein Mythos, kein Gegner aus Fleisch und Blut. Die Ambitionen an Spiele gegen den Favoriten sind selbst bei hoch gehandelten Klubs wie Bayer derzeit bescheiden: Hauptsache nicht vorgeführt werden.“

Anno Hecker (FAZ) staunt über den Appetit der Bayern: „Samstag für Samstag bitten die Bayern selbstbewusst zur Prüfung und schicken noch jeden Herausforderer zurück ins Glied: nun Leverkusen mit dem in 45 Minuten hart erarbeiteten und dann 45 Minuten clever verwalteten Auswärtserfolg von Rang zwei auf vier. Aus München heißt es also weiter: der Nächste bitte.“ Philipp Selldorf (SZ) fügt an: „Diese universell erneuerten und deswegen nicht auf ein paar Schlüsselfiguren festlegbaren Bayern sind nur unter Aufbieten günstigster Eventualitäten zu stoppen.“

Ohne Sinn und Verstand zusammengewürfeltes Ensemble

Beim 1:3 in Karlsruhe prüft Tobias Schächter (SZ) Borussia Dortmund auf Herz und Nieren und muss dem Patienten schlechte Nachrichten mitteilen: „Die Krise hat viele Gründe: Am nachhaltigsten wirken wohl die Fehleinschätzungen von Trainer Doll und Manager Zorc, was das Leistungsvermögen einzelner Spieler angeht. Selbst das Fehlen von Kringe, Frei, Petric und Degen darf für einen Klub mit internationalen Ambitionen keine Ausrede sein. Aber diese Zielsetzung ist wohl auch nur ein Ausdruck von Selbstüberschätzung. In Karlsruhe bot Doll erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder die Veteranen Kovac und Wörns in der Innenverteidigung auf. Es war ein Desaster, was die zusammen 68 Jahre alten Abwehrspieler boten. Wörns wurde mehrfach mit einfachen Drehungen schwindelig gespielt, Kovac wurde in jedem Sprintduell überlaufen. In gegnerischen Mannschaftssitzungen ist die lahme und technisch klägliche Dortmunder Hintermannschaft längst als Schlüssel zum Erfolg erkannt. Die Dortmunder Mannschaft wirkte wie ein ohne Sinn und Verstand zusammengewürfeltes Ensemble. Allem Anschein nach beweist auch Giovanni Federico, dass er nur in Karlsruhe funktioniert, Diego Klimovic erscheint als ewiges Rätsel, und Nelson Valdez erregt inzwischen nur noch Mitleid. Die Dortmunder könnten vom Karlsruher SC lernen, wie man eine Mannschaft wachsen lässt und durch gezielte Zukäufe verbessert – trotz geringer finanzieller Mittel. (…) Eigentlich hatten sie in Dortmund ja gedacht, das 0:3 gegen den HSV wäre der Tiefpunkt gewesen, aber in Karlsruhe war alles nur noch schlimmer. Doll sprach davon, dass man sich so nicht mehr präsentieren könne, dass die Leistung beim Aufsteiger ein komplettes Versagen und dass dies alles ‚viel, viel zu wenig‘ gewesen sei. Es gibt Journalisten in Hamburg, die diese Sätze bereits auswendig kennen. Beim HSV konnte Doll der Mannschaft nicht den Weg aus einer tiefen Krise weisen.“

In Southampton an der Kaimauer zerschellt

Claudio Catuogno (SZ) haut nach dem 1:2 in Rostock das Stuttgarter Scheitern in Stein: „Eine der vielen Überraschungen war der Wolkenbruch in der 70. Minute. Er kam aus dem Nichts, wie Fußballer sagen. Wie in einer dieser alten Komödien, in denen man der Hauptfigur einen Eimer Wasser über den Kopf leert, und dann sollen alle lachen. Armin Veh saß reglos auf seinem Stuhl am Spielfeldrand, als das Wasser kam, die Beine übereinandergeschlagen, die Vereinsjacke über dem Knie gefaltet, den Mund zu einem freudlosen Strich gezogen. Eine Viertelstunde saß er schon so da. Nun schüttelte er sich, strich verärgert die Tropfen von seinem Sakko und schlüpfte unter das Dach der Auswechselbank. Niemand lachte. Trotzdem hatte die Szene auch ihr Gutes: Man musste nun nicht mehr befürchten, dass Veh womöglich auf diesem Stuhl festgewachsen und durch einen beschleunigten Fossilisationsprozess zu seinem eigenen Denkmal versteinert war: Armin Veh, Plastik aus Gips und Stahl. Meistertrainer 2006, von rätselhafter Erfolglosigkeit 2007. (…) 18 Minuten dauerte es nur, bis engagierte Rostocker ihre Gäste zerlegt und fachgerecht entsorgt hatten. Es ist schon peinlich genug, wenn der Meister bei einem Aufsteiger untergeht. Aber so früh, nach 18 Minuten? In Rostock, wo man gerne von der Hansa-Kogge spricht, die nach stürmischer Fahrt und gewaltiger Schieflage nun wieder ruhigeres Gewässer erreicht habe, darf man wohl sagen: Es war sogar so peinlich für den VfB, als wäre die Titanic schon in Southampton an der Kaimauer zerschellt. (…) Frank Pagelsdorf hat in Rostock mittlerweile eine Truppe zusammengestellt, die, mit gutem Auge für Lauf- und Passwege, ihr Spiel entwickeln kann. Sie braucht dafür Zeit und Platz, aber beides ließen die Stuttgarter irritierenderweise zu.“

Entfesselungskünstler

Sebastian Stiekel (FAZ) betont Kraft und Schönheit der Bremer Stoiker, 8:1-Sieger gegen Bielefeld: „Werder gelang ein schöner Brückenschlag: zwischen dem vergangenen Herbst, als Bremer Kantersiege die Regel waren, und diesem Herbst, in dem Werder viele Verletzte beklagt. In ihrer Dominanz und Leichtigkeit erinnerten die Bremer an 2006. Das eigentlich Bemerkenswerte an Werder Bremen im Herbst 2007 ist, dass sich die Bremer trotz des Ausfalls von bis zu elf Spielern wieder an die Spitze der Liga herangearbeitet haben. In der Mannschaft steckt noch viel Steigerungspotential, denn im Oktober sollen Frings, Borowski, Andreasen und Baumann wieder dazustoßen. Auch ein gesunder Realitätssinn ist dem Team zu eigen, Werder ließ sich genauso wenig von einem 0:3 in Dortmund aus dem Konzept bringen, wie es jetzt nach einem 8:1 gegen Bielefeld die Bodenhaftung zu verlieren droht. Dafür wirkt diese dezimierte Mannschaft zu gefestigt. (…) Bielefeld war der richtige Gegner, um ihr Zusammenspiel weiter reifen zu lassen.“

Ralf Wiegand (SZ) bewundert Werder und sorgt sich um die Verlierer: „Dieser Kantersieg war nicht nur ein Stimmungsmacher vor dem Heimspiel gegen Piräus, sondern ein Akt wie von Harry Houdini. Der berühmteste Entfesselungskünstler der Welt (1874–1926) sprang geknebelt von Brücken und befreite sich unter Wasser, schlüpfte aus Zwangsjacken und entkam gläsernen Käfigen. Viele seiner Tricks wurden nie enttarnt und hinterließen stets ein staunendes Publikum, das Bielefelder Fußballern geähnelt haben dürfte. (…) Was in Bremen mit der Arminia passierte, kann ein Betriebsunfall gewesen sein. Falsche Zeit, falscher Ort, so etwas gibt es mal. Wahrscheinlich ist es schlimmer.“

Oskar Beck (Stuttgarter Zeitung) zahlt Bielefelds Trainer Ernst Middendorp sein großes Gehabe der letzten Wochen heim: „Mit Propheten, heißt es, unterhält man sich am besten drei Jahre später – im Fall Bielefeld haben drei Spiele und eine englische Woche genügt. In Form dieser drei Niederlagen beendet der Fußballgott jäh und offiziell seine launische Phase, mit der er zu Beginn jeder Saison Momentaufnahmen und Sinnestäuschungen schafft – gerade die Bielefelder kennen das. Vor Jahren sind sie mit ‚Tabellenführer‘-T-Shirts zu den Bayern gereist, ihr damaliger Kleinkünstler Ansgar Brinkmann hat vor einer Kamera auf dem Toto-Schein noch schnell eine ‚2′ eingetragen, doch dann haben sie sich sechs Stück eingefangen und, O-Ton Brinkmann, festgestellt: ‚Das ist eine andere Welt.‘ (…) Es hätte alles viel schlimmer kommen können: Wichniarek stand abseits vor seinem Ehrentreffer – und der kann noch wichtig werden, falls es im Kampf um den Uefa-Cup am Ende auf die Tordifferenz ankommt.“

Mensch oder Maschine?

Schalkes 1:0 gegen Hertha und seine zwei Protagonisten – Philipp Selldorf (SZ) imponiert der Fleiß von Jermaine Jones und verliebt sich in Manuel Neuers Torwartspiel: „Viele tausend Menschen waren ziemlich ratlos. Sie hatten etwas erlebt, wofür sie keine Erklärung wussten. Manche fragten sich sogar, ob sie Mensch oder Maschine gesehen hatten. Über Jermaine Jones rätselten aber nicht nur die Besucher, sondern auch dessen Mitspieler. Er rannte wie ein von Geistern Verfolgter. Kreuz und quer, ständig. Er eroberte in entlegenen Winkeln des Spielfelds Bälle, die ihm eigentlich nicht zugänglich waren, weil er doch eben noch an einer ganz anderen Stelle gesehen worden war. Über die kompletten 90 Minuten besehen, muss Jones als die Attraktion des Abends gelten, die spektakulärsten Momente der Partie blieben aber Schalkes famosem Regisseur vorbehalten, der mit seinen millimetergenauen Pässen das Offensivspiel antrieb. Seine Lieferung für Angreifer Lövenkrands leitete jene Szene ein, die zu Rafinhas Elfmetertor führte. Es war ein Pass über mindestens sechzig Meter, exakt mit Unterschnitt dosiert, so dass der auf dem feuchten Rasen aufspringende Ball nicht davon zischte, sondern in sanftem Tempo die Bahn hielt. Der Ball folgte nicht nur Lövenkrands‘ Weg auf dem rechten Flügel, sondern auch dessen Laufrhythmus. Ein brillantes Werk, auf das sie alle stolz gewesen wären: Overath, Netzer, Platini, Maradona. Aber fraglich ist, ob sie mit ihren Füßen geschafft hätten, was Schalkes Torwart Manuel Neuer mit seinen Händen als Passgeber für Lövenkrands geleistet hatte.“

Unterhaltung ohne Niveau

Richard Leipold (FAZ) stellt über das 3:3 zwischen Bochum und Nürnberg klar: „Eine merkwürdige Mischung aus Leichtsinn und Zielstrebigkeit, aus guter Moral und mangelnder Cleverness führten fast zwangsläufig zu einem ausgeglichenen Ergebnis. Beide Mannschaften wirkten zu unvollkommen, als dass herausragende Einzelspieler den Sieg im Alleingang hätten sichern können. (…) Der Unterhaltungswert, vor allem der zweiten Hälfte, darf nicht mit Niveau verwechselt werden.“

Freitag, 28. September 2007

Bundesliga

Binnendruck im Kader

Christof Kneer (SZ) hebt die Einwechslung Toni Kroos‘ als zentrales Element des Bayern-Erfolgs gegen Cottbus hervor: „Wer wollte, konnte den Wechsel auch als Mahnung des Trainers begreifen – seht her, ihr Märchenprinzen, dieser 17-Jährige ist jetzt schon so weit, dass er im Zweifel euren Platz haben könnte! Toni Kroos hat den Binnendruck in einem Kader erhöht, der nächste Saison reif sein soll für einen Angriff in der Champions League. So können die Bayern die aktuelle Saison nutzen, um bei laufendem Spielbetrieb die Hierarchie im neuen Kader zu überprüfen und im Zweifel zu variieren. Da kommt ihnen jeder Spieler, der von hinten nachschiebt, gerade recht, und auch die innerbetriebliche Hygiene lässt sich auf diese Weise schon mal trainieren.“

FAZ: Toni Kroos, das bajuwarische Kronjuwel

Gedrosselte Geschwindigkeit

Oliver Trust (FAZ) schildert die Schmucklosigkeit des Stuttgarter Siegs gegen Bochum: „Das Duell wird kein Spiel werden, mit dessen Aufarbeitung sich Trainer Armin Veh und seine Spieler lange aufhalten. Es wird in irgendeiner Statistik verschwinden, die später emotionslos darüber Auskunft gibt, dass hier ein Spiel stattfand, mit dem es sich aus Stuttgarter Sicht leidlich leben lässt. Immerhin erkannte der Manager Horst Heldt erste Signale für eine baldige Genesung des Patienten VfB. Trotzdem war es schwer, zu erahnen, dass sich diese Mannschaft noch vor wenigen Monaten mit den bunten Federn eines Deutschen Meisters schmückte. Aber man kennt in Stuttgart die akuten Probleme. Auf berauschende Fußballfeste ist man am Neckar derzeit nicht eingerichtet. (…) So verwundert es nicht, dass der Meister wie ein verunsicherter Autofahrer wirkt, der bei regennasser Fahrbahn und schlechter Sicht wegen leichten Unwohlseins vorsichtshalber die Geschwindigkeit drosselt.“

Donnerstag, 27. September 2007

11 Freundinnen

Beste Werbung für eine Weltmeisterschaft in der Heimat (1)

Volker Stumpe (FAZ) gratuliert der deutschen Elf euphorisch zum 3:0 im Halbfinale gegen Norwegen und denkt an die Zukunft: „Die Titelverteidigerinnen haben wahrhaft Erstaunliches geleistet. Nun stehen sie im Endspiel – und sind noch immer ohne Gegentreffer. Das gab es noch nie in der Geschichte dieser Sportart. Dieser – im Vergleich mit Klinsmanns Hurra-Fußball – eher zurückhaltende Stil aber ist keineswegs unansehnlich und unattraktiv, sondern aller Ehren wert. Zumal die weiteren Zutaten des mittlerweile notorisch erfolgreichen Frauenfußballs made in Germany stimmen: technisches Geschick gepaart mit spielerischem Können. Und es ist eine Mannschaft, in der fast alle Hauptrollen perfekt besetzt sind. Ein Glücksfall für jede Trainerin. Spielführerin Birgit Prinz ist eine ebenso mitreißende wie kluge Stürmerin, die mittlerweile auch einen Blick für ihre Mitspielerinnen übrig hat. Ihre Frankfurter Angriffspartnerin Sandra Smisek ist quirlig und wieselflink. Mittelfeldspielerin Renate Lingor gibt eine Führungskraft mit viel Übersicht. Und Torfrau Nadine Angerer ist dieser Tage – genau: unüberwindbar. Mit anderen Worten: Der Finaleinzug ist verdient und erscheint fast logisch. Und hat noch einen weiteren Nebeneffekt. Der Auftritt der deutschen Frauen in China ist beste Werbung für eine Weltmeisterschaft in der Heimat. 2011 wird die WM aller Voraussicht nach in Deutschland stattfinden. Da kann man ja mal träumen – von einem Sommermärchen zum Beispiel.“

Bundesliga

Fußball jenseits der Baumgrenze

7. Spieltag, Teil 1: Dortmunder Debakel gegen Hamburg / Berlin vermasselt Fortführung des Aufschwungs gegen Rostock

0:3 gegen Hamburg – Roland Zorn (FAZ) erschrickt über die Wirkungslosigkeit des Dortmunder Trainers: „Während des Spiels sah man Thomas Doll immer wieder gestenreich den großen Einsatz proben: Schwungvoll mit beiden Armen in Richtung gegnerisches Tor winkend, versuchte er sich an einer Zeichensetzung, die seine Spieler nicht zu verstehen schienen. Und so kamen die Handlungsanweisungen des spillerig anmutenden Dirigenten ohne Orchester geradezu grotesk rüber. Wer Action einfordert und Stillstand erntet, kann später vielleicht nur noch so resigniert reden wie der Fußballlehrer. Der BVB blamierte sich vor 72.000 größtenteils entsetzten oder wütenden Zuschauern bis auf die Knochen. Doll, ein liebenswerter, gegen seinen früheren Klub aber wieder so hilflos wie in seiner HSV-Spätphase wirkender Kumpelcoach, entschuldigte sich als erstes beim Publikum und bemühte in seiner ratlosen Analyse gleich fünfmal den mitleiderregenden, nach Zahnarztbesuchen immer wieder gern gebrauchten Satz: ‚Das hat sehr weh getan.‘ Was die Borussen ihrem seit Jahren schmerzerprobten Anhang diesmal zumuteten, war an fußballerischer Armseligkeit nur noch schwer zu unterbieten: Fußball jenseits der Baumgrenze. (…) Huub Stevens war zu ‚99,9 Prozent‘ zufrieden und wusste doch sogleich, wie der Dortmunder Triumph und der damit verbundene Satz in die Spitzengruppe der Liga daheim eingeschätzt würde. ‚In Hamburg glauben die Leute nun wieder, dass man Meister werden kann.‘ Die einen desillusioniert, die anderen gegen Illusionen ankämpfend: Es ist ein Kreuz mit dem Fußball.“

Freddie Röckenhaus (SZ) ergänzt: „Erschütternd, wie schnell der ehemalige HSV-Trainer, der zum ersten Mal gegen seinen alten Klub antreten musste, bei den Rhetorik-Bausteinen angelangt ist, die man von ihm aus seiner Zeit der Misserfolge in der Hinserie der vergangenen Saison in Hamburg kennt.“

Felix Meininghaus (FTD) denunziert die Dortmunder Defensive: „Die Dortmunder offenbarten in allen Mannschaftsteilen gravierende Schwächen, die in der Abwehr jedoch besonders deutlich zum Vorschein kamen. Im Tor steht Roman Weidenfeller, ein Mann, der sich durch eine Pseudodiskussion dermaßen hat verunsichern lassen, dass er kaum einen geraden Abstoß hinbekam. Drei Spiele war die unbestrittene Nummer 1 gesperrt, in denen sein Vertreter Marc Ziegler drei Siege und null Gegentore als Bilanz verbuchen konnte. Dass Weidenfellers Arbeitsnachweis in dieser Saison vier Niederlagen und dreizehn Gegentore beträgt, war bis zu seinem Auftritt gegen den HSV auf eine Verkettung von unglücklichen Zufällen zurückzuführen. Doch nun wird eine Debatte an Fahrt gewinnen, die bislang nur außerhalb des Vereins geführt worden ist. Vor Weidenfeller agierten, Christian Wörns und Markus Brzenska, zwei Manndecker, die sich von Hamburgs quicklebendigem Stürmer Paolo Guerrero wie Schüler umspielen ließen. Da tut sich für Doll eine weitere Baustelle auf, nur hat er mit Robert Kovac einen Mann in der Hinterhand, der sich zu Saisonbeginn mit indiskutablen Leistungen selbst auf die Bank rotiert hatte.“

Wie beim ersten Discofox

Matthias Wolf (FAZ) kann nicht ausschließen, dass die Berliner Niederlage gegen Rostock auf Überheblichkeit zurückzuführen ist: „Die Partie gegen bissigere und lauffreudigere Hanseaten war ein Beleg dafür, wie schmal der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz ist. Einzelne Spieler haben zuletzt schon mit offenen Augen von der Champions League geträumt. Der Hang zur Selbstüberschätzung ist ein Berliner Phänomen. Doch am Ende stand die Erkenntnis, dass Hertha von dauerhafter Klasse wohl noch sehr weit entfernt ist. (…) Keine Frage, sie hätten die Höhenluft in Berlin gerne noch ein wenig genossen.“ Claudio Catuogno (SZ) schreibt: „Die von Lucien Favre propagierte One-touch-Strategie wirkte fahrig und unkoordiniert. Wie beim ersten Discofox in der Tanzschule: eins, zwei, tipp, eins, zwei, tipp, und ständig tritt man sich auf die Schuhspitzen.“

Mittwoch, 26. September 2007

Unterhaus

Augen öffnen

Bernd Breuer (FAZ) rät dem 1. FC Kaiserslautern, sich dringend seiner Zweitklassigkeit zu besinnen: „Die besseren Zeiten am Betzenberg liegen lange zurück. 1998 wurde der FCK sensationell als Aufsteiger Deutscher Meister. Seitdem geht es bergab. Kapitale Fehler ehemaliger Vorständler und Trainer brachten die Institution des südwestdeutschen Fußballs in Schieflage. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich kaufte zum Beispiel ein (unter anderen Youri Djorkaeff oder Mario Basler), was die Kasse hergab. Nachfolger René C. Jäggi wählte – zwangsläufig – den umgekehrten Weg und sanierte den finanziell angeschlagenen Klub auf Kosten des Stadions und der Qualität der Mannschaft, die 2006 schließlich die Bundesliga verspielte. Nur noch zweitklassig zu sein, das haben sie bis heute nicht angenommen auf dem Betzenberg. So leistet man sich einen kostspieligen Verwaltungsapparat, der inklusive Stadionmiete (3,2 Millionen Euro) mit 14,5 Millionen Euro fast doppelt so hoch ist wie der Lizenzspieleretat (8 Millionen). Oder einen zweiten Co-Trainer. Wofür? Ebenso die Position eines Sportmanagers für Sport-Organisation und Administration – die haben nicht viele andere Klubs besetzt. Auch nach der Ära Jäggi sind rund um das Fritz-Walter-Stadion Fehler über Fehler gemacht worden. (…) Dem FCK fehlen Qualität, Erfahrung, Konstanz. Wer seit dem Jahr 2000 81 neue Spieler verpflichtet und sich von 100 Profis wieder getrennt hat, darf sich nicht wundern, dass sich nichts entwickelt. Die Krise in Kaiserslautern ist nur dann zu meistern, wenn sie sich auf dem Betzenberg nicht länger etwas vormachen, offenen Auges wahrnehmen, was die Stunde geschlagen hat.“

Bundesliga

Kein Visionär

Ralf Weitbrecht (FAZ) erklärt den Pragmatismus Friedhelm Funkels als Frankfurter Erfolgsrezept: „Wer in diesen Tagen einen Blick auf das Tabellenklassement der Bundesliga wirft, darf staunen. Die Eintracht ist Vierter. So gut wie schon lange nicht mehr. Der beste Saisonstart seit vierzehn Jahren – die Frucht der kontinuierlichen Aufbauarbeit des unterschätzten und verkannten Fußballtrainers Funkel? Friedhelm Funkel hat sich eingenistet bei der Eintracht. In der Stadt der Bankentürme ist er vor kurzem in seine vierte Saison gegangen. Eine Rekordmarke, die vor ihm, lang ist’s her, nur Dietrich Weise geschafft hat. Sein Erfolgsrezept? Funkel ist so herrlich prinzipientreu. Das macht ihn berechenbar, zugleich aber auch unbeugsam. Entscheidet er sich einmal für ein Spielsystem, hält er unbeirrt daran fest. Funkels großes Plus: Er darf sich der uneingeschränkten Rückendeckung und Förderung seines Vorgesetzten Heribert Bruchhagen sicher sein. Der zuweilen knorrige Vorstandsvorsitzende, auch er ein Mann mit klaren Vorstellungen und Prinzipien, hat stets zu Funkel gehalten. Funkel ist kein Visionär. Die rheinische Frohnatur aus Neuss weiß das, doch es ficht ihn nicht an.“

Welt Online: Hier spricht der Buhmann der Bundesliga – Interview mit Ulrich Lepsch, Präsident von Energie Cottbus, über die Entlassung Petrik Sanders

Dienstag, 25. September 2007

Internationaler Fußball

Er wird nicht viel gewinnen können

0:2 in Manchester – Raphael Honigstein (Tagesspiegel) rechnet mit einem schnellen Abschied Avram Grants, dem neuen Chelsea-Coach: „Der schier fundamentalistische Glaube an die eigene Größe und den Erfolgsanspruch hat sich mit José Mourinho aus der Chelsea-Kabine verabschiedet. Chelsea steht auf Platz 6, hat fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Arsenal und einen Trainer, den die eigenen Fans als Clown sehen. Der Israeli steht mit seinem Touristenenglisch auf ziemlich verlorenem Posten, nach nur einer Partie. Die mitgereisten Fans ließen erst Mourinho und dann Co-Trainer Steve Clarke hochleben. Die britischen Medien halten ihn nicht ganz zu Unrecht für unterqualifiziert für den Job; er gilt als Marionette von Eigentümer Roman Abramowitsch, der die Fäden jederzeit kappen kann. (…) Neue Trainer bringen in der Regel Schwung, Autorität und Optimismus mit, oft sind die ersten Jahre ihre besten. Grant aber steht sofort in der Defensive. Er hat noch keine Strategie, keinen Plan, man spürt das. ‚Alles ging ja so schnell‘, sagte er. Wer so tief verteidigen muss, wird nicht viel gewinnen können.“

Futbol ingles

NZZ: Der Haussegen hängt schief – Tottenham Hotspur nach sieben Runden auf einem Abstiegsplatz

NZZ: Läuft Lionel Messi in Barcelona Ronaldinho den Rang ab?

Bundesliga

Weg der Konsolidierung

Achim Lierchert (FAZ) hat sich von Bayer Leverkusens 3:0-Sieg in Hannover überzeugen lassen und macht sich Gedanken über den Verlierer: „Vor allem die Art, wie Bayer die Punkte eroberte, gab den Leverkusenern Anlass zur Hoffnung, dass sie ihren Weg der Konsolidierung unter Skibbe weiter fortsetzen. Auch ohne Ideengeber Bernd Schneider zeigte die Elf Klasse, auch, weil der von vielen schon abgeschriebene Routinier Sergej Barbarez in die Bresche sprang und das Spiel ankurbelte. Buchstäblich den Rücken stärkte dem Bosnier dabei der chilenische Neuzugang Arturo Vidal, der im defensiven Mittelfeld sein bisher bestes Spiel im Bayer-Dress ablieferte und mit seinen dynamischen Vorstößen an jedem der drei Tore gegen 96 seinen Anteil hatte. Beispielhaft für den positiven Trend der Mannschaft steht zudem der Treffer des einstigen ‚Sorgenkinds‘ Stefan Kießling, vor allem aber die Leistung von Theofanis Gekas. Die anfänglichen Anpassungsprobleme des Griechen nach seinem Wechsel aus Bochum rücken angesichts engagierter Auftritte immer mehr in den Hintergrund. Alles gut bei Bayer also – wenn nicht die eigene Historie lehren würde, dass schon mehrmals gute Aussichten in eine trübe Realität mündeten. (…) Sorgen plagen unterdessen die deutlich unterlegenen Hannoveraner. Sie hatten immerhin geglaubt, sich mit dem Gegner in etwa auf Augenhöhe zu befinden. Das erwies sich als glatter Trugschluss. Hannover tritt auf der Stelle. Es bleibt abzuwarten, wie lange das erwartungsvolle Umfeld die Ruhe der Verantwortlichen teilt.“

Tsp: Totale Dominanz mit kleinen Schwächen – der FC Bayern siegt 4:1 beim Karlsruher SC, lässt dabei aber die richtige Einstellung vermissen
FAZ: Bitte recht freundlich – Kahn lächelt und genießt in Karlsruhe

Montag, 24. September 2007

11 Freundinnen

Genau die Mischung, die ein Team weiterbringt

Zwei Pressestimmen zum Halbfinaleinzug der DFB-Elf

Michael Horeni (FAZ) differenziert das Lob für die deutsche Elf beim 3:0 über Nordkorea: „Wie sehr die aktuelle Nationalmannschaft den Ruhm des DFB bei dieser WM noch mehrt, ist nicht ausgemacht. Dafür waren die Anfälligkeiten trotz des klaren Ergebnisses immer wieder zu offensichtlich. Aber wie sich die deutschen Frauen mit großem Willen, einigem taktischen Geschick und auch etwas Glück gegen die Nordkoreanerinnen behaupteten, war genau die Mischung, die ein Team weiterbringt.“

Daniel Meuren (Berliner Zeitung) herzt die deutsche Torhüterin: „Nadine Angerer bewahrte ihr Team gleich mehrfach vor Gegentoren, warf sich immer wieder mutig heranstürmenden Nordkoreanerinnen entgegen und behielt auch im vierten Turnierspiel ihre weiße Weste. Jedem im Stadion war klar, wer die entscheidende Frau des Spiels gewesen war – außer offensichtlich Angerer selbst.“

Die Zusammenfassung

Bundesliga

Missbrauch des Misserfolgs als Herrschaftsprinzip

Pressestimmen zum 6. Spieltag: Vielfache und harsche Kritik an der Cottbuser Vereinsführung nach dem Rauswurf Petrik Sanders / Bremen besiegt Stuttgart in einem „Fußball-Spektakel der Extraklasse“ (FAZ) nach Diegos Vertragsverlängerung / Schalke verdaut Champions-League-Niederlage sehr gut / Herthas Trainer Lucien Favre hat viele Schulterklopfer / Rostocker Erleichterung

Claudio Catuogno (SZ) beleuchtet und kritisiert das Herrschaftsprinzip des Cottbuser Präsidenten Ulrich Lepsch, der Trainer Petrik Sander nach dem 1:2 gegen Wolfsburg entlassen hat: „Was ist eigentlich Ursache und was ist Wirkung in der Geschichte dieser ersten Trainerentlassung der Bundesligasaison? Ist der Misserfolg die Ursache, wie nun alle Beteiligten (bis auf Sander natürlich) zu schwören bereit sind? Oder kommt er manchen sogar ganz gelegen, der Misserfolg? Der Missbrauch des Misserfolgs für eigene Zwecke ist ein Stilmittel der Macht, dessen sich vor allem autoritäre Regime gerne bedienen. Seht her, sagen sie ihren Untertanen (im Fußballgeschäft Fans genannt), die Lage ist aussichtslos, deshalb bedarf es unserer Führung. Warum die Lage so aussichtslos ist, und wem das womöglich nutzt, diese Frage geht dann häufig im lärmenden Aktionismus unter. Seit Monaten ist es ein offenes Geheimnis, dass Lepsch nur auf den geeigneten Moment wartet, um den von den Fans geschätzten, von ihm selbst jedoch ungeliebten Trainer loszuwerden. Geeignet ist dabei im Sinne von legitim zu verstehen – ohne die eigene Autorität zu beschädigen. Im Fußball ist das ein gefährliches Spiel. Weil man den angeblich geeigneten Moment geradezu heraufbeschwört, indem man eine von der Transferpolitik geschwächte Mannschaft durch permanente Scharmützel zusätzlich verunsichert. Und weil einem die schönste Legitimation für einen Rauswurf nichts nutzt, wenn man sich bereits mitten im selbstverschuldeten Abwärtssog befindet. Wenn also am Ende zwar die eigene Autorität nicht zu sehr infrage steht – aber der Erfolg der gemeinsamen Sache.“

Peter Ahrens (Spiegel Online) ergänzt bitter und stellt sich auf Sanders Seite: „Cottbus wird sich in der kommenden Saison in der Zweiten Liga wiederfinden, wo das Team – ganz ehrlich und nur ganz leise gesagt – auch hingehört. Das Kassengift für alle Schatzmeister der Bundesliga ist Energie immer schon gewesen. Aber jetzt haben sie auch noch den letzten Rettungsanker gehievt, den sie hatten. Petrik Sander wird man wahrscheinlich bei dem einen oder anderen Ost-Club wieder treffen, weil die westlichen Erstligavereine sich immer noch eher die Hand abbeißen, als einem Trainer aus dem Osten, der so ostig ist wie Sander, eine echte Chance zu geben. Aber man wird ihn wiedersehen. Energie Cottbus in der Bundesliga dagegen nicht mehr.“

Rainer Seele (FAZ) hält die Zahl der Fürsprecher Sanders und die Argumente, die ihn entlasten, dem Vorstand entgegen: „Was ist ihm als Fachkraft vorzuwerfen? Hinkt Energie tatsächlich hinter den Erwartungen her? Wohl nur bedingt. Energie war, realistisch betrachtet, zwangsläufig zu den Hinterbänklern der Liga zu zählen. Mancher in Cottbus, offenbar geblendet durch das kleine Hoch in der vergangenen Saison, hatte dies aber wohl nicht wahrhaben wollen. So können Begehrlichkeiten entstanden sein, für die es jedoch keine Grundlage gab. Mag sein, dass auch Sander, dessen Renommee wuchs, gegenüber der Vereinsspitze ein wenig zu forsch aufgetreten ist. Dennoch steht er nun – trotz seines unfreiwilligen Abschieds – auch wie ein Gewinner da. Unterstützt von einem Berufsgenossen wie Felix Magath, immer noch hoch geschätzt vom Cottbuser Publikum. Das Volk, das offensichtlich ein gutes Gespür für die Situation des Cottbuser Fußballs hat, sprach sich auch nach der vierten Niederlage eindeutig für Sander aus – und gegen den Vorstand. Bis ein solches Gremium sich aber in einer heiklen Lage zurückzieht, dürften noch sehr viele Herbste ins Land ziehen.“

Stephan Flohr (Welt) gibt zu bedenken: „Die Gründe für die Entlassung Sanders liegen weniger im sportlichen als im zwischenmenschlichen Bereich. Die Beziehung des Trainers zum Präsidenten war noch nie von besonders großer Herzlichkeit geprägt. Sie gingen professionell miteinander um. Doch seitdem Energie in der vergangenen Saison souverän den Klassenerhalt geschafft hatte, gilt das Verhältnis zwischen Sander und Lepsch als zerrüttet. Sander brüskierte im Sommer die Vereinsführung, als er Details aus den ergebnislosen Verhandlungen um einen neuen Vertrag öffentlich machte, um Energie unter Druck zu setzen. Mit dem Ergebnis, dass er sich mit einer für Cottbuser Verhältnisse sehr hohen Gehaltsforderung verpokerte. Seitdem redeten Lepsch und Sander mehr übereinander als miteinander. (…) Wer auch immer Nachfolger wird – er kann nur hoffen, dass Energie im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt tätig wird. Ohne die Verstärkung durch einen Stürmer und einen offensiven Mittelfeldspieler wird der Klassenerhalt kaum zu schaffen sein. Und der Neue wäre gut beraten, sich mit seinem Debüt noch einen Spieltag lang Zeit zu lassen. Mittwoch muss Energie Cottbus beim FC Bayern antreten.“

Zeichen der Qualitätssicherung

Als ein „Fußball-Spektakel der Extraklasse“ bezeichnet Roland Zorn (FAZ) das 4:1 Werder Bremens gegen den VfB Stuttgart; die Vertragsverlängerung Diegos, vor dem Spiel bekannt gegeben, sei die Initialzündung des Bremer Spiels gewesen: „Als wären Tausende Champagnerflaschen gleichzeitig entkorkt worden, schäumte die Atmosphäre unter den 39.000 Zuschauern hoch. Die Bremer behalten ihren Fußballzauberer noch lange, wenn das signierte Arbeitspapier nicht nur geduldig sein soll. Sie sonnten sich in dem frisch auflebenden Stolz, längst auch wer im nationalen und internationalen Quervergleich zu sein. Und Diego? Der Regisseur norddeutscher Spielkunst bereitete Werders Wirkungstreffer gleich zu Beginn vor, gekrönt durch den frühesten (3. und 4. Minute) sowie schnellsten (44 Sekunden) Doppelpack der Bundesliga-Geschichte. Für die Vollendung sorgte Diegos portugiesischer Freund Hugo Almeida. Eine ganze Elf verletzter und gesperrter Spieler fehlte, und doch begeisterten die Bremer mit ihrem angriffslustigen und selbstbewussten Arbeitsethos. Nach dem mit allerlei Misstönen untermalten Abschied von Miroslav Klose schien die alte Werder-Familie vereint im Stolz auf Mannschaft, Verein und dessen Protagonisten. So griff ein lange nicht erlebtes Wir-Gefühl vom Rasen auf die Ränge und wieder zurück um sich, das eine tonisierende Wirkung verströmte. Diego bis 2011 bei Werder, zuvor schon die Vertragsverlängerungen mit Naldo (bis 2012) und Nationalspieler Torsten Frings (bis 2011): der Klub, für viele die Nummer zwei hinter den Bayern in Deutschland, hat nach dem Weggang von Klose eindeutige Zeichen der Qualitätssicherung gesetzt.“

Zufallsmeister

Den Verlierern schreibt Zorn hinter die Ohren: „Was bei Werder wieder passte, stimmt bei Stuttgart derzeit überhaupt nicht. Man sieht beim Überraschungsmeister zwar jederzeit das spielerische Potential, doch die professionelle Beharrlichkeit, sich für den Erfolg konzentriert zu quälen, ist den Schwaben momentan abhandengekommen. Vielleicht war deshalb die tags darauf bekanntgemachte Vertragsverlängerung um ein Jahr bis 2009 mit Trainer Armin Veh – siehe Diego und Bremen – das richtige Signal zum Wiederaufbruch.“ Sven Bremer (Berliner Zeitung) vermutet: „Dass die jungen VfB-Spieler nach dem Titelgewinn satt sind – man mag es eigentlich nicht glauben. Vielmehr wirkten sie extrem nervös wegen des schlechten Starts in die Saison. Es fehlt die zentrale Figur, die in solch richtungweisenden Spielen vorangeht.“

Jörg Marwedel (SZ) vertieft diesen Befund: „Die junge und bislang mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts gekommene Mannschaft ist an einem Punkt, an dem sie mit dem neuen Rhythmus Bundesliga und Champions League zurechtkommen muss. Wie nervös sie das macht, war in Bremen zu sehen. Fünf Gelbe Karten gab es, zweiundzwanzig VfB-Fouls wurden gepfiffen, während sich Werder nur achtmal regelwidrig einsetzte. Nicht nur Gomez redete wild auf seine Mitspieler ein. Vor allem aber waren es gar nicht die jüngsten, sondern die ältesten Profis, die derzeit mit der Belastung nicht klarkommen. Ricardo Osorio, 27, kam bei beiden Almeida-Treffern viel zu spät und wurde ebenso ausgewechselt wie später sein mexikanischer Landsmann Pavel Pardo, 31, der normalerweise der geistige und praktische Lenker im Spiel nach vorn ist. Und auch Kapitän Fernando Meira, 29, der schon in Glasgow mit einem äußerst ruppigen Auftreten einen Elfmeter verursacht hatte, war wiederum nicht die ordnende Hand im Abwehrzentrum.“

Peter Stolterfoht (Stuttgarter Zeitung) widmet sich der Vertragsverlängerung mit Armin Veh und packt den VfB an der Ehre: „Allein durch diesen Treuebeweis wird der VfB aber sicher nicht in die Erfolgsspur zurückkehren. Die Vereinsführung hat dem Trainer und seiner Mannschaft lediglich eine geschickte Vorlage gegeben, die jetzt auch entsprechend in Erfolge umgesetzt werden muss. Auf keinen Fall sollte die Vertragsverlängerung von den handelnden Personen auf dem Platz so verstanden werden, dass jetzt ja alles so weiterlaufen kann wie zuletzt. Dass mittlerweile immer lauter vom Zufallsmeister VfB Stuttgart gesprochen wird, sollte eigentlich schon Ansporn genug sein.“

Komfortzone Bundesliga

Daniel Theweleit (SZ) scheint überrascht ob der Selbstverständlichkeit des Schalkers Siegs vier Tage nach der Niederlage gegen Valencia: „Die Bundesliga scheint den Schalkern nicht nur fußballerisch besser zu liegen als dieses Universum namens Champions League. Schon vor dem glasklaren Sieg gegen Bielefeld am Samstag war überall im sonnigen Gelsenkirchen spürbar, dass an diesem Tag ein großes fröhliches Fest gefeiert werden sollte. Leichtigkeit lag in der Luft, entsprechend frei von Ehrfurcht und Selbstzweifeln spielten die Schalker (…) Rätselhaft bleibt nach diesem Fest aber, warum es Schalke so schwer fällt, auch mittwochs eine ähnliche von Ängsten befreite Freude in der Arena zu erzeugen. Vielleicht ist das Publikum anders strukturiert, oder die Leute sind weniger ausgelassen, wenn sie wissen, dass sie am nächsten Morgen früh zur Arbeit müssen. Die Schalker kennen die Gründe selber nicht genau.“

Richard Leipold (FAZ) bewertet fast entsetzt den Aufbaugegner Arminia: „Die Bielefelder unterließen es, die Schalker Therapiegruppe mit zusätzlichen Konflikten zu belasten. Mit Ausnahme ihres starken Torhüters Mathias Hain genügten die Arminen nur ihrer physischen Anwesenheitspflicht auf dem Rasen. Wer oder was ihnen vor dieser sechsten Runde zum zweiten Platz verholfen hatte, blieb während der gesamten Partie ein Rätsel. Selbst wenn das Ergebnis doppelt so hoch ausgefallen wäre, hätte niemand den Schalkern eine optimale Chancenverwertung bescheinigen dürfen. Die Champions League ist für den Revierklub noch ein weitgehend unerforschter Planet. Die heimische Liga indes könnte für die Westfalen bald wieder zur Komfortzone werden.“

Ehrennadel für Stevens

Frank Heike (FAZ) bereichert die Hamburger Ästhetik-Debatte nach dem Sieg gegen Nürnberg mit teils lobenden, teils spöttelnden Worten: „Es ist nicht unattraktiv, wie der HSV agiert, teilweise läuft der Ballvortrag auf höchstem Niveau ab, Ordnung und Defensivarbeit erfreuen jeden Taktik-Fan. Wenn aber die Torausbeute so gering ist, verliert mancher in der Gesamtschau aus den Augen, dass es bis kurz vor dem gegnerischen Gehäuse doch schön anzuschauen war, was der HSV da so treibt. Bis zum Spiel gegen den ‚Club‘, muss man sagen: Die Partie war nämlich ein zäher Brei in der wärmenden Septembersonne. Doch ohne die gesperrten Atouba, Demel und Kompany, mit völlig neu formierter Abwehr also, freute sich Stevens neben dem Sieg über eines, das man ohnehin immer wieder mit ihm in Verbindung bringen wird: Die Null stand. In nun 264 Bundesligaspielen blieben Stevens‘ Mannschaften 100 Mal von Gegentoren verschont. Ein kleines, verstecktes Jubiläum, zu dem man Stevens eigentlich eine Ehrennadel hätte verleihen müssen.“

Hansas Erleichterung

Nach dem 2:0 gegen Duisburg – Florian Räther (FAZ) hört, sieht und beschreibt Rostocker Steine zu Boden fallen: „Die minutenlangen Jubeltänze auf dem Rasen und auf den Rängen nach dem Abpfiff spiegelten die ganze Bedeutung dieses Sieges. Erstmals nach dem Aufstieg hatte Hansa Rostock wieder einen Grund zum Feiern. Mehr noch. Der verdiente 2:0-Erfolg im wegweisenden Duell über den MSV Duisburg beantwortete auf eindeutige Weise die Frage, ob in der Hansestadt Hoffnung oder Hoffnungslosigkeit das Bild der nächsten Wochen prägen werde. Und er bestätigte zugleich die Vereinsführung um den Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Klinkmann in ihrem besonnenen Krisenmanagement: Trotz des Fehlstarts von fünf Niederlagen in Serie hatte man sich glaubhaft hinter Frank Pagelsdorf gestellt und so erst gar keine Trainerdiskussion aufkommen lassen. Nun also die große Erleichterung.“

Arne Boecker (SZ) schickt die Verlierer ins Trainingslager und schaut Sieger ins Gesicht: „Es muss dem Eindruck entgegen getreten werden, überragende Rostocker hätten gute Duisburger überwältigt. Bei seiner fünften Niederlage am Stück präsentierte sich der stark ersatzgeschwächte MSV in erschütternder Verfassung. Nach vorne war von Ishiaku und Idrissou nichts zu sehen, hinten taten sich Löcher auf, durch die ein LKW hätte schlüpfen können. Dazwischen soll ein Mittelfeld agiert haben – behauptet der Spielberichtsbogen. Nur Torwart Starke stemmte sich gegen die Pleite. Den Rostockern blitzte die Erleichterung über den ersten Sieg aus allen Knopflöchern. Wichtige Funktionäre wollen gar gehört haben, wie Pagelsdorf im Kabinengang erst einen Witz gerissen und dann darüber gelacht haben soll. Gelacht! Pagelsdorf! Nicht zu klären war, ob er vor Freude geweint hat, als er nach dem Schlusspfiff über den Rasen ging. Ein verdächtiges Glitzern hatte sich in seine Augenwinkel geschlichen.“

Retter Favre

3:2 gegen Dortmund – Jan Christian Müller (FR) würdigt Arbeit und Verstand des Berliner Trainers, will sich aber auf eine Saisonprognose nicht festlegen: „Die Halbwertszeit von Fußballwahrheiten geht inzwischen offenbar gegen Null. Deshalb kann Hertha BSC Berlin am Ende der Saison wieder nur Zehnter werden. Wahrscheinlich ist das jetzt aber nicht mehr. Denn dass Lucien Favre Fußball versteht wie kaum ein anderer, hat ihm sogar der beurlaubte Innenverteidiger Dick van Burik ausdrücklich beschieden. Und dass Favres Personalführung offenbar auch nicht so schlecht sein kann, lässt die wundersame Wandlung des Marko Pantelic vom Ego-Star zum Teamplayer zumindest vermuten. Ohne jedwede Gewähr natürlich.“

Claudio Catuogno (SZ) malt einen Hertha-Comic: „Vielleicht passt dieses Bild ja ganz gut: Lucien Favre mit einem Fass um den Hals, einer Schweizer Fahne auf dem Rücken, wie er verschüttete Stadtmenschen wieder rausbuddelt. Die geretteten Lawinenopfer sind dann Dieter Hoeneß und sein ambitioniertes Hauptstadtprojekt. Hatte man nicht bis vor kurzem den Eindruck, sie taumelten in selbstproduziertem Chaos dem Abgrund entgegen? Nun schüttelten sie sich kurz, kaum traumatisiert, und kündigten prompt neue Großtaten an. In einem Jahr wollen sie es zurück ins Mittelgebirge (genannt: Uefa-Cup) schaffen, ein Jahr später dann die hochalpinen Regionen namens Champions League erreichen.“ Auch Johannes Kopp (taz) tut ein Favre-Bild aufhängen: „In der höchsten deutschen Spielklasse gibt es augenblicklich keinen radikaleren Anwalt des Kollektivgedankens. Hertha BSC kann man folglich als die Kommune 1 der Bundesliga bezeichnen.“

Herzlich willkommen

Christian Zaschke (SZ) hält Bibiana Steinhaus, der ersten Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Tür auf: „Fundamentalisten wenden ein, dass Frauen keine Fußballspiele leiten sollten, und zwar, weil Frauen keine Fußballspiele leiten sollten. Fundamentalisten sagen, dass Frauen ja das leiten könnten, was andere Frauen in China gerade unter dem irreführenden Begriff ‚Fußball‘-WM ausspielen. Aber das sind die Fundamentalisten, und Fundamentalisten – ach, man muss sie nicht so ernst nehmen. Frau Steinhaus sei an dieser Stelle im Kreis der Schiedsrichter für Berufsfußballer herzlich willkommen geheißen.“

Samstag, 22. September 2007

Allgemein

Batterie nicht mehr voll

Elisabeth Schlammerl (FAZ) urteilt maßvoll über das 1:0 der Bayern gegen Belenenses Lissabon: „Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als Spiele dieser Kategorie im besseren Falle eine müde Angelegenheit, im schlechteren Falle höchst unansehnlich waren, verstehen sich die Bayern nun darauf, ihre Spielkunst zumindest anzudeuten. Scheibchenweise bieten sie dar, wozu sie fähig sind. Franck Ribéry wirbelte die Gegner auch am Donnerstag durcheinander, er ist ein Ereignis mit seinen Tricks und Finten und kaum zu halten. Aber offenbar ist seine Batterie nicht mehr voll geladen, denn zum ersten Mal zeigte der Franzose ein paar Abspielschwächen. Seine Pässe verfehlten das Ziel ungewöhnlich oft. Womöglich macht sich beim FC Bayern erst jetzt, da es erste Ermüdungserscheinungen gibt, so richtig bemerkbar, dass die Mannschaft in einigen Bereichen noch nicht eingespielt ist.“

SZ: Stammplätze für deutsche Nationalspieler in Gefahr? Die Geschichte von Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski wird beim FC Bayern in diesen Wochen auf den Kern der Botschaft überprüft

Natürlich war das hochverdient: Luca Tonis Siegtreffer

Ordentlich geschlagen

Jürgen Höpfl (FAZ) registriert ungetrübte gute Nürnberger Laune: „Neunzehn Jahre lang träumten sie beim 1. FC Nürnberg vom Europapokal. Und als es endlich so weit war, wollten sie sich das Fußball-Fest durch die rauhe Wirklichkeit nicht verderben lassen. Obwohl das 0:0 gegen Rapid Bukarest keinen glanzvollen Uefa-Cup-Abend bildete und die Chancen im Rückspiel auf den Einzug in die Gruppenphase verschlechterte, verabschiedeten die Fans ihre Mannschaft mit Applaus. Gegen einen ebenso diszipliniert wie ausgebufft agierenden Pokalsieger aus Rumänien hatte sich der ‚Club‘ angesichts seiner aktuellen Sorgen ordentlich geschlagen, zumindest durch hohen Einsatz überzeugt.“

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