indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Donnerstag, 19. Mai 2005

Bundesliga

Ohne Fußballwurzeln

Platz 9, da kann der Wolfsburger doch nicht meckern – Thomas Kilchenstein (FR 18.5.) wundert sich darüber, dass Erik Gerets wohl entlassen wird: „Was will der VfL, 1997 in die erste Liga versetzt, eigentlich erreichen? Der Klub, von VW subventioniert und mit einem Etat von rund 48 Millionen Euro ausgestattet, wird diese Runde als Neunter abschließen. Das ist für die kleinste Bundesliga-Stadt kein ganz schlechtes Ergebnis und offenbar genau das, was möglich ist am Mittellandkanal, wo die unmittelbare Konkurrenz (Hannover 96 und Eintracht Braunschweig) über deutlich gewachsenere Traditionen verfügt. Es gibt in der Auto-Stadt im Grunde keine Fußball-affine Wurzeln, es gibt keine Historie. Vieles wirkt beim VfL blutleer und ohne Leben, vieles wirkt, Bayer Leverkusen nicht unähnlich, wie ein künstliches Gebilde. (…) Der VfL Wolfsburg ist nur graues Mittelmaß, höchstens.“

Mittwoch, 18. Mai 2005

Ball und Buchstabe

Spiegel Argentiniens

Höchst lesenswert! Der argentinische Autor Fernando Iglesias (NZZ 18.5.) blickt in Diego Maradonas Gesicht und erkennt Argentinien: „Für die Welt ist Maradona der Inbegriff der „neapolitanischen“ Charakterzüge der argentinischen Gesellschaft: Genialität, aber auch Korruption; Kreativität und Missachtung aller Regeln; Talent, aber geringer Arbeitseifer; viele Tugenden im Privaten, aber allzu viele Laster im öffentlichen Bereich. Der Erfolg Maradonas als Idol von Argentiniern und Neapolitanern scheint – zusammen mit dem relativen Misserfolg in Barcelona und der Verachtung, die ihm die restliche italienische Gesellschaft entgegenbringt – den Platz zu bestätigen, den ihm die globale Alltagsmythologie zugewiesen hat. (…) Maradona wird nicht nur im Ausland als der Vertreter Argentiniens wahrgenommen, er dient auch als Spiegel, in dem sich die Argentinier selbst betrachten. (…) Seine Verachtung für soziale Regeln, die er gern als falsch und verlogen verhöhnt, verbindet sich mit einem hemmungslosen medialen Komödiantentum – zwei Züge, die die argentinische Kultur der letzten zwei Jahrzehnte kennzeichnen. Was Maradona und die ihn bewundernde Gesellschaft aber vor allem gemeinsam haben, sind ungebremste Allmachtsphantasien, die paradoxerweise mit einer stilisierten Neigung zum Selbstmitleid in der Opferrolle einhergehen. Wer glaubt, der Allerbeste zu sein, dann aber scheitert, wird den Misserfolg kaum auf eigene Fehler zurückführen. Deshalb ist Argentinien ein Land, das aus seinen Fehlern nichts lernt und zwischen zwei ideologischen Extremen schwankt, die beide davon ausgehen, dass die Methode der Tabula rasa die beste von allen sei.“

Allgemein

Privatkapital

Den Aufschwung ZSKA Moskaus und des russischen Fußballs Michael Ludwig (FAZ 18.5.) recherchiert: „Roman Abramowitsch ist formal nicht an den ZSKA gebunden. Aus seiner Umgebung hieß es bescheiden, man habe keinerlei sportlichen Einfluß auf den Klub. Das scheint aber vornehm untertrieben. Denn ein alter Freund und Geschäftspartner Abramowitschs, Jewgenij Giner, der auch in der Autoindustrie engagiert sein soll, ist Präsident des Klubs. Und da gibt es noch einen Bekannten Abramowitschs aus glücklichen Oligarchentagen der Jelzin-Ära im Hintergrund, den Bankier Aleksandr Mamut. Mamut soll beim ZSKA eine ganze Menge zu sagen haben. Diese „großen drei“ ziehen die Fäden, heißt es unter Kennern. Aber zitiert werden möchte mit dieser Aussage niemand. Sobald in Rußland das große Geld ins Spiel kommt, werden alle schweigsam. (…) Zu sowjetischer Zeit haben die Nationalmannschaften international immer wieder ganz oben mitgemischt. Dann kam der Einbruch, Desorganisation und Geldmangel beherrschten die Szene. In der Liga wurde in manchen Jahren die Hälfte der Begegnungen gekauft. Seit einigen Jahren drängt Privatkapital in den russischen Fußball. Die Klubs leben nicht mehr von der Hand in den Mund, werden wieder besser, auch dank der Spielerkäufe im Ausland. Und irgendwann kommen auch sicherlich wieder mehr als durchschnittlich 10000 Besucher zu den Spielen.“

Hausmarke

Über den Statusverlust des Uefa-Cups Christoph Kneer (SZ 18.5.) klagt: „Es gab einmal eine Zeit, da konnte man sich im Uefa-Cup wie einst die siegreichen Schalker den Kampfnamen Eurofighter verdienen, aber immer häufiger werden jetzt nur noch Teurofighter daraus. Man kämpft, und am Ende zahlt man drauf. Spätestens seit die Uefa auch Liga-Dritte hineinbittet in die heiligen Hallen seiner Champions League, ist aus dem einst wohl beleumundeten Uefa-Cup ein Abenteuerpokal geworden, dessen Herausforderungen oft eher logistischer als sportlicher Natur sind. (…) Es ist das Schicksal des Uefa-Cups, dass es die Champions League gibt. Sie hat ihm den großen Sport gestohlen und die Aufmerksamkeit dazu. Die Champions League ist das Premiumprodukt, der Uefa-Cup ist die Hausmarke.“

Vernebelt

Auf die Fünf-Jahres-Wertung Andreas Lesch (BLZ 18.5.) sorgenvoll blickt: „Wenn es um ihren Stellenwert in Europa geht, wird die nationale Kickerbranche häufig von Wahrnehmungsstörungen geplagt. Vor Tagen bezeichnete Christian Seifert, der neue Geschäftsführer der DFL, die Bundesliga wieder als „Premium-Produkt“. Vermutlich vernebeln die steigenden Besucherzahlen den Blick: Im Schnitt besuchten in dieser Saison 37546 Zuschauer jedes Spiel, das ist mehr als je zuvor. Leider nur steigt die Qualität der sportlichen Darbietungen nicht mit. Die Bundesliga droht international immer weiter abzurutschen.“

Dienstag, 17. Mai 2005

Internationaler Fußball

Ode an die Eleganz

Klein- und Offensivgeist – Ronald Reng (taz 17.5.) fasst die Saison und die Meisterfeier des FC Barcelona zusammen: „Barca, einer der fünf größten Fußballklubs der Welt, ist in seinem Selbstverständnis immer der schwer leidende Außenseiter geblieben, dem kein Missgeschick erspart bleibt, ehe er irgendwann doch für seine Aufopferung belohnt wird. „Barca-Fan zu sein, schweißt zusammen“, sagte ein glühender Fan in der Meisternacht, „denn wir müssen uns für unsere Triumphe so viel mehr anstrengen.“ Es war Regierungspräsident José Luis Zapatero. Er musste noch etwas loswerden: „Heute haben alle Madridistas ihre Mobiltelefone ausgeschaltet!“ Sie schaffen es in Barcelona nicht, ohne Schadenfreude zu feiern. Bei jedem Triumph geht es auch darum, dass der ewige Rivale Real Madrid nichts zu lachen hat. Es war nicht jedermanns Geschmack, als Samuel Eto‘o live im Fernsehen sang: „Madrid, du Hurensohn, huldige dem Meister!“ So sehr der Mythos vom Lohn nach langen Jahren des Leidens auch strapaziert wurde, so war diese Meisterschaft doch ein Triumph der Leichtigkeit. (…) Wer ihnen zusieht, kommt mit dem Atmen nicht mehr hinterher. So schnell rollt der Ball, so flink wechseln sie die Positionen. Eine Elf wie eine Ode an die Eleganz.“

Sympathiegewinn

Walter Haubrich (FAZ 17.5.) verweist auf den Verdienst der Vereinsführung: „Obwohl Real noch die Mannschaft mit den meisten Sympathisanten in Spanien ist, freuen sich in diesem Jahr doch sehr viele Spanier darüber, daß der FC Barcelona erstmals wieder seit 1999 spanischer Fußballmeister geworden ist. Zu diesem Sympathiegewinn haben sicher die guten Leistungen, vor allem das attraktive offensive Spiel der Mannschaft beigetragen, aber auch der neue Vorstand mit dem 42 Jahre alten Joan Laporta an der Spitze. Laporta und seine Mitarbeiter haben auf den schwer erträglichen, manchmal übertrieben selbstbewußten Ton des früheren Vorstandes unter dem Hotelbesitzer und konservativen Politiker Joan Gaspart verzichtet. Daß Barca mehr als ein Klub sei – nämlich die Essenz der autonomen Region Kataloniens –, solche Sätze hört man seit zwei Jahren von der Führung des FC Barcelona nicht mehr. Auch die früher ständigen Angriffe gegen Real Madrid sind inzwischen Vergangenheit.“

Generacio Powerpoint

Lucas Söchtig (FAS 15.5.) fügt hinzu: „Dabei ist es keine zweieinhalb Jahre her, daß der FCB vom Abstieg bedroht war. Die Altherren-Riege um Josep Lluís Nunez und Nachfolger Joan Gaspart hatte wahllos überteuerte Profis aus aller Herren Ländern zusammengekauft, Trainer wie Anzüge gewechselt und dabei einen Schuldenberg von rund 230 Millionen Euro angehäuft. „Der Verein ist eine Ruine: ohne Prestige, ohne Geld, ohne Punkte“, befand die Zeitung El Periodico de Catalunya. Dann reichte es auch den Mitgliedern: Im Frühjahr 2003 brachen sie radikal mit der Vergangenheit und kürten den damals erst 40 Jahre alten Außenseiter Laporta zum neuen Chef. Seither hat die „Generacio Powerpoint“ die Fäden in der Hand – eine Gruppe äußerst dynamischer Yuppies, deren Protagonisten Laporta, der frühere Nike-Manager Sandro Rosell, Ingla sowie der neue Finanzchef Ferran Soriano sind. 1,5 Millionen Euro mußte jeder von ihnen vor Antritt des Ehrenamtes hinterlegen – als Kaution gegen Mißmanagement.“

Ball und Buchstabe

Ungeschult, blauäugig und eitel

Achtung, Sie verlassen den Erstliga-Sektor! Markus Lotter (WamS 17.5.) zählt die Versäumnisse der ostdeutschen Vereine: „Alles ist, wie es immer war: Seit 15 Jahren leiden die Ostklubs unter der Wirtschaftsschwäche ihrer Regionen, seit 15 Jahren pendeln die Klubs zwischen Finanzgerichten, Oberliga, Regionalliga und Zweiter Liga. Und seit 15 Jahren haben die meisten Klubs ihre Misere selbst herbeigeführt. Nur, wer redet schon gern darüber? Statt hektisches Getue durch eine fundierte Analyse zu ersetzen, geistern populistische Vorschläge ohne Tiefgang durch die Republik. Wie etwa der von Franz Beckenbauer, die Bundesliga solle auf 20 Klubs aufgestockt werden. Oder der von Lothar Matthäus, der forderte, Westvereine sollen die Kollegen im Osten mit Geld unterstützen. Woran sich der Rekordnationalspieler nicht zu erinnern vermag: Schon einmal flossen Millionen in Vereine zwischen Kap Arkona und Bad Elster. Gebracht haben sie nichts. Der DFB pumpte 20 Millionen Euro Aufbauhilfe in den Ostfußball – so wie private Investoren (…) In den Führungsetagen der Klubs aus den Neuen Bundesländern saßen jahrelang Glücksritter aus Ost und West, windige Finanzjongleure, Politiker oder einfach nur Fans. Das Management war oft ungeschult, blauäugig und eitel.“

WamS-Interview mit Schriftsteller Thomas Brussig über den Fußball im Osten

Dieter Krein ist nicht mehr Präsident von Energie Cottbus, BLZ

Die Tartanbahn breiter als die Wolga

Marc Schürmann (FTD 17.5.) verkneift sich das Fluchen: „Das Olympiastadion starb durch die Hände derer, die ihm nun nachweinen, und es starb mit Recht. Es gibt Menschen, die in keiner anderen Lebenslage eine Brille brauchten als in diesem Stadion: weil sie sonst die Rückennummern nicht sahen. Womöglich nicht einmal die Rücken. Die Tartanbahn breiter als die Wolga, die Haut bei Regen genauso nass und das Rund weit, so weit. Am schlimmsten waren die Heimspiele von 1860 München, da fühlte man sich einsamer als in einem finnischen Familiendrama. Der miese Finsterling, der damals diese Schalensitze entworfen hat, in diesem Grün, mit diesen Mulden, ist vermutlich selbst schon an seinem Menschenhass zugrunde gegangen; auf jeden Fall kann es ihm nicht gut gehen. Falls Sie nun meinen, pah, der hat gut reden, sitzt immer auf der komfortablen Pressetribüne und meckert über unsere Sitze: ha, von wegen. Hätten Sie sich mal zu den Journalisten gesetzt, in Reihe 15 zum Beispiel, zwischen Sitzfläche und Schreibfläche – Sie wären erstaunt gewesen, wie rasch man jedes Gefühl in den Beinen verliert.“

Bundesliga

Mehr Klopps im eigenen Verein

Peter Penders (FAZ 17.5.) wünscht sich von Spielern und Trainern mehr Treue: „Die totale Identifikation mit dem Verein, die Peter Neururer zuletzt eine Spur zu dick vorgelebt hat, ist selten geworden. Verträge werden dem Fan zwar gern zur Beruhigung präsentiert, auf die Erwähnung der Fußnoten wird aber lieber verzichtet. Kaum ein Kontrakt scheint noch ohne eine Ausstiegsklausel unterzeichnet zu werden. Spieler und Trainer kommen und gehen, zurück aber bleibt der Fan, der die Farbe seines Trikots nicht so einfach und schon gar nicht wegen eines Mißerfolges oder gar besserer Aussichten wegen wechselt. (…) Heute scheinen außer bei den Bayern nur noch jene Spieler bei ihrem Verein bleiben zu wollen, denen kein lukrativeres Angebot eines anderen Klubs vorliegt. Auch so ist die große Popularität zu erklären, die dem Mainzer Trainer Jürgen Klopp bundesweit zufliegt. Er ist seit 1991 für den FSV unterwegs, erst als Spieler, dann als Trainer. Seinen Vertrag hat er gerade per Handschlag verlängert – mehr Klopps im eigenen Verein wünschen sich viele Fans.“

Schwerer Schritt

Christoph Biermann (SZ 17.5.) wundert sich über die vielen Niederlagen von Schalke, Stuttgart, Berlin und Bremen: „Die Zielgerade dieser Spielzeit absolvieren die so genannten Spitzenmannschaften verdammt schweren Schrittes. Ihr Schlusssprint erscheint wie die Rudelbildung von Gramgebeugten.“

Das braucht nun wirklich kein Mensch

Frank Ketterer (taz 17.5.) kann die vielen Niederlagen von Schalke, Stuttgart, Berlin und Bremen erklären: „Vielleicht wollen Schalke und Stuttgart und Hertha gar nicht in der Champions League spielen. Was einerseits traurig wäre, andererseits aus Sicht von Spielern und Trainern auch wiederum verständlich: In der Champions League mag es zwar durchaus das ein oder andere Milliönchen mehr zu verdienen geben, noch mehr aber warten dort auf deutsche Klubs Niederlagen. Die wiederum erzeugen Frust und Ärger, vor allem aber das unschöne Gefühl, gar kein Spitzenfußballer in einem Spitzenklub zu sein, jedenfalls außerhalb der Bundesliga. Das braucht nun wirklich kein Mensch, noch nicht einmal ein Rangnick oder Sammer, die, wenn es ganz dumm kommt, am Ende auch noch ihren Kopf hinhalten müssen für die ganze Champions-League-Kacke. Deshalb kann es manchmal ganz angebracht sein, das ein oder andere Bundesligaspiel zu verlieren. Blöd dabei ist nur, dass die anderen genauso clever sind.“

Geliebte

Promiskuität oder Vielmännerei – Elisabeth Schlammerl (FAZ 17.5.) beschreibt die Beziehung zwischen Bayern München und der hässlichsten Salatschüssel der Welt: „Für den FC Bayern ist die Meisterschale wie eine Geliebte, die sich zwar manchmal die Freiheit einer kleinen Affäre gönnt, aber meist ganz schnell wieder zurückkehrt nach Hause, in den Vitrinenschrank an der Säbener Straße.“

Foto-Serie von der Meisterfeier, sueddeutsche.de

Als sei nichts passiert

Matthias Wolf (BLZ 17.5.) schildert die Stimmungen in Rostock: „Als alles vorbei war, verlas der Stadionsprecher noch „einen Gruß vom Vorstand und von den Spielern“. Nun gebe es Freibier. Die Masse jubelte, nur in der Südkurve ließen sich die Kritiker nicht mundtot machen. Sie wollten ihren Schmerz nicht ertränken: „Absteiger! Absteiger!“, riefen sie wütend. (…) Emotionslos, als sei nichts passiert, verabschiedeten sich die Spieler des FC Hansa Rostock aus der Erstklassigkeit. Viele von ihnen hoffen, nun weich zu fallen.“

Handschrift?

Stefan Hermanns (Tsp 17.5.) prüft die Arbeit Matthias Sammers: „Die Frage, ob Sammer ein wirklich großer Trainer ist, ist noch nicht beantwortet. Im Moment würde man sagen: eher nein. Der VfB liegt zwar noch auf Platz drei, von den vier Anwärtern auf einen Platz in der Champions League machen die Stuttgarter zurzeit allerdings den labilsten Eindruck. Sammer wird schon länger vorgeworfen, dass bei seinem Team keine Handschrift zu erkennen sei. Man könnte auch sagen, dass es gerade Sammers Handschrift ist, dass keine Handschrift zu erkennen ist. Offensichtlich aber ist Sammer in der Lage, aus einer Mannschaft mehr herauszuholen, als in ihr steckt. Allerdings gelingt ihm das nur über begrenzte Zeit, und die Entwicklung, die der BVB unter ihm in drei Jahren genommen hat, erlebt er nun in Stuttgart innerhalb von drei Monaten.“

Oliver Trust (Tsp 17.5.) ergänzt: „Sammer ist nicht unumstritten im Klub. Einige vermissen eine klare Linie, zu spät habe er egomanische Ausbrüche im Team unterbunden, die nun, nicht mehr nachhaltig kontrollierbar, dem Erfolg im Wege stünden. Sein Verhältnis zu den Managern Herbert Briem und Jochen Schneider gilt als oberflächlich, seine Umgangsformen mit Spielern als zu nachgiebig.“

Dauerfehde

Worüber spricht man in Wolfsburg, Achim Lierchert (FAZ 17.5.)? „Den Wolfsburgern bleibt die nur noch schwer erträgliche Dauerfehde zwischen Thomas Strunz und Erik Gerets. Bei der Verabschiedung von den eigenen Fans ertönte ein gellendes Pfeifkonzert, als der ehemalige Profi Strunz die Bühne betrat. Schwer, in diesem Klima eine konstruktive Personalpolitik zu betreiben.“

Samstag, 14. Mai 2005

Interview

Jeder Mensch weiß, dass auf Schalke Veltins getrunken wird

Rudi Assauer mit Christoph Biermann & Philipp Selldorf (SZ 14.5.)
SZ: Schalke hat gestern einen Schuldenstand von 112,9 Millionen Euro vermeldet. Dürfen wir spotten, dass Borussia Dortmund, der passende Gegner, zum Schuldengipfel kommt?
RA: Was glauben Sie, wie viel unser Gelände da draußen wert ist? Unser Zahlenmeister sagt mir, dass es rund 140 Millionen Euro Anlagevermögen sind. Noch wichtiger ist aber, dass wir unsere Schulden tilgen können. Und damit haben wir keine Probleme.
SZ: Auch weil Sie neulich den Stadionnamen an Veltins verkauft haben. Hat Ihnen das weh getan?
RA: Natürlich. Aber wenn’s nicht Veltins gewesen wäre, wäre niemand anders auf die Schüssel gekommen. Wir brauchten einen Partner, der zu uns passt und bei uns eingeführt ist. Jeder Mensch in Deutschland weiß, dass auf Schalke Veltins getrunken wird, deshalb hat sich bei unseren Fans kaum einer beschwert. Den Namen kann man im Grunde nur einmal verkaufen, und bei uns wird das Namensrecht für 10, wahrscheinlich sogar 15 Jahre an Veltins gehen. In Hamburg ist der Vertrag mit AOL bald abgelaufen – wie soll das Stadion dann heißen?
SZ: Volksparkstadion.
RA: Und Uwe Seeler kratzt seine Rente dafür zusammen? Nein, bei uns in Deutschland kann man das nur einmal glaubwürdig vermarkten.
SZ: Karlheinz Rummenigge fordert mehr Fernsehgeld für die Bundesliga insgesamt und eine Umverteilung zugunsten der großen Klubs. Unter diesen Umständen hätten Sie den Stadionnamen nicht verkaufen müssen.
RA: Nein, das hätten wir sowieso gemacht.
SZ: Aber mehr Geld vom Fernsehen hätten Sie trotzdem gerne?
RA: Moment! Ich würde mir erst einmal wünschen, dass nicht jeder was zum Thema rausbläst. Kalle Rummenigge will mehr Geld, Franz Beckenbauer will 20 Vereine in der Bundesliga, der will dies und jener das. Damit schwächen wir uns nur unsere Verhandlungsposition, das ist unprofessionell. Wenn ich bei einem Sender säße, würde ich denken: „Was wollen die eigentlich?“ Wir sollten uns lieber mal mit ausgesuchten Leuten an einen Tisch setzen, um zu klären: Was ist die Bundesliga wert?
SZ: Wer soll da sitzen?
RA: Die DFL. Und vielleicht der ein oder andere Spitzenmanager der Liga mit den Vertretern der Sender. Und dann muss man sich überlegen: Über was reden wir hier eigentlich? Was will man? Die Fachleute kennen ja die Verhältnisse im Ausland: In Spanien zum Beispiel gibt es zwei Vereine, die vom Fernsehen sehr gut, und drei oder vier Vereine, die einigermaßen bezahlt werden – und der Rest kriegt einen Abklatsch, ein paar Mark fuffzig. Ist das gerechtfertigt?

Das geeinte Deutschland war eines unserer Hauptargumente

Franz Beckenbauer mit Wolfgang Hettfleisch (FR 14.5.)
FR: Um wie vieles größer wird die WM 2006 im Vergleich zur WM 1974 sein?
FB: Man kann das gar nicht mehr vergleichen. Die Zahl der Teilnehmer hat sich verdoppelt, die Zahl der Medienvertreter verhundertfacht. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir 1974 das Spiel gegen die Auswahl der DDR verloren hatten, da hatte Helmut Schön ein Pressegespräch und hat mich zum ersten Mal mitgenommen. Das war in einem Restaurant neben der Sportschule, in dem Raum waren vielleicht zehn oder fünfzehn Journalisten dabei, kein Fernsehen, gar nichts.
FR: 1974 spielten Sie gegen die DDR, nun gibt es einen deutschen Staat, der diese WM ausrichtet. Leipzig ist der einzige Spielort im Osten Deutschlands, reicht Ihnen das?
FB: Die Anforderungen an die Infrastruktur ließen keine anderen Möglichkeiten zu. Seien wir froh, dass Leipzig dabei ist. Es ist nur schade, dass dort kein erstklassiger Fußball gespielt wird. Aber das WM-reife Stadion gibt Hoffnung, dass Leipzig wieder in den professionellen Fußball zurückkehrt.
FR: Wird es denn im geeinten Land eine andere, eine gesamtdeutsche WM werden?
FB: Sicher. Das sind heute andere Voraussetzungen. Wir wurden ja mit unserer Bewerbung nicht überall mit offenen Armen empfangen. Die Afrikaner haben damals gesagt: „Was wollt ihr denn, ihr habt doch schon eine Weltmeisterschaft ausgetragen, jetzt lasst uns doch mal ran.“ Da war eines unserer Hauptargumente das geeinte Deutschland.
FR: Kann die WM helfen, die immer noch vorhandenen Gräben zwischen Ost und West zuzuschütten?
FB: Ich persönlich konnte noch nie einen Unterschied feststellen zwischen jemand, der aus Westdeutschland und jemand der aus Ostdeutschland kommt.
FR: Sie wollen in zwei Jahren Uefa-Präsident werden. Michel Platini hat gesagt, das hätten sie vor zehn Jahren tun sollen. Sagen Sie ihm nun, er möge es in zehn Jahren wieder versuchen?
FB: Zunächst mal darf man nicht alles ernst nehmen, was so gesagt wird. Tatsache ist: Wenn die Position frei wird – wir haben ja im Moment noch einen Uefa-Präsidenten, und zwar einen der besten, die es in der Uefa je gegeben hat –, wenn sie also frei wird, bin ich interessiert. Aber die Wahl wurde auf 2007 verschoben. Also haben wir noch fast zwei Jahre Zeit, uns Gedanken darüber zu machen.

Ascheplatz

Übernahme im Heuschreckenstil

Christian Eichler (FAZ 14.5.) kommentiert den Kauf Manchester Uniteds durch Malcolm Glazer und die Wut der Fans: „Wer feindliche Übernahmen betreibt, muß mit feindlichen Reaktionen rechnen. Anders als der Russe Abramowitsch, der eigenes Geld in den FC Chelsea steckte, finanziert Glazer die Übernahme im Heuschreckenstil: auf Pump. Der eine macht einen verschuldeten Klub reich, der andere einen reichen Klub verschuldet. (…) Diese Spielart des Finanzmarktes macht Fans fassungslos. Doch haben sich dieser Gefahr viele englische Klubs durch den Börsengang ausgeliefert.“

Puppe an einem Galgen

Raphael Honigstein (SZ 14.5.) ergänzt: „In Old Trafford wurde das Gesicht des 76-Jährigen erst ein Mal gesehen – im Oktober hing er beim Spiel gegen Arsenal als Puppe an einem Galgen hinter dem Tor, bevor ein Aufseher intervenierte. Bezeichnenderweise empfängt nur die blaue Hälfte der Stadt, die dem kleineren Lokalrivalen Manchester City die Daumen drückt, den reichen Amerikaner aus Palm Beach mit offenen Armen. Die City-Fans hoffen, dass mit Glazer neben den hohen Schulden auch sportlicher Misserfolg beim großen Nachbarn einziehen wird. (…) In den USA kann man die Abneigung der United-Fans nicht verstehen, dort bewundert man Glazer als typisch amerikanischen Erfolgsmenschen.“

Vorurteile

Felix Reidhaar (NZZ 13.5.) hingegen verweist auf Chance für den Verein: „Führung und Anhängerschaft von Manchester United Plc haben nicht mit der typischen Hartnäckigkeit des amerikanischen Geschäftsmannes und Selfmademanns gerechnet. (…) Was der Traditionsverein unter neuer Führung zu erwarten hat, muss nicht zwingend unter ungünstigen Auspizien beurteilt werden, wie dies konservative Engländer mit ihren fixen Vorurteilen gegenüber Repräsentanten des US-Showsport-Business und deren mangelndem Sachverstand in Sportfragen der Alten Welt zu tun pflegen. (…) Eine Chance liegt für den beliebten und reichsten Fussballklub der Welt in der neuen Herrschaft – so wie sie Chelsea unter russischem Besitzer allem Skeptiszismus zum Trotz innert kurzer Zeit genützt hat.“

Freitag, 13. Mai 2005

Interview

Hier zeigt sich ein typisches Ossiproblem: mehr scheinen als sein

Peter-Michael Diestel, ehemaliger Präsident Hansa Rostocks, mit Jens Anker (Welt 13.5.)
Welt: Was bedeutet der Abstieg für den FC Hansa?
PMD: Ich glaube, die wirtschaftliche Lage in Rostock ist ernster als in Schalke oder Dortmund, weil dort ein sportliches Potential vorhanden ist, das es in Rostock nicht gibt. Ich verfolge das mit tiefer Wehmut und Enttäuschung. In Rostock hat der Fußball eine ganz andere Bindung zu den Fans als in anderen Vereinen. Diese Identifikation ist von meinen Nachfolgern im Amt erbarmungslos verspielt worden.
Welt: Was werfen Sie der Vereinsführung vor?
PMD: Die Führungsmannschaft ist kopflos. Sie hat das Lieblingskind des Ostens versenkt. Sie hat gebaut, gebaut, gebaut: ein Vereinsgebäude, ein Internat, ein Stadion – alles vom Feinsten. Natürlich ist es schön, in so einem Stadion zu spielen, aber hier zeigt sich ein typisches Ossiproblem: mehr scheinen als sein. Es ist alles so inhaltslos. Mit geringen Veränderungen hätte das alte Stadion umgebaut und das Geld statt in Steine in Fußballspieler investiert werden können.
Welt: Wie hätte die Talfahrt vermieden werden können?
PMD: Ich werfe dem Aufsichtsrat vor, keinen Vorstand gebildet zu haben, der die wirtschaftlichen Abläufe des Profifußballs versteht. Statt dessen hat er gigantisch investiert, ohne an schlechte Zeiten zu denken. Die Situation hat sich vor zwei Jahren angekündigt, aber niemand hat die Notbremse gezogen.

Confed-Cup

Letzte Möglichkeit verbraucht

Thomas Hahn (SZ 12.5.) kritisiert die Abschaffung der Ausbildungsentschädigung: „Das hat den Provinzklubs mit ihren ehrenamtlichen Jugendförderern gerade noch gefehlt, als gesetzlos zu gelten, bloß weil sie ab und zu eine kleine Prämie für gute Leistungen erhalten. Denn für sie wird es ohnehin zusehends schwieriger, erfolgreiche Jugendarbeit zu leisten, nachdem die großen Fußballunternehmen ihre Zukunft immer mehr selbst in die Hand nehmen. (…) Wenn das OLG-Urteil Bestand hat, ist für die Jugendarbeiter in den Tiefen der Vereinslandschaft die letzte Möglichkeit verbraucht, mit dem Stolz auch noch ein bisschen geldwerte Anerkennung zu bekommen von den Großen ihres Sports, die sich sehr weit von ihnen entfernt haben.“

Ball und Buchstabe

Erfolgsprogramm

ARD-Chef Thomas Gruber im Interview mit Hans-Jürgen Jakobs (SZ/Medien 12.5.) über die anstehende Verhandlung mit der Bundesliga
SZ: Kann die ARD dem Fußball im erwerbswirtschaftlichen Bestreben helfen? Die Klubs klagen, dass in anderen Ländern mehr Geld von TV-Unternehmen komme.
TG: Wir helfen ja dem deutschen Fußball. Es ist gerade zwei Jahre her, als es ganz schlecht um die Bundesliga aussah. Damals, nach dem Konkurs von Leo Kirch, haben die kommerziellen Anbieter die Klubs hängen lassen. Die ARD hat ihre Solidarität mit der Liga nicht nur bekundet, sondern bewiesen – indem wir aus dem Stand die Sportschau installiert haben. Daraus wurde ein Erfolgsprogramm – mit im Schnitt einer Million Zuschauern mehr als bei ran auf Sat 1. Davon profitiert finanziell nicht nur die Bundesliga als Ganzes, sondern auch die Vereine. Bei den Sponsoren-Einnahmen sind sie europäische Spitzenreiter. Auch die Besucherzahlen in den Stadien sind in unserer Zeit konstant gestiegen.
SZ: Sie hätten die Liga-Rechte für 60 Millionen Euro, also zum „Schnäppchenpreis“, bekommen, klagt Karl-Heinz Rummenigge.
TG: Natürlich ist die Bundesliga ein Markenartikel comme il faut, sonst würden wir unser Interesse nicht so deutlich bekunden. Und ich verstehe, dass die Klubs so viel TV-Geld wie möglich erlösen möchten. Aber wir tragen neben unseren TV-Geldern besonders durch unsere hohen Zuschauerzahlen und die große Akzeptanz viel zu den Gesamteinnahmen der Vereine bei. Mit mehr Exklusivität fürs Pay-TV – also einer Verlagerung der ersten Bundesligabilder ins Free-TV nach 22 Uhr – hat man in Deutschland schon mal schlechte Erfahrungen gemacht. Das Publikum hat ran um 20.15 Uhr regelrecht bestraft. Die Sportschau hat seit Herbst 2003 viele Frauen zum Fußball gelockt – die würden so spät am Samstagabend sicher nicht mehr schauen.

Gruppe von Untermenschen, die unser Brot stiehlt

Christoph Biermann (SZ 13.5.) berichtet den zunehmenden Rassismus in Rumänien: „Bei der FARE-Konferenz in Bratislava war einer der Schwerpunkte deren Situation in Mittel- und Osteuropa. Die Hetze gegen Roma ist eine dort weit verbreitete Spielart des Rassismus, die sich auch in den Fußballstadien massiv niederschlägt, wie sich zuletzt gezeigt hat. Vor allem beim designierten EU-Mitglied Rumänien wurde das vor knapp vier Wochen auf prominente Weise beim Hauptstadtderby zwischen Steaua und Rapid Bukarest noch einmal deutlich, wie FARE berichtet. (…) Nach Angaben des Europäischen Roma Informationsbüros hatte nicht zuletzt der Präsident von Steaua Bukarest, Gigi Becali, zur aufgeheizten Atmosphäre im Stadion beigetragen. Becali hatte einem ehemaligen Besitzer von Rapid, der heute Mitglied der rumänischen Regierung ist, damit gedroht, ihn zu schlagen, wenn er es wagen würde, zum Spiel zu kommen. Überdies würde Becali offen die rechtsradikale Organisation Noua Dreapta unterstützen, auf deren Webseite werden Roma als „eine Gruppe von Untermenschen, die unser Brot stiehlt, unsere Traditionen austauscht, unsere Brüder ermordet und unsere Eltern tötet“ bezeichnet.“

Trend zur intimen Haarlosigkeit

Christoph Schurian (taz NRW 13.5.) beobachtet den neuesten Trimm-Dich-Trend: „Hier die nackten Wahrheiten der Saison: Erstens, Kicker sind Kosmetikprofis. Wie sonst nur Fahrkartenkontrolleure klemmen sie sich ihre Herrenhandtaschen unter den Arm, gefüllt mit Shampoos, Cremes und Deodorant-Sprays. Zweimal Training am Tag heißt auch zweimal Duschen, mindestens. Ballkünstler mit Problemhäuten verzichten deshalb auf die übliche Morgenbrause. Zweitens: Fußballer mögen tätowierte schwarze Dreiecke auf den Schultern. Drittens: Fußballer rasieren sich zunehmend auch unten herum. (…) Der Trend zur intimen Haarlosigkeit ist unaufhaltbar. Neulich sah ich in der Dusche einer Bezirkssportanlage den ersten Unparteiischen ohne Schamhaare inmitten einiger polierter Mannschaftskameraden.“

Donnerstag, 12. Mai 2005

Interview

Wir trauen Ballack zu, zum Ausnahmespieler der WM zu werden

Jürgen Klinsmann mit Michael Horeni (FAZ 12.5.)
FAZ: Beginnt mit dem Confederations Cup die Zeit des härteren Konkurrenzkampfes, nachdem bisher immer wieder junge Spieler integriert wurden?
JK: Es muß immer eine Mischung geben zwischen Selbstbewußtsein, das wir den Spielern vermitteln, und ihrer Eigeninitiative. Bei uns kann sich kein Spieler zurücklehnen und glauben, es ginge von alleine. Denn mit unserer Spielphilosophie bewegen wir uns auf einem schmalen Grat. Sie funktioniert nur mit totalem Engagement. Wenn einer nicht absolut mitzieht, einem Zweikampf aus dem Weg geht oder ihm ein Laufweg zu lang ist, dann hat er keinen Platz im Team. Wir müssen die Spieler auch zu ihrer Höchstleistung kitzeln.
FAZ: Indem Sie Michael Ballack als künftigen Zinedine Zidane von Deutschland sehen?
JK: Es ist als Ansporn gedacht, weil wir in Deutschland der Meinung sind, wenn wir mal einen Superstar haben, ihn kleinmachen zu müssen. Wenn einer den Überflieger bekommt, dann muß man ihn von diesem Trip runterholen, keine Frage. Aber Michael Ballack ist das genaue Gegenteil. Er ist bescheiden, zugänglich und charakterlich top. Trotzdem gibt es den Hang, einen solchen Ausnahmeathleten mürbe zu machen – deswegen positionieren wir uns ganz bewußt so zu Michael und ziehen die Verbindung zu Zidane. Er hat noch einiges drin. Wir trauen ihm zu, zum Ausnahmespieler der WM zu werden. (…)
FAZ: Die deutsche Nationalmannschaft hat immer nur Titel gewonnen, wenn deutsche Klubs international erfolgreich waren. Bis auf die Bayern hat dazu aber kein Verein mehr das Zeug.
JK: In diesem und in den vergangenen Jahren ist uns gezeigt worden, wo im deutschen Fußball die Defizite liegen: im Tempo. Das war so bei der Nationalmannschaft bei der EM und in den Europapokal-Wettbewerben. Wir müssen uns wirklich fragen: Können wir das Tempo mitgehen? Wir haben lange gedacht, wir könnten da locker mithalten, aber jetzt merken wir, daß uns nach 65, spätestens nach 70 Minuten die Luft ausgeht. Damit ist genau das passiert, was im deutschen Fußball nie zuvor geschehen ist: Wir waren doch immer diejenigen, die den langen Atem hatten, jetzt sind es die anderen Mannschaften. Die Klubs machen sich jetzt intensiv Gedanken, wie sie die Fitness der Spieler nach oben schrauben können, um das Tempo mithalten zu können.

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