Donnerstag, 10. August 2006
Deutsche Elf
Nette Kerle
Wie arbeitet Matthias Sammer? Welchen Weg weist er dem deutschen Nachwuchsfußball und der Trainerausbildung in Deutschland? Welche Maßnahmen trifft der neue DFB-Sportdirektor, der mit der Begründung eingestellt worden ist, er habe, im Gegensatz zu seinem Hockey-Konkurrenten Bernhard Peters, „Stallgeruch“? Das sind die spannenden, zumindest die wichtigen Fragen der nächsten Jahre, und wir hoffen, daß die Sportredaktionen Sammers Arbeit genau beobachten werden. Nun hat Sammer Erich Rutemöller und Horst Hrubesch als U20- und U18-Trainer verpflichtet; Jan Christian Müller (FR) runzelt die Stirn: „Beide sind ehrenwerte Männer und nette Kerle. Ob die alten Fahrensmänner jedoch die Herausforderungen für einen modernen Fußball meistern können? Ein Zeichen für einen Aufbruch in die Zukunft sind die ersten Personalentscheidungen Sammers jedenfalls nicht.“ Der Titel des Kommentars lautet „perspektivlos“. Christof Kneer (SZ) frotzelt in einer Klinsmann-Glosse über Sammer, aber auch die Bundesliga: „Die Liga hat sich verpflichtet, auch nach Klinsmanns Abgang weltoffen zu bleiben. Neben den international beeinflußten Reformtrainern Neururer, Augenthaler, Veh und Funkel wurde ein weiterer junger Ausländer ins Land gelockt, nämlich der portugiesische Niederrheinspanier Jupp Heynckes. Auch beim DFB wird der Innovationskurs dank des international beeinflußten Reformtrainers Matthias Sammer fortgesetzt. In seiner neuen Eigenschaft als international beeinflußter Reformsportdirektor gelang es Sammer, zwei externe Fachkräfte einzufliegen: Erich Rutemöller und Horst Hrubesch.“
Bild: Löw wußte nichts von Rutemöller
Mittwoch, 9. August 2006
Vermischtes
Aktuelle Links: Weniger Gel, Arenas Premiere und mehr
Weniger Gel
allesaussersport hat sich den ersten Live-Fußball auf Arena angesehen, Bayern gegen Sechzig: „Die Vorberichterstattung sah so aus, daß ein Männlein am Spielfeldrand vor einem futuristischen Tisch stand, ein buntes Mikrofon hielt und zwei Gäste an seiner Seite hatte. Dann gab es Vorberichte und später wurde zu dem Kommentator auf die Pressetribüne geschaltet. Soviel zum Thema ‚Gestaltungsspielraum von Fußballübertragungen‘. Die Mikros waren schwarz statt rot, der Tisch orange statt poliertem Alu, und Oliver Welke hatte weniger Gel in den Haaren.“ Kritik gibt’s für den Kopierschutz: „Überschattet wurde die Übertragung durch die kundenunfreundliche Entscheidung, das Spiel mit einem Kopierschutzsignal auszustrahlen. Wer ein Aufzeichnungsgerät wie zum Beispiel einen Festplattenrekorder digital an der Set-Top-Box hängen hatte, konnte das Spiel nicht aufnehmen. Wenn es Menschen gibt, die in Sachen zeitversetztes Aufnehmen ganz weit vorne sind, die so etwas wie die raison d’être von Festplattenrekordern sind, dann Sportfans.“
Tsp: Die Premiere von Arena
FR: Eine Rezension eines medienwissenschaftlichen Fußballbuchs, herausgegeben von Jürgen Schwier und Eggo Müller: „Hochinteressant ist ein analytischer Vergleich von Sportschau und ran. Grundsätzliche Unterschiede fanden die Forscher nicht – bis auf einen: Die öffentlich-rechtliche Sendung enthält mehr Werbung.“
taz: Mit der Sport BZ testet Springer in Berlin, Brandenburg und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns eine beinahe tägliche Sportzeitung; Experten beurteilen den Feldversuch aber eher skeptisch
FAZ: 0:3 gegen 1860 – Bayern München verliert ein Derby, das das Abschiedsspiel für Giovane Elber gewesen sein soll
SZ: Demütigung für Meister Bayern durch die Sechziger
FAZ: Hamburger SV – die Stürmersuche ist beendet, die Fragen bleiben
FR: Pavel Pardo und Ricardo Osorio, zwei Mexikaner in Stuttgart; „sie gleich im Doppelpack verpflichtet zu haben, wird als Horst Heldts Meisterstück gesehen“
SpOn: Über die Amateurszene in Hannover
SpOn: Hamburgs Amateurfußball lebt noch, zumindest ein bißchen – ein Bericht über Victoria Hamburg und Altona 93
An der eigenen Schlauheit erstickt
Peter Hartmann (NZZ) hat genug vom italienischen Fußball: „Die Attraktion der Serie A ist gebrochen. Italien hat ein bleiernes Glaubwürdigkeitsproblem mit seinen unbewältigten Skandalen, mit seinen korrupten, verfilzten Funktionären, mit zwar abgewickelten, aber durch Neugründungen über Nacht kompensierten Konkursen (Napoli, Torino, Fiorentina) oder politisch abgefederten Pleiten (Lazio, Parma, Roma). Auch hat sich herumgesprochen, daß die Fabel-Gehälter an der lausigen Zahlungsmoral mancher Bosse erodieren. Das System erstickt an seiner eigenen Schlauheit.“
NZZ: Der Alte ist der Neue – Antonio Matarrese wird wieder Ligachef in Italien
NZZ: Frankreich am Saisonstart – Lyon der deutliche Favorit; man hofft auf mehr Tore, „in der Ligue 1 sind im Vergleich mit den anderen europäischen Topligen am wenigsten Treffer zu bestaunen; mehr als ein Drittel der Spiele hat letzte Saison 0:0, 1:0 oder 0:1 geendet. Angesichts der an der WM festgestellten Tendenz, daß international immer mehr Trainer nur noch einen echten Angreifer nominieren, nicht gerade eine ermutigende Statistik.“
Bundesliga
Menschenhandel und Abschiebung
Kritik und Abneigung liest man über den Stil der Transfers Thurk (von Mainz nach Frankfurt), Mertesacker (von Hannover nach Bremen) und Fahrenhorst (von Bremen nach Hannover) in der FAZ und in der Welt. Daß Spieler trotz laufender Verträge ihren Verein verlassen können, wenn sie nur laut genug trommeln – diese Hypothese ist nun um zwei Beweise reicher. Thurk und Mertesacker haben die Presse seit langem ihre Wechselwünsche wissen lassen, Beleg für die Macht der Spieler in den Zeiten nach dem Bosman-Urteil. „Um vorherzusagen, daß diese Transfers zustande kommen würden, mußte man kein Prophet sein“, schreibt die FAZ und klagt: „Ein Spieler, der unbedingt weg will von seinem alten Verein, wird auch, unabhängig von seinen vertraglichen Verpflichtungen, gehen können – sobald der Preis stimmt.“
Roland Zorn (FAZ) verurteilt den Trend, den Verein zu verlassen, und stöhnt über Lippenbekenntnisse: „Die Vertragssicherheit, die Vereine wie Spieler bei Abschluß eines Kontrakts mit einem Bundesligaklub zu haben glauben, ist durch die frühen Wechsel von Mertesacker, Fahrenhorst und Thurk weiter unterspült worden. Das mag bedauerlich sein, ist aber symptomatisch für eine Liga, in der Vereinstreue nur noch ein hohles Wort ist – mögen manche Torschützen der Bundesliga noch so modebewußt und demonstrativ das Vereinslogo ihrer Trikots küssen.“ Der Welt entnehmen wir die Enttäuschung der User der Werder-Homepage darüber, daß die Vereinsführung Fahrenhorst wie einen Kapitalwert behandelt: „Viele Werder-Fans schätzen die Einkaufspolitik in den vergangenen Tagen anders ein, wie sie im Forum der Klub-Homepage schrieben und mit Worten wie ‚Menschenhandel‘ und ‚Abschiebung‘ argumentierten. Für einige haben die Bremer ihre sonst harmonische Vereinsphilosophie gegen eine Politik eingetauscht, die strikt nach dem Leistungsprinzip mit seinen zuweilen unmenschlichen Begleiterscheinungen funktioniert.“
FR: Vincent Kompany, Hamburgs belgischer Beckenbauer, ist der Sohn eines Physik-Professors
FR-Portrait von Tomas Galasek, dem neuen Anführer Nürnbergs
Ascheplatz
Doppelmoral
Werbung mit privaten Wettanbietern – ein spannendes, vertracktes und großes Thema für die Fußballmedien, nicht nur wegen des Sommerlochs. „Ein Konflikt mit Ansage“ schreibt die FAZ der DFL und der gesamten Branche ins Stammbuch; das Bundesverfassungsgericht, dessen Urteile auch für die Fußball-Bundesliga gelten (das ist die wundersame Nachricht hinter der Nachricht), hat Ende März entschieden, daß das staatliche Wettmonopol nur dann zu garantieren und gerechtfertigt ist, wenn der Staat zum Zweck der Suchtprävention die Werbung für die staatlichen Anbieter Oddset, SKL und Co einschränkt. Doch diesen Spruch haben die Fußballbranche und auch Bwin (früher Betandwin) mal Papier sein lassen; so wirbt die DFL auf ihrer Website weiter mit Bwin. Die Politik ist noch zu keiner einheitlichen Lösung gekommen, am empfindlichsten reagiert Bayerns Ministerpräsident Sotiber. Bei 1860 München steht nun die Staatsanwältin auf dem Trainingsgelände und verlangt, die Trikots mit dem Schriftzug des Werbepartners im Ballschrank zu lassen.
Die Presse kommt zu einem uneinheitlichen Urteil. Klaus Ott (SZ) befaßt sich mit dem Vorgehen Bwins und kritisiert den Profifußball wegen seiner Ignoranz: „Es war ein durchschaubares Manöver. Das Wettunternehmen wollte Fakten schaffen und politisch Einfluß nehmen. Das Kalkül lautete schlicht und einfach: Die Stadt Bremen und der Freistaat Bayern, deren Politiker sich gerne auf den Tribünen zeigen, werden doch nicht gegen ihre Klubs vorgehen. Tun sie aber doch, und nun sind manche Klubs und Verbände unnötig in Not. Es wäre besser gewesen, abzuwarten und sich mit anderen Sponsoren zu begnügen, bei denen die Euros vielleicht nicht ganz so locker sitzen, statt der Verlockung des schnellen Geldes zu erliegen. Es ist ja noch lange nicht abzusehen, wer am Ende die Gewinner und Verlierer in der Zocker-Branche sind.“ Frank Hellmann (FR) stimmt ein und erkennt die „Strategie eines Zockers: Fakten schaffen, Stärke zeigen.“
Jörg Hahn, Sportchef der FAZ, bezichtigt die Fußballer des Egoismus, da die Forderung, den Werbemarkt freizugeben, eine Reduzierung der Sportförderung zur Folge hätte: „Trotz vielfältiger Warnungen sind Vereine mit umstrittenen Unternehmen Sponsorenverträge eingegangen. Deutlich geworden ist ein weiteres Mal, daß der (Profi-)Fußball Interessen verfolgt, die dem übrigen organisierten Sport schaden. Jeder neue Wettanbieter schmälert in der jetzigen Situation die staatlichen Erlöse und damit die Mittel für die Sportförderung. Ohne diese Mittel würde das deutsche Sportsystem kollabieren, in öffentlichen Kassen findet sich dafür kein Ersatz.“ Hintergrund dieser Kritik: Die staatlichen Sportwetten führen einen Teil ihres Ertrags als Subvention an den weniger populären Sport und an den Breitensport ab, was ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber privaten freilich mindert.
Wer Bwin bisher nicht kannte, hat es jetzt kennengelernt
Hat die DFL die Vereine schlecht beraten oder ist sie schlecht beraten worden?, fragt die FR: „Die DFL ist an der Entwicklung nicht unschuldig. Hat sie doch die Profiklubs vor nicht allzu langer Zeit wissen lassen, daß einer Zusammenarbeit ‚mit Anbietern, die eine Gewerbeerlaubnis aus der ehemaligen DDR besitzen, nichts im Wege stehe‘. Hintergrund: Bwin vermarktet im Auftrag der DFL sogar die TV-Auslandsrechte. Logisch, daß sich der Dachverband hinter seinen Partner stellt.“
Manfred Müller, Marketing-Chef von Werder Bremen, verweist im Interview mit der FR auf die Absurditäten, die auf den Fußball zukommen würden, wenn Teile der deutschen Politik ihre Forderung nach einem Werbeverbot mit privaten Wettanbietern durchsetzen würden: „Wir müssen uns mit der Politik auseinandersetzen, weil fast jeder Bundesliga-Verein betroffen ist. Dazu 14.000 Amateurvereine, die Trikots von Bwin tragen wollen. Wenn einem 70jährigen einer Alte-Herren-Mannschaft das Jersey weggenommen wird, da fehlen einem die Worte. Dann läuft was falsch. Außerdem spricht das europäische Recht für uns, das eine Liberalisierung des Wettmarktes anstrebt: Was will das Land Bayern tun, wenn Bayern München in der Champions League gegen AC Mailand spielt? Die tragen auch Bwin auf der Brust.“ Müller verweist zudem auf die Aufmerksamkeit für seinen Partner: „Wenn wir diese Saison in Heimspielen den Werbeaufdruck tragen dürfen und vor jedem Auswärtsspiel gibt es eine große Diskussion, dann ist das beste Werbung für den Sponsor. Was im Moment abläuft, kann doch für Bwin nicht besser sein: Wer sie bisher nicht kannte, hat sie jetzt kennengelernt.“ Die SZ ergänzt: „Das Bundesland Bayern profitiert von staatlichen Wettfirmen wie Oddset – und verbietet TV-Sendern nun Spots privater Konkurrenten: Doppelmoral.“
Die taz holt sich rechtlichen Rat: „Für den Juristen Bernd Berberich, der über Glücksspielrecht promoviert hat, ist ‚das staatliche Vorgehen gegen private Anbieter ein Kampf gegen Windmühlen‘. Nach seiner Schätzung sollten die staatlichen Stellen erkennen, daß ein staatliches Monopol auf dem Glücksspielsektor nicht effektiv zu verwirklichen sei. Dies zeige allein das Internet-Glücksspiel, ein seit Jahren boomender Markt, der staatlich nicht zu kontrollieren sei. Sinnvoller als juristisch aufwendige Scharmützel mit privaten Wettanbietern sei es daher, das staatliche Monopol zu verabschieden und möglichst schnell den Markt zu liberalisieren. Nur so könne der Staat vermeiden, daß das Geld aus dem Angebot von Glücksspielen vollends an leeren staatlichen Kassen vorbeilaufe. Aber auch eine Bekämpfung der Spielsucht könne nur über eine Regulierung – und nicht Reglementierung – des Markts gelingen.“
Inländerdiskriminierung
Der DSF-Geschäftsführer Rainer Hüther droht in der FAZ mit der Möglichkeit, daß das DSF, Werbepartner von Bwin, Deutschland verlassen könne: „Die Standortpolitik der bayerischen Landesregierung erinnert mich derzeit mehr an Vertreibungspolitik. Wir hatten als Sender deutlich erklärt, daß wir in München bleiben wollen. Jetzt aber sind wir mit Repressalien konfrontiert, die einen klaren Wettbewerbsnachteil darstellen. Diese Repressalien bestehen darin, daß die bayerische Landesregierung dagegen vorgehen will, daß wir Werbeeinnahmen durch die Bewerbung von Sportwettenanbietern erzielen. Lizenzen, Wetten betreiben zu dürfen, wie sie der private Anbieter Bwin hält, sind rechtskräftig. Und es gibt kein Gericht, das jemals entschieden hätte, ob die bundesweite Bewerbung dieser Wetten rechtswidrig wäre. Deshalb können wir nicht erkennen, daß es eine eindeutige Rechtsgrundlage dafür gibt, diese Werbung zu untersagen. Es wird unter dem Deckmantel der Suchtprävention versucht, das Staatsmonopol aufrechtzuerhalten. Um Suchtprävention geht es schon lange nicht mehr. (…) Gehen Sie davon aus, daß wir durch die Inländerdiskriminierung – angesichts der Tatsache, daß unserer Mitbewerber Eurosport Sportwetten bewerben darf – einen eklatanten Standortnachteil haben, den es in anderen Bundesländern nicht gibt. Daher überlegen wir uns massiv, ob es nicht richtig ist, den Standort zu wechseln. Und es liegen uns tatsächlich mehrere schriftliche Angebote von anderen Ländern vor. Am Ende geht es schließlich um Arbeitsplätze. Wir haben moderne, zukunftssichere Arbeitsplätze; wir beschäftigen zweihundert Mitarbeiter, dazu kommen noch einmal zwei- bis dreihundert freie Mitarbeiter. Fernsehmedien sind standortpolitisch interessant. Doch das scheint Bayern mittlerweile anders zu sehen.“
Einen qualifizierten Kommentar vernehmen wir von Stefan Reuter, Manager von 1860 München. Angesprochen auf das Münchner Trikotproblem rückt er die Dinge zurecht: „Viel wichtiger ist, daß die Trikots schön aussehen.“
FR: Hintergrundbericht über den neuesten Stand der Dinge
FR: Die privaten Wettanbieter wehren sich
WamS: Werbung mit Bwin sorgt für Unruhe vor dem Saisonstart
FR: In Bayern trifft nun sogar Amateurvereine der Mißmut der Staatsanwaltschaft
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts und die Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts
Auswirkungen der Entscheidung des BVerfG auf den deutschen Wettmarkt – Analyse von MECN, einem Expertennetz, das sich auf Probleme und Fragen der Medien- und Unterhaltungsindustrie konzentriert (pdf)
Dienstag, 8. August 2006
Ball und Buchstabe
Metaphern-Clowns und Ranschmeißer
Mit Blick und Lausch zurück auf die Premiere-Sendungen dämpft Tilmann Gangloff (FR/Medien) die Erwartung an den neuen Fußballsender Arena: „Sieht man einmal davon ab, daß es Menschen gibt, die Marcel Reif als eitel und arrogant empfinden, so kommentiert Deutschlands bester Fußballreporter trotzdem in einer eigenen Liga. Abgesehen von Tom Bartels, den sich die ARD geschnappt hat, waren viele andere Premiere-Kommentatoren oft nicht auszuhalten und profilierten sich allenfalls durch Phrasendrescherei und mangelnde Sachkenntnis. Dieses Manko wird sich bei Arena womöglich noch verschärfen; schon allein die Verpflichtung des beharrlich zur Ruhrpott-Kultfigur erhobenen Metaphern-Clowns Werner Hansch dürfte manch einen Fußball-Fan vom Arena-Abo abschrecken. Gleiches gilt für Uli Köhler, eine Art berufsjugendliche Ausgabe von Waldemar Hartmann, der sich weiland für Sat 1 im Münchner Olympiastadion hemmungslos an die Großkopfeten des FC Bayern ranschmiß, sonst aber vor allem wegen seiner ausgefallenen Augengläser in Erinnerung geblieben ist.“
Tsp: Für Arena beginnt heute der Ernst der Live-Übertragung
Ein SZ-Interview mit dem Antiamerikanismusforscher und Sportexperten Andrei S. Markovits über die untergeordnete Bedeutung des Fußballs und seinen niedrigen Konversationswert in den USA. Am bemerkenswertesten ist der Anlaß, den die SZ für dieses Interview wählt, nämlich die Erwägung der Fifa, die USA als Ersatzort zu bestimmen, falls die Südafrikaner die WM 2010 nicht stemmen können. Es bleibt nun also uns Lesern überlassen, den Text als Plädoyer für den Austragungsort USA zu lesen oder als Warnung davor.
Doping – eine sehr lesenswerte Radikalkritik des Sportphilosophen Gunter Gebauer (im BLZ-Interview) an der Politik, am Sport und am Publikum: „Der Hochleistungssport ist in großen Bereichen nicht zu retten.“ Noch ist Doping nicht auf der Vorderbühne des Fußballs angelangt; es kursiert aber das Gerücht, daß der spanische Giftmischer Fuentes auch Fußballer versorgt haben soll. Es kann also dem Fußballfreund nicht schaden, sich schon mal mit der Materie zu befassen.
Tsp: Trapattonis jüngste Dadaismen: „Bringe nix pa-ta-pim, pa-ta-pim, pa-ta-pim, brauch nix ticke-tacke-tucke!“
Am Grünen Tisch
Big-Money-Fraktion
Über die Entscheidung der Uefa, den AC Mailand zur Champions-League zuzulassen, haben wir nicht viele Kommentare gefunden; anscheinend hat die deutsche Presse mit nichts anderem gerechnet. Die FAZ ist als eine von wenigen dazu bereit, sich über den „Papiertiger Uefa“ zu empören. „Eintritt frei“ kommentiert Roland Zorn mit Verachtung das grüne Licht: „Milan war schon vor den italienischen Fußballgerichten der große Gewinner bei der sportrechtlichen Aufarbeitung von ‚Moggiopoli‘. Nun kann der mit Weltmeistern und anderen Stars bestückte Klub gar von einem Triumph sprechen, steht doch dem Comeback in der ‚Königsklasse‘ außer einem verheißungsvollen Qualifikationstest nichts mehr im Wege. Und auch die Fernsehpartner der Uefa – in Italien die staatliche Rai und der Murdoch-Pay-TV-Sender Sky Italia – werden aufatmen. Ein Zugpferd mehr betritt die Arena des Millionenspiels Champions League.“ Das wichtigste Kriterium des Entscheids ortet Zorn auf dem Mailänder Konto: „Milan gehört wie der beim besten Willen nicht mehr in der Champions League unterzubringende Rekordmeister Juventus Turin zu den Protagonisten der Big-Money-Fraktion im Fußball.“
Die inoffiziellen Regeln sind oft die wichtigen
Der Soziologe und Publizist Alexander Schuller (FAS/Politik) schreibt ein Essay über Sinn und Herkunft von Regeln in der Politik und im Leben. Dabei streift er die Fußball-WM, und man könnte fast auf die Idee kommen, daß er den langen Text nur geschrieben hat, um mal seinen Ärger über die Frings-Sperre loszuwerden: „Freiheit ist gut, zu viel Freiheit ist Chaos. Ordnung ist gut, zu viel Ordnung ist Terror. Jeder soll sich frei entfalten – aber nicht auf Kosten der anderen. Dafür gibt es Spielregeln. Nicht nur im wirklichen Leben, auch im Sport, auch bei einer Fußball-WM. Da geht es bekanntlich darum, daß der Beste und nur der Beste Weltmeister wird. Dafür gibt es eine eigene Einrichtung. Die heißt Fifa. Die definiert die Spielregeln, die sicherstellen sollen, daß es gerecht und zivilisiert zugeht. Die Spielregeln sind schriftlich fixiert und Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses. Darin wird alles, was man regeln kann, geregelt: in 17 Punkten. Aber alles kann man natürlich nicht regeln. In keiner der Regeln steht nämlich, ob eine Mannschaft die Zusammensetzung der gegnerischen Mannschaft bestimmen kann. Das ist dem freien Spiel der Kräfte überlassen, dem Chaos. Ein verlockendes Ziel dabei kann sein, den gefährlichsten Spieler aus der gegnerischen Mannschaft zu entfernen. Das ist zwar keine sportliche, aber unzweifelhaft eine hervorragende Leistung. Wie im wirklichen Leben gibt es eben auch im Fußball neben den offiziellen auch die inoffiziellen Regeln – wobei die inoffiziellen oft die wichtigeren sind. Bei der WM ist es der italienischen Mannschaft gelungen, im Halbfinale wie im Finale die gefährlichsten Spieler aus der gegnerischen Mannschaft zu entfernen; einmal durch Mithilfe einer einflußreichen Tageszeitung, das andere Mal durch eine leise hingehauchte tiefe Kränkung.“
Schullers kompletten Text finden Sie auf ariva.de
Die Würde des Champions anderen überlassen
Heinz-Joachim Fischer (FAZ) deutet Italiens WM-Sieg und den Erfolg von Mailand, Florenz und Lazio Rom im Gerichtssaal vor dem Hintergrund italienischer Geistesgeschichte: „Was soll man davon halten, daß ein schwerer Skandal den italienischen Fußball erschüttert, man jedoch erfährt, daß die von Manipulationen begünstigten Vereine ebendiese Korruptionsumtriebe gar nicht nötig gehabt hätten, da sie erkennbar auch ohne Mauscheleien zu denselben Ergebnissen gekommen wären? Alle Welt hat gesehen, daß Spieler derselben Teams über hinreichend Spielkunst und Kaltblütigkeit bis zur letzten Minute verfügten, um sogar den zu Hochform aufgelaufenen Lieblingsfeind Deutschland zu schlagen und schließlich Weltmeister zu werden. Doch unter öffentlichen Druck geraten anschließend nicht die Vereine, die im eigenen Land das Spielglück mit unlauteren Methoden korrigierten, sondern die Richter, die sie dafür bestrafen wollen. Die Würde des moralischen Champions überlassen die Landsleute des Machttheoretikers Machiavelli (aus dem 16. Jahrhundert) offenbar gern oder aus tieferer Erfahrung anderen.“
Helden
Wir erinnern uns gut an 2002, als der Südkoreaner Ahn Jung-hwan, Golden-Goal-Schütze des 2:1 gegen Italien im WM-Achtelfinale, anschließend von seinem Klubpräsidenten aus Perugia mit den Worten die Tür gewiesen wurde: „Ich werde nicht das Gehalt eines Spielers zahlen, der den italienischen Fußball ruiniert hat.“ Was uns heute interessiert: Wie werden eigentlich die argentinischen Provokateure aus dem WM-Viertelfinale Julio Cruz (Inter Mailand) und Leandro Cufre (AS Rom) empfangen, wenn sie zu ihren Klubs zurückkehren? Als Helden?
Unterhaus
Lebenslange Vereinstreue – das war einmal
Manfred Weise (FAZ) recherchiert über den Zuschauerrückgang im Amateurfußball seit den 80er Jahren, er nennt drei Ursachen: „Der Fernseh- und Starfußball liefert den Gesprächsstoff, fürs Lokale bleibt nichts mehr übrig, schlimmer: Das Fernsehen löst lokale Bindungen auf. Schließlich hat das Fernsehen die Fußballkonsumenten verwöhnt – das Amateurspiel bleibt gegen das Profispiel ohne Chance. Ein weiterer Grund für den Zuschauerrückgang liegt sicher darin, daß sich ein Teil der Zuschauer anderen Freizeitangeboten zugewendet hat. Außerdem findet sich ein hausgemachtes Problem: In nicht wenigen Amateurmannschaften, selbst in unteren Ligen, spielt kaum noch jemand aus dem eigenen Ort.“ Die fehlende Bindungskraft der Amateurvereine sei trotz den hohen Vereinseintritten von Kindern auch in Zukunft nicht wieder zu erreichen, denn die Abbrecherquote in der Pubertät sei zu hoch; „die Abbrecher werden nicht zu Zuschauern – wie auch viele Vereinsmitglieder nicht mehr die Spiele der eigenen Mannschaft besuchen. Lebenslange Vereinstreue und der Fußballplatz als Ort lokaler Zugehörigkeit – das war einmal.“ Ein sehr wichtiges Thema, über das wir hoffentlich öfter zu lesen bekommen, auch über die Schwierigkeit für Amateurvereine, sich im Profifußball zu etablieren.
FR: Bei einigen Amateurvereinen regt sich Ärger, weil die beiden Sonntagsspiele der Bundesliga statt um 17.30 Uhr ab kommendem Wochenende erstmals schon um 17 Uhr angepfiffen werden
Nichts verloren
Ab der nächsten Saison werden Reserveteams von Profimannschaften wahrscheinlich nicht mehr in der dritten Liga spielen dürfen, da der DFB im September entscheiden könnte, eine eingleisige dritte Liga ins Leben zu rufen; über Vor- und Nachteile läßt sich streiten: Auf der einen Seite haben die Zweiten Mannschaften wenige Fans, auf der anderen Seite können Nachwuchsspieler dort unter Wettbewerbsbedingungen Erfahrung sammeln. Aber warum kommt nicht mal die Frage nach dem DFB-Pokal auf den Tisch? Dort haben die Zweiten Mannschaften wirklich nichts verloren! Wenn, sagen wir, Darmstadt 98 im Pokal auf den Hamburger SV trifft, kommen 25.000 Zuschauer – selbst, wenn das Spiel an einem Mittwochabend im Dezember stattfindet. An einem solchen Spiel könnte auch das Fernsehen Interesse finden, eher zumindest als an der Partie Borussia Dortmund II gegen Werder Bremen vor 375 Zahlenden. In dieser Saison spielen ja nur zwei Reserveteams im Pokalwettbewerb: Rostock und Aachen. Es waren aber schon mal über zehn.
BLZ: Vor Saisonbeginn diskutieren die Klubs, ob die Umwandlung der Fußball-Regionalliga in eine dritte Profiliga sinnvoll ist
FR: Stimmen aus der Branche über die Pläne für die eingleisige dritte Fußball-Liga
taz: Vor 50 Jahren wurde das Zentralstadion in Leipzig eingeweiht. Aus der Riesenschüssel von einst ist eine kaum genutzte Fußballarena geworden
FR: Dietmar Hopps TSG Hoffenheim, Favorit in der Regionalliga mit „akademischem Unterton“
Bundesliga
Einige aktuelle Links aus der Bundesliga und dem Ligapokal
FR: Ein Kommentar über die möglichen Änderungen am Ligapokal
FAZ: Ein Kommentar zur Gegenwart und Zukunft des Ligapokals angesichts der Kritik von Karl-Heinz Rummenigge
Tsp: DFL plant Ligapokal mit 16 Vereinen
FAS-Interview mit Jupp Heynckes über die Arbeit mit jungen Spielern und seine Aufgabe in Mönchengladbach
SZ: Gruß aus der Vergangenheit – Giovane Elbers Abschiedsspiel lenkt ein wenig von aktuellen Sturmsorgen der Bayern ab
Tsp: FC Asien München – die Bayern setzen auf das internationale Geschäft, vor allem in Fernost. Deshalb reist der Deutsche Meister für ein Freundschaftsspiel bis nach Japan
Welt: Mit neuem wirtschaftlichen Spielraum und großen sportlichen Ambitionen plant Borussia Dortmund für die kommende Saison
Sonntag, 6. August 2006
Bundesliga
Reiz der Unvollkommenheit
Wer ersetzt in München Michael Ballack, der laut Aussagen der Vereinsoffiziellen plötzlich doch ein Führungsspieler gewesen sein soll? Diese Frage beschäftigt den kicker, die Sport Bild und die Branche. Es fällt auf, daß Uli Hoeneß und Felix Magath öffentlich und demonstrativ über die Nachfolgereglung grübeln. Die FAS bemerkt zur neuen Bescheidenheit des FC Bayern: „Normalerweise glauben die Klubstrategen, Trendsetter schlechthin zu sein für den Rest der Branche. Doch mit dieser Saison hat sich das krachende Selbstbewußtsein des deutschen Fußball-Giganten in eine latente Unsicherheit gewandelt.“ Gleichzeitig fallen die forschen Töne der Konkurrenz auf, Bremen, Hamburg, Schalke und sogar Dortmund: „Die Bundesliga macht mobil gegen einen FC Bayern, der sich im Selbstzweifel zeigt und nicht weiß, wie er aus diesem Jahr herauskommt. Fast scheint es, als hätten die Bayern nach Jahren des Perfektionsstrebens plötzlich den Reiz der Unvollkommenheit entdeckt. Vielleicht auch nur für eine Saison.“ Außergewöhnlich ist die Interpretation des gescheiterten van-Nistelrooy-Transfers, der bislang von der Presse als Bluff des Holländers gewertet wurde. Die FAS dreht den Spieß um: „Kurzzeitig hatte sich der Meister zwar noch für den Superstar interessiert, doch niemand weiß, ob dies nicht nur eine Finte des Münchner Managers Uli Hoeneß gewesen war.“
FR: Der Streit zwischen Mainz und Frankfurt um Michael Thurk – ein Schurkenstück des Thurk-Beraters Klaus Gerster?
SZ: Der heimgekehrte Sohn will gehen – Thurk liebäugelt mit einem Wechsel nach Frankfurt; das führt zu Ärger
SpOn: Medienstar Jürgen Klopp, Nebenjob Bundesligatrainer?
FAZ-Portrait Mesut Özil, neuer Schalker Youngster
Zeit: Ein sehr lesenswertes Interview mit den Brüdern Altintop über Beleidigungen gegen Türken auf dem Fußballplatz, ihr Frauenbild und das Verhältnis zu ihrer Mutter – coole Jungs, offensichtlich
Der VfL Wolfsburg, der Lieblingsverein von Jan Christian Müller (FR), vor dem Saisonstart
Samstag, 5. August 2006
Ball und Buchstabe
Schulterklopfer und TV-Rüben
Auf allesaussersport lesen wir einen Vergleich der Bundesliga-Sonderhefte von kicker und Sport Bild: „Wo der kicker ein großes Interview mit einem der größten Bundesliga-Machtfaktoren (Uli Henoeß) führt, bringt Sport Bild in Person des berüchtigten Raimund Hinko ein dreiseitiges joviales Schulterklopfer-Interview mit den Frührentnern Calmund und Assauer, nach dem Motto: Was Menschen alles für eine warme Mahlzeit und ein Glas Bier machen. (…) Wenn die Sport Bild so einsteigt wie sie es dieses Jahr gemacht hat, nämlich zwei gehirntoten Artikeln (Promi-„Liebeserklärung“, Hinko-Interview), dann sind alle Vorurteile bestätigt, und man fühlt sich mit dem kicker in der Hand etwas besser. Aber die Qualität der Texte zu den einzelnen Bundesligisten ist inzwischen nur noch eine Frage des zuständigen Journalisten, aber keine Grundsatzfrage mehr. Die Sport Bild punktet, weil sie pfleglicher mit der zweiten Liga und Regionalliga umgeht. Gerade dort wähnte man eigentlich Kernkompetenzen des kickers, aber stattdessen hält der Chefredakteur lieber seine Rübe in TV-Kameras, um sich per DVD profilieren zu können. Während die Sport Bild inhaltlich zum kicker aufgeschlossen hat, tut sich beim kicker absolut nichts in Sachen Layout. Das Sport-Bild-Sonderheft ist in diesen Belangen dem kicker haushoch überlegen. Das Zahlenmaterial sieht beim kicker so aus, als hätte man sich vor allem überlegt, wie man sie platzsparend zu Papier bringen kann. Die Sport Bild kommt opulenter und vor allem: nachschlagefreundlicher. Es gibt eigentlich nur noch einen Grund das kicker-Sonderheft besser zu finden: das Image.“
WM 2006
Erleichterungen
Javier Cáceres (SZ 6.8.) referiert das Betreben der Fifa, Steuerfreiheit zu beantragen: „Wie schon für die WM 2006 hat die Fifa auch für den Confederation Cup 2005 vom Veranstalter Deutschland Steuerfreiheit gefordert. Dies bestätigte Wolfgang Niersbach, Vizepräsident des WM-Organisationskomitees, auf Anfrage. Über den Antrag, der den zuständigen Finanzbehörden vorliege, sei noch nicht entschieden. Bereits im Vorfeld des WM-Zuschlags hatte die Bundesregierung 1999 der Forderung entsprochen, die Fifa und ihre Funktionäre für die Dauer der WM von der 25prozentigen Quellensteuer in Deutschland zu befreien. Das Argument: der volkswirtschaftliche Nutzen der Weltmeisterschaft. Laut Niersbach sei immer „klar gewesen“, dass der Confederations Cup unter den „gleichen Rahmenbedingungen wie die WM“ stattfinden müsse. Weil der Cup aber im WM-Vertrag nicht enthalten sei, habe die Steuerbefreiung (z.B. für Prämien der Teilnehmer, darunter Brasilien und Griechenland; die TV- und Marketingverträge der Fifa, die in der Schweiz versteuert würden) nun separat beantragt werden müssen. Der DFB ist von den Erleichterungen ausgenommen. Unklar ist, wie viel Geld dem deutschen Fiskus entgehen könnte. Der Sportsprecher der grünen Bundestagsfraktion Winfried Hermann schätzt, dass sich die Beträge beim Confederations Cup auf einen zwei-, bei der WM auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren dürften. Er spricht sich gegen eine Steuerbefreiung aus. „Nicht einzusehen“ sei, „dass alle ein Geschäft machen und nur die öffentliche Hand bezahlt. Einiges muss über Steuern wieder reinkommen“. Niersbach entgegnet, dass allein bei den Eintrittskarten ein Umsatz von über 200 Millionen Euro erwartet und darauf Mehrwertsteuer fällig werde. Die aber zahlt der Fan. Unabhängig davon erinnerte Hermann an die Argumente des Bundesfinanzministeriums: Der Gleichheitsgrundsatz bei der Steuererhebung dürfe nur in Ausnahmefällen gebrochen werden. Hermann bezweifelt, dass dies beim Confederations Cup geboten sei.“
Freitag, 4. August 2006
Vermischtes
Rogon-Pressesprecher
Vetternwirtschaft in der Bild-Zeitung und im DSF – wenn es noch eines weiteren Grundes bedurft hätte, Mario Basler (37) ein lautes „Halt endlich Deinen Mund!“ zuzurufen, dann nennt ihn uns jetzt Thiemo Müller (kicker), der Basler, der in der Bild-Zeitung mit Max Merkel (102) täglich die Form aller Bundesligavereine zu prüfen vorgibt, auf die Schliche gekommen ist: Basler färbt seine „Gutachten“, indem er den Klienten seines Schwagers Roger Wittmann, des Chefs der Spielerberater-Agentur Rogon, eine glorreiche Zukunft voraussagt, als da unter anderen wären: Jermaine Jones (Eintracht Frankfurt), Kevin Kuranyi, Halil Altintop (Schalke). Über die Konkurrenten von Wittmanns Geschäftspartner zieht Basler gerne her, etwa Mike Hanke (VfL Wolfsburg). Schon an der WM hat Basler, Stammtischbruder im DSF-Talk, beharrlich auf Mike Hanke geschimpft; für Basler war die Nominierung Hankes trotz Halbfinaleinzug der Deutschen das WM-Thema Nummer eins; immer wieder, noch heute, moniert er die Ausbootung Kuranyis durch Jürgen Klinsmann. Müller flachst: „Mit seinen Expertisen in der Bild-Zeitung liefert Basler die besten Empfehlungen für die Anstellung als Rogon-Pressesprecher.“
Basler über Kuranyi, Halil Altintop, Bordon und Lincoln, die alle eine tolle Saison vor sich hätten
Basler über Jermaine Jones, den kommenden Nationalspieler
Basler über den „Anti-Stürmer“ Hanke
Eine Übersicht, welcher Berater welche Spieler betreut (=> Berater; => Rogon)
« spätere Artikel — frühere Artikel »