indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Mittwoch, 13. Juli 2005

Internationaler Fußball

Gegner

Ronald Reng (SZ 13.7.) schildert den Streit in der Vereinsführung des FC Barcelona: „Barça begeht sein erfolgreichstes Jahr seit langem auf seltsame Art: mit den komischsten Streitereien und verbittertsten Machtkämpfen. Zum ersten Mal seit sechs Jahren wurde Barça wieder Spanischer Meister, die Elf gilt als spektakulärste im Fußball, und der Verein macht nach Jahren, in denen die Schulden auf über 200 Millionen Euro stiegen, wirtschaftlich wieder Gewinn. Doch als eine Million Fans von der Meisterfeier nach Hause gegangen waren, sah man, dass dieser Erfolg seine Macher nicht glücklich machte, sondern zu Gegnern. Fünf der siebzehn Präsidiumsmitglieder sind inzwischen aus Protest gegen Präsident Laporta zurückgetreten, darunter sein einst engster Vertrauter, Vizepräsident Sandro Rosell. Rosell war es, der mit den Kontakten aus seiner Zeit als Nike-Manager den derzeit besten Fußballer der Welt, Deco, sowie Weltmeister Ronaldinho zu Barça lockte. Fußballteams können losgelöst vom Zirkus in ihrem Klub funktionieren, doch ob Barça ohne Rosell die erfolgreiche Transferpolitik fortsetzen kann? (…) Das Präsidium ist gemäß der Statuten handlungsunfähig, weil es nicht mehr die mindestens nötigen vierzehn Mitglieder hat. Durch den Verein fegt eine Säuberungswelle, die an Abrechnungen in einer Bananenrepubliksregierung erinnert.“

Geplanter Coup

Red Bull Salzburg erhöht unter Red-Bull-Chef Dieter Mateschitz Budget und Ambition – Michael Ashelm (FAZ 12.7.): „Gleich um die Ecke zum Flughafen wird tatkräftig an der Zukunft gewerkelt. Die Heimstätte der Fußballunternehmung ist noch fast neu. Das Stadion im Stadtteil Wals-Siezenheim wurde vor zwei Jahren für die EM fertiggestellt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Arena auch den Namen des Großinvestors tragen wird. Im Inneren bringen Helfer das Label des pink-roten Bullen schon an Mauern und Rängen in überdimensionaler Größe auf. Es sind junge Graffitikünstler, die aus New York und Berlin eingeflogen worden sind. An allen Ecken und Enden läßt sich etwas über die neue Zeitrechnung erfahren. Alte Traditionen des Vereins gelten nicht mehr, das Fußballprojekt mit neuen Farben und neuen Ansprüchen ist eine GmbH mit flacher Hierarchie, ohne Präsident, beaufsichtigt von den Marketing-Leuten des Mateschitz-Imperiums. Das schmeckt nicht jedem in der Stadt, obwohl die Nachfrage auf Saisondauerkarten die Rekordmarke schon gebrochen hat. Eine kleine Gruppe streitbarer Traditionalisten stürmte zuletzt bei einem Vorbereitungsspiel den Platz – nach genau 19 Minuten und 33 Sekunden. 1933 ist das Gründungsjahr des alten Vereins. Doch der sportliche Erfolg soll die kleine Opposition schon bald besänftigen. Ohnehin gehen alle Beteiligten davon aus, daß der auf edlem Konzeptpapier geplante Coup in der Praxis einfach klappen muß.“

Boom

Neuer Reichtum Salzburg und Österreich – Michael Smejkal (SZ 12.7.): „72 Jahre nach der Klubgründung löst just die Vereinsfarbe Richtungsstreitigkeiten aus. Denn als sich Austria Salzburg 1933 gegründet hatte, war der Vereinsname Austria ein Zeichen gegen eine Näherung Österreichs an Nazi-Deutschland, die Vereinsfarbe violett hatte politische Kraft. Sieben Jahrzehnte, drei Meistertitel und ein Europacup-Finale später ist alles anders, sogar Name, Vereinsfarbe und Zweck des Spielbetriebes. Seit der Milliardär Dietrich Mateschitz im heurigen Frühjahr den Klub gekauft und zum Marketinginstrument seines Energiedrinks Red Bull gemacht hat, erinnern die Salzburger ein bisschen an den großen FC Bayern München. (…) Drei Jahre vor der Heim-EM herrscht im österreichischen Fußball eine eigenartige Stimmung, die sich irgendwo zwischen Euphorie und Goldgräberlaune einordnen lässt. Zwar sorgte das Nationalteam in jüngster Zeit für wenige Höhepunkte und wird sich auch nicht für die WM in Deutschland qualifizieren, doch das alles tut dem Boom im Klubfußball keinen Abbruch: Noch nie wurde in Österreich vor einem Spieljahr auch nur annähernd so viel investiert.“

NZZ: Wettrüsten in Österreichs Bundesliga
FAS-Interview mit Dieter Dietrich Mateschitz

Bundesliga

Schlechtes Gedächtnis

Katja Gläss (BLZ 13.7.) kritisiert die Zusammenarbeit der DFL mit betandwin, dem neuen Sponsor des Ligapokals: „Sollte die DFL vergessen haben, was in der vergangenen Saison auf deutschen Fußballfeldern passiert ist? Ist es den Teilnehmern des Ligapokals, den prominentesten Klubs, egal, wie der Hauptsponsor heißt? Offenbar. Die Angelegenheit zeigt, wie zuverlässig das Gedächtnis der Fußball-Funktionäre bei Bedarf versagt. Wie schnell sie die Affäre um Hoyzer & Co. verdrängt haben. Als der Skandal seinen Höhepunkt erreichte, haben alle eine brutalstmögliche Aufklärung versprochen – spätestens jetzt klingen diese Versprechen windelweich.“

Welt-Interview mit Ralf Rangnick
FAZ-Interview mit Bernd Hoffmann, dem Vorstandschef des Hamburger SV, über die Ablehnung der Ausgliederung

Montag, 11. Juli 2005

Confed-Cup

Confederations Cup 2005

Ein Rückblick auf die Generalprobe für die WM 2006

Confed-Cup

Deutsche Elf

Ball und Buchstabe

Interviews

Ascheplatz

Am Grünen Tisch

Ascheplatz

Bis hierhin und nicht weiter

Christian Eichler (FAS 10.7.) kommentiert die vergeblichen Transfers von Chelsea: „Nach zwei Jahren Konsumrausch stößt Abramowitschs Geld an Grenzen. Er konnte den besten Trainer kaufen, den besten Manager – die besten Stürmer nicht. Denn die sind wie ein van Gogh oder ein Cezanne in derselben Preislage und dennoch praktisch nie auf dem Markt – unverkäufliche Sammelstücke. Ob Adriano (Inter Mailand), Eto’o (Barcelona), Henry (Arsenal), Schewtschenko (Milan), Torres (Atletico Madrid), Trezeguet (Juventus) – alle Offerten wurden kühl zurückgewiesen. Und das trotz gigantischer Summen, angeblich bis zu 100 Millionen Euro. Chelseas Pech ist, daß keiner der 1a Torjäger einen auslaufenden Vertrag hat, und die Konkurrenz weiß es. Bei Europas Top-Klubs wächst zudem spürbar die Haltung, daß man Chelsea und dessen Geld an diesem Punkt eine Grenze setzen muß – die Botschaft: Bis hierhin, nicht weiter, konntet ihr euch hochkaufen.“

Wieder eine ganz normale Fußballelf

Ronald Reng (FR 10.7.) schreibt über die neue Genügsamkeit Real Madrids: „Die Dynamik des Sports hat Real überrollt, andere geben plötzlich die Mode vor: Den spektakulären Fußball, der Real vorschwebte, zelebriert der FC Barcelona; den Glamour des Reichen, Schönen, den Real sich mit Spielern wie David Beckham einkaufen wollte, strahlt der englische Meister FC Chelsea aus. Nun wird Real zum ersten Mal, seit Florentino Pérez 2001 Präsident wurde, zu Saisonbeginn keinen neuen Galaktischen präsentieren. Damit diese Transferperiode nicht gar zu langweilig wurde, sah sich der Klub gezwungen, auf seiner Internetseite die Rubrik „Die Neuverpflichtungen der Presse“ einzuführen. Dort wurden all die klingenden Namen von Michael Ballack bis Steven Gerrard aufgelistet, die die Zeitungen mit Real in Verbindung brachten. In Wirklichkeit soll noch Robinho vom FC Santos ausgelöst werden, der einmal ein herausragender Stürmer werden könnte, doch solange heißen die Neuen: Carlos Diogo und Pablo García. Zwei uruguayische Nationalspieler, Diogo, ein Verteidiger, García, ein Mittelfeld-Workoholic mit, wie Spanier sagen, schlechter Milch in den Venen: bissig, grantig. Das Gegenteil von galaktischer Eleganz. Sie sind die besten Beweise, dass Luxemburgo dabei ist, sich als erster Trainer gegen den Präsidenten zu behaupten. (…) Real Madrid, das überirdisch sein wollte, ist wieder eine ganz normale Fußballelf.“

Sein Schatten liegt noch immer über Bayer-Land

Reiner Calmund, Leverkusens Altlast – Jens Bierschwale (WamS 10.7.): „Jahrelang durfte der Manager mit der Hilfe des potenten Bayer-Konzerns im Rücken wirbeln, gut dotierte Verträge verteilen und Weltklassespieler in die graue Stadt locken. Sein Transfergebaren ging soweit, daß Calmund fast einen kompletten Kader per Option oder Vertrag an Bayer band und schließlich an andere Vereine auslieh. Hertzsch, Cha, Preuß, Starke, Donovan, Daun, Barnetta sind nur einige Beispiele für diese kostenintensive Praxis. In einigen Fällen bezahlte Leverkusen das üppige Gehalt weiter, in anderen wurden die Spieler für untauglich be- und hernach abgefunden. Zwischenzeitlich war Bayer das größte Pfandhaus der Liga – und Calmund der Verleiher. (…) Sein Schatten liegt noch immer über Bayer-Land.“

Dietrich Mateschitz, Chef von Red-Bull und Red Bull Salzburg, im FAS-Interview (10.7.): „Da gibt es eine Geschichte mit den Bayern, die darf ich eigentlich gar nicht erzählen: Der Franz Beckenbauer sagt mir vor einem halben Jahr, er habe da so einen irren Jungen, der sei ein Riesentalent. Und es wäre gar nicht schlecht, über Synergien zwischen Bayern und Salzburg nachzudenken. Da ist die Nähe zwischen den Städten, wir kennen uns, er kennt die Bayern. Es ginge um Spieler, die noch nicht weit genug sind, Spielpraxis brauchen und sie bei uns bekommen könnten. Da nennt der Franz doch glatt den Schweinsteiger. Nach dem Confederations Cup frage ich ihn aber besser nicht mehr.“

Donnerstag, 7. Juli 2005

Allgemein

Rache für Demütigungen

Sehr lesenswert! Gigi Riva wird 60 – Ulf Lüdeke (FAZ 7.7.) schildert dessen Erdung in Sardinien: „Er trug in der von Simulantentum und schrillen Schiedsrichterentscheidungen noch unvergifteten italienischen Fußballära der Sechziger und Siebziger den Spitznamen „Rombo di Tuono“: „Donnerschlag“ – in Anlehnung an seine einzigartige Weise, das Leder schnörkellos und explosiv mit seinem linken Fuß in den Kasten zu lenken. (…) Der Ruhm, den Riva in Sardinien genießt, hat Wurzeln, die tief gehen; es geht um mehr als um seine Genialität auf dem Rasen. Das unterscheidet ihn von den meisten anderen Kicker-Biographien. Die Sarden, von denen in den fünfziger Jahren eine halbe Million wegen Arbeitslosigkeit aufs Festland emigrieren mußte, haben schnell verstanden, was an diesem Mann so besonders ist: Er war einer, der auch gehungert und gefroren hat, gedemütigt von dauerndem Mangel und von Unterdrückung. (…) Die Seelenverwandtschaft zu den Sarden ließ sich sogar an Rivas Technik ablesen. Für ihn war Fußball nie Spiel, sondern immer nur Arbeit. Unbeirrt und starrköpfig, zog er seine Bahnen übers Grün, mit kräftigen Schritten den physischen Kontakt suchend. Riva schoß keine Tore, Riva vollstreckte. Und Riva zeigte Charaktereigenschaften, die dem sardischsten Typ aller Sarden nachgesagt werden: dem barbaricino, dem Bewohner der barbagia, einer schroffen, unzugänglichen Gebirgsgegend im Herzen der Insel, die berüchtigt ist für ihren Widerstand gegen jede Form von Kolonialisierung. Und die als Antwort auf die zahlreichen Versuche ein berüchtigtes Banditentum und eine gnadenlose Tradition der faida, der Blutrache, entwickelte. Mit der Ankunft von Gigi Riva 1963 beim US Cagliari begann sich für die Sarden ein uralter Traum zu verwirklichen: gerächt zu werden für die Demütigungen durch den Kontinent – und es ungestraft genießen zu können. Zum Mythos wurde Riva, weil er den zahlreichen Avancen der reichen norditalienischen Klubs wie Juventus und deren schwindelerregenden Traumgagen trotzte.“

Welt-Interview mit Christoph Metzelder
Welt-Interview mit Michael Henke

Confed-Cup

Dossiers Confederations Cup

SZ
FAZ
FR
Tsp
footage – Magazin für Fußball und Popkultur

Dienstag, 5. Juli 2005

Ascheplatz

Halbdunkel

Der verletzte Jens Nowotny fordert von Bayer Leverkusen Millionen – Gerd Schneider (FAZ 5.7.) schüttelt den Kopf: „Die öffentliche Debatte um die Senkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist gerade abgeebbt, da wird ein Fall publik, der eines zeigt: wie weit die Fußballbranche sich von normalen Maßstäben entfernt hat. Während Handwerker fürchten, sie könnten bei Krankheit statt sechs nur noch vier Wochen lang das übliche Gehalt bekommen, dreht Fußballprofi Jens Nowotny den Spieß um. (…) Es sind diese Geschichten aus dem Halbdunkel der Branche, die ein Licht auf das Geschäftsgebaren werfen. In Kaiserslautern stehen in diesen Wochen ehemalige FC-Vorstände wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht; und bei Borussia Dortmund geht es wieder einmal um finanzielle Altlasten und bislang verborgene Verpflichtungen aus der Ära Niebaum/Meier. Angeblich muß der BVB für den Fall, daß er sich im UI-Cup nicht für den Uefa-Pokal qualifiziert, 750000 Euro an einen Sponsor zurückzahlen.“

FR: Bayer Leverkusen bietet Nowotny-Forderung die Stirn

Drahtseilakte

Frank Hellmann (FR 5.7.) blickt auf Reiner Calmund: „Der wortgewaltige Macher der Bayer Leverkusen Fußball GmbH hat sich oft genug für seinen generösen Umgang mit den kickenden Angestellten feiern lassen. Aber auch jedes Maß verloren. Die Gehaltsstruktur der Calmund-Ära war ein Grund, warum die Bayer AG zuletzt in vier Jahren seiner Fußball-Tochter 200 Millionen Euro zuführen musste. Wolfgang Holzhäuser, eher Zahlen- denn Verbaljongleur, hat alle Mühen, die finanziellen Drahtseilakte seines Vorgängers wieder realen Gegebenheiten anzupassen. Über die wahren Hintergründe des Calmund-Rücktritts ist lange gerätselt worden. Heute scheint es so, als sei dessen Abgang für den Klub eine wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen.“

Meinungsumschwung

Manchester United scheint sich mit Malcolm Glazer zu arrangieren – Raphael Honigstein (SZ 5.7.) hört sich um: „Der harte Kern der Anhängerschaft träumt auch nach der Reprivatisierung der jüngst von den Glazers von der Börse genommenen AG (die Familie besitzt nahezu hundert Prozent der Anteile) davon, die Amerikaner durch öffentlichen Druck zur Aufgabe zu zwingen. Eine kleine Gruppe hat das alte United gar für tot erklärt und einen neuen Verein, FC United of Manchester, gegründet, der bald in einer unteren Amateurliga spielt. Selbst weniger militante Fans analysieren argwöhnisch das Modell der Glazers (…) Neben dem Großteil der Anhängerschaft scheint sich das Klubmanagement mit den neuen Eignern arrangiert zu haben. Geschäftsführer David Gill, der anfangs gegen die Übernahme votiert hatte, blieb im Amt und zeigte sich nach dem ersten Treffen mit den Glazers positiv überrascht. Auch United-Legende Sir Bobby Charlton ist offenbar beruhigt worden (…) Ebenfalls zufrieden äußerte sich der Fußballverband. Die Glazers haben angekündigt, nicht aus der kollektiven Fernsehvermarktung aller Klubs der Premier League auszuscheren. Ein regelrechter Freund ist offenbar Sir Alex Ferguson geworden: „Das Treffen war sehr entspannt und sehr gut, sie unterstützen die Mannschaft und wissen, dass wir erstklassige Erfahrung haben.“ Das Eigenlob verrät die wahren Gründe für den Meinungsumschwung, denn Ferguson war unter Druck geraten, nachdem er zum zweiten Mal nacheinander nur Platz drei belegt hatte. Jetzt wird er ein Gewinner der neuen Verhältnisse: die Glazers brauchen ihn für die Beschwichtigung der Fans und haben ihm Gelder für Neueinkäufe zugesichert.“

Montag, 4. Juli 2005

Ball und Buchstabe

Zumutung

Danke für diesen guten Morgen, danke für meinen Arbeitsplatz – Wolfram Eilenberger (TspaS 3.7.) kritisiert die Brasilianer, die aus der Siegerehrung in Frankfurt eine Art Kirchentag machten: „Wenn Brasiliens Superstars für mehr als eine halbe Stunde zur besten Sendezeit im Jesus-Hemd den Siegessamba tanzen, handelt es sich um mehr als ein rein privates Bekenntnis. Solch kollektiv geplante T-Shirt-Botschaften sind anders zu bewerten als etwa rituelle Bekreuzigungen vor dem Betreten des Spielfeldes oder das dankende Stoßgebet beim Torjubel. Das mediale Mitteilungsbedürfnis der Brasilianer hatte vielmehr den Charakter einer ebenso gezielten wie aggressiven (weil unübersehbaren) Mission. Bei dem Verhalten von Lucio und Konsorten handelte es sich um eine Instrumentalisierung globaler Aufmerksamkeit. Diese sportferne Zumutung sollte von der Fifa in Zukunft auf keinen Fall toleriert werden. Der sportpolitische Skandal liegt zunächst darin, dass er überhaupt nicht thematisiert wird. Christen sind nicht nur die besseren Fußballer, sondern auch die besseren Gläubigen. Das ist die Message, die in alle Welt strahlte. Ganz offenbar wird auch bei der Fifa mit zweierlei Strafmaß gemessen: eines für die christlichen Zivilisationen, das andere für den Rest.“

Inklusive Pausen-Entertainment

Anke Schipp (FAS/Gesellschaft 3.7.) schreibt über sehr bedeutende Personen im Stadion: „Der Ehrengast ist der neue Liebling der Vereine. Nicht unbedingt wegen emotionaler Verbundenheit, sondern weil er am meisten zahlt. Er wird umsorgt, gehegt, gepflegt, verköstigt und bei Laune gehalten, auch wenn’s auf dem Spielfeld langweilig wird. Längst geht es nicht mehr nur um Sitzplätze mit der besten Sicht, die ein bißchen teurer sind als andere. Zur VIP-Betreuung gehören vielmehr ein Parkplatz, aufmerksame Hostessen, ein umfangreiches Angebot an Speisen und Getränken. Damit man trotzdem noch etwas vom Spiel mitbekommt, sind überall Flachbildschirme angebracht – neben dem Ball mittlerweile das wichtigste Accessoire im Stadion. Weil das Geschäft mit den bessergestellten Gästen so gut läuft, hat Schalke die Zahl seiner VIP-Zonen von ursprünglich einer auf drei erhöht. Ein Business-Seat kostet je nach Lage zwischen 3100 und 4600 Euro in einer Saison – inklusive Pausen-Entertainment.“

Bedeutungshuberei

Philip Wegmüller (Spiegel/Kultur 4.7.) missfällt die Beziehung der Kultur zum Fußball vor der WM 2006: „Eine halbe Million Neugieriger haben bereits für einen Eintrittspreis von zwei Euro das Innere des „Fußball-Globus“ erkundet. Die Kugel ist Teil des rund 30 Millionen teuren von André Heller kuratierten Kulturprogramms zur WM 2006, das aus Bundesmitteln finanziert wird – und zugleich Symbol des mitunter nervtötenden Brimboriums, das deutschsprachige Künstler und Intellektuelle in der Aufwärmphase zur WM rund um den Volkssport Fußball veranstalten. „Anstoß“ heißt die mittlerweile in zwei Ausgaben erschienene, jeweils rund 200 Seiten dicke Zeitschrift, in der viele schlaue Köpfe (die meist auch irgendwann im „Fußball-Globus“ auftraten) den Volkssport Fußball mit allerlei Bedeutungshuberei garnieren (…) Nun ja, Überhöhung des Trivialen muss wohl sein. Bloß: Hin und wieder sehnt der gemeine Fan die Zeit herbei, in der der Intellektuelle die Balltreterei als Unterschichtenspaß verachtete oder nur verschämt anhimmelte – und ansonsten die Klappe hielt (und auch Tastatur und Pinsel ruhen ließ). Immerhin beschrieb der Soziologe Norbert Elias schon 1939 das Treten und Rempeln als „domestizierte Aggression“. Peter Handke erzählte 1970 von der „Angst des Tormanns beim Elfmeter“. Und seit der Brite Nick Hornby es 1992 schaffte, mit dem herrlich geschwätzigen Fan-Monolog „Fever Pitch“ im Feuilleton wie im Stadion zu landen, ist das Spiel voll im Griff der Kopf-Artisten. Fußballphilosophisch ist eigentlich alles gesagt.“

Erich-Ribbeck-Phase der deutschen Politik

Fußball, Referenzobjekt für Politikberichte – Sascha Lehnartz (FAS/Gesellschaft 3.7.): „Möglicherweise erleben wir unter einer Kanzlerin Merkel die Erich-Ribbeck-Phase der deutschen Politik. Programmatisch scheinen die beiden nicht weit auseinanderzuliegen: „Konzepte sind Kokolores“ hieß Ribbecks Motto. Mit Glück wird es unter Merkel wenigstens so wie unter Rudi Völler: nicht schön, aber halbwegs effizient. Auf einen Klinsmann-Kanzler, der die Menschen mitreißt, darf weiter gewartet werden.“

Deutsche Elf

Transferleistung

Stefan Hermanns (TspaS 3.7.) erklärt die Klinsmann-Sprechchöre: „Klinsmann wurde in Leipzig gefeiert, weil das Publikum anfängt, seine Arbeit zu schätzen. Dass die Nationalmannschaft derart attraktiv spielt, ist allein dem Willen und der Vorstellung Klinsmanns entsprungen. Es ist eine erfreuliche Transferleistung der deutschen Fans, denen sonst eine eher schlichte Sichtweise auf den Fußball (Hauptsache gewonnen) nachgesagt wird. (…) Andere Bundestrainer haben mit der Nationalmannschaft lediglich den Zustand des deutschen Fußballs abgebildet. Klinsmann will den deutschen Fußball ändern (…) Der Bundestrainer muss in zwei Jahren das aufholen, was seit dem Gewinn des WM-Titels 1990 vernachlässigt worden ist. Viel zu lange haben sich die Deutschen auf ihre Athletik verlassen und dabei die technische und taktische Schulung ihres Nachwuchses außer Acht gelassen. (…) Selbst, wenn Deutschland 2006 nicht Weltmeister werden sollte, wäre Klinsmann nicht gescheitert. Zum einen, weil er nie gesagt hat, dass er Weltmeister wird, sondern Weltmeister werden will. Zum anderen, weil der deutsche Fußball noch in vielen Jahren von seinem Wirken profitieren kann.“

Nur das Gummiband fehlte

Mike Hanke macht seine Hausaufgaben, stellt Frank Heike (FAZ 4.7.) beim UI-Cup-Spiel Wolfsburg gegen Graz (2:2) fest: „Den Fans blieb an diesem warmen Nachmittag vor allem die Erinnerung an die schöne Pausenviertelstunde. Da machte sich Hanke unter dem Jubel der Anhänger winkend warm, wie er es bei Klinsmanns amerikanischen Physios gelernt hat: synchrone Sprünge, Hüftschwünge und eine Art Schuhplattler; der junge Mann hat die Ansprache der vielpropagierten kleinen Muskeln offensichtlich längst verinnerlicht. Nur das Gummiband fehlte.“

FAS-Interview mit Michael Ballack
Strizz über Huuuuuth, FAZ

Freitag, 1. Juli 2005

Confed-Cup

Entfesselt

Michael Horeni (FAZ 1.7.) ruft eine neue Epoche aus: „Auch wenn die Resultate die wilden Siebziger kopieren, das Fußballspiel hat sich seitdem in drei Jahrzehnten dramatisch verändert. Der Fußball ist dabei, eine neue, nicht minder spektakuläre Interpretation von Spielfreude und Lebenslust unter den kommerzialisierten und medialisierten Bedingungen des 21. Jahrhunderts zu finden. Dies deutete sich schon im Vorjahr bei der EM in Portugal an. Der jahrelang von Kraftbolzerei und Taktik eingezwängte Fußball hat sich auch unter Hochgeschwindigkeitsverhältnissen beim Confederations Cup selbst entfesselt. (…) Die Fans sind hingerissen wie seit Jahren nicht mehr von diesem nicht nur im Fußball lange unbekannten Mut zum Risiko, der keine Angst vor Fehlern kennt und den Sicherheitswahn mitsamt den Bedenkenträgern hinter sich gelassen hat. Ein neuer Unternehmergeist bewegt zumindest das Fußball-Land.“

Spielzüge aus dem Nichts

Christoph Biermann (SZ 1.7.) erkennt Brasiliens Singularität: „Das Finale war eine donnernde Botschaft: Brasilien wird als klarer Favorit zur Weltmeisterschaft kommen. „Zum ersten Mal seit 1970“, ergänzte Parreira. Der Hinweis auf 1970 war insofern nicht zufällig, weil es seither keine brasilianische Mannschaft mehr gab, die so schön gespielt hat wie die heutige. Sie zeichnete ein Spiel auf den Rasen, das wie ein Kunstwerk von Rang erschien. Groß angelegt und zugleich fein ausgestaltet im Detail. Ronaldinho, Kaka, Robinho und Adriano ließen mit all ihrer Spielkunst nämlich Spielzüge aus dem Nichts entstehen. (…) Brasilien 2005 ist gute taktische Organisation, mentale Stärke und ein fast spirituell zu nennender Teamgeist. Das ist ein gewaltiges Paket der Qualitäten.“

Ausgetanzt, ausgetrickst, ausgespielt

Ansteckender Fußball-Rausch – Roland Zorn (FAZ 1.7.): „Sprachlos vor Schreck hatten die argentinischen Erzrivalen miterleben müssen, wie sie von den Brasilianern ausgetanzt, ausgetrickst, ausgespielt worden waren. Am Tag, als ein elementarer Gewitterregen über Frankfurt und das an einigen Stellen schon rissige Dach der neuen Arena kam, durchströmte die hohe brasilianische Fußballkunst ein Endspiel, das zu einer Demonstration einsamer Klasse und mitreißender Artistik wurde. Was die Zuschauer viel mehr faszinierte, war die pralle Lebensfreude einer offensichtlich verschworenen Gemeinschaft, die sich mal als großes Action-Kino artikulierte, mal als filigrane Zauberei zum magischen Moment verdichtete. Es war die Nacht der großen Emotionen.“

Stimmen zum Endspiel, faz.net

Ball und Buchstabe

Realsatire

Siegerehrung in Frankfurt, und Bernd Müllender (FTD 1.7.) fasst sich an den Kopf: „So wunderbar der Fußballabend geriet, so sonderbar war der Rahmen. Die Siegerzeremonie – eine einzige Realsatire. Eine Turnier-Fair-Play-Trophy für Argentiniens Wadenbeißer ist etwa so sinnvoll wie der Friedensnobelpreis für Bin Laden. Bei all den Ehrungen kamen die Ehrer durcheinander – die Trophäen als beste Turnierspieler für Juan Román Riquelme und Adriano wurden schlicht vertauscht. Und dann die Zahlenlehre! Warum wurde Michael Ballack mit vier Turniertoren als Zweiter geehrt, John Aloisi mit ebenso vieren (aber in einem Spiel weniger) nur als Dritter und Luciano Figueroa komplett ignoriert? Und als Medaillenumhänger müsste Zeremonienassistent Horst Köhler anstandshalber begrüßt werden, auch wenn der Präsident hinter Szenestars wie Sepp Blatter (Pfeifkonzert) und Franz Beckenbauer (Jubel) nur dritte Wahl ist.“

Zu klein, zu harmlos, zu begrenzt

Organisation, Infrastruktur, Sicherheit – Andreas Lesch (BLZ 1.7.) bezweifelt den Aussagewert der Generalprobe Confed-Cup: „Quer durch die Republik haben sich die Politiker und die Organisatoren des Turniers deshalb derart ausdauernd auf die Schulter geklopft, dass mancher von dieser Übung wohl einen Muskelkater bekommt. Man darf diese Aussagen getrost als Propaganda verstehen, und man muss hoffen, dass nicht jedes Eigenlob so ernst gemeint ist, wie es klingt. Denn natürlich ist der Confederations Cup in Fragen der Organisation und Sicherheit nicht vergleichbar mit der WM. Dafür war er zu klein, zu harmlos, zu begrenzt. Wie tragfähig die Konzepte der Veranstalter sind und wo sie Schwachstellen haben, wird sich erst im kommenden Jahr zeigen. Niemand hat geglaubt, dass brasilianische Samba-Tänzerinnen und deutsche Familien in den Stadien und Städten randalieren.“

taz: Politiker und Verantwortliche ziehen eine positive Bilanz des Confederations Cup: Sicherheitskonzept habe sich bewährt. Fans kritisieren polizeiliche Willkür und Kommerzialisierung

Klempner gefordert

Notizen in Sachen Spielregeln – Klaus Hoeltzenbein (SZ 1.7.): „Auch beim Sport selbst sind die Klempner gefordert, manche Dichtungsringe auszuwechseln. Die Doping-Gesetze der Fifa sind so durchlässig und widersprüchlich, dass es zu einer Posse wie jener um die beiden bei Nacht und Nebel ausgeflogenen Mexikaner kommen konnte. Die neu formulierte und beim Confed-Cup urplötzlich erprobte Abseitsregel gehört auf den Paragraphenmüll der Geschichte. Eine Gefahr fürs ungetrübte Spiel bleibt zudem der Ellbogenschlag, das Mode-Foul der Saison. Und falls sich Argentiniens Defensivkraft Fabricio Coloccini nicht in Kürze in einen Gentleman verwandelt, kennt die Welt schon heute ihren Buhmann fürs nächste Jahr.“

Problem auf der Kommentatorenposition

Christoph Keil (SZ/Medien 1.7.) beschreibt Günter Netzers Spagat und kann, wie wohl alle Fußballfreunde und -sachverständige, Steffen Simon nicht ertragen: „Am Ende eines für die ARD denkwürdigen Tages fabulierten sich die Zwei um Sinn und Verstand. Delling legte so was wie: „Jetzt müsse der gute Netzer ganz stark sein“ vor. Der gute Netzer antwortete: Ja, das sei die einzig schlechte Nachricht gewesen. Trotzdem wolle er der ARD gratulieren. Nur Fachkundige konnten dem Kammerspiel folgen: ARD-Mann Netzer ist hauptberuflich Direktor der Schweizer Sportrechte-Agentur Infront. Wie ARD und ZDF hatte sich Infront um die Übertragungs-Rechte der WM 2010 beworben. Als Infront-Manager kämpfte Netzer in den zurückliegenden Wochen gegen seinen Arbeitgeber ARD. Eine sehr seltsame Partie, doch der ewig Blonde bewegt sich inzwischen verwandlungssicher im freien Raum und auf allen Seiten. (…) Netzer hatte Tempo in seinen Formulierungen, den Sachverstand und die Urteilskraft. Steffen Simon, der das Spiel kommentierte, hatte das alles nicht. Simon schaffte es, den Platzverweis des deutschen Stürmers Hanke zunächst chauvinistisch zu bewerten (Fehlentscheidung!) und am Ende mit der Dummheit des Spielers zu begründen. Ein Jahr vor der WM haben ARD und ZDF ein Problem auf der Kommentatorenposition.“

SZ: die Akte Jürgen Emig

Gott liebt uns

Andreas Platthaus (FAZ/Feuilleton 1.7.) stellt sich in den Sturm und schreit: „An wem werden sich die Frankfurter schadlos halten können, denen die Innenraumkaskade ein ähnlich finales Problem beschert hat wie Sherlock Holmes weiland an den Reichenbachfällen? Hatte man doch an die Stelle des alten Waldstadions eine Traumarena gebaut, eine wahre Monstersportstätte. Sie liegt bei Bedarf unter einer riesigen Zeltplane, unter der das Wetter von einem Wettermeister geregelt wird. Am vorgestrigen Abend schien er leider ein bißchen Regen für zweckmäßig zu halten, aber vielleicht hat er ja auch nur alle Möglichkeiten mal durchprobiert. Auf den Schneesturm mit allen Schikanen müssen wir zwar noch warten, doch den Zuschauern auf den obersten Rängen reichten schon die regengeschwängerten Windböen, die über den Rand der Arena tobten. Die durchnäßt Flüchtenden wurden allerdings mit bayrisch intonierendem Charme darauf aufmerksam gemacht, daß durch den Niederschlag Gänge und Treppen gefährlich glatt geworden seien, weshalb man auf dem eigenen Platz am sichersten lebe. Und gerade als man sich mit dem Gedanken anfreundete, in etwa dreißig Meter Höhe zu ertrinken, zeigte der dauerhafte Reinfall von Frankfurt, daß es noch viel mehr Wasser auf der Welt gibt. Gott liebt uns. Fußballfanfreuden! Welch köstliche Belohnung wird uns bisweilen für unsere Mühen zuteil.“

Deutsche Elf

Negativismus

4:3 gegen Mexiko – Die Zuschauer pfeifen, und Matti Lieske (taz 1.7.) rümpft die Nase: „Der Sieg bot ein prächtiges Spektakel, leicht getrübt nur von den verbissenen Zuschauern, die nach der berechtigten roten Karte für Mike Hanke jede Aktion der Mexikaner oder des Schiedsrichters mit einem gellenden und nervtötenden Pfeifkonzert bedachten. Ein Vorgeschmack, was den Freunden aus der Welt nächstes Jahr blüht, wenn sie zu aufmüpfig werden. Weder Bundestrainer Jürgen Klinsmann noch Kapitän Michael Ballack hatten sich jedoch am partiellen Negativismus der Zuschauer gestört (…) Hanke könnte sich mit seinem dummen Platzverweis schon jetzt aus dem WM-Kader gespielt haben. Aus dem Kader gespielt hat sich offenbar auch ein anderer. Während sich Spieler und Stab des deutschen Teams vom Publikum feiern ließen, stand weit abseits DFB-Mitpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder, früher bei solchen Anlässen stets mittenmang. Nun musste er ersatzweise den zwielichtigen Jack Warner, Fußballpräsident Mittel- und Nordamerikas, umarmen. Es schien, als wollte er ihn vor lauter Verzweiflung gar nicht mehr loslassen.“

Einst allmächtig

Stefan Hermanns (Tsp 1.7.) rät Oliver Kahn vor weiterer Kritik gegen die Klinsmann-Offensive ab: „Mit dieser Kritik ist der Torhüter das retardierende Moment im deutschen Spiel, die letzte Verbindung zur völlerschen Vergangenheit, als der Sinn des Spiels noch darin bestand, ein Tor weniger zu kassieren als der Gegner, am besten aber gar keins. Das ist und bleibt Kahns Vorstellungswelt. (Ironischerweise ist Kahn inzwischen die beste Versicherung dagegen, dass der Ball dauernd zum Torhüter zurückgespielt wird. Seine Kollegen haben längst registriert, dass das Spiel nach einem Rückpass auf den Rumpelfüßler Kahn regelmäßig mit einem Einwurf für den Gegner fortgesetzt wird.) Elf Monate sind es noch bis zur WM, und diese elf Monate werden zeigen, wie viel Einfluss der einst allmächtige Kahn noch besitzt. (…) Wer Klinsmanns Weg nicht mitgehen will, muss sich nicht wundern, wenn Klinsmann ihn irgendwann nicht mehr mitnehmen will.“

Stimmen zum Spiel, faz.net
Bildstrecke, faz.net

Morbus Sammer

Die deutsche Elf in der SZ-Gesamt-Turnier-Einzelkritik: Oliver Kahn spielte das ganze Turnier durch. Es sei denn, Lehmann spielte. Oder Hildebrand. Kassierte im ganzen Turnier nur sechs Tore und steigerte sich immerweiterimmerweiterimmerweiter. Gegen Australien waren von drei Schüssen nur drei drin, gegen Mexiko sogar nur drei von vier. Als Typ unverzichtbar fürs Team: Ist sie nicht Herz erfrischend, diese Grantellaune? Könnte sonst ja keiner aushalten, immer nur diese Euphorie. Empfahl sich mit wilden Abschlägen ins Aus für die Robert-Huth-Position. (…) Andreas Hinkel reiste mit einer seltenen Krankheit an. Hatte sich während der Saison Morbus Sammer eingefangen, einen Defensiverreger, der zu chronischer Verunsicherung führen kann. Durfte als Therapie gegen Argentinien und Mexiko spielen, mit ersten Heilungserfolgen in Form von mutigen Flügelläufen und einer Torvorlage. Gute Besserung. (…) Torsten Frings spielte manchmal (gegen Brasilien) wie die von Klinsmann geforderte moderne Nummer Sechs. Spielte manchmal aber auch wie Ramelow. (…) Marco Engelhardt wurde gegen Argentinien eingewechselt, beim Stand von 2:1 für Deutschland. Vier Minuten später stand es 2:2. Das muss aber nicht an ihm liegen. (…) Thomas Brdaricm achte im gesamten Turnier keinen Fehler. Außer seiner Frisur natürlich.

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