indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Sonntag, 19. Juni 2005

Interview

Natürlich habe ich gegen eine Lobby anzukämpfen

Jens Lehmann mit Michael Horeni (FAZ 18.6.)
FAZ: Es wird derzeit sehr viel über die unerfahrene deutsche Abwehr und das Defensivproblem gesprochen. Kann man als Torwart eine junge Abwehr unterstützen?
JL: Um ehrlich zu sein, habe ich bei der Nationalmannschaft noch nie einen großen Unterschied gesehen zwischen einer jungen und einer erfahrenen Abwehr. Prinzipiell sind es die deutschen Spieler nicht gewohnt, 4-4-2 zu spielen. Da ist es eigentlich egal, ob die Spieler alt oder jung sind.
FAZ: Die können es also so oder so nicht?
JL: Man merkt, daß die Umstellung Zeit braucht. Es dauert, bis das System verinnerlicht ist. Ich spiele 4-4-2 jetzt seit zwei Jahren fast jeden Tag im Training. Ich sehe den Unterschied zu den Spielern, die mit diesem System aufgewachsen sind. Am Anfang, als ich aus Deutschland kam, mußte ich auch erst einmal schauen, wie die das machen. (…)
FAZ: Viele behaupten mittlerweile schon wieder, Oliver Kahn sei die stille Nummer eins. Täuscht dieser Eindruck?
JL: Sie sprechen nebulös von „vielen“. Mit „vielen“ kann ich nichts anfangen.
FAZ: Machen wir’s konkreter: Für den FC Bayern München und seine mächtige Führung ist die Torwartfrage eigentlich entschieden. Gegen diese Lobby müssen Sie auch ankämpfen.
JL: Ich möchte über diesen Verein nichts mehr sagen. Ich weiß nur eins: Die ganzen Kommentatoren, vor allen in den Boulevard-Zeitungen, waren alles Bayern-Spieler. Auf deren Meinung gebe ich nichts. Letztlich ist die Wahrnehmung der Trainer entscheidend. Sehen Trainer genug, um unter diesen Bedingungen eine andere Entscheidung zu treffen? Haben Sie die Fähigkeit dazu? Jürgen Klinsmann wird am Ende daran gemessen werden, ob er ein Händchen dafür hat, die besten Spieler bei der WM zusammenspielen zu lassen. Wird er die besten Spieler auf den jeweiligen Positionen einsetzen, oder wird er die beste Mannschaft aufstellen? Und vielleicht auch auf einen Spieler verzichten, der vielleicht eine größere individuelle Klasse hat gegenüber einem Spieler, der sich besser in die Mannschaft einfügt. Aber natürlich habe ich gegen eine Lobby anzukämpfen.

Wenn ich das Gefühl hätte, daß ich im Weg bin, würde ich freiwillig aufhören

Sönke Wortmann mit Michael Ashelm & Michael Horeni (FAS 19.6.) über die Dreharbeit
FAS: Mit wem von der Mannschaft liegen Sie denn auf dem Zimmer?
SW: Die Zeiten sind vorbei. Ich habe mir sagen lassen, 1990 bei der WM wäre das letzte Mal gewesen, daß Spieler in Zweibettzimmern geschlafen haben.
FAS: Sie fühlen sich dem Kreis der Mannschaft aber voll zugehörig, tragen die gleiche Trainingskleidung wie die Nationalspieler, laufen mit Adiletten durchs Hotel.
SW: Ja, jeden Tag fühle ich mich wohler. Als ich am ersten Tag ankam, war ich auch sehr erfreut, daß ich genauso eingekleidet wurde wie alle. Das hilft natürlich, ich will mich ja integrieren, deshalb ist das gut so.
FAS: Wie schafft man Nähe zu Spielern, wie schafft man Vertrauen mit der Kamera?
SW: Übertragen auf den Fußball: Wir sind in der Warmlaufphase. Dehnübungen werden gemacht, leichte Läufe.
FAS: Um echte Emotionen einzufangen, müssen Sie die Mannschaft so unbemerkt wie möglich begleiten. Wie macht man sich mit einer Kamera von Tag zu Tag unsichtbarer?
SW:: In den Vorgesprächen mit Oliver Bierhoff fragte er auch, wie ich denke, am wenigsten zu stören. Meine Meinung: Wenn ich einmal die Woche da wäre, wäre ich sicher ein Störfaktor. Wenn ich jeden Tag dabei bin, wird es bald gar nicht mehr auffallen.
FAS: Und welche Signale geben Ihnen die Spieler?
SW: Es hätte bisher nicht besser laufen können. Natürlich sind manche Spieler noch ein bißchen schüchtern – ich ja auch. Aber es wird von Tag zu Tag besser. Man kommt immer mehr ins Gespräch.
FAS: Auch von Ihrer Seite muß das Projekt ja funktionieren, nicht nur für die Mannschaft.
SW: Wenn ich das Gefühl hätte, daß ich im Weg bin, dann würde ich freiwillig aufhören. Es kann ja für viele Spieler der Höhepunkt ihrer Karriere sein, dazu noch im eigenen Land, entsprechend groß ist der Druck. Ich würde jeden verstehen, der sagt, diesmal nicht. Wenn es nicht zustande käme, wäre ich nicht sauer. Es ist natürlich auch eine Chance für die Spieler, wenn sie Vertrauen haben, daß es etwas Gutes werden könnte. Dann hätten sie irgendwann einen Film in der Hand, den sie ihren Enkeln zeigen könnten.
FAS: Gibt es nicht schon genug Beiträge, die Fußball thematisieren? Was können wir mehr erwarten von der Dokumentation?
SW: Die tägliche Berichterstattung stößt an Grenzen, weil Kameras in gewisse Bereiche nicht reindürfen. Zum Beispiel während der Pause in der Kabine. Ich glaube aber, dass von Zuschauerseite ein enormes Interesse besteht, zu wissen, wie es dort zugeht. Bisher kamen Rainer Bonhof oder Michael Skibbe nach der Halbzeitpause aus der Kabine und sagten: „Wir werden das jetzt fortsetzen und hinten ein bißchen sicherer machen.“ Das war’s dann auch. Wenn ein Film zeigen könnte, wie das entscheidende Tor von Lukas Podolski im Viertelfinale vorher von Klinsmann in der Kabine vielleicht mit ein paar Hinweisen vorbereitet wurde, also der Trainer sagt: „Lukas, paß mal auf, so und so, und dann machst du den Ball rein“, wäre das eine unglaubliche Vertiefung des Fußballsports, den wir alle sehr lieben.
FAS: Ist die Nationalelf hinter den Kulissen vielleicht viel normaler, als uns das die vielen tollen Bilder der Werbung und Medien transportieren?
SW: Auch in der Normalität liegt eine große Kraft.

Spiegel-Interview mit Wortmann

Confed-Cup

Asyl

Uwe Marx (FAS 19.6.) beschreibt den Status Otto Rehhagels: „Griechen gibt es auf der ganzen Welt, heißt es, und weil das so ist, gibt es überall viel Applaus, wenn die griechische Nationalmannschaft bei Auswärtsspielen vorgestellt wird. Und zwar in folgender Abstufung: lauten für normale Spieler wie Angelos Charisteas etwa, sehr lauten für besonders verehrte Spieler wie Kapitän Theodoros Zagorakis und alles übertönenden für Rehhagel. Der bald 67 Jahre alte Trainer des Europameisters genießt seit dem sensationellen Triumph in Portugal Kultstatus. Es ist fast so wie in seligen Bremer Zeiten: Rehhagel hat alle Freiheiten und den besten Verbündeten, den ein Trainer in dieser labilen Branche haben kann – Erfolg. Dieser hat ihn in Griechenland sakrosankt gemacht. Daran ändert auch der mißglückte Auftakt nichts, jenes deprimierende 0:3 gegen Weltmeister Brasilien. Rehhagel genieße nach dem finalen Coup von Lissabon Asyl in ihrem Land, sagen viele Griechen. Besser noch: Er selbst kann bestimmen, wann es ausläuft oder ob es verlängert wird – und wenn ja, wie lange.“
In einer anderen Welt

Brasilien schlägt Griechenland 3:0 – Michael Reinsch (FAZ 18.6.) schnalzt mit der Zunge: „Wer diesen Abend miterlebte, wird ein Gefühl haben, nach dem das WM-Motto umgekehrt war: Gewiß ist die Fußballwelt zu Gast in Deutschland. Doch diesmal war das Publikum zu Gast im Universum Futebol, wo Hochkultur mit dem Fuß gemacht wird: in einer anderen Welt.“

Gewalt, eine Kategorie der Schönheit

Javier Cáceres (SZ 18.6.) reißt die Augen auf: „Adrianos mächtiger Linksschuss aus 20 Metern zum 1:0 war der Beweis dafür, dass sogar schiere Gewalt eine Kategorie der Schönheit ist, wenn sie im kanariengelben Trikot der Brasilianer daherkommt.“

Mikrokosmos

Ingo Durstewitz (FR 18.6.), Europäer, schluckt und staunt: „Wer sich in den Irrglauben verrennt, dass da die beiden besten Mannschaften der Welt auf dem Rasen die Klingen kreuzten (Weltmeister gegen Europameister), der kann den alten Kontinent fußballerisch von der Landkarte streichen. Die 90 Minuten waren eine wunderhübsche Demonstration brasilianischer Fußballkunst, die Südamerikaner versprühten Magie und Zauber im Überschuss, und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass sie in ihrem eigenen Mikrokosmos mit dem Ball spielen, dann diente das Duell gegen die armen, stolzen Griechen dazu. Die waren ein Sparringspartner, ein Spielball, Klassen unterlegen.“

Triumph des Angriffsfußballs und des Einfallsreichtums

Uwe Marx (FAZ 18.6.) schwärmt: „Die Griechen mühten sich so, wie sie es am besten können und wie sie es im vergangenen Jahr beim Titelgewinn gegen die kontinentale Fußball-Elite vorbildlich gezeigt hatten: kratzbürstig, laufbereit, hartnäckig, sparsam, effektiv. Aber was nützt das alles, wenn auf der Gegenseite ein Offensivquartett Aufstellung nimmt, das sich bei fast jedem Angriff nur einigen muß, wer denn nun den nächsten Torschuß vornimmt. Vom bibergesichtigen Ronaldinho, dem jungenhaften Kaká und dem wuchtigen Adriano wußte man ja, was sie an guten Tagen können. Daß aber auch noch der junge Robinho kein Deut einfallsloser ist, stellte Griechenland endgültig vor unlösbare Probleme. (…) Es gab einen Triumph des Angriffsfußballs, des Einfallsreichtums und der technischen Überlegenheit zu bestaunen.“

In der NZZ (18.6.) lesen wir: „Ronaldo? Er wurde nicht vermisst, der schnellste Dicke des Planeten.“

Wir sind einfach nicht drangekommen

Wenn Journalisten Japans Nationaltrainer Zico etwas fragen, zuckt er meist mit den Achseln, stellt Matti Lieske (taz 18.6.) fest: „So geistsprühend und dynamisch der Brasilianer früher auf dem Spielfeld auch gewesen sein mag, so lethargisch und fad gibt er sich als Trainer. Hätte er so Fußball gespielt, wie er heute redet, wäre das zentrale Mittel seines Wirkens der Rückpass zum Torwart gewesen – und der wäre auch noch ungenau ausgefallen. Warum er so schweigsam war in den letzten Tagen, vermochte sich keiner der mitgereisten Reporter erklären, obwohl Japaner doch weltweit als Koryphäen auf dem Gebiet der Etikette und der verletzten Formen gelten. Es zeigt, das man Zico offenbar noch leichter auf den Schlips treten kann als einem gehobenen Höfling des Tenno. Nach dem 1:2 gegen Mexiko redete der 52-Jährige immerhin wieder, auch mit Japanern. Sie fragten viel, Zico antwortete relativ knapp, nur der japanische Übersetzer machte daraus Monologe, deren Wortschwall für einen ganzen Murakami-Roman ausgereicht hätten. Warum es häufig drei Spielern seines Teams nicht gelungen wäre, einen Mexikaner vom Ball zu trennen? „Das lag an den Mexikanern.“ Wieso seine Mannschaft so große Schwierigkeiten bei hohen Bällen hatte? „Wir sind einfach nicht drangekommen.““

Gebranntes Sonnenkind des Fußballs

Tunesien ist in besten Händen, meint Roland Zorn (FAZ 18.6.), nämlich in denen des ehemaligen Nationaltrainer Frankreichs: „Roger Lemerre gilt als unergründlich. Mal ist er schweigsam, mal plaudert er drauflos, mal wirkt er mißtrauisch, mal lächelt er sein Gegenüber wie einen Vertrauten an, mal scheint er unnahbar, mal sentimental. Vielleicht ist sich dieser französische Fußballehrer manchmal selbst ein Rätsel. Er, der schon im Schattenreich der fatal gescheiterten Trainer angekommen war, ist längst wieder ein wenn auch gebranntes Sonnenkind des Fußballs. (…) Alle Achtung also, Jürgen Klinsmann. Mag aus dieser Mücke auch auf die Schnelle kein Elefant werden, so besitzt Lemerre doch den Baukasten, aus dem sich die großen Fußball-Strategen dieser Welt bei ihren Erfolgsmodellen bedienen.“

Bundesliga

Aus einer anderen Fußballepoche

Dirk Schümer (FAS 19.6.), Italien-Korrespondent der FAZ, trübt die Stuttgarter Euphorie über die Einstellung Giovanni Trapattonis: „Weil die italienischen Erfolge von „il Trap“ ganz weit in der Fußballhistorie zurückliegen und sich selbst eingefleischte Tifosi kaum mehr an die sieben Scudetti mit Juve und den letzten nationalen Titel mit Inter Mailand aus dem Jahr 1989 erinnern können, gilt Trapattoni – bei aller Achtung für sein Lebenswerk – in Italien eher als Auslaufmodell. Zu dornig verliefen die letzten Engagements des temperamentvollen Lombarden in seinem Heimatland. Er trainierte mit Cagliari und Florenz zwei Vereinsteams, die nicht einmal zur nationalen Spitze zählten. Und als er im Jahr 2000 die Nationalmannschaft übernahm, hatte ihn das Händchen als Titelgarant bereits verlassen. Die letzte Welt- und die Europameisterschaft, in denen er mit den Azzurri vorzeitig ausschied, sind in Italien durch mutloses Defensivspiel, durch ein Übermaß der Verteidiger und vorschnell ausgewechselte Stürmer in Erinnerung geblieben – Rentnerfußball eben. (…) Bei aller Medientauglichkeit stammt dieser soignierte Weltrekordhalter aus einer anderen Fußballepoche, in der Ehrgeiz und Fleiß viel zählten, was seine schwäbisch-protestantischen Arbeitgeber in Stuttgart gewiß eher schätzen als sein uritalienisches Doppelbekenntnis zu Sozialismus und Katholizismus.“

Trip mit Trap

Thomas Kistner (SZ 18.6.) kommentiert die Verpflichtung Giovanni Trapattonis in Stuttgart und blickt auf die Vereinsführung: „Er gilt als eine der größten Spaßbremsen des Gewerbes überhaupt. (…) Sieht man den Trapattoni-Transfer vor dem Hintergrund der aktuellen Stuttgarter Bedürfnisse, fragt sich, welches Kompetenz-Team hier die Weichen stellte. Wenn es stimmt, dass mit der Trainersuche ein Anwalt betraut war, der sonst die kleinen und größeren Kickersünden vor dem DFB-Sportgericht verteidigt, müsste dies einen Verdacht stützen, der ja im Schwäbischen schon länger schwelt: Dass es auf Vorstandsebene an Sachverstand mangelt. Staudt, einst Deutschlandchef des Computerriesen IBM, war schon im Fall Sammer von Aufsichtsratschef Hundt übertrumpft worden. Nun darf der Trip mit Trap zurück in die Vergangenheit von Betonabwehr und kontrollierter Offensive nicht auch noch schief gehen. Sonst haben sie beim VfB alle miteinander fertig.“

Es gilt, in Stuttgart einen Niedergang zu verhindern

Benedikt Voigt (Tsp 18.6.) fügt hinzu: „Insgesamt 19 Titel hat der freundliche Mann gesammelt, der in Italien wegen seiner blauen Augen und seiner ergebnisorientierten Fußball-Taktik nur „Il tedesco“ genannt wird, der Deutsche. Es wirkt wie eine Ironie des Lebens, dass ihn ausgerechnet dieses Land so gerne auf eine knapp fünfminütige Rede reduziert. Und darüber vergisst, dass er einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt ist. Beim VfB Stuttgart hat Giovanni Trapattoni nun die Chance, sein Image in Deutschland zu korrigieren. Schwer genug ist die Aufgabe, die er sich aufgehalst hat. Es gilt in Stuttgart einen Niedergang zu verhindern.“

WamS-Portrait Trapattoni

Bildstrecke Trapattoni, faz.net

Deutsche Elf

Neues Arbeitsfeld

3:0 gegen Tunesien, die Abwehr steht, doch… – Stefan Osterhaus (NZZaS 19.6.): „Das eine Experiment ist beendet, zumindest vorläufig. Ein neues Arbeitsfeld wartet nun auf Klinsmann, denn Probleme bereitet das einst hochgelobte deutsche Mittelfeld. Viel ging daneben auf engem Raum.“

mehr über diesen Spiel: morgen

WamS-Interview mit Bastian Schweinsteiger

Portrait Urs Siegenthaler Spielerbeobachter Deutschlands, TspaS

Samstag, 18. Juni 2005

Ball und Buchstabe

Auswechslung!

Michael Hanfeld (FAZ/Medien 17.6.) will Gerhard Delling und Günter Netzer nicht mehr sehen und hören: „Wenn es gar nicht mehr geht, man sich nur noch im Wege und auf der langen Leitung des jeweils anderen steht, wenn von Hingabe, gar Liebe aber auch gar kein Spurenelement mehr sichtbar, hör- oder spürbar ist, dann ist es vielleicht doch an der Zeit, voneinander zu scheiden. Was zu raten uns in diesem Fall etwas leichter fällt, weil es um eine berufliche und vor allem kinderlose Beziehung geht. Jetzt wäre gerade noch der rechte Zeitpunkt, beim Confederations Cup, bei dem sich die deutsche Herrennationalmannschaft von ihrer Mattigkeit erst noch befreien muß, im Ersten Programm zu tun, wofür der Teamchef Jürgen Klinsmann im Fußball allenthalben gelobt wird: neue Besen und neue Kehrtechniken ausprobieren. (…) Ein Treffen der Pathologen am Seziertisch ist stimmungsmäßig eine echte Party dagegen. Bis zur WM 2006 ist für die Auswechslung noch Zeit.“

Deutsche Elf

Verkörperungen einer undeutschen Fußballtheorie

Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski, nicht nur des Boulevards Lieblinge – Ludger Schulze (SZ 18.6.) zählt auf sie: „Beide verkörpern die undeutsche Theorie vom Fußball mit Vergnügen in idealer Weise. Beide haben den Erfolg im Auge, ihr Ziel ist der Gewinn des Turniers, aber das verfolgen sie mit erkennbarer, fast südländischer (Spiel-)Freude, ihnen mangelt es fundamental an der Malocher-Mentalität, welche den deutschen Fußball der Vergangenheit oft genug prägte. Man braucht dabei aber nicht zu verschweigen, dass Schweinsteiger seine überragende Leistung gegen Australien mit einem fiesen Tritt gegen den Knöchel des Gegenspielers Popovic trübte. Nicht ganz zu Unrecht, wenn auch in der Wortwahl überzogen, hat der australische Trainer Frank Farina dieses Foul einen „schändlichen und schrecklichen Angriff“ genannt, „der im Fußball nichts zu suchen hat“. Aber wenn man beobachtet hat, wie Schweinsteiger zur Trage schlich, auf der Popovic vom Spielfeld gebracht wurde, und sich entschuldigte, ahnt man das schlechte Gewissen, das den Bayern plagte. Vom Rabaukentum der Baslers und Effenbergs trennen beide Universen. Sie sind vielmehr von jenem professionellen Ernst, der die heutige Generation von Berufsfußballern von früheren unterscheidet, wie Klinsmann festgestellt hat.“

Prototyp aus der deutschen Fußball-Urzeit

Für den Adidas-Werbespot hat sich Podolski nicht arg verstellen müssen, findet Michael Horeni (FAZ 18.6.): „Nebelschwaden hängen tief zwischen den Bäumen. Plötzlich zerreißt Geschrei die Stille, und eine Horde junger Leute stößt aus dem Dickicht hervor. Lukas Podolski vorneweg, das Gesicht erdverschmiert und dem Ball vor seinen Verfolgern nachjagend. Der Franzose David Trezeguet ist dabei, der Italiener Alessandro del Piero, der Holländer Arjen Robben und auch der Argentinier Javier Saviola, Superstars in ihren Vereinen und Ländern allesamt. Aber der kurze Streifen will nicht die glamouröse Seite des Geschäfts ausleuchten, sondern ein urwüchsiges Bild von Fußballstars zeichnen, das es in der Wirklichkeit längst nicht mehr gibt. Junge, zu Millionären gemachte Männer, die auf der Straße oder im Wald bolzen, einfach so, aus Spaß am Spiel, aus Leidenschaft. Das ist die Botschaft. Lukas Podolski allerdings muß nicht erst mit Erde geschminkt werden, um die tatsächlichen Kräfte zu dokumentieren, die ihn antreiben. (…) Recht besehen paßt dieser Prototyp aus der deutschen Fußball-Urzeit gar nicht in die neue Nationalmannschaft, in das Anforderungsprofil, das Jürgen Klinsmann und sein Betreuerteam seit knapp einem Jahr zeichnen. Mit generalstabsmäßiger Akribie schaffen sie Zusatzangebote, um die Persönlichkeitsentwicklung der Spieler zu forcieren, sie bieten Sprachkurse an, Medienschulung und psychologische Hilfe. Podolskis zeitlose Fußball-Wahrheit dagegen paßt in einen einzigen Satz: „Der Ball muß ins Tor, egal wie.““

Freitag, 17. Juni 2005

Confed-Cup

Nach englischem Vorbild

Michael Ashelm (FAZ 17.6.) überreicht dem Verlierer Australien Blumen: „Es wurmte die Australier, daß sie wieder verpaßt hatten, mit einem überraschenden Ergebnis der Fußballwelt zu zeigen, daß mit ihnen mehr los ist, als gemeinhin mit ihrer Art des Kickens verbunden wird. Zu sehen waren eine solide Spielkonzeption, klare Kombinationen, athletische, selbstbewußte Profis und ein Vorwärtsdrang nach englischem Vorbild, welcher die Defensivarbeiter der deutschen Auswahl mächtig unter Druck setzte.“

Fliegengewichte mit Flugangst

Christoph Biermann (SZ 17.6.) misst Roger Lemerre nach dem 1:2 gegen Argentinien an seinen Worten: „„Kleine Mannschaften müssen ihre Organisationsform finden, sie müssen kleine Schritte machen und zustechen wie Moskitos, denn das ist schwierig für große Mannschaften“, hatte Lemerre gesagt, und man sah vor dem geistigen Auge des Trainers kleine Mücken in den roten Trikots herumtanzen. Früher hätte man so etwas wohl Guerillataktik genannt. Angesichts der Partie gegen Argentinien konnte davon nicht wirklich die Rede sein. Dort waren unterschiedliche Gewichtsklassen aufeinander getroffen, gegen die Schwergewichte aus Südamerika wirkten die Tunesier nicht wie nervige Moskitos, sondern über weite Strecken wie Fliegengewichte mit Flugangst. (…) Im ersten Spiel des Confed-Cups zeigte sich, dass die Trainer den Wettbewerb vor allem zu Experimenten nutzen werden und Spielern eine Chance geben, die sonst Reservisten sind.“

taz-Spielbericht

Bildstrecke, sueddeutsche.de

Ball und Buchstabe

An der Stimmung im Stadion vorbeikommentiert

Udo Muras (Welt 17.6.) liest Reinhold Beckmann die Leviten: „Wer derart an der Stimmung im Stadion vorbeikommentiert und die Partie nie als das begreift, was sie für Spieler und Zuschauer ist, nämlich ebenso ein Fest wie ein Test, müßte um seine WM-Teilnahme zittern. Deutschland darf keine Fehler machen, egal in welcher Situation, mit welcher Aufstellung und gegen wen. Und bloß kein Lob ohne ein Aber. Von Fehleinschätzungen trotz Zeitlupe ganz abgesehen. Wer diesen hehren Anspruch hat, muß ihn auch an sich selbst stellen.“

Ein Haufen eingeschüchterter Miesmacher

Philosophie hilft da nicht weiter – Christoph Schurian (taz 17.6.) gelangt immer zur selben Antwort, egal, welche Frage er stellt: „Was war zuerst da? Die Empörung des Sportreporters Reinhold Beckmann über die Dummheiten von Robert Huth oder Robert Huths Dummheiten? Beschreibt oder beschreit der Sportschau-Spieß, was er sieht? Wenn nicht auszuschließen ist, das winzige Schmetterlingsflügel einen tropischen Wirbelsturm entfachen, was zieht dann das Aufsehergebrüll des Fernsehfritzen nach sich? Auf jeden Fall nichts gutes. Der bundesdeutsche Fußball ist, wie er ist, weil wir sind, wie wir sind: ein Haufen eingeschüchterter Miesmacher.“

Im Fifa-Land

Unter Heimat und Wohlfühlen stellt sich Michael Eder (FAZ 17.6.) etwas anderes vor als die Atmosphäre beim Auftakt in Frankfurt: „Zuschauern aus dem Rhein-Main-Gebiet kann man als Vorbereitung auf das nächste Jahr dringend den Besuch eines Englisch-Kurses empfehlen und – wichtiger noch – die allmähliche Gewöhnung an die amerikanische Schnellküche. Die Großsponsoren von Confed- und Weltcup nämlich sind die eigentlichen Herrscher im Fifa-Land mit seinen Confed- und WM-Außenstellen in Deutschland. Eine Bratwurst wird der zugereiste japanische Fan auf dem Marktplatz vor dem Stadion, wo die Sponsoren ihren großen, bunten Jahrmarkt veranstalten, vergebens suchen, McDonalds sorgt dort exklusiv für die Verpflegung, in Frankfurt, in Leipzig, in Köln, in Hannover, überall. Anheuser Busch, die große amerikanische Brauerei, sorgt nicht nur für das Bier, das am Mittwoch frühzeitig ausverkauft war, sondern auch für die Auswahl des Spielers des Tages, „the man of the match“; zur allgemeinen Überraschung war dies Michael Ballack, was vielleicht daran lag, daß der Münchner der einzige Spieler auf dem Platz war, von dem man auch in amerikanischen Vorstandsetagen schon etwas gehört haben mag, Ballack steht bei McDonalds und Coca-Cola unter Vertrag.“

Die Welt zu Gast – fühl Dich wie im Knast

Spiegel Online ergänzt: „Den meisten Fans wäre ein Fußballspiel ohne diese künstlichen Elemente lieber. Vielmehr ärgern sich aber die Anhänger derzeit über die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen im Vorfeld der WM. Vor der Partie zogen rund 1500 Fans aus dem gesamten Bundesgebiet mit einem Protestmarsch durch die Stadt. Dabei trugen sie T-Shirts mit Aufschriften wie: „WM 2006: Die Welt zu Gast – fühl Dich wie im Knast“ oder „Fußballfans sind keine Verbrecher“.“

BLZ: Fans beklagen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen

11 Freundinnen

Schwindel bei den Gegnern

Nach dem 4:1 gegen Finnland und vor dem Finale gegen Norwegen – Michael Kölmel (BLZ 17.6.) schreibt über die Überlegenheit der Deutschen: „Tina Theune-Meyer überrollt mit ihrer Offensive die anderen Nationen. Fünf, manchmal sechs nominelle Stürmerinnen standen bisher immer auf dem Platz. Leidige Diskussionen, die beim anderen Geschlecht schon mal ganze Turniere andauern – kann Bierhoff mit Klinsmann? Kuranyi mit Klose? – kommen in England dennoch nicht auf. Das gelingt nur, weil Theune-Meyer ihr Konzept auf die Stürmerinnen zugeschnitten hat. Jede hat ihren Platz, aber dennoch ist keine von ihnen irgendwo fest zu orten. Die Symptome in diesen Tagen in England: Orientierungslosigkeit und Schwindelgefühle bei den Gegnern.“

WM 2006

Durchleuchtet

Das Sicherheitskonzept – Gunhild Lütge (Zeit/Wirtschaft 16.6.) referiert Warnung und Sorge der Datenschützer: „Neue Computer- und Kommunikationsnetze sorgen in den Stadien für den schnellen Informationsfluss. Moderne Kamera- und Videotechnik liefert Bilder von Personen, die problemlos aus einem Pulk von Menschen herangezoomt werden können. Auch die Chipindustrie erhält die Chance, ihre neuesten Erfindungen im Großeinsatz zu testen. Erstmals werden hierzulande die Tickets im großen Stil mit Funkchips versehen, kurz: RFID. Die Kehrseite der Technik: Weil sie das Sammeln, Auswerten und Vernetzen gespeicherter Informationen so einfach macht, gerät die Privatsphäre der Menschen ins Abseits. In den Computern des DFB werden am Ende die persönlichen Daten vieler Millionen Menschen schlummern – eine Fundgrube für kommerzielle Datenhändler aus aller Welt. Außerdem: Während sich die Fußballfans bislang anonym in den Stadien bewegen konnten, sind sie erstmals identifizierbar – und das samt Passnummer und Foto. Millionen von Zuschauern müssen damit rechnen, durchleuchtet zu werden. Die Kontrolle darüber, was von der Polizei, dem DFB oder den Stadionbetreibern abgespeichert, ausgetauscht und vor allem wieder gelöscht wird, obliegt den Datenschützern. Doch deren Kompetenzen sind zersplittert, ihre Befugnisse begrenzt, die Paragrafen dehnbar, und das Personal ist knapp.“

Deutsche Elf

Wagemutig, fast übermütig

Nach dem 4:3 gegen Australien – Stefan Hermanns (Tsp 17.6.) rückt die Kritik an der deutschen Abwehr zurecht: „Es ist erstaunlich, dass ein knappes Jahr ausreicht, um einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Offenbar kann der deutsche Fußball doch nicht nur defensiv. Im Zweifel spielt die Nationalmannschaft jetzt nach vorne. Ein weiteres knappes Jahr bleibt Klinsmann jetzt noch bis zur WM. Zeit genug, um das neue Design zu verfeinern. Zeit genug, um den ganzen Prozess wieder umzukehren, um die Mannschaft wieder ein bisschen weniger schweinsteigerisch auszurichten, dafür etwas hamanniger. Nach dem 4:3 gegen Australien kann man nicht ernsthaft behaupten, dass irgendetwas in diese Richtung deutet. Einiges aber spricht dafür. Wer so wagemutig, fast übermütig spielt wie die Deutschen gegen Australien, kann alles werden, aber ganz sicher nicht Weltmeister.“

Packend

Jens Weinreich (BLZ 17.6.) wünscht sich mehr Balance zwischen Angriff und Verteidigung: „Das Spiel der Nationalmannschaft ist packender geworden. Statt in unansehnlichen Disziplinen wie Balldrauftreten und Zeitlupenkicken (wie bei der EM 2004) bemüht man sich in anspruchsvolleren Übungen. Vier Tore gegen Australien und Nordirland, zwei gegen Russland sind das eine. Das andere sind sechs Gegentore in drei Spielen. Ein bisschen viel, wenn man bedenkt, dass ein von Rudi Völler dirigiertes DFB-Team mit nur einem Gegentreffer in das WM-Finale einzog. Daran zu erinnern, heißt nicht automatisch, dass man sich nach Rumpelfüßlern sehnt.“

Beladen

Michael Horeni (FAZ 17.6.) findet den Grund für die Nervosität der deutschen Elf: „Nachdem die bei der letzten Europameisterschaft ermattet zurückgebliebenen und danach mit amerikanischem Unternehmergeist wieder auf Trab gebrachten Deutschen erstmals die Übungswiese verließen, spürten sie sogleich die Beschwernisse, die selbst ein leichtgewichtiger Confederations Cup auf die Möchtegern-Weltmeister von morgen auszuüben verstand. Während die Australier, Argentinier und Tunesier diesen Wettbewerb ohne Traditionsbonus am ersten Tag entweder als Chance oder zumindest als Testlauf ohne Sorgen vor Konsequenzen begriffen, wirkten die Deutschen wie beladen von der selbst herbeigeredeten Bedeutung des Turniers.“

Wie eine Reise im Intercity

Ludger Schulze (SZ 17.6.) schildert die Zwiespältigkeit des Chronisten: „Man kann, wie Robert Huth, durchaus glückhaft-erleichtert sein über den letztlich gelungenen Einstand, genau so angebracht aber ist es, im Zorn auf dieses extrem wechselhafte Spiel zurückzublicken, wie Oliver Kahn es offensichtlich tat. Es war ein Spiel wie eine Reise im Intercity von Frankfurt nach Kassel; mitunter prescht der Zug mit reichlich Karacho souverän durch die mitteldeutsche Landschaft, dann, mitten auf der Strecke, stoppt die Lokomotive quälend lang wegen Gleisbauarbeiten, ehe sich der Triebwagen ruckelnd-zuckelnd wieder in Bewegung setzt, und am Ende ist man nur froh, am Zielort angekommen zu sein.“

Nicht frei von Sentimentalitäten

Die NZZ (17.6.) empfiehlt Klinsmann, seine Gunst zu Robert Huth zu prüfen: „Klinsmann muss nicht auf Loyalitäten Rücksicht nehmen. Aber er schafft sich neue. Die Debatte um die Defensive, geführt mit viel Furor, ist bloss ein Beispiel. Kaum einer steht in seiner Gunst höher als Robert Huth vom Chelsea FC, ein eher ungelenker Abwehr-Schrat: „Der hat doch ein unglaubliches Potenzial. Wir sind sehr glücklich mit seiner Entwicklung.“ Bei Tageslicht beschaut verursachte Huth zwei Gegentreffer des Ozeanienmeisters, der für gewöhnlich in der WM-Qualifikation am fünften Vertreter Südamerikas scheitert. Seit geraumer Zeit ist Huth nicht auf der Hut [of: Aua!]. Aber er hat einen Vertrag in Englands Premier League, wo er zwar selten spielt im Ensemble Mourinhos, wo aber auch der Bundestrainer einmal engagiert für Tottenham Hotspur kickte. (…) Auch Klinsmann ist nicht frei von Sentimentalitäten. Huth, eigentlich kaum mehr haltbar, nicht versiert genug für eine schnelle Spielöffnung aus dem Abwehrzentrum, wird wohl auch gegen Tunesien spielen, und natürlich wird die Abwehr wieder keine Schuld an Gegentreffern haben, solange die Deutschen denn gewinnen.“

FAZ-Spielbericht

Donnerstag, 16. Juni 2005

Confed-Cup

Zu klein und ballsicher

Warum hat Mexiko bei Weltmeisterschaften (und Mini-Weltmeisterschaften) wenig Erfolg, Matthias Erne (FAZ 16.6.)? „Viele Experten sehen den Grund für die mentale Schwäche der Mexikaner in einem Mangel an internationaler Erfahrung – außer Rafael Marquez (FC Barcelona) spielt keiner von ihnen bei einem europäischen Spitzenverein. Viele Gründe zum Gang ins Ausland gibt es andererseits nicht, denn daheim wird so gut bezahlt, daß kaum jemand das Risiko in Kauf nimmt, in England oder Spanien zu scheitern. Dabei brauchen sich die Mexikaner rein fußballerisch vor niemandem zu verstecken. Für eine Schwäche in ihrem Spiel können sie nichts: Die Mexikaner, inklusive Torhüter, sind in puncto Körpergröße zu klein. Dafür glänzen sie mit ihrer Ballsicherheit.“

Fraktionen

Jörg Marwedel (SZ 16.6.) blickt hinter die Kulisse Japans: „Hidetoshi Nakata, im WM-Jahr 2002 weltweit die Nummer vier unter den Großverdienern des Fußballs und dem AC Parma einst 30 Millionen Euro Ablöse wert, ist noch immer die stärkste Persönlichkeit der japanischen Nationalelf. Nur haben sich die Kräfteverhältnisse im Team deutlich verschoben, seit Japan 2004 fast ohne die in Europa tätigen Profis den Titel des Asienmeisters verteidigte. Während die Karrieren der Legionäre im fernen Westen stagnierten, gewannen die in der weiter prosperierenden J-League gebliebenen Spieler enorm an Selbstbewusstsein. Es begann mit einem dezenten Murren jener Spieler, die für die „Europäer“ auf die Bank mussten. Zuletzt ereignete sich gar eine kleine Revolution. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Bahrein traf sich die Mannschaft ohne Trainer Zico zu einer Aussprache, in der alle Probleme auf den Tisch kamen – von den Taktikdefiziten des Coaches über individuelle Fehler auf dem Feld bis zu persönlichen Animositäten. Ein Initiator war der neue Kapitän Tsuneyasu Miyamoto von Gamba Osaka. Der intelligente Abwehrchef, ein ausgleichender Charakter, erkannte die Brisanz, die sich zwischen den beiden Fraktionen entwickelte. Und er scheint sich keineswegs sicher zu sein, dass dieser Konfliktherd mit der Zusammenkunft bereits gelöscht wurde. (…) Zumindest in einem Punkt scheint das Team einig zu sein: in der Überzeugung, dass man die vermeintlichen Versäumnisse des Bauchmenschen Zico selbst kompensieren müsse.“

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