indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Ascheplatz

Ein ewiges Rätsel

Der Rauswurf Bernd Schusters in Madrid macht die Versäumnisse der Vereinsführung sichtbar, doch aus Schuster selbst ist nicht schlau zu werden / Die Finanzkrise streift Chelsea – oder rammt sie den Klub sogar?

Ronald Reng (FR) gibt die schwierigen Umstände in Madrid, nämlich das ahnungslose Präsidium, zu bedenken: „Zu viel in diesem Klub wird in Kurzschlusshandlungen entschieden, vor allem das Wichtigste, die Spielerkäufe. Heraus kam eine Elf ohne einen rechten Mittelfeldspieler und mit nur einem – nun verletzten – echten Mittelstürmer von Klasse, Ruud van Nistelrooy. Das relativiert Schusters jüngste Misserfolge. Ernsthaft verteidigen aber kann ihn niemand. Er wird, das bestätigte er in den anderthalb Jahren in Madrid, bis zu seinem Lebensende letztendlich ein Rätsel bleiben, auch sich selbst. Er verträgt Niederlagen nicht, sie rauben ihm den Verstand, und offenbar entzog er seiner Elf die Liebe. (…) Ein so unsteter Verein ist kein Ort für einen Trainer, der sich nicht beherrschen kann.“

Auch Paul Ingendaay (FAZ) verweist auf schwere Versäumnisse des Managements, zudem hegt er Zweifel am Nachfolger Juande Ramos, wie Schuster ein Schweiger. Im Kommentar wird er deutlicher: „Real Madrid kann nicht erfolgreich sein, weil die Mannschaft keinen Stil mehr hat. Wer zu Manchester United oder Arsenal hinüberschaut, könnte ins Träumen kommen. Warum arbeiten dort viele Jahre lang dieselben Trainer? Wieso sind dort Kontinuität und Klarsicht möglich, in Madrid dagegen nicht?“

Klaus Hoeltzenbein (SZ) fragt sich: „War es Taktik, dass er Barça in den Himmel lobte, um den Rivalen vor dem Duell in Sicherheit zu wiegen? Oder doch nur der Königsweg zum goldenen Handschlag? So geht Augsburgs Schuster als das, was er immer gewesen ist: ein ewiges Rätsel.“

Sparkurs beim Milliardärsklub

Raphael Honigstein (Financial Times Deutschland) meldet, dass Chelsea sparen müsse, weil Roman Abramowitsch viele Milliarden verloren habe: „Peter Kenyons Ziel, bis 2010 finanziell unabhängig vom Eigentümer zu sein, ist nun nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis, es ist ein Befehl von oben. Damit die Rechnung aufgeht, müssen die Einnahmen wachsen und die Ausgaben eingedampft werden. Langfristig dürfte den Blauen eine Emanzipation von Abramowitsch gut tun, Scolari aber trifft der Sparkurs hart. Im Sommer hat er bei einem Verein der unbegrenzten Möglichkeiten unterschrieben, jetzt muss er einen Klub coachen, der sparsamer, aber trotzdem höchst erfolgreich sein will.“ Christian Eichler (FAZ) fügt an: „In den englischen Zeitungen fragt man sich: Was, wenn der Russe sein Spielzeug abstößt? Was wird dann mit den Schulden, die Chelsea bei ihm hat?“

Nicht ernst zu nehmen

Die SZ referiert das Interesse Bayerns an Ivica Olic, das der Klubs als erstes Anzeichen eines neuen Sparkurses verstanden wissen wolle. Der Gomez-Transfer hingegen werde unwahrscheinlicher, weil er im Gegensatz zu Olic Ablöse kostet. Die Berliner Zeitung tut Hoeneß’ ständige Widersprüche als Unruhestiftung ab, mit der die Konkurrenz, aber auch die eigenen Reihen irritieren wolle: „Wie ernst öffentliche Aussagen der Münchner aber zu nehmen sind, das haben sie in der Vergangenheit oft genug bewiesen.“

Montag, 8. Dezember 2008

Bundesliga

Meisterwerk Hoffenheim

Bayern München und die TSG Hoffenheim dürfen heute den Hymnen der Fußballpresse lauschen, die sie sich mit ihrem epochalen Auftritt am Freitag verdient haben; besonders dem Verlierer Hoffenheim singen Experten süße Melodien / Im Schatten der Giganten wirken alle anderen mickrig

„1:2 gewonnen“, zieht die FR eine nur scheinbar widersprüchliche Bilanz für Hoffenheim; die SZ empfiehlt den „Modellcharakter“; die FAS preist das „Meisterwerk aus dem Kraichgau“.

Peter Penders (FAS) hat den „neuen deutschen Fußball“ gesehen: „Seit Freitag muss niemand mehr den Kopf einziehen, wenn über modernen Fußball geredet wird.“ Die beiden Vereine seien „der normalen Bundesliga-Konkurrenz entwachsen“, denn „so intensiv können in Deutschland derzeit nur zwei Teams spielen, die sich offenbar gegenseitig anspornen“.

Wunschbild für Attraktivität ist seit längerem die Premier League, deren Fußball der Bundesliga um einige Jahre und Stundenkilometer voraus ist. Nun scheint der Rückstand verkürzt, Michael Neudecker (Berliner Zeitung) stützt diesen Befund: „Die zwei Mannschaften haben bewiesen, dass in der Bundesliga möglich ist, was in der Premier League längst Alltag darstellt: rasanter, mitreißender Fußball. Mutiger Fußball, kompromissloser Fußball. Fußball ohne Angst. Dass der Marktführer FC Bayern aufgrund der individuellen Klasse im Kader solchen Fußball kann, das hat man schon gewusst. Es brauchte allerdings einen Aufsteiger aus einem kleinen Dorf, um die Bayern dazu zu zwingen, diesen Fußball 93 Minuten lang durchzuziehen. Einen Aufsteiger, der in der Lage ist, so zu spielen, dass sogar das eher zurückhaltende Publikum in München heiser wird vor Ekstase. Einen Aufsteiger, wie man nie zuvor einen gesehen hat.“

Temporeichstes Spiel der Bundesligageschichte

Klaus Hoeltzenbein (SZ) rät Schalke, Stuttgart, Hertha, Wolfsburg und Co, bei Hoffenheim genau hinzusehen: „Nicht nur die Bayern haben die Folie einer sportlichen Zukunft gesehen, wie sie sie gerne hätten. Mehr noch: An der sich alle Bundesligisten orientieren können, wenn sie abseits ihrer deutschen Partyliga auch in Europa wieder etwas darstellen wollen.“

Jan Christian Müller (FR) deutet das Spiel als historische Wegmarke im deutschen Fußball: „Die Hoffenheimer sind als sportlicher Verlierer vom Feld getrottet. Aber natürlich haben sie in diesem wohl temporeichsten Spiel der Bundesligageschichte viel mehr gewonnen: noch mehr Respekt in der Branche und bei den Bayern, die längst nicht mehr nur ahnen, dass Hoffenheim das Know-How und das Kapital besitzt, um die jahrzehntelange bayerische Herrschaft nachhaltiger zu attackieren, als dies Klubs wie Bremen, Hamburg, Stuttgart und Schalke vergönnt ist.“

Altbackener Kontrast zu Hoffenheim

Auch die beiden Trainer, die im konservativen deutschen Establishment immer wieder auf Vorbehalte stoßen, erfahren die Würdigung der sport-„liberalen“ Presse. Penders schätzt deren Zielstrebigkeit und Fleiß: „Jürgen Klinsmann und Ralf Rangnick eint, dass sie auch gegen größte Widerstände nicht bereit sind, ihre Prinzipien aufzugeben.“ Der von ihnen erhöhter Trainingsumfang sei mit ausschlaggebend für die neue Qualität: „Mit intensivem Training kann man also tatsächlich auch im Fußball viel erreichen, dass es gleich so viel wird, überraschte aber doch: Bayern und Hoffenheim spielten jenen mitreißenden Fußball, den uns die Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft versprochen hatte.“ Zudem rät Penders den Bayern-Fans, Klinsmann die nötige Wertschätzung entgegenzubringen: „Ob die Bayern mit ihrem erfolgreichen, aber etwas angestaubten Stil unter Ottmar Hitzfeld in der Lage gewesen wären, diese Hoffenheimer in Schach zu halten, darf bezweifelt werden.“

Hoeltzenbein jedoch hält den Stil der Bayern für „altbacken im Kontrast zum Hoffenheimer Kombinationsfluss“. Nüchtern schreibt er von einer „weitgehend simplen Spielanlage: Jeder Ball soll irgendwie zu Ribéry, und wenn nicht dorthin, so wenigstens im praktischen Hoch-weit-Verfahren auf den Kopf von Toni.“

Endlich wieder ein Gegner

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat erneut kräftig ausgeteilt. Am Fernsehstammtisch Doppelpass (DSF) bellte er zwei Tage nach dem Spiel seinen Übermut heraus: Rangnick sei ein „Besserwisser“, um den er sich Sorgen mache. Zudem sei bekannt, dass Rangnick im ersten Jahr immer erfolgreich gewesen sei, bevor er im nächsten entlassen werde. Auch schön aus Hoeneß’ Mund: der Anflug einer Antikapitalismusdebatte („Der FC Bayern spielt gegen einen Milliardär.“) Anja Schramm (Welt) genießt dieses Theater: „Wer ihn so reden hörte, der wurde das Gefühl nicht los, dass Hoeneß wieder einen gefunden hat, mit dem er sich in Zukunft manche Privatfehde liefern wird. Was früher Christoph Daum oder Willi Lemke für ihn waren, könnte nun Ralf Rangnick werden. Uli Hoeneß hat endlich wieder einen Gegner.“ Die FR stellt fest: „So spricht nur einer, der sich fürchtet.“ Rangnick ist übrigens im dritten Jahr in Hoffenheim, in den vergangenen beiden ist er aufgestiegen. Das sonderliche ist ja nicht, dass Hoeneß solche Sachen sagt. Das sonderliche ist, dass die Zuschauer dafür applaudieren.

faz.net würdigt, nicht zu unrecht, Schiedsrichter Florian Meyer. Roland Zorn (FAZ) will Kontroversen vermeiden: „Um Trugschlüssen vorzubeugen: In Deutschland gibt es noch andere gute Mannschaften.“

Grubenarbeiterfußball

Tobias Schächter (Berliner Zeitung) nimmt das 0:1 in Karlsruhe als weiteren Beleg für den Bremer Sinkflug: „Werder ist nicht der einzige Verein, der nach dem Erstarken des VfL Wolfsburg und dem Aufstieg der TSG 1899 Hoffenheim um die alten Pfründe bangt. Ein Trost ist das nicht, aber die Zeiten, in denen Werder wie gesetzt an der Champions League teilnimmt, scheinen vorbei zu sein.“ Die FAZ urteilt: „Die Bremer Krise ist eine Krise der Führungsspieler.“

Bei Schalkes 1:0 gegen Hertha BSC bemerkt die FAZ die „Abwesenheit jeglicher Brillanz“, die SZ spottet über„Grubenarbeiterfußball“. Fazit: „Schalke bleibt eine Großbaustelle“ (FAZ).

Glück erarbeitet

Marko Schumacher (Stuttgarter Zeitung) bescheinigt dem VfB Stuttgart unter Markus Babbel einige Schritte zur Besserung: „Es ist nicht so, dass der VfB unter Babbel plötzlich überragenden Fußball spielen würde. Noch immer hakt es häufig im Spiel nach vorne, noch immer lässt die Mannschaft in der Abwehr zu viele Chancen zu. Was sich jedoch entscheidend geändert hat, ist die Einstellung – die Leidenschaft und die Mentalität, ein Spiel gewinnen zu wollen. Der VfB erarbeitet sich mittlerweile das Glück, das ihm in den vergangenen beiden Partien zur Seite stand, gegen Schalke ebenso wie in Cottbus. Beides waren Spiele, die der VfB vor ein paar Wochen wohl noch verloren hätte. Jetzt wehrt er sich in solchen Drangphasen und schlägt in den entscheidenden Momenten zu. Nicht mehr die Angst vorm Versagen prägt das Stuttgarter Spiel, sondern der Glaube an die eigene Stärke.“

Mit Rückschlägen umgehen

Daniel Theweleit (FR) stellt nicht erst beim 1:3 gegen Leverkusen große Mängel im Gladbacher Kader fest: „Die Transfers der Winterpause werden wohl über den Verbleib der Borussia in der Liga entscheiden. Denn mit der derzeitigen Mannschaft wird die Borussia wohl selbst das Schneckenrennen am Tabellenende verlieren.“

Stefan Hermanns (Tagesspiegel) versucht, unseren seit Freitag verwöhnten Blick auf Leverkusen zu lenken: „Schnell, direkt und offensiv spielt Bayer immer noch, hinzugekommen ist eine Reife, die das Team in der vorigen Saison noch nicht hatte: Sie kann mit Rückschlägen umgehen. Der ungerechten Niederlage gegen Hertha folgten vier Siege, dem 0:2 gegen die Bayern jetzt der Erfolg in Mönchengladbach. Man darf dahinter durchaus den Einfluss des neuen Trainers vermuten. Bruno Labbadia war schon als Spieler ein Kämpfer. Und er weiß, wie man Meister wird. Nicht nur mit den Bayern hat er das geschafft, auch mit Kaiserslautern. Einem Außenseiter wie Leverkusen.“

Freitag, 5. Dezember 2008

Bundesliga

Verliebt in Hoffenheim

Thema heute auf allen Kanälen: Hoffenheim spielt in München – ein kleiner Ausschnitt

Carlos Ubina (Stuttgarter Zeitung) verbeugt sich vor Ralf Rangnick: „Sportlich profitiert das komplette Team von der Offensivideologie des Trainers. Rangnick lässt einen Fußball spielen, der in dieser Radikalität in Deutschland lange nicht mehr zu sehen war. Es ist eine Art Verbindung der beiden größten Einflusssphären auf den schwäbischen Fußballtüftler: die Wucht der englischen sowie die Systemtreue der italienischen Schule. Quer- und Rückpässe sind verpönt, sämtliche Hoffenheimer Aktionen einem Tempodiktat unterworfen. Dabei vertraut der Coach auf eine Elf, die im Schnitt 23 Jahre jung ist, und er trichtert ihr ein, auch nach Fehlern mutig weiterzuspielen. Sie tut es mit so viel Leidenschaft, dass sich zumindest die Rhein-Neckar-Region in diese Mannschaft verliebt hat.“

Christof Kneer (SZ) fleht: „Wer Schalke oder Hertha im Europacup spielen sah, weiß, wie dringend der deutsche Fußball Innovation gebrauchen kann.“ Und Wolfgang Hettfleisch (FR) veranschaulicht die neue Popularität Hoffenheims: „Inzwischen darf man getrost davon ausgehen, dass hierzulande die Mehrzahl der Menschen bei einer Straßenumfrage zum Thema ‚Gab es die DDR wirklich?’ passen müsste, dafür aber zuverlässig die Einwohnerzahl Hoffenheims taxieren kann (3300).“

Die FAZ hat einen Hintergrundbereicht verfasst, die Berliner Zeitung porträtiert Hoffenheims „Mastermind“ Bernhard Peters „Er denkt quer und nach vorne“. Einen Stimmungsbericht Bayern finden Sie heute in der SZ sowie ein sehr feines Rangnick-Portrait von Moritz Kielbassa (nicht online).

Kann mich nicht erinnern, ein Bundesliga-Spiel mit einer solchen Spannung erwartet zu haben. Muss lange her sein, vielleicht zu einer Zeit, da noch Asgeir Sigurvinsson mit rotem Brusthalbring auflief. Schauen Sie rein heute Abend in meinen Live-Blog, eventuell auf Zeit Online, vielleicht auf Zeit Online und dem direkten freistoss.

Bundesliga

Dieter Hoeneß’ Entmachtung hat begonnen

Präsident Gegenbauer distanziert sich öffentlich von Herthas Manager / Schalkes „fehlkonstruierte Elf“ (SZ)

Dieter Hoeneß, Berlins Manager, wird vorgeworfen, Hertha als seine eigene Erfolgsgeschichte zu verkaufen und den aktuellen Aufschwung des Klubs auf seine Fahnen zu schreiben. Präsident Werner Gegenbauer hat sich öffentlich von den „Dieter-Hoeneß-Festspielen“ distanziert und Hoeneß in einem Interview zu verstehen gegeben, dass er nach Ablauf seiner Amtszeit 2010 nicht auf ein Comeback zu spekulieren brauche. Claudio Catuogno (SZ) beleuchtet das Gerangel an der Vereinsspitze: „In der Hertha-Führung tobt plötzlich ein Streit um Macht und Respekt, der auf den ersten Blick schwer zu erklären ist. Anderswo überwerfen sich die handelnden Personen in Phasen des Misserfolgs, bei Hertha streitet man – vordergründig – wegen des Erfolgs. (…) Dieter Hoeneß’ Entmachtung hat begonnen.“

Nach dem 1:2 in Enschede mehren sich die Urteile über Schalkes „kostspielig fehlkonstruierte Elf“ (SZ). Daniel Theweleit (taz) kann kein gutes Ende absehen: „Wie ein Todeskandidat will Schalke 04 vor allem eins: Zeit gewinnen. Zeit, die der Hoffnung auf ein Wunder neue Nahrung liefert. Dabei können auch zwei erfolgreiche Bundesligaspiele zum Jahresabschluss kaum mehr bewirken als ein gut aufgelegtes Make-Up bei einer alternden Schönheit. Denn das Fundament der brisanten Lage bilden Fehler und hohe Risiken in der Konstruktion: ein Kader, der nicht zur Philosophie des Trainers zu passen scheint, ein Manager, dem ein funktionierendes internationales Netzwerk fehlt und der so viele unglückliche Entscheidungen getroffen hat, dass er kaum noch zu retten ist, ein enorm teures Gehaltsgefüge und ein so eng kalkuliertes Schuldenabbaukonzept, dass regelmäßige Europapokal-Teilnahmen sowie gelegentliche Champions-League-Auftritte unerlässlich sind. Eine explosive Mischung.“

Schalke-Vorstand Josef Schnusenberg hat den schönen Satz gesagt: „Im Moment schaffen wir es, aus dem Kellerfenster zu fallen.“ Schalke und Hertha treffen übrigens am Samstag aufeinander.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Am Grünen Tisch

Hochverrat am DFB

Felix Magath legt Berufung gegen das Sportgericht ein und verstößt damit gegen das Rechtsempfinden des Verbands / England fürchtet einen „Transfer Crunch“ (Guardian), die Bundesliga hat ihre „Notgroschen beisammen“ (FAZ) / Zuschauerschwund im Amateurfußball wird durch den neuen Spielplan der Bundesliga forciert

Felix Magath ist vom Sportgericht wegen Schiedsrichterbeleidigung zu 10.000 Euro Strafe verdonnert worden und legt Berufung gegen das Urteil ein. „Wer jetzt denkt“, schmunzelt Peter Penders im FAZ-Kommentar von gestern, „das sei doch in einem Rechtsstaat eine normale Angelegenheit und mache ebendiesen aus, hat natürlich Recht – aber was hat das mit dem DFB zu tun?“ Denn DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat ein für alle mal klargestellt: „Ich habe keinerlei Verständnis für Felix Magath, der jetzt sein Verhalten auch noch schönzureden trachtet und eine sportgerichtliche Ahndung nicht akzeptieren möchte. Magath ist dabei, sich mit den DFB-Rechtsorganen anzulegen.“

Penders kommentiert Auffassung Kochs, indem er sie in einen allgemeinen Zusammenhang stellt: „Statt gelassen auf die Berufung zu reagieren, weil es nämlich Magaths gutes Recht ist, hat der DFB wutschnaubend auf diese offenbar unglaubliche Unverschämtheit reagiert und ein interessantes Rechtsverständnis offenbart. Verfolgt man die Meldungen der vergangenen Wochen, dann gilt es beim DFB schon als Hochverrat, eine andere als die offizielle Meinung zu welchem Thema auch immer zu haben.“ Koch ist übrigens Richter am OLG München.

Kaufmännisches Vorbild Bundesliga

Dem Guardian entnehmen wir, dass die englische Liga einen Brief an ihre Mitglieder verschickt hat, in dem sie „in ökonomisch schwierigen Zeiten“ Sicherheiten garantiert, um einen „Transfer Crunch“ zu vermeiden. Zum Hintergrund: Viele Transfers sind zumindest zum Teil über Hedge Fonds und andere riskante Anlageformen abgewickelt worden, die durch die globale Finanzkrise in Gefahr geraten sind. Die Folge könnten hohe Transferschulden sein. Unklar ist ob der Brief, wie behauptet, eine vorbeugende Maßnahme ist, oder, wie Insider angeblich behaupten, eine Reaktion auf Beschwerden von Gläubigervereinen ist.

Ronald Reng (taz) teilt mit, dass die Schiebereien in der spanischen Zweiten Liga sich fortsetzten; der jüngste Fall sei Málaga, inzwischen Erstligist: „Oft sind Schmiergelder nicht nur die leichteste, sondern auch die letzte Möglichkeit für spanische Zweitligaspieler, noch an Geld zu kommen.“

Der FC Valencia ist verschuldet und sucht, bislang vergeblich, nach Kreditgebern; es geht das Gerücht, Roman Abramowitsch verliere sein Interesse an Chelsea, weil er durch die Finanzkrise viel Geld verloren habe; in Italien und Spanien stehen Vereine unterhalb der Ersten Ligen vor der Pleite. England fürchtet einen „Transfer Crunch“. „Alarmierende Meldungen aus England, Spanien und Italien häufen sich“, diagnostiziert Roland Zorn im FAZ-Kommentar von heute, „während es der insgesamt solide wirtschaftenden Bundesliga vergleichsweise gut geht“, da sie „ihre Notgroschen beisammen“ habe. Der europäischen Konkurrenz hält er das deutsche Finanz- und Ordnungsmodell mit seinem „beispielhaften Lizenzierungsverfahren“ entgegen: „Verpflichtete die Uefa auch andere Länder konsequent dazu, sich am kaufmännischen Vorbild Bundesliga zu orientieren, wäre im Kampf gegen die Schuldenkrise des Fußballs auch im Sinne kontinentaler Wettbewerbsgerechtigkeit viel gewonnen.“

Zuschauerschwund

Johannes Graf (Augsburger Allgemeine) kritisiert den neuen Bundesliga-Spielplan aus Sicht der Fans und der Amateurklubs: „Die DFL und der DFB betonen, dass sie auf den Stadion-Fan nicht verzichten wollen. Den, der sich bei jedem Wetter in die Fankurve stellt und für lebhafte Atmosphäre sorgt. Mehr Geld bringt ihnen jedoch der TV-Fan – egal ob in der Kneipe oder auf der Wohnzimmercouch. Die Fernseh-Fankultur ist leichter zu pflegen. Fußball läuft rund um die Uhr, das ganze Wochenende hindurch. Das Fernsehen läuft dem Live-Fußball schon lange den Rang ab. Der Prozess verschärft sich. Verlierer sind neben den Stadion-Fans die Amateurvereine. Bisher galt der Sonntagnachmittag als erstligafreie Zone. Zuschauerschwund hatten die Klubs in niedrigeren Regionen schon länger zu beklagen, nun kommt ein 15.30-Uhr-Spiel als Konkurrenz hinzu.“

Die Allgemeine Zeitung (Landkreis Uelzen) zitiert Frank Juchert, den Vorsitzenden des Bezirksligisten TuS Bodenteich, der den neuen Spielplan als „nicht akzeptabel und nicht hinnehmbar“ beklagt. Auch Kreis-Fußballboss Gerd Lüdtke (TSV Gr. Hesebeck/R.) und Teutonias Ehrenpräsident Gerhard Kuhring sollen sich schon kritisch geäußert haben. In einem Brief an den DFB stellt Juchert klar, dass er sich mit der derzeit noch gültigen Lösung, also der Ansetzung Sonntag 17 Uhr, angefreundet habe: „Spieler, Trainer, Betreuer und Besucher finden sich nach Spielschluss in den Vereinsheimen dieser Republik ein, um beim Bundesligaspiel miteinander zu sprechen. Das wird durch eine Ausdehnung der Spielzeiten zerstört.“ Miteinander zu sprechen. So hab ich das auch immer genannt.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Am Grünen Tisch

Rückspiel in Stuttgart

Eine Pressemitteilung der Hartplatzhelden: Es geht um den Rechtsstreit mit dem Württembergischen Fußballverband. Der nächste Prozess wird am 18. Dezember stattfinden – was also bedeutet, dass ich an meinem Geburtstag vor Gericht stehe (was ich einfach mal als gutes Omen betrachte).

Unbedingt vorher anschauen, solange es noch erlaubt ist: Wie Andre L. Csobot, Stürmer des Dresdner SC, den Gomez macht. Oder wars ein Kuranyi?
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Presse-Information der Hartplatzhelden

Zweite Instanz im Hartplatzhelden-Prozess: Oberlandesgericht Stuttgart verhandelt am 18. Dezember / Grundsatzurteil erwartet / Startschuss für den Hartplatzhelden-Award 2008 / Württembergern ist das Mitmachen verboten

Der Württembergische Fußballverband (WFV) hat im Mai 2008 den Betreibern des beliebten Video-Fußballportals hartplatzhelden.de per Gerichtsbeschluss untersagen lassen, Fußballszenen aus seiner Region zu zeigen, und die Hartplatzhelden haben Berufung gegen das Urteil eingelegt. Am 18. Dezember wird nun der Prozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart stattfinden.

Sportrechtsexperte Fabian Reinholz von Härting Rechtsanwälte, der die Hartplatzhelden vertritt, erwartet ein Grundsatzurteil zu Gunsten seiner Mandanten: „Ein Monopol für ein Internetprojekt wie hartplatzhelden.de gibt es nicht. Dem WFV stehen keine Ausschließlichkeitsrechte am Amateurfußball zu. Weder sind Fußballspiele urheberrechtlich geschützt noch kann der Verband Rechte an den Videoaufnahmen beanspruchen, da die Aufnahmen von privaten Amateurfilmern am Spielfeldrand angefertigt werden – ohne Zutun des Verbandes.“

Unabhängig von den Resultaten vor Gericht – hartplatzhelden.de ruft auch dieses Jahr wieder zum Hartplatzhelden-Award auf. In der Jury entscheiden unter anderem Günther Jauch und Marco Bode. Zu gewinnen gibt es auch wieder was. Gekürt wird in den Kategorien Tor, Torwartparade, Pechvogel und Grätsche.

Angehalten, ihre schönsten Clips hochzuladen, sind alle Hobby- und Amateurfußballer. Alle? Nein, nicht alle. Die Württemberger dürfen leider nicht mitmachen. Aber alle anderen können hochladen und gewinnen beim Amatodeumiwü (Amateurtor des Jahres aus Deutschland minus Württemberg) 2008!

Wenn Sie die Hartplatzhelden ideell unterstützen möchten, unterschreiben Sie bitte in unserer Unterstützerliste. Kann auch nicht schaden, wenn Sie ein paar Freunde dafür gewinnen. Darüber hinaus können Sie sich in der Hartplatzhelden-Community registrieren.

Jede Hilfe ist uns recht, jeder Zentimeter ist uns den Kampf wert. Unbedingt auch allesaussersport lesen: „Der WFV tritt den Hartplatzhelden ins Gemächt.“ Aua!

Weitere Pressestimmen und TV-Berichte zur Sache

Kontakt für die Presse:

Oliver Fritsch, Gründer von hartplatzhelden.de (und indirekter-freistoss.de)
Seltersweg 81
35390 Gießen
Tel.: 0179 – 921 03 26
oliver.fritsch [at] hartplatzhelden.de

Für Rechtsfragen steht Ihnen zur Verfügung:

Alexander Görlich, Kommunikation Härting Rechtsanwälte
Tel.: 030 – 28 30 57 450 oder: 0163 – 248 01 69
goerlich [at] haerting.de

Weitere Informationen:

Ein Statement Fabian Reinholz’ zur Rechtslage finden Sie hier.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Unterhaus

Die Vereine fühlen sich bedroht

Kreisligisten beginnen sich gegen den Bundesliga-Sonntag zu wehren

Der FR kommt heute das Verdienst zu, sich der Basis anzunehmen. Sie spricht mit Kreisligisten, was es für sie bedeuten werde, dass sonntags um 15.30 Uhr Bundesliga ist. Antwort: Es sind gar nicht die Zuschauer, die ausbleiben. Zuschauer, welche Zuschauer? Es sind die Spieler mit Eintracht-Dauerkarten, weswegen so manches Spiel schon ausgefallen sei. Das Problem kenn ich übrigens, wenn auch in geringerem Maß.

Ein Kreisfußballwart aus dem Taunus, Gerhard Rüppel, bringt in einem Interview die Not vieler Amateurvereine auf den Punkt: „Wir haben schon jetzt sonntags nur 45 Minuten, die bundesligafrei sind, nämlich die zweite Hälfte. Das ist genau das Zeitfenster zwischen 16 und 16.45 Uhr. Vorher spielt die Zweite Liga, ab 17 Uhr, dann die Erstligisten. Ab der Saison 2009/2010 werden sonntags quasi zwischen 13.30 und 19.15 Uhr durchgehend Erst- und Zweitligaspiele im Fernsehen übertragen. Wir haben Verständnis dafür, dass die Bundesligaklubs, die im Uefa-Cup donnerstags antreten müssen, erst am Sonntag wieder spielen wollen. Von mir aus könnte es fünf Sonntagsspiele in der Bundesliga geben, aber nicht um 15.30 Uhr, sondern alle ab 17 Uhr. Die Vereine fühlen sich vom DFB und vom HFV nicht mehr entsprechend vertreten. In Mails ist die Rede von ‚Totengräbern des Amateurfußballs’. Die Vereine fühlen sich bedroht und in ihrer Existenz gefährdet. Es gibt in vielen Vereinen Spieler, die beispielsweise eine Dauerkarte für die Eintracht besitzen. Wenn die Eintracht sonntags um 15.30 Uhr spielt, gehen die Jungs ins Stadion statt im Verein selbst zu kicken. Es geht nicht nur um die Zuschauer, es geht um viel mehr.“

Rüppel werde sich demnächst mit Theo Zwanziger treffen.

Über basisferne Fußballpolitik diskutiert man hier.

Bundesliga

Gräben zwischen den Verantwortlichen

Schalkes Unzufriedenheit mit sich selbst dringt an die Öffentlichkeit / Friedhelm Funkels Solidität

„In Schalke tun sich tiefe Gräben zwischen den Verantwortlichen auf“, schreibt die SZ heute. Nach der 0:2-Niederlage in Stuttgart rückt Trainer Fred Rutten in die Defensive – und damit Manager Andreas Müller nahe. Der Vorstandsvorsitzende Josef Schnusenberg, der für seine Offenherzigkeit bekannt ist, wird mit folgender Äußerung wiedergegeben: „Ob es Konsequenzen beim Trainer oder Manager gibt, kann ich mir nicht vorstellen. Dafür bin ich aber der falsche Ansprechpartner. Dafür ist der Aufsichtsrat zuständig.“

Philipp Selldorf (SZ) runzelt ob dieser Aussage die Stirn und weist auf Mängel in der Schalker Vereinsstruktur hin: „Der spitzfindige Verweis auf die Formalien ist verdächtig – bekanntlich haben der Vereinschef und der tonangebende Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies vieles gemein. Steuerberater Schnusenberg und Fleischfabrikant Tönnies sind seit Jahren miteinander befreundet und geschäftlich verbunden, gemeinsam sind sie vor fünfzehn Jahren in den Gremien des Vereins angetreten. Ihre persönliche Nähe steht konträr zur betonten formellen Ämtertrennung im Verein.“

Andreas Morbach (FR) unkt, dass es zwischen Klub und Trainer noch immer fremdele: „Die Luft wird dünner, für Müller – und für Rutten. Auch nach einem knappen halben Jahr in Gelsenkirchen sucht der einstige Vorstopper, den sie in der Heimat ‚das Türschloss von Twente’ nannten, noch den passenden Schlüssel, um die nach Müllers Überzeugung in den Schalker Profis schlummernden Talente freizulegen. Rutten ist mit seinen oft inhaltsschwachen Analysen und seiner extrem ruhigen Art beim Folklore-Klub Schalke noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. (…) Angeblich gibt es in der Vereinsspitze schon Überlegungen, den Schalker Jahrhunderttrainer Huub Stevens zu reaktivieren.“

Daniel Theweleit (Stuttgarter Zeitung) macht klar, dass es mit dem Trainer dem Manager an den Kragen gehen könnte: „Sollten die Herren sich tatsächlich für einen Personalwechsel entscheiden, dann gibt es wahrscheinlich gleich eine Gesamtlösung mit neuem Manager und neuem Trainer. Müller jedenfalls ist kaum noch haltbar, wenn Fred Rutten seinen Stuhl räumen muss.“

Vielleicht noch mal zur Beruhigung, liebe Schalker: Ich hab das Spiel in Stuttgart gesehen. Farfan hat beim Stand von 0:0 einen Elfmeter vertan und ein Torchance, die Kai Pahl laut Selbstauskunft reingemacht hätte.

Lieblingsregion unteres Mittelfeld

Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) würdigt die Solidität Friedhelm Funkels: „Das Erreichte ist gar nicht schlecht: Die Eintracht ist finanziell gesund und behauptet sich trotz widrigen Bedingungen. Sie hat sich trotz schwieriger Personallage vom Tabellenende ins untere Mittelfeld vorgearbeitet. Es ist die Lieblingsregion des Trainers, der kein Mann für einen Champions-League-Teilnehmer ist. Doch wenn es darum geht, Erreichtes zu sichern, gibt es wenige, die ähnlich zuverlässig arbeiten wie Funkel.“

Montag, 1. Dezember 2008

Bundesliga

Lehrer Hoeneß verteilt Stockschläge

15. Spieltag: Bayern gewinnt traditionell, Hoffenheim glänzt – nun wartet Fußballdeutschland auf Freitag, wenn sich die beiden Großen messen, wofür sich der Bayern-Manager schon mal warmredet / Hans Meyer distanziert sich von seiner Mannschaft mit gewohntem Lärm (SZ)

Die FAZ hat Leverkusen beim 0:2 gegen München „gewogen und für zu leicht befunden“, die SZ beobachtet einen Kampf mit ungleichen Waffen, eine bayerische „Machtdemonstration gegen Leverkusens Talentauswahl“. dogfood hat getwittert, Leverkusen verteidige „antiautoritär“.

Daniel Theweleit (taz) schmunzelt über Althergebrachtes in Leverkusen und München: „Offenbar ist die Leverkusener Neigung zur Unterwürfigkeit gegenüber den Bayern vererbbar. So wie die Münchner Neigung, Gegner mit dem simplen Mittel einer demonstrativen Autorität einzuschüchtern. Fast scheint es, als hätte ‚der Prozess’, von dem Jürgen Klinsmann so gerne spricht, eine umgekehrte Richtung eingeschlagen: Statt die Bayern nach seinen Vorstellungen zu ändern, passt sich Klinsmann dem traditionellen Wesen des Münchner Edelklubs an.“

Jörg Hanau (FR) beißt dem Bayern-Trainer in die Waden: „Klinsmann sonnt sich im neuen Glanz mit altem Anstrich: Restauration statt Reformation heißt das Erfolgsrezept. Er mag das nicht gerne hören, aber erst seit sich der zunächst als Visionär gepriesene Übungsleiter auf das ‚System Hitzfeld’ besann und zu ihm zurückkehrte, greifen die vertrauten Automatismen und ein kleiner Franzose verzaubert wieder die Liga: Franck Ribéry. Der zurzeit vielleicht weltbeste Fußballer. Wo er kickt, ist oben. Dafür braucht es weder neue Philosophien noch positive Kraftfelder beim FC Ribéry. Die geplante Revolution ist vorerst abgesagt.“

Natürlich sind wir besser als Hoffenheim

Theweleit befasst sich auch mit den großen Worten, die Uli Hoeneß nach dem Spiel verkündet hat: „Wie ein Lehrer, der gelegentlich Schläge mit dem Stock verteilt, umgibt sich Hoeneß an manchen Tagen mit einer Furcht erregenden Autorität. In der Regel geschieht das nach schmerzhaften Rückschlägen, überraschend trat er auch nach dem Sieg mit dünnen Lippen und feurigen Augen vor die Mikrofone.“

Hoeneß, der nach schlechten Spielen gerne schweigt, soll gesagt haben: „Die Leverkusener können uns das Wasser nicht reichen. Sie haben den Makel, dass es so lange für sie gut läuft, bis es eng wird – und dann fehlt etwas, aber das war ja schon unter Daum so. Nun sind sie auf dem Boden der Tatsachen zurück. Wir sind einfach besser.“ Warum diese Töne? Hoeneß läuft sich für Freitag warm, dann kommt der Tabellenführer nach München: „Natürlich sind wir besser als Hoffenheim.“

Bestimmen, wer mitspielen darf

Hoffenheim begeistert wieder und wieder, es sei „die seit Jahren größte Attraktion im deutschen Fußball“ (FAZ), die FR hat beim 3:0 gegen Bielefeld „erneut eine sehenswerte Hoffenheimer Aufführung“ erlebt. Mit Spannung schaut Fußballdeutschland nun auf Freitag, wenn Bayern den Spitzenreiter erwartet. „Es könnte ein Spiel sein, mit dem das Manifest für eine neue Ordnung geschrieben wird“, schreibt Markus Lotter in der Berliner Zeitung.

Mit Kinderträumen zweier Wesensverwandter veranschaulicht Lotter, was beim Duell Altgroß gegen Neugroß auf dem Spiel stehen wird: „In Hoffenheim darf eine Utopie mit einer romantischen Idee gelebt werden. Dietmar Hopp träumte als Kind von einem eigenen Klub, kann und will sich nun auch einen leisten, für den es keine Grenzen gibt. Uli Hoeneß hat längst erkannt, dass der romantische Praktiker die Macht seines Klubs in Gefahr bringen kann. Er selbst stand als Kind vor dem Schaufenster eines Sportgeschäfts und träumte von einem weißen Ball, den er Flutlichtball nannte. Schließlich verdiente sich der junge Hoeneß das Leder durch Mitarbeit im Geschäft seiner Eltern. Von da an konnte er bestimmen, wer auf dem Bolzplatz um die Ecke mitspielen durfte – und wer nicht.“

Peter Penders (FAZ) besänftigt diejenigen, die glauben, dass am Freitag das Modell Hoffenheim einem Härtetest unterzogen wird: „Bislang passt, soweit erkennbar, zwischen Trainer Rangnick, Manager Schindelmeiser und den Jugend-Sportdirektor Peters kein Blatt Papier, bislang scheint auch die Mannschaft aus lauter vernünftigen Profis zu bestehen, die den Teamgedanken über alles stellen. Wenn das auf lange Sicht so bliebe, wäre das eine größere Überraschung als ein Hoffenheimer Sieg am Freitag.“

Tag des Gladbacher Grauens

Hans Meyer hat sich nach dem 1:3 gegen Energie Cottbus kritischer gegeben als die Presse: „Früher habt ihr solche Scheißleistungen von meiner Mannschaft nicht einfach so hingenommen. Sind wir euch etwa gleichgültig geworden?“, soll er gesagt haben. Die Presse hält das für eine taktische Aussage; Ulrich Hartmann (SZ) legt nahe, dass Meyer die Verantwortung an den schlechten Leistungen seiner Mannschaft nicht übernehmen wolle: „Meyer diagnostiziert wie ein Zahnarzt, der den Pfusch eines Kollegen nur mit großem Aufwand und in vielen Behandlungen beheben zu können glaubt. Der eine Kollege heißt Jos Luhukay und war bis Anfang Oktober Trainer bei der Borussia. Der andere Kollege heißt Christian Ziege, war Sportdirektor und sitzt jetzt als Assistenztrainer neben Meyer am Spielfeldrand. Ziege und Luhukay haben ein Team zusammengestellt, von dem sich Meyer erstaunlich offensiv distanziert.“

Am „Tag des Gladbacher Grauens“ hat auch Richard Leipold (FAZ) eine Eingebung des Gladbacher Trainers gespürt: „Meyer scheint zu dämmern, was er sich aufgehalst hat bei seiner zweiten Mönchengladbacher Mission: einen Abstiegskampf von einer Schwierigkeitsstufe, für die es selbst in seinem Erfahrungsschatz kein Beispiel gibt.“ Matthias Wolf (Berliner Zeitung) hingegen macht sich für Cottbus stark: „Das ist typisch. Niederlagen gegen Energie gelten als besonders schmerzhaft, weil viele die Punkte schon eingeplant haben.“

Samstag, 29. November 2008

Champions League

Ein Fall für die Couch

Werder hinterlässt einen bedenkenswerten Eindruck / Schalke auch

Stefan Hermanns (Tagesspiegel) kommentiert das Aus Werder Bremens in der Champions League: „Der Misserfolg von Famagusta hat noch einmal gezeigt, dass die Bremer vor allem ein rein deutsches Phänomen waren. In der Champions League sind sie nie über das Achtelfinale hinausgekommen. Werders Stärke in Deutschland war daher leider immer auch eins: ein Zeichen für die Schwäche des deutschen Fußballs.“

Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) ergänzt: „Es ist nicht einmal Stagnation auf europäischem Niveau. Es sieht bedenklich nach Rückschritt aus. Das Kader hat in beinahe allen Mannschaftsteilen Schwächen.“ Sven Bremer (Financial Times Deutschland) vermutet tief liegende Ursachen: „Die Verunsicherung hält schon länger an. Und sie sitzt so tief, dass nicht einmal Erfolgserlebnisse weiterhelfen. Alles, was diese Mannschaft einst auszeichnete, ist verschüttet. Werders Spieler sind ein Fall für die Couch. Der Verein beschäftigt seit Jahren einen Psychologen, Wilfried Sondag. Eigentlich müssten die Werder-Profis Schlange stehen vor seiner Praxis.“

Die FAZ vergleicht Werder mit „einem Boxer ohne Punch“, die SZ spricht vom „Scheitern in der leichtesten Gruppe“. Christof Kneer kritisiert Klaus Allfos und dessen Kollegen mit Bedacht: „Es ist die Tragik dieses so umsichtig geführten Klubs, dass sich die Verantwortlichen für ihre ersten Personalpannen gerade jenen sensiblen Moment ausgesucht haben, in dem es darum ging, Werder auch international zu etablieren.“

Sportliche Rezession

Richard Leipold (FAZ) widmet sich dem Zustand Schalkes nach dem 0:2 gegen Manchester City: „Eine Entwicklung hin zu mehr Spielkultur als Wachstumsmotor war angekündigt. Doch Schalke schlittert in eine sportliche Rezession, national wie international.“

Am Grünen Tisch

Das Zauberwort heißt Selbstregulierung

Soll die Politik stärker in den Fußball eingreifen? Nicolas Sarkozy würde gerne, doch eine Vereinheitlichung des europäischen Vereinsfußballs stößt schnell an Grenzen / Pleitewelle in den unteren Profiligen Italiens / ISL-Urteil veröffentlicht, Fifa schwer belastet

Die SZ meldete vorige Woche einen Vorstoß Nicolas Sarkozys, der anregt, Europas Vereinsfußball stärker zu regulieren. In einer Erklärung des französischen Präsidenten heißt es: „Viele Klubs gehen hohe Defizite ein, um Spitzenspieler zu kaufen, die sie sich bei soliden Finanzen nicht leisten könnten. Es gibt starke finanzielle Ungleichgewichte zwischen den Vereinen in Europa, und solide wirtschaftende Klubs dürfen nicht benachteiligt werden.“

Die Rede ist auch von einer einheitlichen Lizenzierung, die SZ schreibt: „Angesichts der derzeit großen finanziellen Unterschiede würden von einer solchen Regelung nicht nur französische Klubs profitieren, sondern auch deutsche. Weshalb beispielsweise der FC Bayern München von den Vorschlägen durchaus angetan ist.“ Allerdings stünden einige politische Hürden im Weg, fügt die SZ an: „Bisher haben es Spitzenvereine wie Real Madrid oder Manchester United durch intensives Lobbying aber stets vermocht, Ideen zu stoppen. Fußballfan Sarkozy hat einen langen Weg vor sich.“

Ein Treffen der Sportminister Europas in Biarritz in dieser Woche ist bislang ohne Ergebnis geblieben. Christian Eichler (FAZ) verweist auf komplexe und gegensätzliche Interessen: „Die Uefa rief die EU selbst auf den Plan, um Profiligen und große Klubs mehr an die Leine zu nehmen. Geschickt spielt sie nun die Rolle dessen, der den Sport vor der Politik schützen müsse. Das Schreckensbild einer EU-Fußballbürokratie lässt eine gestärkte Uefa als fast schon verlockend erscheinen, mindestens als das kleinere Übel. Das Zauberwort heißt ‚Selbstregulierung’. Das ist schlau, und es ist kein Foul, es dient einer guten Sache: dem Wettbewerb. Der Fußball braucht ihn.“

Konkurrenz der Konzerne

Josef Kelnberger (SZ) entschlüsselt die Schwierigkeiten einer Vereinheitlichung des europäischen Vereinsfußballs: „Es gibt gute Gründe, den französischen Traum von einer Superfinanzpolizei für einen bürokratischen Albtraum zu halten. Es ist schwer vorstellbar, wie gerade die von Platini geförderten osteuropäischen Klubs den Anschluss an die europäische Spitze herstellen sollen, wenn sie nur auf ‚natürliche Ressourcen’ bauen und kein Geld von Großinvestoren annehmen dürfen. Abgesehen davon ist es wohl nur ein politischer Traum, russische Oligarchen würden einem von der EU installierten Organ ihre Klubetats offen legen. Jede Liga hat ihre eigene Art, sich zu organisieren, und ihre Wettbewerbsfähigkeit hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur vom Grad der Verschuldung. Spanische Spitzenklubs profitieren von der Möglichkeit, sich selbst zu vermarkten. Frankreichs Fußball wiederum wird nachhaltig vom Staat gefördert, der Nachwuchsakademien bezuschusst, den Profis einzigartige Steuervorteile gewährt und bislang alle Stadien zur Verfügung stellte. Gerade darüber mokieren sich nun die britischen Klubs, die sich eigene, moderne Arenen bauten: Ist nicht gerade der französische Staat der Totengräber des französischen Fußballs?“

Philipp Selldorf (SZ) ruft in Erinnerung, dass die Champions League Hierarchien zementiert: „Die Europaliga der Uefa ist zwar keine geschlossene Gesellschaft, aber sie nähert sich diesem Zustand. Wie im wahren Wirtschaftleben stellt sich die Champions League als Konkurrenz der Konzerne dar.“ Eichler stimmt ein: „Die Champions League war schon mal spannender. Dreizehn der sechzehn Plätze der K.-o.-Runde sind bereits vergeben, meist an die üblichen Verdächtigen aus England, Spanien, Italien.“

Pleitewelle

Dirk Schümer (FAZ) hält uns auf dem Laufenden über die schwierige Lage in Italiens Fußball: „Was die Organisation und wirtschaftliche Basis des Fußballs angeht, kann Italien Deutschland nicht das Wasser reichen. Noch sind die seismischen Wellen des Schiedsrichterskandals spürbar. (…) Während Italiens Spitzenklubs, die ihrerseits vor vier Jahren durch ein Steuergesetz Berlusconis Geld vom Staat erlassen bekamen, kurzfristig noch Stars aus aller Welt, derzeit vor allem aus Südamerika, anlocken, droht an der Basis der Kollaps.“

Bei der Gelegenheit: Birgit Schönau, die immer so schöne Texte über Italiens Fußball schreibt, hat jetzt einen Blog: opera buffa – Fußball, Arien und Alltag in Italien. Willkommen im Club! Bitte bookmarken! Dort liest man: „Es gibt eine neue Fußball-Pleitewelle in Italien, aber diesmal sind nicht die großen Klubs betroffen (wie vor ein paar Jahren der AC Florenz, der SSC Neapel und der AC Parma), sondern Drittligisten wie Pescara und Legnano, Klubs mit einer langen Tradition und einer starken Verwurzelung in ihrer Region. Bei Pescara Calcio hat das Desinteresse der Besitzer – die Schweizer Firma Eurocat – den Klub ins Abseits gestellt. Seit August haben die Spieler kein Gehalt bekommen, deswegen drohen sie immer wieder mit Streik. Und spielen dann doch. Gewinnen sogar, wie zuletzt vergangenen Sonntag.“

Sporthistorisches Dokument

Für die Neue Zürcher Zeitung hat Jens Weinreich (schon mal gehört?) den nun veröffentlichten Spruch des Zuger Gerichts im ISL-Prozess gelesen: „Das Urteil ist ein sporthistorisches Dokument, das belegt, wie über Firmen, Stiftungen und Schwarzkonten des ISL-Konglomerats 138 Millionen Franken Schmiergeld an hohe Funktionäre des Weltsports gezahlt wurden. (…) Die Vorwürfe gegen die Fifa werden konkretisiert.“

Zwei von vielen weiteren Artikeln in der Causa Zwanziger: Stuttgarter Zeitung („Demagogen-Gate“) und SZ.

Ascheplatz

Auf Nummer sicher gegangen

TV-Rechte für die nächsten vier Jahre an alte Bekannte vergeben: Gewinner sind Premiere und die DFL / ARD nennt keine Zahlen / Verlierer sind die Zweite Liga und der Amateurfußball (Stuttgarter Zeitung)

Die Laufzeit ist neu, vier Jahre, doch die Partner der DFL sind die alten: Premiere, ARD und ZDF. Die Pay-TV-Rechte der Bundesliga und der Zweiten Bundesliga werden an Premiere vergeben. Im Free-TV sichert sich die ARD die Rechte an den Zusammenfassungen am Samstagabend (ab 18.30 Uhr) und neuerdings am späten Sonntagabend (ab 21.45 Uhr). Die Sportschau am Samstag wird gegen Konkurrenz antreten müssen, denn der neue Plan sieht vor, dass ab der neuen Saison samstags um 18.30 Uhr ein Spiel stattfindet, vermutlich oft eine Top-Partie. Ob das den Preis für die ARD gesenkt hat, steht nicht fest, denn zu den Kosten nimmt die ARD nur vage Stellung – eine fragwürdige Auskunftspolitik für einen öffentlich-rechtlichen Sender. Ob der Sonntagabendtermin der ARD, wie im Internet spekuliert wird, Konsequenzen für die Talk-Sendung Anne Will hat, die traditionell um diese Zeit ausgestrahlt wird, lässt die ARD offen. „Dass wir das Recht haben, ab 21.45 Uhr Fußball zu senden, heißt nicht, dass wir um 21.45 Uhr Fußball senden müssen und werden“, sagt ein Pressesprecher auf Nachfrage. Außerdem verfüge die ARD über Sendeplätze in den Dritten Programmen. Das DSF verliert die Zweitverwertungsrechte am Bundesliga-Sonntag.

Kai Pahl (allesaussersport) hat vor der Verkündung der DFL das Szenario für Premiere analysiert (und wir gehen davon aus, dass sein Kommentar nicht der Aktualisierung bedarf): „Sollten sich die Zahlen bestätigen, dann ist es so gut wie ein Elfmetergeschenk der DFL an Premiere – jetzt müssen sie nur noch den Ball reinmachen: 1. Premiere würde entlastet werden, da man netto weniger zahlen müsste als es derzeit der Fall ist: Die Sublizenzierungsgebühren an Arena entfallen. 2. Ohne wirkliche Not hätte Premiere maximale Planungssicherheit von der DFL geschenkt bekommen, indem die Vertragslaufzeit auf vier Jahre erhöht werden würde. 3. Die DFL hätte die komplette TV-Rechte-Vergabe so zügig abgewickelt, dass Premiere mit diesem Pfund noch das Weihnachtsgeschäft teilweise mitnehmen kann. 4. Wieder würde das Paket komplett Premiere zufallen, ohne dass ein kleiner Wettbewerber herangezüchtet wird (vgl. SKY/Setanta-Situation in der Premier League). 5. Mehr Leistung für das gleiche Geld: drei zusätzliche Übertragungstermine (Sa 13 Uhr, Sa 18.30, So 15.30). Könnten sich Mark Williams und Rupert Murdoch ein Verhandlungsergebnis schnitzen, es sähe nicht sehr viel anders aus, als das was die Medien derzeit kolportieren.“

Was wir hier auch lesen, ist eine Vermutung darüber, warum die FAZ ihren Berichterstatter in dieser Medienfrage ausgewechselt habe.

Unnötiges Risiko

Die FAZ lobt den Deal als „respektables Gesamtergebnis, das den Ruf der DFL als solide nationale Sportinstitution festigen wird“. „Auf Nummer sicher gegangen“, ergänzt Wolfgang Hettfleisch (FR), doch vor der angeblich angestrebten Klage gegen das Kartellamt warnt er: „Der Ligaverband geht ein unnötiges Risiko ein, falls er jetzt das Bundeskartellamt verklagt. Man wolle Klarheit, sagt Rauball. Was aber, wenn’s dumm läuft? Die gekränkten Fußballmacher übersehen, was die Empfehlung der Behörde eigentlich ist: eine Duldung des nach Europarecht höchst bedenklichen Instruments der Zentralvermarktung. Was die Bonner der Liga abverlangten, die viel zitierte ‚angemessene Verbraucherbeteiligung’, dient letztlich durchaus der Bewahrung des Solidarsystems. Hoffentlich wissen die Liga-Juristen und deren Stichwortgeber, was sie tun.“

Die Amateure trifft es hart

Thomas Haid (Stuttgarter Zeitung) nennt die Verlierer des neuen Spielplans, also alle unterhalb der Bundesliga: „Schon die Zweite Liga leidet massiv unter dem verabschiedeten Modell, das samstags und sonntags einen Spielbeginn um 13 Uhr und um 13.30 Uhr vorsieht – also zu einer völlig familienunfreundlichen und Sportarten-untypischen Anstoßzeit. Abzuwarten bleibt, wie viele Zuschauer dann eine Partie zwischen Wehen-Wiesbaden und Oberhausen anlocken wird, zumal unmittelbar danach die Bundesliga ihren Betrieb aufnimmt. Aber wahrscheinlich hätte die DFL auch einem Anpfiff um 10 Uhr zugestimmt, wenn ein TV-Sender dafür noch mal in die Tasche gegriffen hätte. Noch härter trifft es den Amateurbereich, für den bisher der Sonntagmittag (15 Uhr) als exklusiver Spieltermin reserviert war. Nun hat die DFL diese heilige Kuh geschlachtet, obwohl viele Clubs in den niedrigeren Regionen bereits über einen Zuschauerschwund klagen und ums Überleben kämpfen. Aber den Amateuren fehlt die Lobby. Der für sie zuständige DFB besitzt offensichtlich keinen Einfluss mehr bei der DFL. So hat Theo Zwanziger in den vergangenen Wochen nicht einmal richtig protestiert, um angesichts des sich abzeichnenden Szenarios die Rechte seiner Amateure zu schützen.“

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