indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Dienstag, 13. November 2007

Ball und Buchstabe

Maroder Calcio

Jörg Hahn (FAZ) kommentiert den Todesfall eines römischen Fans und ärgert sich über erste Reaktionen: „Ganz Italien ist fußballverrrückt, im Profifußball des Weltmeister-Landes wird ungeheuer viel Geld bewegt. Und dennoch ist das Unternehmen marode. Die Probleme des ‚calcio’ sind immer wieder wortreich beklagt, niemals aber strukturell gelöst worden. Ob Gewalt, Korruption, Betrug oder Doping, seit Jahrzehnten werden die Krisen lediglich vertagt. Die Zeitabstände zwischen Skandalen und Exzessen werden kürzer. (…) Armes Italien: Wenn die gegenseitige Schuldzuweisung wieder am Anfang der Aufarbeitung steht, ist das neuerliche Scheitern fest programmiert. Bizarr wirkt es, wenn in der offenbar außer Kontrolle geratenen Situation nachgekartet und lamentiert wird, die europäische Fußball–Familie habe im Sommer Italien im Stich gelassen, als sie die Bewerbung um die Europameisterschaft 2012 zurückwies und stattdessen Polen sowie der Ukraine dieses Turnier übertrug. Weil Italien neue Stadien und eine neue Fußball-Kultur braucht, hätte man dem Land eine der herausragenden Veranstaltungen überlassen sollen? Welch ein Gedanke! Zunächst muss der ‚calcio’ erkennbar von alleine den Willen und die Mittel für einen Neuanfang aufbringen. Darauf wartet Europa schon viel zu lange.“

Birgit Schönau (SZ) verteidigt die Fußballoffiziellen: „Der Verband steht jetzt unter Druck, weil nach dem Tod des Lazio-Fans nicht alle Spiele ausgesetzt wurden. Das hätte die nachfolgenden Krawalle im Keim erstickt, monieren die Kritiker. Doch das Gegenteil hätte wahr werden können. Zum Zeitpunkt der Todesnachricht befanden sich bereits zehntausende von Tifosi in den Stadien. Sie wieder herauszuführen, hätte ein viel größeres Risiko bedeutet. Italiens Fußball steht wieder einmal vor Gericht. Das Ausland macht kurzen Prozess: Daumen nach unten. Damit macht man es sich aber zu leicht. Jahrelang hatten die Funktionäre das Hooligan-Problem verharmlost, doch nach dem Tod eines Polizisten vor dem Fußballstadion in Catania im Februar haben sie ihre Hausaufgaben endlich gemacht. Die Klubs distanzieren sich von den Hooligans.“

SZ: Viele italienische Hooligans sind Neofaschisten, ihnen sind die politischen Ideen wichtiger als ihr Lieblingsverein
SZ: Die italienischen Fußballfans bleiben außer Kontrolle, Reiseverbote für Tifosi alleine sind keine Lösung

NZZ: Ein guter Stürmer im falschen Klub – die Tragik des rheinischen Prinzen Lukas Podolski

Montag, 12. November 2007

Bundesliga

Ratschläge zum Krisenmanagement können die Bayern in Stuttgart und Bremen einholen

13. Spieltag – die Presse reagiert mit Kritik und Hohn auf Karl-Heinz Rummenigges öffentlichen Rüffel an Ottmar Hitzfeld und seiner Rotation und die anschließende Niederlage der Bayern in Stuttgart; der Meister entdeckt seine alte Stärke wieder / Verbissenes Duell zwischen Schalke und Hamburg / Bremer Herbstmärchen / Hat Thomas Doll in Dortmund an Autorität verloren?

Andreas Burkert (SZ) kann den Schaden noch nicht absehen, den Karl-Heinz Rummenigge mit seiner Ohrfeige für Ottmar Hitzfeld in München hinterlassen hat: „Ob die Bayern sich soeben selbst ausgebremst haben mit einer überflüssigerweise öffentlich geführten Trainerdebatte, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Sicher ist jedoch: Sie geben sich wirklich alle Mühe. Derlei Tiraden, wie sie Hitzfeld zuletzt zu hören und lesen bekam, sind gewöhnlich nur in jenen Stadien ein Stilmittel, in denen der Abstiegskampf den Alltag bestimmt und wo fachfremde Provinzfürsten kleine Wirtschaftsunternehmen mit dem Gespür einer Abrissbirne in Richtung Insolvenz treiben. (…) Als Ribéry und die anderen Millionenmänner noch ohne Kunstpausen das Publikum unterhielten und zu enteilen drohten, ist Hitzfeld der bestmögliche Moderator einer kostspieligen Inventur gewesen. Doch wie das Wetter an der See ändert sich bisweilen die Stimmungslage in München, und das vom Wetterdienst Kachelmann nicht angekündigte Orkantief Karl-Heinz hat nun sogar den sturmerprobten Hitzfeld beeindruckt: Er reagiert ganz offenbar mit Trotz.“

Andreas Lesch (Berliner Zeitung) lässt seiner Schadenfreude freien Lauf und hat auch einen Seitenhieb auf Hitzfeld parat: „Gemessen an den Sprüchen und Ansprüchen des Vereins ist die Saison für den FC Bayern bisher ein hübsches, kleines Desaster. Die Münchner entpuppen sich allmählich als Illusionstheater. Sie haben mit ihren edlen Zugängen und ihren aufregenden Auftaktleistungen das Publikum und offenbar auch sich selbst getäuscht. Sie haben in guten Zeiten von der Klasse ihrer Einzelkönner profitiert. Jetzt, in schlechten Zeiten, verfallen sie schnell in ihre überwunden geglaubte Einfallslosigkeit. Das spricht nicht für eine funktionierende, sinnvoll erneuerte Teamstruktur. Wenn die Münchner in der Liga und im Uefa-Cup so früh an ihre Grenzen stoßen, braucht niemand zu jammern, sie würden in der Champions League vermisst: Vermutlich hätten sie sich dort unauffällig in den Klub der deutschen Versager eingereiht. (…) Dass Rummenigge weiter öffentlich gegen den Trainer stichelt, ist nur mit plötzlichem Gedächtnisverlust zu erklären. Er und Hoeneß müssen den alten und neuen Coach doch mit all seinen Stärken und Schwächen gekannt haben, und sie müssen gewusst haben, dass Hitzfeld eher für dauernde Rotation steht als für eine dauerhaft inspirierende Strategie.“

Jan Christian Müller (FR) vergleicht den neuen Streit mit dem alten: „Rummenigge hatte Hitzfeld bereits im Frühjahr 2004 demontiert, als er in Interviews durchblicken ließ, dass der Trainer nicht mehr der Richtige war. Bald darauf gab Hitzfeld ausgezehrt auf. Rummenigges Analyse war richtig gewesen, aber sie hatte den Gescholtenen verletzt. Jetzt ist die alte Wunde wieder aufgebrochen, tiefer sogar. Denn diesmal, anders als vor knapp drei Jahren, scheint die öffentliche Kritik des Klubchefs viel weniger fundiert als damals. Hitzfeld wirkt weder ausgebrannt noch sind ihm – Rummenigges absurder Argumentation zum Trotz – gravierende Fehler in seiner Personalführung vorzuwerfen. Niemand darf überrascht sein, falls sich die Wege wieder trennen sollten. Rummenigge erweckt nicht den Eindruck, dass er darüber besonders traurig wäre.“

Der bayrische Deichgraf

Peter Penders (FAZ) rät den Bayern, von Bremen zu lernen: „Vielleicht sind die unterschiedliche Personalführung und die Weitsicht, sich in kritischen Momenten zurückzunehmen, die Gründe dafür, warum die Bremer seit Jahren national ärgster Widersacher der Bayern sind. Die Münchner beklagen häufig, dass jede Kleinigkeit, die den FC Bayern betreffe, in den Medien aufgeblasen werde – und übersehen dabei, dass sie selbst am meisten pusten. Mal ist es der Weihnachtsmann, der kein Osterhase ist, mal ist es das Fernglas, das die Konkurrenz demnächst benötige, mal war es der beste Kader aller Zeiten, mal das prallgefüllte Festgeldkonto, mal der omnipräsente Medien-Präsident, der zielsicher in jede Glut Brandbeschleuniger gießt. Dies alles sind Töne vom Alpenrand, wie sie von der Weser nie zu hören sind.“

Stefan Osterhaus (NZZ) rät den Bayern, von Stuttgart zu lernen: „Ratschläge zum Krisenmanagement können die Bayern in Stuttgart einholen. Denn so wirr die Situation der Bayern erscheint, so staunenswert ist die jüngste Entwicklung im VfB. Der hat den sportlichen Sinkflug beendet. Vor exakt vier Wochen hatte Armin Veh die Krise für offiziell erklärt – und so den ersten Schritt zur Bewältigung getan, indem er die Probleme nicht leugnete, sondern sich nach erfolgter Diagnose sofort daran machen konnte, diese zu beheben. Die Darbietung gegen die Bayern zeigte den VfB auf der Höhe seiner Fähigkeiten – ein Kollektiv mit guten Individualisten und einem Goalgetter, wie ihn Stuttgart seit Jürgen Klinsmann nicht mehr erlebt hat: Mario Gomez. (…) Die Urheberschaft an der Irritation darf Rummenigge ganz allein beanspruchen. Der bayrische ‚Deichgraf’, dessen Programmatik als Klubleiter sich im wesentlichen im Ruf nach der Einzelvermarktung erschöpft, sah sich bemüßigt, am Fußballverstand des Mannes zu zweifeln, der zweimal mit Außenseiterteams die Champions League gewonnen hatte.“

Rückblick auf Samstag: Die Presse stellt sich auf die Seite Ottmar Hitzfelds und verurteilt dessen Kritiker Karl-Heinz Rummenigge
direkter-freistoss: Hitzfeld, ein Trainer, der in dieser Saison nicht viel zu gewinnen hat

Ohne Plan B

Christof Kneer (SZ) erlebt die Genesung des Meisters: „In der ersten Halbzeit haben sie tatsächlich wieder gespielt wie einst im Mai, als ein steiler Pass nach dem anderen geflogen kam und die Zuschauer sich dauernd beim Durchzählen erwischten, um sicherzugehen, dass die Stuttgarter Überzahl mit rechten Dingen zuging. Es ist eine banale Erkenntnis, dass ersatzgeschwächte Teams nicht so gut Fußball spielen wie nicht ersatzgeschwächte Teams, aber im Falle des VfB steckt hinter der Banalität eine tiefere Wahrheit. Die Erkenntnis der Krisenwochen ist, dass diese Mannschaft mehr als andere auf die beste Elf angewiesen ist – Veh hat seiner Elf einen so anspruchsvollen Qualitätsfußball beigebracht, dass er nur mit Qualitätsspielern funktioniert. Wenn im Mittelfeld Farnerud, Meißner und da Silva spielen, geht dieser Fußball nicht, und auch nicht, wenn der Rechtsverteidiger Osorio hinten links notverteidigt. Der Erfolg hat diese Elf in der vorigen Saison derart überrumpelt, dass sie keine Zeit hatte, einen stabilen Plan B zu entwickeln. Die Elf kann nur gut spielen, schlecht spielen muss sie noch lernen. Wenn das gute Spiel nicht funktioniert, fällt sie auseinander – wie zu Saisonbeginn, als ein einziges Gegentor genügte, um ihren Willen zu brechen.“

Den gibt’s zweimal

In Anbetracht Ludovic Magnins reibt sich Kneer die Augen: „Magnin ist der einzige Profi, den es zweimal gibt. Es gibt den Samstags-Magnin, das ist der, der so spielt wie Roberto Carlos in seinen besten Tagen bei Real Madrid – und es gibt den Mittwochs-Magnin, der allenfalls beim Juxteam Borussia Banana einen Stammplatz sicher hätte. Den Mittwochs-Magnin gab’s in Lyon zu sehen, als er sich hinten hölzern austanzen ließ und seine Flanken vorne nicht den gegnerischen Torwart, sondern das Leben der Zuschauer in der Kurve bedrohten. Ludovic Magnin ist der Spieler mit der größten Formamplitude, die sich denken lässt.“

Zerfaserte, zerhackte Partie

Roland Zorn (FAZ) beschreibt die Verbissenheit im Duell zwischen Schalke und Hamburg: „Von prickelnder Atmosphäre war auf dem Platz nichts zu spüren, wo sich zwei nationale Spitzenteams – mögen die Schalker derzeit auch eher am oberen Rand des Mittelfelds dümpeln – heftig beharkten und dafür mit acht Gelben Karten bedacht wurden, ihre Lust auf das schöne Spiel aber komplett unterdrückten. Hamburg wollte einen Punkt mitnehmen, Schalke konnte, geschwächt durch den Ausfall von Stammkräften wie Kuranyi, Pander, Altintop oder Özil, wieder einmal nur mit Kampf und Kraft fehlende spielerische Qualität übertünchen. Dabei kam eine zerfaserte, zerhackte Partie heraus. (…) Der lange Schalker Marsch zurück unter die Champions-League-Kandidaten lässt nach fünf sieglosen Partien auf sich warten. Fürs erste bleibt dem Team ohne kreatives Zentrum und ohne Durchschlagskraft im Angriff die Hoffnung auf eine bessere Rückrunde. Der HSV trauerte der Möglichkeit, erstmals seit dem 11. September 1999 die Tabellenführung zu übernehmen, keine Sekunde nach. Die von Stevens‘ Realitätssinn erfassten Spieler betrachteten das Mitbringsel aus Schalke als weiteren wertvollen Punktgewinn.“ Ulrich Hartmann (SZ) ergänzt: „Es war ein nicht gerade euphorisierendes Spiel, immer intensiv, aber ziemlich eklig, weil Nickligkeiten laufend zu Spielunterbrechungen durch den überforderten Schiedsrichter Gräfe führten.“

Man muss diese Bremer einfach mögen

4:0 gegen Karlsruhe, Tabellenplatz 2 – Ralf Lorenzen (taz) erzählt ein Bremer Herbstmärchen: „Während das Verhältnis Diegos zu seinen Spielkameraden bis vor kurzem noch stark an Schneewittchen und die sieben Zwerge erinnerte, werden die Wunder jetzt wieder von vielen vollbracht. Dabei taten sich besonders die lange verstoßen geglaubten Helden aus der Heimat von Hans Christian Andersen hervor. Zu Saisonbeginn schlichen die Dänen Daniel Jensen und Leon Andreasen verloren wie Hänsel und Gretel über den Trainingsplatz – gegen Karlsruhe spielten sie wie aufgedreht, schlugen schöne Pässe im Minutentakt, rissen jede Menge Löcher im gegnerischen Gewand und stopften genauso viele im eigenen. Den anfangs gleichwertigen Karlsruhern nutzte auch kein Zaubertrank im Pausentee – in der zweiten Halbzeit fühlten sie sich wie der Hase im Wettlauf mit dem Igel: Wo sie auch hinliefen oder hinspielten, immer war schon ein Bremer da. Im Angriff, wo die Bremer Stürmer sonst oft genauso wenig zueinander finden wie die beiden traurigen Königskinder, zeigte sich der Schwede Markus Rosenberg anlässlich des 100. Geburtstags von Astrid Lindgren in prächtiger Form. Und hinten ließen die Innenverteidiger nichts mehr anbrennen. Per Mertesacker fuhr als Kalif Storch wiederholt das längste Bein der Liga aus und dem standhaften Zinnsoldaten Naldo gelang per Kopf sogar noch das 4:0. Für den Zuckerguss auf dem Lebkuchen sorgte schließlich Thomas Schaaf mit der Einwechslung von Carlos Alberto zu dessen erstem Einsatz seit fast drei Monaten. Passend dazu liest der Trainer auf der CD mit den ‚Bremer Stadtmusikanten’ eines der seltenen Märchen vor, in dem jene Spielform gefeiert wird, die seit der Regentschaft von Otto Rehhagel an der Weser das Maß aller Dinge ist: das Kollektiv.“

Frank Heike (FAZ) erklärt seine Sympathie für Bremen: „Während Werder in der Liga eine verlässliche Größe für den schönsten Fußball ist, gibt es auf der europäischen Bühne mit schlechter Regelmäßigkeit Enttäuschungen. Solange den Tiefschlägen zur Wochenmitte Gala-Auftritte an Samstagen folgen, muss man diese Bremer aber einfach mögen.“

Autoritätsverlust

Nur 1:1 gegen Frankfurt – Freddie Röckenhaus (SZ) bezweifelt Glaubwürdigkeit und Führungsstärke Thomas Dolls, dessen Rhetorik er als heiße Luft empfindet: „Unter jenen Dortmundern, die dem Selbstbetrug noch nicht anheim gefallen sind, macht sich die Gewissheit breit, dass der Trainer ein Teil des Problems sein könnte. Nach der dramatisch schwachen Partie in Hannover hatte Doll ungewohnte Härte angekündigt: Arrivierte Spieler würden sich auf der Tribüne wiederfinden, es würden jetzt andere Saiten aufgezogen. Die Strafexpedition begann dann mit einem arbeitsfreien Montag (Doll weilte bei der Familie in Hamburg) und einem deshalb auf Dienstag verschobenen, kombinierten Lauf- und Straftraining. Am Donnerstag hatte Doll dann erkannt: ‚Mein Kader ist nicht groß genug, dass ich mir leisten könnte, Arrivierte auf die Tribüne zu verbannen.’ Was den seit Saisonbeginn ohne Begründung auf die Tribüne verbannten Lars Ricken genauso gewundert haben dürfte wie die in den letzten Monaten transferierten und ausgeliehenen Pienaar (Stammspieler bei Everton), Sahin (Stammspieler bei Feyenoord) und Smolarek (Stammspieler bei Real Santander). Zum Spiel war von Dolls Theaterdonner dann übrig geblieben, dass die weithin als Mitläufer und Fehleinkäufe abgeschriebenen Nelson Valdez und Delron Buckley aus der Mannschaft rotiert waren, nach 30 und 60 Minuten dann aber schon wieder eingewechselt wurden. Und nachdem der BVB die ersten 45 Minuten in ähnlich lethargischer Manier wie gegen Hannover agiert hatte und erst eine Halbzeittirade von Doll wenigstens ein passable zweite Halbzeit erzwungen hatte, gab es dann im Nachklapp noch die Belobigung der Truppe, die Reaktion gezeigt habe. Dass Dolls Autorität bei der führungslos anmutenden Truppe unter solchen Aufführungen nicht leidet, ist kaum vorstellbar. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der in der Öffentlichkeit nicht müde wird, sich vor, hinter, neben und unter Doll und Sportdirektor Michael Zorc zu stellen, soll bereits Kontakte mit anderen Trainern aufgenommen haben.“

Ralf Weitbrecht (FAZ) stimmt ein: „Borussia Dortmund im Herbst 2007 – für viele Fans wird die Liebesbeziehung derzeit auf eine harte Geduldsprobe gestellt, denn von ihren selbstgestellten hohen Ansprüchen ist Dolls Mannschaft weit entfernt. Auch gegen die Eintracht fand sie kein rechtes Mittel, einen Gegner vor heimischer Kulisse zu dominieren.“

Höhepunkte: Fehlanzeige

Michael Reinsch (FAZ) vermisst beim Spiel zwischen Hertha BSC und Hannover 96 die Glanzlichter: „Zuerst wurde Schnee geschippt im Mittelkreis. Dann zeigten die Spieler von ihren frierenden Zuschauern, dass der Wintereinbruch ihnen viel von ihrer Standsicherheit und Ballsicherheit geraubt hatte. Und als man schon befürchten musste, dass die Meldungen vom Triumph des VfB Stuttgart und die Reklame für den Adventskalender von Hertha BSC auf der Anzeigetafel die Höhepunkte der Partie bleiben würden, traf ausgerechnet ein Brasilianer: André Lima schoss drei Minuten vor dem Ende der Partie das 1:0. (…) Bei den Berlinern, die nichts mehr fürchten, als im Mittelmaß zu versinken und erleichtert auf einen einstelligen Tabellenplatz zurückkehrten, weckt dieser glückliche, vielleicht sogar unverdiente Sieg die schönsten Hoffnungen.“

BLZ: Enrico Kern, einst große Sturmhoffnung, entscheidet das Ost-Duell Rostock gegen Cottbus

FR: Rauball stellt Rummenigge in den Senkel – Verärgerung in Bundesliga über Sportschau-Aussage

Samstag, 10. November 2007

Allgemein

Frontale Treffer in aller Öffentlichkeit

Die Presse stellt sich auf die Seite Ottmar Hitzfelds und verurteilt dessen Kritiker Karl-Heinz Rummenigge

Andreas Hunzinger (FR) rügt Karl-Heinz Rummenigge für dessen abfällige Bemerkungen über Ottmar Hitzfeld, den Mathe-Lehrer aus Lörrach: „Dass sich Boss Rummenigge zu einem derart wuchtigen Hieb gegen den Trainer bemüßigt fühlt, zeugt von offensichtlichem Realitätsverlust und ist wohl einer persönlichen Aversion gegen Ottmar Hitzfeld geschuldet. In einer Zeit, in der die Spitzenklubs von einem Spiel zum nächsten gejagt werden, ist es selbstverständlich und notwendig, den Profis Verschnaufpausen zu gönnen. Dafür unterhalten Vereine wie die Bayern hoch dekorierte Kader mit einer Stärke von mindestens 25 Mann. Rummenigges Attacke ist somit nicht nur überflüssig, weil der FC Bayern nach wie vor die besten Chancen hat, in die nächste Runde des Uefa-Cups einzuziehen. Sie ist unfair und anmaßend. Wenn Herr Rummenigge die Nachlässigkeiten der Profis gegeißelt hätte, hätte er richtiger gelegen. So tritt er seinem Trainer vors Schienbein, der in München größte Anerkennung genießt und von dem alle wollen, dass er bleibt. Hitzfeld wird nun vielleicht noch etwas ernsthafter über die Offerte nachdenken, Schweizer Nationaltrainer zu werden.“ Elisabeth Schlammerl (FAZ) fügt eine Deutung Rummenigges Äußerungen an: „Es waren nicht nur kleine Seitenhiebe, sondern frontale Treffer – und das in aller Öffentlichkeit.“

Auch Andreas Burkert (SZ) steht auf Hitzfelds Seite: „Man muss bis zur Ära eines gewissen Erich Ribbeck zurückblättern im Geschichtsbuch des FC Bayern, um derlei beißende wie konkrete Kritik am eigenen Trainer zu finden, wie sie Rummenigge aussprach. Gegen Ende der ersten Amtszeit Hitzfelds ist es zwar ebenfalls Rummenigge gewesen, der mehrfach die Gutmütigkeit des Cheftrainers anprangerte. Aber das war harmlos und eher der Enttäuschung über das Ende einer Mannschaft nach dem Europacup-Triumph 2001 geschuldet. Es ist nicht ganz einfach, Rummenigges offenbar spontanen Angriff auf Hitzfelds Reputation zu deuten. Denn dessen Team hat bisher meist überzeugt, es ist unbesiegt und wird fraglos die K.o.-Runde des Uefa-Cups erreichen. Doch dass Hitzfeld dem Schweizer Verband kürzlich Avancen machte und damit eine Bewerbung für 2008 einreichte, hat dem Vorstand wohl weniger gefallen. (…) Dass Hitzfeld den von seinen beiden Volltreffern erlösten Problemfall Podolski nach 58 Minuten abzog und den vorzüglichen Entertainer Ribéry kurz darauf – das empfanden Hitzfelds Vorgesetzte als Betrug am Kunden und auch sportlich fragwürdig. Die Rolling Stones spielen ja auch nicht vier Songs weniger, weil sie zwei Tage später wieder ein Konzert geben. So ticken sie. Dabei hatte Hitzfelds Rotationself eine Stunde beste Unterhaltung geboten, samt Spielfreude und Engagement.“

direkter-freistoss: Hitzfeld, ein Trainer, der in dieser Saison nicht viel zu gewinnen hat

Tief Hans ante portas

Nach dem 0:2 gegen Everton – Volker Kreisl (SZ) beteuert sein Gefallen an der Schnoddrigkeit Hans Meyers: „Eine Katastrophe. Schon wie er das Mikrofon mit dem kleinen farbigen Senderlogo hält – ein schlimmer Fehler. Als Krisenverantwortlicher bleibt man im Fernsehen lässig, versteckt vielleicht eine Hand in der Hosentasche, hebt aber auf keinen Fall die Stimme. Schwappt einem Ärger hoch, dann zeigt man das nicht, sondern macht eine spitze Bemerkung und lächelt dazu. Ein Stilberater würde Hans Meyer wohl zudem darauf hinweisen, dass ein gut geschnittenes Sakko einen Trainer heutzutage irgendwie erfolgreicher erscheinen lässt als so eine bauschige Trainingsjacke. Ein Rhetorikberater würde ihm einflüstern, dass Worte wie ‚Schwachsinn’, ‚idiotisch’ und ‚Scheißdreck’ keinen guten Eindruck machen. Und ein PR-Berater würde ihm sagen, dass er um Gottes Willen nicht immer mit dem Mikro herumfuchteln soll, wenn er sich schon live in Rage redet, weil die Zappelei nur auf Nervosität schließen lässt, und weil man dann nur die Hälfte versteht und als Rezipient ganz gaga wird. Das Problem: Hans Meyer interessiert das alles einen Scheißdreck. Er hatte wieder mal eine Suada gegen vorschnelle Rückschlüsse zum Besten gegeben, und so wird das noch Wochen weitergehen. (…) Der Fußballmedien-Kritiker Meyer wird noch lange seinen Kampf gegen verzerrte Wahrnehmungen führen. Verwirrend sind seine Auftritte dabei nur für Beobachter, die das übliche Abstiegskampfmilieu mit gebeugten Spielern, heuchelnden Vorständlern und aktionistischen Trainern erwarten. Führt sich Meyer vor einem Millionenpublikum auf, als stünde er in der Mannschaftskabine, dann deshalb, weil ihm die Außenwirkung egal ist. Unter Umständen kann so eine offen gezeigte Abneigung gegen das Fußball-Abstiegssystem mehr bewirken als jede beratergestylte Haltung. Die Spieler könnten daraus ableiten, dass das eigene Spiel immer noch wichtiger ist als das, was andere davon halten.“

Roland Zorn (FAZ) hingegen stutzt: „Wer Hans Meyer am Donnerstagabend über den Weg lief, kam ihm auch in die Quere. Einen Fernsehreporter, der ein paar zugegeben nicht wohlbedachte Fragen loswerden wollte, bürstete der diesmal gar nicht witzige, überhaupt nicht charmante, nur noch übellaunige Thüringer ab wie einen Spieler, der Meyers lauten Aufforderungen und hohen Anforderungen nicht genügt. Dabei fuchtelte der TV-erprobte Fußballfuhrmann mit dem Mikrofon herum, als sausten erste Ausläufer des für die Nacht vorschnell prognostizierten Nordseesturms durch die Katakomben. Sturmwarnung, Tief Hans ante portas, so mutete die Nürnberger Variante in dieser Nacht des fränkischen Missvergnügens an. Dabei hatten sich die ‚Clubberer’ doch so gefreut, erstmals seit 1988 wieder die europäische Bühne geentert zu haben.“

direkter-freistoss: Hans Meyer und die Presse, ein zweischneidiges Verhältnis

Ascheplatz

Ohne Ideen

Christian Schwager (Berliner Zeitung) widerspricht Karl-Heinz Rummenigge, der allein den angeblichen Vorsprung ausländischer Mannschaften für das schlechte Abschneiden deutscher Klubs verantwortlich macht: „Der FC Bayern München sieht sich gerne in der Rolle des Vordenkers der Liga, doch die einzige Innovation, die ihm einfällt, ist der Ruf nach finanzieller Hilfe. Dabei haben die Klubs nicht zu wenig Geld, sie gehen offensichtlich nur nicht richtig damit um. Viele von ihnen denken nach wie vor in veralteten Strukturen. So bemängelt Joachim Löw, das manche Erstligisten nicht nach dem neusten Stand der Sportwissenschaft trainieren und sich zu selten trauen, Talente in ihre Erstligateams einzubauen. (…) Karl-Heinz Rummenigge bestätigt das Vorurteil, dass Jammern eine typisch deutsche Eigenschaft ist. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel der Nationalelf. Die sei auf Jahre nicht konkurrenzfähig, hieß es noch 2004. Dann kamen Jürgen Klinsmann und Joachim Löw. Sie kamen mit Ideen. Die Liga belächelte sie. Inzwischen gilt die deutsche Mannschaft als Favorit bei der EM 2008.“

Rummenigge auf Welt Online: „Die deutschen Vereine haben gar keine Chance“

SZ: Verfolgt von Krawalltouristen – Regionalligist Dynamo Dresden muss sich mit einem katastrophalen Image herumschlagen, dabei ist die sportliche Lage brisant genug
FAZ: Hansa Rostocks Problem: die gewaltbereiten Fans

Freitag, 9. November 2007

Champions League

Die Bundesliga ist in Europa nicht wettbewerbsfähig

Enttäuschte Reaktionen auf die erneut schwachen Leistungen und Ergebnisse deutscher Vereine in der Champions League / Stuttgart wird die Europapokalreife abgesprochen

Christof Kneer (SZ) zieht enttäuscht ein Zwischenfazit und führt die Schwäche der deutschen Klubs auch auf Versäumnisse in der Vergangenheit zurück: „Die üppig alimentierten Klubs aus Mailand, Chelsea, Barcelona, Madrid müssen nicht der Maßstab für Stuttgart, Schalke und Bremen sein, aber mit den Rangers und Fenerbahces, den Piräussen und Trondheims sollte man schon konkurrieren können dürfen. Zwar lassen sich alle drei DFB-Vertreter einer plausiblen Einzelfallprüfung unterziehen (Stuttgart: schwere Gruppe, viele Verletzte; Schalke: ein paar Verletzte, viel Ehrfurcht; Bremen: mittelschwere Gruppe, noch mehr Verletzte) – unterm Strich aber bleibt die Erkenntnis, dass die drei Klubs auf höchster Ebene nicht betriebssicher sind. Sie sind viel zu störanfällig für temporäre Probleme, die Kader sind weder in der Breite noch in der Spitze gut genug besetzt. Auf Jahre hinaus unschlagbar sei der deutsche Fußball, hat der scheidende Teamchef Beckenbauer 1990 kühn verfügt, aber zumindest die Vereinsteams werden sich daran gewöhnen müssen, auf Jahre hinaus schlagbar zu sein. Die Bundesliga ist besser und ausgeglichener geworden, aber sie ist längst nicht heraus aus jenem Loch der neunziger Jahre, als die Sportart gedankenlos vor sich hin verwaltet wurde. Noch immer hat die Liga ein Stil- und Tempoproblem, und die gut ausgebildeten Jahrgänge kommen erst so langsam an die Macht.“

Alex Kintzinger (Financial Times Deutschland) wendet sich ab vom deutschen Vereinsfußball und seinen Verkäufern: „In Deutschlands Eliteklasse oben zu stehen, heißt nicht viel. Die Bundesliga ist in Europa nicht wettbewerbsfähig. Zumindest nicht da, wo richtig Geld verdient wird, wo die echten Stars auflaufen und Kinder ihre Fußballhelden finden – in der Champions League. Offen gesagt wissen wir es doch schon lange: Bläst man den Marketing-Nebel weg, den das Fernsehen über die Bundesliga legt, dann sind da oft langweilige Partien zu sehen. Mediokre Spiele in (noch) vollen Stadien. Rumpelfüßler, wohin man blickt. Erstaunlich, dass die Bundesliga-Manager glauben, dafür höhere Fernseheinnahmen herausschinden zu können als in den meisten anderen europäischen Ländern. Noch erstaunlicher, dass ihnen das einer, Kirch, sogar bezahlen will. Und am erstaunlichsten, dass die Commerzbank ernsthaft überlegt, für diesen Irrsinn zu bürgen. Selbst wenn das Geld fließt und für die Investition gebürgt werden sollte – es hilft der Bundesliga nicht weiter. Für den großen Sprung zurück nach Europa ist es zu wenig. Aber für den Anreiz, die Strukturen deutscher Klubs so zu reformieren, dass das ganz große Geld – und damit große Spieler – kommt, ist es leider zu viel.“

Roland Zorn (FAZ) lässt Ausreden nicht gelten: „Zwölf Spiele, zwei deutsche Siege, das ist die desaströse Wirklichkeit nach dem vierten Spieltag der ‚Königsklasse’, in der die Bundesliga-Repräsentanten den Part des Bettelmanns übernommen haben. Vielleicht wird anderswo im Augenblick einfach nur härter gekämpft um die Chance weiterzukommen. Werder Bremen hat zum Beispiel seine Hoffnungen auf mehr mit Füßen getreten; Schalke 04 hat ein torloses Remis gegen den FC Chelsea ein bisschen zu laut gefeiert; Stuttgart hat seine Talente mit dem Hang zum Jugendfußball unter Erwachsenen verschleudert. Die deutsche Sehnsucht nach dem FC Bayern ist in dieser national verkorksten Champions-League-Saison groß. Ein Verein allein aber kann die Liga auf Dauer nicht voranbringen. Wer jetzt nur über die fehlende Finanzkraft jammert, programmiert schon die nächsten Niederlagen. Auch Standortnachteile können bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden: mit Trotz, mit Stolz, mit Qualität im Kollektiv. Daran vor allem fehlt es diesem Bundesliga-Jahrgang auf Europas großen Spielfeldern.“

Neunzig Sekunden Schalker Höhepunkte

Drei Tore und ein Platzverweis in Rom

Spannungen

Ronald Reng (tageszeitung) nennt nach dem 2:4 in Lyon die Probleme und Schwächen der Stuttgarter, sieht aber auch Zeichen der Entwarnung: „Es war ein rasantes Spiel, das noch einmal das Bildnis einer ehemaligen Meisterelf zeichnete: Ihre fehlende defensive, auch geistige Beweglichkeit, um auf Europacup-Tempo zu bestehen, aber auch ihren Drang, anzugreifen, die hohe Geschwindigkeit anzunehmen. Die Analyse, warum sie in Europa scheiterten, wurde längst gemacht – überarbeitete Spielern wie Pardo, Verletzungen, mangelnde Integrationskraft. Die Frage, die sich nach dem Aus stellt, lautet nicht ‚Warum?’, sondern: Lässt die Champions League ein Trauma zurück? Penetranter Misserfolg trägt das Getuschel der Missgunst in jede Elf. Der neue Stürmer Ewerthon ist Ziel des Gezickes der Kollegen. Auch die Beliebtheit von Horst Heldt nähert sich der eines Mannes mit Bayern-Trikot im Stuttgart-Block an, seit er nach dem 1:2 in Rostock die Profis anbrüllte, wie viel Geld sie verdienten. Doch, das zumindest zeigte der Lyoner Abend, diese Spannungen haben längst nicht das Niveau einer Selbstzerstörung erreicht. Die Qualität, sich in der biederen Bundesliga nach oben zu robben, scheint noch immer durch.“

Sechs Tore in Lyon und ein verschossener Elfmeter

NZZ-Bericht Barcelona–Glasgow Rangers (2:0)

Zusammenfassung aus Barcelona

Ein paar Abstauber und ein paar Eier, also insgesamt acht, von Krautsch, Scherrad und Co

Unterhaus

Gefühlter Erstligist

Wenn es nicht Köln wäre, würde sich Richard Leipold (FAZ) darüber wundern, dass der recht erfolglose Christoph Daum beim Publikum so populär ist; außerdem rät Leipold den Kölnern, die Nasen zu senken: „Wenn der Erfolg ausbleibt, gerät meist der Trainer als vermeintlich schwächstes Glied in die Kritik. In Köln ist es anders. Während Wolfgang Overath ausgebuht und ausgelacht wird, bekommt Daum sogar Beifall. Der Fußball-Lehrer geht nicht immer clever vor, so etwa bei seinem phantasievollen Flirt mit Chelsea oder bei seiner absurden Schiedsrichterschelte, aber sobald er den Kontakt zur Masse oder zu den Klubgremien voller bedeutender Kölner Wirtschaftskapitäne spürt, ist er in einem Maße präsent wie nur wenige seiner Berufskollegen, gerade als Erfolgstrainer ohne Erfolg. ‚Was wir bisher abgeliefert haben, dafür kann ich mich nur entschuldigen’, sagt Daum. Es sei ihm nicht gelungen, seine Erfolgsmentalität auf die Spieler zu übertragen. ‚Als Verantwortlicher stehe ich zu Recht in der Kritik. Ich habe kein Patentrezept.’ Wenn einer so etwas sagt, klingt es wie ein Offenbarungseid, aber die Menschen jubeln ihm dennoch zu und schmähen lieber Overath, der den Status der Ikone in der Stadt auch einmal hatte, als er sich noch weigerte, FC-Präsident zu werden. Es mag leicht sein, mit einer Mannschaft aufzusteigen, die erstklassig besetzt ist, aber es ist schwer, mit einem Klub aufzusteigen, der sich von Kopf bis Fuß für erstklassig hält. Aus Köln kommt regelmäßig die Botschaft, der Verein sei ‚ein gefühlter Erstligist’. Warum dieses Gefühl auch nach diversen Abstiegen aus der höchsten Klasse noch so stark ist? Die Antwort liegt auf dem Fuß wie eine gute Flanke. Ein schönes Stadion, großartige Fans, professionelle Strukturen, die neben dem Erzrivalen Mönchengladbach teuerste Mannschaft der Zweiten Liga: Da erhebt sich eher die Frage: Wie ist es möglich, nicht aufzusteigen? Aber die gefühlte Erstklassigkeit überträgt sich vom Vorstand, von der Geschäftsführung – Manager Michael Meier predigt seit einem Jahr wieder ‚elitäre Arroganz’ – auf die Mannschaft. Und das ist nicht gut.“

FAZ: Jeder gegen jeden beim 1. FC Kaiserslautern – Chaostage auf dem Betzenberg

Donnerstag, 8. November 2007

Champions League

Schalke schießt keine Tore und liegt sich in den Armen

Gegensätzliche Meinungen in der Presse zum 0:0 Schalkes gegen Chelsea: die Leistung wird anerkannt, die Reaktionen auf das Spiel verhöhnt / Kein Bremer Spieler erreichte in Rom annähernd seine Normalform (Berliner Zeitung) / Filippo Inzaghi stellt den Torrekord Gerd Müllers ein

Peter Penders (FAZ) widmet sich eher den Schalker Worten als dem Schalker Spiel und spottet darüber, dass es sich über ein 0:0 freut: „So richtig scheinen sie in Gelsenkirchen immer noch nicht zu glauben, dass sie tatsächlich mitmachen dürfen, wenn die großen Vereine Europas gegeneinander antreten. Da kann man schließlich schnell einmal unter die Räder geraten, und deshalb ist es umso schöner, wenn man ab und an zeigen darf, dass man doch mithalten kann. Woanders zählt nur das Ergebnis, auf Schalke, wo so vieles anders ist, gilt das nicht. Gut haben sie gespielt, so gut, dass sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Am Ende aber stand es 0:0, was die Chancen des FC Schalke, über die Gruppenphase hinauszukommen, nicht dramatisch verbessert hat und deshalb im Grunde zu wenig Ertrag darstellt. In München hätten die Zuschauer womöglich gepfiffen, wenn dem FC Bayern Ähnliches widerfahren wäre, ganz sicher aber wären sie unzufrieden nach Hause gegangen. In Gelsenkirchen aber herrschte das Gefühl, dass sich halb Königsblau vor Begeisterung darüber in den Armen lag, die illustre Millionentruppe deutlich beherrscht zu haben. Natürlich, fast hätten sie diese Partie gewonnen, aber diese einschränkenden vier Buchstaben gehören fest zur jüngeren Schalker Geschichte. (…) Das größte Manko des FC Schalke, das im Fußball obendrein in jedem Fall das schwerwiegendste Problem darstellt, wurde auch trotz der insgesamt beachtlichen Leistung deutlich: Schalke schießt keine Tore.“

Stefan Osterhaus (NZZ) ergänzt und weist auf die Lustlosigkeit des Gegners hin: „Wer Mirko Slomka und anderen Schalkern zuhörte, der gewann den Eindruck, dass der Bundesligist dem weltbesten Team, das voller Zuversicht und motiviert bis unter die Haarspitzen angereist war, einen Punkt abgetrotzt hatte. Doch leider standen die Dinge anders, der Auftritt der Londoner durfte als Exempel einer geistlosen Combo begriffen werden, der ein temperamentvoller Animateur vom Zuschnitt José Mourinhos dringlicher denn je fehlt. Und es war wie immer nach ordentlichen Spielen der Schalker gegen renommierte Teams. Der Nachweis, mithalten zu können, erfreute Gemüter und Herzen.“

Mörderisches Tempo

Philipp Selldorf (SZ) hingegen gewinnt dem Schalker Spiel viel Gutes ab: „Gelungen war die Korrektur des herrschenden Eindrucks. Am Freitag hatte Schalke in Cottbus die schlechteste Saison-Leistung geboten, sie fügte sich in einen Trend der Erfolglosigkeit. Gegen Chelsea folgte – auch gegen die eigenen Erwartungen – die bisher beste Vorstellung dieses Halbjahres. Fast über die gesamten neunzig Minuten hatten sie den Hochdruck auf die Gäste halten können, trotz des Fehlens üblicherweise tragender Akteure wie Kevin Kuranyi und Fabian Ernst. Der Applaus der Anhänger hielt länger an, als die Engländer brauchten, um nach dem Spiel in ihre dunklen Klubanzüge zu steigen.“

Klaus Bellstedt (stern.de) stimmt ein: „Schalke lieferte eine derart rassige Leistung ab, dass sich so mancher Zuschauer die Augen reiben musste. Waren das wirklich die zuletzt so mausgrauen Königsblauen, die da von der ersten Minute ein mörderisches Tempo vorlegten und sich Chancen im Minutentakt erarbeiteten?“

Sich selbst schwindelig gespielt

Sven Bremer (Berliner Zeitung) kritisiert die Verlierer aus Bremen: „Kein Spieler erreichte annähernd seine Normalform. Und das gegen einen Gegner, der nicht zufällig in Italiens Serie A gegen den Abstieg spielt. Die Norddeutschen dagegen haben in der Bundesliga seit Wochen nicht mehr verloren und sind zum Teil überzeugend aufgetreten. Voraussetzung ihres Spiels ist Schnelligkeit. Im Idealfall, und dem kommt Werder bisweilen nahe, resultiert daraus ein Kombinationsfluss, der den Gegner von einem Schwindel in den anderen treibt. Am Dienstag aber spielte Bremen sich selbst schwindelig. Weil kaum ein Pass den Mitspieler fand. Weil keiner in der Lage oder Willens war, dem anderen zu helfen. Das ist umso verwunderlicher, da die Bremer zusammengerückt waren in den vergangenen Monaten. Sie hatten immer wieder Rückkehrer integriert und Rückschläge verkraftet.“ Frank Hellmann (Tagesspiegel) führt fort: „Die Niederlage entsprang zwei Szenen, bei denen der selbst ernannte Oliver-Kahn-Erbe Tim Wiese nicht sonderlich gut aussah.“

Ätsch statt bumm

62 Tore im Europapokal – Filippo Inzaghi hat Gerd Müllers Rekord eingestellt. Christof Kneer (SZ) hofft im Sinne Müllers auf einen weiteren Treffer Inzaghis: „Gerd Müller muss nun seinen Rekord mit Filippo Inzaghi teilen, und das hat Gerd Müller nicht verdient. Inzaghi ist ein großartiger Mittelstürmer und doch ist er ein Spieler, mit dem keiner gern verglichen wird, es sei denn, man legt zufällig Wert darauf, als durchtriebener Elfmeterschinder und verschlagener Herumlungerer zu gelten. Der sei wohl in der Abseitsposition auf die Welt gekommen, hat Alex Ferguson einmal über Inzaghi gesagt, und das ist eine Art Kompliment gewesen. Er ist ein Mittelstürmer, der dahin geht, wo es den anderen wehtut. Sein Spiel ist die reinste Schadenfreude, und wenn er ein Tor wittert, dann stiehlt er im Zweifel auch dem eigenen Mitspieler den Ball vom Fuß, weshalb viele seiner Tore statt im Sport- auch im Polizeibericht stehen könnten. Dann macht es bumm!, hat Gerd Müller einmal gesungen. Bei Inzaghi macht es nicht bumm. Bei Inzaghi macht es ätsch.“

FAZ-Bericht Liverpool–Besiktas (8:0)

NZZ-Bericht Barcelona–Glasgow Rangers (2:0)

Dienstag, 6. November 2007

Unterhaus

Enttäuschte Illusionen

Philipp Selldorf (SZ) fasst ein Jahr Ehe zwischen Köln und Christoph zusammen und würde sich wohl über eine Scheidung nicht wundern: „Daum hat durch seine aufsehenerregende Tätigkeit die Weltpolitik aus der Kölner Presse verdrängt. Sein größter Coup bestand allerdings darin, die langjährige Freundin im (allerdings menschenleeren) Müngersdorfer Stadion zu heiraten. Sonst fiel besonders auf, dass er mit seiner Elf am Karnevalssonntag 0:5 bei Rot-Weiß Essen verloren, er jede Woche ein neues Abwerbeangebot lanciert (vom FC Chelsea bis zur türkischen Nationalelf) und jeden Tag eine andere extreme Laune in den Klub getragen hat. Nur der sportliche Status des FC hat sich um keinen Millimeter verbessert. Begeistert hatte sich vor einem Jahr der FC dem Trainer ausgeliefert. Dieser verkörperte alles, wovon man träumte: Konzept, Zukunft, Erfolg. Man darf Daum glauben, dass er den 1. FC Köln damals als alte Liebe betrachtet hat. Aber die aufgefrischte Liaison hat keinen Charme mehr entwickeln können, nicht mal mehr folkloristisches Vergnügen. Sie hat beiden Seiten bloß enttäuschte Illusionen gebracht. Längst bittet Daum zu Gesprächen mit dem Vorstand seinen Rechtsanwalt hinzu.“

Daums erstes Training, seine Landung sozusagen

Bundesliga

Gute Unterhaltung ist nicht immer hohe Qualität

Beim 5:3 Bochums gegen Wolfsburg kommen Zuschauer und Journalisten auf ihre Kosten / Ernst Middendorps Hybris

Ulrich Hartmann (SZ) legt die erste Halbzeit als Wolfsburger Fairplay aus: „Manchmal geht es in der Bundesliga zu wie auf dem Bolzplatz. Wenn die eine Mannschaft besser besetzt ist als die andere, kriegt die schwächere notfalls einen Vorsprung, damit es trotzdem für alle Beteiligten schön spannend wird. In Bochum haben sie das auch so gemacht. Da hat der mit überschaubaren finanziellen Mitteln zusammengebaute Abstiegskandidat VfL Bochum gegen den mit allerhand Millionen vom Volkswagenkonzern komponierten Europapokalanwärter VfL Wolfsburg zur Pause 4:0 führen dürfen, und das war die Voraussetzung für eine aufregende zweite Halbzeit, die die Wolfsburger 3:1 gewannen. Zum Aufholen des Vorsprungs hat das nicht mehr gereicht. Für die Bochumer ging eine Serie von acht nicht gewonnenen Ligaspielen zu Ende, für die Wolfsburger eine Serie von sechs nicht verlorenen. Die Partie war eine komprimierte Darstellung der schnellen Vergänglichkeit von Freude und Frust im Fußball.“

Richard Leipold (FAZ) erkennt Leichtsinn auf beiden Seiten: „Was sollte schon drohen von einer Mannschaft, auf deren Gemüt eine Serie ohne Sieg lastete? Während die Bochumer sich 45 Minuten lang mit Lust von ihrer Last befreiten, waren die Wolfsburger nur körperlich anwesend. Sie hielten sich für etwas Besseres, für zu gut, um Bochum als Gegner ernst zu nehmen. Chefkritiker Magath vermutete später, seine Spieler seien ‚mit ihren Gedanken schon in der Champions League gewesen’. Dieser Vorwurf geht auf eine arg forsche Bemerkung des Mannschaftskapitäns Marcelinho zurück. Er behauptet, Wolfsburg könne in dieser Saison die Champions League erreichen. Von solchen Phantasien sind die Bochumer weit entfernt, aber auch sie hörten nicht auf ihren Trainer, sondern schlugen dessen Warnungen siegesgewiss in den Wind. Koller hatte nach dem famosen Sturmlauf auf die Gefahren hingewiesen, die sich auch hinter einem so klaren Halbzeitergebnis verbergen könnten. ‚Beim Stand von 4:0 ist noch nicht alles gegessen.’ Diese Botschaft ist bei den Spielern nur fragmentartig angekommen. Die Depression der vergangenen Wochen schlug um in pure Sorglosigkeit. Deshalb wurde am Tag der leichten Muse letztlich doch nicht alles so leicht, wie es schien, für die Westfalen. Auch dieser Umstand kam dem Unterhaltungswert zugute. (…) Gute Unterhaltung ist nicht immer gleichbedeutend mit hoher Qualität.“

Am Rand des Realitätsverlustes

Oskar Beck (Welt) schreibt mit offenem Mund über Ernst Middendorp, seine Art und seine Sprüche: „Dem Trainer der Arminia kann vieles vorgeworfen werden, nur nicht falsche Bescheidenheit – angeblich kommt er an keinem Spiegel vorbei, ohne sich selbst zu grüßen. Inzwischen tut Middendorp alles, um nicht mehr lange Trainer der Arminen zu bleiben. Was muss man heutzutage tun, um entlassen zu werden? Im Fußball geht das nur halb so leicht wie im richtigen Leben. Im Fußball greifen die herkömmlichen Methoden zu kurz, es genügt nicht, betrunken Auto zu fahren, silberne Löffel zu klauen oder der Gattin des Chefs lüstern ins Dekolleté zu starren. Im Fußball wird einer nicht einmal hinausgeschmissen, wenn er eine Verletzung vortäuscht, um, sagen wir einmal, zum FC Valencia desertieren zu dürfen. Kurz: Man muss im Fußball ganz andere Saiten aufziehen, um gefeuert zu werden. Middendorp macht, so gesehen, alles perfekt. Selten haben wir einen Krisentrainer erlebt, den das Selbstbewusstsein bis an den Rand des Realitätsverlustes treibt – und wir können uns vorstellen, was die Bielefelder Vereinsführung angesichts seiner unerschütterlichen Körpersprache empfindet, mit der er auf die Frage, ob mit seiner Entlassung zu rechnen sei, jeder Kamera fast genüsslich verrät: ‚Das entscheide ich.’ So offen und ehrlich hat noch kein Untergebener seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass sie nichts zu melden haben. Der Präsident als oberster Befehlsempfänger bleibt wegen Geringfügigkeit dem Spiel inzwischen schon fern und trommelt beim Gedanken an seinen Trainer vermutlich zu Hause mit dem Kopf gegen die Wand. (…) Ernst Middendorp macht alles so, dass die Dinge eher früher als später in die Abfindung müden.“

direkter freistoss: Gehört Hybris nun zum Stellenprofil eines Trainers?

Wünschenswerter Effekt

Klaus Bellstedt (stern.de) resümiert: „Der 12. Spieltag war ein guter Spieltag. Die Bayern sind trotz des Ausrutschers weiter der Topfavorit auf den Titel, alles liegt in ihren Händen. Wichtig aber ist, dass der Spannungsaspekt wieder zurückgekehrt ist. Denn davon profitiert letztlich auch das Gesamtpaket Bundesliga. Weil es dadurch insgesamt in Wertigkeit und Niveau wieder steigt. Ein Effekt, der vor allem im Vergleich mit den führenden Ligen aus England, Spanien und Italien dauerhaft wünschenswert ist.“

Guardian: Keeper’s crazy saving leads Bayern up the garden path – Raphael Honigsteins immer lesenswerter Bundesliga-Blog

FC-Bayern-TV (damit ist nicht die ARD-Sportschau gemeint)

Montag, 5. November 2007

Bundesliga

Münchner Galopp um die Frankfurter Wagenburg

Der 12. Spieltag – das 0:0 des Tabellenführers Bayern München gegen die Abwehrarbeiter aus Frankfurt amüsiert die Presse; Mirko Slomka unterläuft Schalker Anspruch und Erwartung; Stuttgart auf dem Wege der Erholung; Bremen kann auch einsnull; Hannover macht aus ähnlicher Ausgangslage mehr als Dortmund; Bielefeld und sein Trainer im Tief

Im montäglichen Bundesliga-Kommentar fordert Christian Eichler (FAZ) die deutschen Vereine dazu auf, in ihrem Spiel etwas Unverwechselbares, Identität stiftendes, Stil eben, zu entwickeln: „Einen Stil muss man sich leisten können. Und wollen. Immer noch ist aber die Bundesliga voller Teams, die sich jeder klaren Kontur, jedem Zugriff verweigern wie ein weicher Händedruck; Teams wie Dortmund, Berlin, immer noch Wolfsburg, nun auch Schalke. Eine schöne Ausnahme ist Leverkusen, ein stilistisch integres Team, das aber, um sich nicht beirren zu lassen, immer noch Gegner wie Bielefeld braucht. Auf wackligen Beinen steht auch die Stilsicherheit der Hamburger und Bremer, die zur Spieldominanz neigen, aber auch dazu, sie unerklärlich wieder herzugeben, wie zwischenzeitlich gegen Berlin und Rostock. Und Bayern? Dort hat man sich nach einer erfolg-, ja gesichtslosen Saison neu definiert. Und stößt doch, selbst mit dem teuersten Team der Liga-Historie, an die Grenzen des spielerisch Planbaren. Gegner haben gelernt, wie man Ribérys Laufwege weg von den Gefahrenzonen umleiten kann. Wenn dann Toni und Klose das Torglück fehlt, kann man davonkommen. Zwei torlose Remis gegen destruktives Mittelmaß zeigten das. Wird der neue, attraktive Bayern-Stil bald der Diktatur der Resultate geopfert?“

Beim 0:0 zwischen den Bayern und der Eintracht freut sich Klaus Hoeltzenbein (SZ) über die hedonistische Genügsamkeit des Frankfurter Publikums und sieht Indianer: „Es werden nicht die letzten Minimalisten gewesen sein, die den Münchnern in dieser Saison an die Nerven gehen. Die sich am Strafraum einigeln wie in der Wagenburg und abwarten, was passiert. Deren Fans sie dafür feiern, so lange es 0:0 steht – und die jede Klärung der Verteidiger zur Ecke und jeden Ausbruch der Stürmer über den Mittelkreis bejubelten, als wäre der eigenen Elf ein Tor gelungen. Die Fans waren großartig, sie feierten eine neunzigminütige Tribünenparty. Beeindruckend war, wie machtvoll die Bayern einen Gegner in dessen Hälfte fesseln können, auffällig aber auch die Phantasiearmut, mit der das Standardprogramm, Flanken, Freistöße, Ecken, selbst von Kapazitäten wie Ribéry, Zé Roberto oder Schweinsteiger präsentiert wurde. So wirkte es wie bei den Karl-May-Festspielen von Bad Segeberg: Die Eintracht harrte in ihrer Wagenburg, die Bayern galoppierten drumherum, veranstalteten ein Mordsgejohle, drangen aber nicht vor bis ans Lagerfeuer. (…) Auf dem offiziellen Statistikzettel steht bei Torschüssen: 38:5, was die Frage aufwirft, woher die 5 kam.“

Elisabeth Schlammerl (FAZ) nimmt das Fahrkartenschießen der Münchner tatsächlich zum Anlass, an deren Stabilität zu zweifeln: „Der Gegner hatte zwar fußballerisch höchstens das Niveau eines schlechten Zweitliga-Klubs, aber einen Torwart, der an diesem Tag eine Weltklasseleistung bot, Oka Nikolov. Allerdings war es schon erstaunlich, dass die Bayern überhaupt zu derart vielen Möglichkeiten kamen, denn die Frankfurter hatten sich in der eigenen Hälfte verbarrikadiert, als ob ihnen Friedhelm Funkel eine Sonderprämie versprochen hätte, falls sie es schafften, die Mittellinie neunzig Minuten lang nicht zu überqueren. (…) Erste Verschleißerscheinungen scheinen sich beim Rekordmeister bemerkbar zu machen. Im Herbst nimmt sich der FC Bayern traditionell eine kleine Auszeit, in der er sich von Spiel zu Spiel schleppt und öfters einmal nicht gewinnt, was man im Umfeld meistens gleich als Krise auslegt. In den vergangenen Jahren war diese wenig berauschende Phase meist eine Qual für den Zuschauer, dieses Mal spielt sie sich auf recht hohem Niveau ab. Aber niemand weiß, ob das Gefüge auch intakt genug ist, um Rückschläge zu verkraften.“

Matti Lieske (Berliner Zeitung) gibt sich mit dem kleinen Finger nicht zufrieden: „Wenn jetzt noch jemand herausfinden sollte, dass man gegen die Münchner nicht nur unentschieden spielen, sondern sogar gewinnen kann, könnte die Saison richtig interessant werden.“

Was die Bayern auch versuchten – sie scheiterten immer wieder an Oka, dem Stoiker

Dauernder Bluthochdruck

Zur unangenehmen Situation des Schalker Trainers heißt es nach dem 0:1 in Cottbus bei Philipp Selldorf (SZ): „Schalke war nie ein Ort der Gelassenheit, aber das Schalke der Neuzeit, das einen Konzern mit zig Tochtergesellschaften bildet und einen Kader auf Champions-League-Kostenniveau unterhält, ist zum dauernden Bluthochdruck verdammt. Die ständige Übererregung ist für Mirko Slomka womöglich das größere Problem als die Formschwäche von Kapitän Bordon, das kreative Defizit im Mittelfeld oder der mangelnde Torinstinkt der Angriffsreihe. Der Trainer wird nun von einer diffus strukturierten Anklagefront zum Schuldigen der – vorhandenen – sportlichen Krise erhoben, und diesmal könnte es ernst werden für ihn. Aber was macht Slomka eigentlich falsch? Außer diskutablen Personalien – etwa das Festhalten am verhinderten Stürmer Lövenkrands – und einigen arg hektischen Systemwechseln findet sich wenig Konkretes. Dass Schalkes Offensivspiel relativ leicht neutralisierbar ist, beruht eher auf Baufehlern beim Einkauf als auf der Trainerarbeit. Aber an der ja keineswegs uncleveren, doch notwendig beschränkten Transferpolitik lässt sich auch erkennen, worin der große Unterschied zwischen den Spitzenklubs aus Schalke und München liegt: in den ungleichen Mitteln. Vergleichbar ist nur der Anspruch – genau das aber macht die Lage für Slomka akut bedrohlich.“

Gebrauchs-Einsnull aus dem Eisenwarenregal

Ralf Wiegand (SZ) bestärkt die Bremer in ihrem Gefühl, auch mal mit einem 1:0 gegen Rostock glücklich zu sein: „Das Schicksal von Mannschaften wie Werder Bremen in dieser Saison ist, dass die eigene Leistung noch nichts zählt, so lange sie nicht ins Verhältnis gesetzt wurde zum Spektakel auf dem Planeten Bayern. Der Stern des Südens – seit Samstag weiß man auch das – kann inzwischen sogar ein torloses Unentschieden wie einen Kantersieg aussehen lassen. Sie sind die perfekten Illusionskünstler, und schon weiß keiner mehr, was wahr ist und was falsch: Die lustvolle Qual am ungeschossenen Tor, dieses aber fein zelebriert, ist doch eher die Qualität der Bremer gewesen; das kleine Gebrauchs-Einsnull aus dem Eisenwarenregal indes ehedem eine Münchner Domäne. Wenn jetzt alles anders ist, wer jagt dann eigentlich wen?“

Vater Huub

Christian Kamp (FAZ) erkennt die Wärme des Hamburger Trainers, der nach dem 2:1 über Hertha als erstes seinem Spieler Kompany sein Mitgefühl versichert hat, dessen Mutter zuvor gestorben war: „So barsch oder unnahbar Huub Stevens oft erscheinen mag – zu seinen Spielern pflegt er eine besondere Nähe; das hat er in dieser bislang so erfolgreichen Saison schon öfter bewiesen. Es ist keine kumpelhafte, eher eine väterliche Nähe, die damit auch erzieherische Aspekte beinhaltet, vor allem: Disziplin. Mit dieser Mischung hat er die Mannschaft zu einem ernstzunehmenden Verfolger der Bayern gemacht. (…) Ein Meisterstück war es allerdings noch nicht, was die Hamburger gegen Berlin ablieferten. In der hervorragenden ersten Hälfte hätte zwar weit mehr herausspringen müssen als die frühe Führung. Doch nach der Pause ließ sich der HSV von der zuvor beängstigend schwachen Hertha den Schneid abkaufen und durfte froh sein, dass Bastian Reinhardt noch der Siegtreffer gelang.“

Gomez’ Riesenslalom

Roland Zorn (FAZ) protokolliert die Heilung des Deutschen Meisters beim 1:0 in Nürnberg, und ihm gelingt eine sehr schöne und bildhafte Beschreibung des Siegtreffers: „Der VfB Stuttgart scheint so langsam aus der Dunkelheit ins Licht zurückzukehren. Drei mühsam erarbeitete Siege in einer Woche haben das zuvor erheblich strapazierte Selbstbewusstsein des Meisters leidlich repariert. Erstmals seit langem konnten die Schwaben auch eine Elf von erstklassigem Zuschnitt aufbieten: mit dem nach langer Verletzung erstaunlich erholten Innenverteidiger Delpierre, mit dem nach einer Sperre ins Team zurückgekehrten Kapitän Meira auf ungewohnter defensiver Mittelfeldposition, mit dem allmählich Tritt fassenden Spielgestalter Bastürk, mit dem von einer Blessur genesenen Nationalspieler Hitzlsperger und mit den erstarkten Angreifern Gomez und Cacau. Spätestens nach der Nürnberger Begegnung zweier wochenlang gebeutelter Liga-Mannschaften ist der VfB der Parallelwelt, in der die Angst vorm Siegen das eigene Handeln beherrscht, entkommen. (…) Mario Gomez machte mit seinem bisher schönstem Bundesliga-Riesenslalom den großen Unterschied zum 1. FC Nürnberg aus, der stets bemüht und ständig glücklos war in seinem permanenten Anrennen gegen eine weitere Heimniederlage.“

Spielkultur und Selbstbewusstsein abhanden gekommen

Ulrich Hartmann (SZ) rät nach dem 0:4 in Leverkusen von Arminia-Bielefeld- und Ernst-Middendorp-Aktien ab: „Die Bielefelder machen sich Sorgen. Zwei Punkte bei 2:19 Toren hat die Mannschaft zuletzt aus sieben Ligaspielen erwirtschaftet, das ist so, als kämen Traubensammler bei der Weinlese jedes Mal mit leeren Körben aus dem üppig behangenen Berg. Die Bielefelder haben komplett verlernt, wie man erntet, und keiner versteht so recht warum. Weil sich Middendorp in erfolgreicheren Zeiten als großer Motivator und General selbst zelebrierte, fällt dieses hilflose Phlegma primär auf ihn zurück, der seine Fußballer gerne mit plötzlichen Personalrochaden und verbalem Brimborium zu maximaler Leistung animiert. Doch jetzt, da dieser Mannschaft Spielkultur und Selbstbewusstsein vollends abhanden gekommen sind, steht auch Middendorp hilflos da und erklärte das chancenlos bestrittene verlorene Spiel mit verletzungsbedingten Ausfällen und dem Kraftverlust beim Pokalsieg in Koblenz – während Arminias Sportdirektor Reinhard Saftig ein paar Meter weiter brüsk zurückwies, dass das Pokalspiel als Entschuldigung herhalten dürfe.“

Aus wenig viel, mehr zumindest

Freddie Röckenhaus (SZ) macht auf den Unterschied zwischen dem Sieger Hannover 96 und dem Verlierer Borussia Dortmund aufmerksam: „Die Hannoveraner wirkten, als fühlten sie sich in ihren Rollen auf dem Spielfeld vertraut. Die personell – bis auf Torwart Enke – ebenfalls nur mittelmäßig besetzte Mannschaft, die zudem spürbar preiswerter als die des BVB ist, macht unter Hecking derzeit das Optimale aus ihren Möglichkeiten. Dortmund dagegen wirkte einmal mehr uninspiriert, verwirrt, verzagt. Mit dem von Doll inzwischen etablierten System mit fünf Mittelfeldspielern und nur einer Spitze scheint die Mannschaft noch überforderter als zuvor. Die theoretische Erkenntnis: Andere machen mehr aus ihren Möglichkeiten.“

Samstag, 3. November 2007

Ball und Buchstabe

Die Stimmung ist besser als das Spiel

Sehr lesenswert! Ronald Reng (SZ) räumt mit zwei Legenden auf: erstens damit, dass der Fußball durch die Globalisierung seine nationale Besonderheiten verliere und über Grenzen hinweg immer gleicher werde; zweitens, dass Deutschlands Fans weniger Stimmung machten als Engländer und Spanier: „Die Mannschaften und ihre Spielart mögen sich tatsächlich immer ähnlicher werden. Doch selbst in den Ländern mit den globalsten, besten Ligen wird Fußball noch immer unterschiedlich gelebt. Es ist noch immer der besondere Reiz des Sports: zu sehen, wie aus demselben Spiel in verschiedenen Ländern etwas ganz anderes wird. Nur englische Fans bejubeln Eckbälle wie Tore. Nur spanische Kommentatoren machen sich über englische Fans lustig, die Eckbälle wie Tore bejubeln (und müssen dann oft von einem englischen Tor nach Eckball berichten). Nur italienische Spieler wie Amedeo Carboni beim FC Valencia erscheinen mit einer Pistole zum Training. Nur ein italienischer Fußballer bekommt nur in England auf der Weihnachtsfeier seines Klubs ein blutiges Schafsherz geschenkt, wie es Alessandro Pistone in Newcastle geschah. Gerade deutsche Fans reisen jedes Jahr zu Tausenden mit pochenden Herzen zu den Europacup-Spielen ihrer Teams, um die nationalen Eigenarten des globalen Spiels zu entdecken. Einmal in Barcelona oder Liverpool dabei sein! Wo die Tribünen angeblich so heiß atmen. Die meisten dieser Bremer oder Schalker Fans sind dann verwirrt, wenn sie im Camp Nou oder an der Anfield Road sitzen: Da ist es leiser als zu Hause! Ein stilles Beobachterpublikum unterwandert die klassische Fanatikerkulisse, dies ist tatsächlich ein globaler Trend. So gesehen ist es aktuell die überraschendste Besonderheit, dass es in Deutschland dagegen immer lauter wird. Nirgendwo ist Fußball heutzutage ein größeres Spektakel als in Deutschland. Obwohl das Spiel der Bundesligaklubs schon lange niemand mehr spektakulär genannt hätte. Aber die deutschen Fans machen das lauteste, sogar das schlagfertigste Geschrei. Dass dies in Deutschland selbst noch nie jemand gesagt hat, liegt daran, dass es zum deutschen Fan-Sein gehört, italienische oder englische Fans für besser zu halten. Etwas Merkwürdiges ist passiert im deutschen Fußball. Die Fans haben die Fußballer überholt: Die Stimmung ist besser geworden als das Spiel. Aber viel stärker als in Spanien oder England hat sich das Publikum dabei auch vom eigentlichen Ereignis losgelöst: Wie viele kommen überhaupt noch wegen des Spiels? Und wie viele wegen der Stimmung, die sie selbst erzeugen?“

Für mehr Fußball

Stefan Hermanns (Tagesspiegel) registriert eine zunehmende Ablehnung von Schwalben in der Bundesliga und führt dies auf den Nutzen zurück, der mit einer sauberen Spielweise verbunden sei: „Der deutsche Fußball ringt sich immer mehr dazu durch, Schwalben und andere Betrügereien generell zu ächten, nicht nur dann, wenn sie der eigenen Mannschaft schaden. Im neuen Verhaltenskodex für die Nationalspieler soll sich ein entsprechender Passus befinden, auch Herthas Trainer Lucien Favre hat sich deutlich gegen die alltäglichen Betrügereien positioniert. Das ist erfreulich. Es geht hier nicht um billige Altmännermoral. Die Ächtung der Schwalben folgt einer nüchternen Analyse: Was bringen sie? Und welche Spätfolgen sind zu erwarten? Wer sofort erwischt wird, sieht Gelb; wer später überführt wird, bleibt im öffentlichen Gedächtnis und vor allem bei den Schiedsrichtern für immer als Schummler haften. Jörgen Pettersson zum Beispiel hat sich in seiner Karriere so oft fallen lassen, dass er später nicht mal bei klaren Fouls einen Elfmeter bekam. Die Elfmeterschinderei passt bestens in das düstere Sittengemälde des deutschen Fußballs. Nirgends wird mehr reklamiert, gemeckert, geschummelt, geschauspielert als bei uns – und damit das Spiel lahmgelegt. Nur in zweiter Instanz ist der Kampf gegen Schwalben daher ein Kampf für mehr Moral. Er ist vor allem ein Kampf für: mehr Fußball.“

Möllers Erbe

Freitag, 2. November 2007

Vermischtes

Toni und Klose lösen alle bayerischen Verkrampfungen

Der Münchner Sturm gefällt, aber Michael Rensing zieht Zweifel auf sich / Stuttgarter partielle Heilung

Die Bayern schlagen Gladbach 3:1 – Klaus Hoeltzenbein (SZ) betont die Stärke der Bayern-Stürmer, weiß aber nicht so genau, was er von Oliver Kahns Stellvertreter halten soll: „Miroslav Klose, der Elastische, der aus dem Norden kam, und Luca Toni, der Kopfgesteuerte aus dem Süden, haben die gleiche Bilanz: je zwölf Pflichtspieltore, je acht in der Bundesliga, je zwei im Uefa-Pokal, je zwei im DFB-Pokal. Mit ihrem teaminternen Wettschießen löst das Duo bislang alle Verkrampfungen und Probleme der Bayern. Sobald der Gegner einen Fehler macht, bemächtigt sich einer der beiden der Dramaturgie des Spiels. (…) Michael Rensing hat zwiespältige Eindrücke hinterlassen: In Belgrad griff er daneben, in Dortmund rettete er allein das 0:0, und gegen Gladbach wechselten Großtat und Missgeschick.“

Auch Jörg Schallenberg (Spiegel Online) zweifelt an Rensing: „An einem Jens Lehmann wäre der Schuss von Marcel Ndjeng mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht vorbeigekommen. Im kommenden Jahr aber soll Rensing die scheidende Nummer 1 Oliver Kahn nicht nur in DFB-Pokal, Uefa-Cup und Bundesliga vertreten, sondern auch in der Champions League vollwertig ersetzen. Dann wird er sich solche Schwächen bei der korrekten Berechnung von Fernschüssen, wie er sie gegen Roter Stern Belgrad und Mönchengladbach offenbarte, aber nicht mehr erlauben dürfen. Denn gegen den AC Mailand oder den FC Chelsea lassen sich derart überflüssige Gegentore nicht mehr so einfach ausbügeln. Rensing ist im Eins-gegen-Eins-Duell eben kaum zu überwinden. Statt kluge Pässe zu spielen hilft gegen die Bayern im Moment wohl vor allem ein Mittel: Einfach mal draufhalten.“

Fallsucht

Elisabeth Schlammerl (FAZ) würdigt Luca Toni zweischneidig: „Toni macht neunzig Minuten eine ganze Menge, aber manchmal eben auch das, was man von einem Fußballspieler eigentlich nicht sehen mag: In der ersten Hälfte wälzte er sich mehrmals eine Spur zu theatralisch auf dem Rasen. Er sank schon bei der geringsten Berührung zu Boden. Toni bestätigte damit, was man den Profis aus dem Land des Weltmeisters gern nachsagt: Sie seien alle unheilbar an Fallsucht erkrankt und wehleidig obendrein. Es gibt trotzdem viele Gründe, Toni zu mögen, lieber noch als den etwas spröden Klose. Der Italiener ist stets gut gelaunt und plaudert gerne, auf Italienisch natürlich. Ob sich das jemals ändern wird und er bald einmal auf Deutsch antwortet, ist höchst fraglich. Zumindest signalisiert er nicht besonders großes Interesse daran, die Sprache seiner Wahlheimat tatsächlich zu erlernen – auch das ist typisch italienisch. Toni hatte bisher immer eine Ausrede parat, warum es mit seinem Sprachkurs nicht so richtig vorangehe. Zuerst musste er sich eingewöhnen, dann die Wohnung einrichten. Und jetzt? Vermutlich fällt ihm auch wieder etwas ein.“

Sorgenkinder

Oliver Trust (FAZ) stellt beim 3:2-Sieg gegen Paderborn fest, dass Stuttgart sich in Teilen regeneriert hat: „Der mühsam zustande gekommene Sieg hat dem Stuttgarter Publikum noch einmal ein hohes Maß an Leidensfähigkeit abverlangt. Er gab aber auch Indizien zu neuer Zuversicht her, obwohl man einen 2:0-Vorsprung verspielt hatte und Gefahr gelaufen war, sich als Finalteilnehmer des vergangenen Wettbewerbs eine größere Blamage einzuhandeln. Der VfB konnte zumindest einige seiner Kicker von der Liste der Sorgenkinder streichen. Bastürk bereitete alle drei Tore vor, Hitzlsperger erzielte zwei, Gomez traf wieder, und Delpierre hielt 120 Minuten durch. Die Rückkehr von Hitzlsperger, schon gegen Leverkusen der ‚Vater‘ des Erfolges, und die von Innenverteidiger Delpierre befeuern die Hoffnung auf bessere Tage, da sich die Personalsituation des VfB damit deutlich entspannt. Zwei Problemfälle aber wurde der kränkelnde Meister, der nur langsam aus seiner Krise herausfindet, selbst gegen die von Trainer Holger Fach mutig eingestellten Ostwestfalen nicht los: Die beiden neuen Stürmer Ewerthon und Ciprian Marica festigten die Vermutung, dass es sich bei ihnen um zwei Fehleinkäufe handeln könnte, in erschreckender Weise.“

BLZ: In schwindelerregendem Tempo zerlegt Real Madrid den FC Valencia in seine Einzelteile

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