indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Mittwoch, 8. November 2006

Internationaler Fußball

Neapel dürstet nach Fußball

Das 1:1 zwischen Neapel und Juventus in der zweiten italienischen Liga – eine große Oper muß es gewesen sein

Dirk Schümer (FAZ) schildert die Reaktion der Napoli-Fans beim Ausgleichstreffer: „Der Jubelschrei aus Kehlen klang zwar nicht so süß wie O sole mio, war dafür aber mindestens bis Ischia und Capri zu hören. Die Neapolitaner sind als sangesfreudig bekannt, zudem hatten sie ihre geliebten Knallkörper mit ins Stadion gebracht, um sich Jahre des Frusts von der Seele zu ballern. (…) Nur in Neapel konnte für die Juve einen Abend lang erstklassige Atmosphäre aufkommen.“ Die spielerische Überlegenheit der Turiner beschreibt Schümer mit eleganten Vergleichen: „Die Juve agierte gegen hölzerne, defensive Gegner wie ein englischer Gentleman, den es durch Zufall in eine Bahnfahrt dritter Klasse verschlagen hat: distanziert, höflich, aber etwas angeekelt. Allen voran Alessandro del Piero, der immer wieder mit Hackentricks, Körpertäuschungen und Flankenläufen seine technische Extraklasse aufblitzen ließ und dafür regelmäßig rüde umgetreten wurde – ein Virtuose, der gemeinsam mit einer Blaskapelle aufspielen muß.“ Und eine nette Anekdote obendrauf: „Die unfreiwillige Provinztour der ‚alten Dame‘ wird zum Triumphzug. Im kalabresischen Kaff Crotone mußte man gar ein Krankenhaus schließen; Simulanten lieferten sich reihenweise selber ein, weil man aus den Fenstern ins ausverkaufte Stadion sehen konnte.“

Sehr anschaulich erzählt Birgit Schönau (SZ), wie die Neapolitaner das Spiel erleben und wie es in ihren Alltag greift: „Endlich ein big match, ein Hauch von Glanz und Glamour in Camorra-City, der von brutalen Bandenkriegen und meterhohen Müllbergen gepeinigten, uralten Metropole. Vielleicht auch nur ein Hauch von Normalität. Einen großen Abend im Stadion – wann hatte es das zuletzt gegeben? Jungen ohne Helm, die zu zweit oder zu dritt auf ihren Mopeds durch den Tunnel von Fuorigrotta zum Stadion rasen. Distinguierte Herren, die nach vielen Jahren ihren Fan-Schal aus dem Schrank holen, und an einem milden Novemberabend im Mondschein Calcio Napoli ihre Aufwartung machen. Kinder, die mit Gegnern wie Albinoleffe und Crotone aufwachsen müssen, und ausnahmsweise aufbleiben dürfen, um wenigstens einmal Buffon zu sehen. Grenzen, die für ein paar Stunden anders gezogen werden, nicht zwischen Pracht-Palazzo und Vorstadt, Delinquenz und Legalität, sondern zwischen Napoli-Fan und Juventino. 65.000, das sind drei Mal soviel wie die durchschnittliche Zuschauerzahl bei einer Begegnung der Serie A. Während in Mailand und Rom die Tifosi spätestens nach dem Manipulationsskandal den Calcio satt haben, dürstet Neapel nach Fußball.“

Ball und Buchstabe

Extrem verjüngter Horizont

American Arena, der sehr lesenswerte Blog des New Yorker FAZ-Korrespondenten Jürgen Kalwa, nimmt eine fragwürdige Analyse der Londoner Times über die Schwäche des deutschen Vereinsfußballs zum Anlaß, die Bremsen des deutschen Fußballs bloßzulegen. Kalwa gibt drei Beobachtungen zum besten: „Die stärkste Macht in der Liga, Bayern München, hat kein Interesse daran, irgendetwas zu tun, was dem ganzen System helfen könnte. Was unter anderem daran liegt, daß der Club von Leuten gemanagt wird, deren Horizont extrem verjüngt ist“, spottet er erstens. Zweitens zweifelt er an der allgemeinen Qualität deutscher Fußballtrainer: „Solange die Liga nichts auf die Beine stellt und der DFB nur zuschaut, anstatt weitreichende Innovationen anzupacken (nein, nicht s o weitreichend wie der Sammer-Plan), fehlt es an Druck auf den Trainerbereich, in dem sich die sportliche Krise manifestiert. Gebraucht werden keine Motivationshampler, die ein paar Wochen lang ihre Spieler auf der emotionalen Schiene in Schwung bringen, sondern kreative Fußball-Ingenieure.“

Kalwas dritte und letzte Behauptung hat es weiß Gott in sich – das Gespann aus Fernsehen und Business trage Schuld am Stillstand der Bundesliga: „Das hauptsächlich über das Fernsehen finanzierte System kann auf Dauer nicht verkraften, daß Städte wie Leipzig, Dresden, Düsseldorf, Köln, Frankfurt nicht in der obersten Klasse vertreten sind. Warum nicht? Weil die Fans aus Aue und Burghausen und Siegen und Paderborn und anderen Käffern nicht das Geld haben, um Pay-TV-Projekte und andere Konzepte zu finanzieren.“ Wobei nicht klar wird, ob Kalwa damit auf angebliche Strippenzieher anspielt oder auf systemimmanente Mängel. Als Vorbild empfiehlt er den Blick nach Amerika: „Amerikanische Clubs zeigen seit Jahren, daß es Mittel und Wege gibt, mit präzisen Analysen der Leistungsparameter einzelner Spieler preiswerte Profis zu finden, die auf höchster Ebene mitkämpfen können.“

Wortgewalt

Jörg Hanau (FR) hält den Befehl Franz Beckenbauers, eine Deutschen-Quote in der Bundesliga durchzusetzen, für wohlfeil, aber rechtlich nicht haltbar: „Die Politik hält das Heft des Handelns in der Hand. Seit dem Bosman-Urteil 1995 gibt es kein Zurück mehr. Das weiß auch Beckenbauer, der es dennoch nicht lassen kann, Jahr für Jahr zu fordern, was das geltende EU-Recht klipp und klar untersagt. Sonderregelungen für den Profisport darf es nicht geben, einer Insellösung wird die EU-Kommission in Brüssel kaum zustimmen. Dem Patrioten aus Kitzbühel mag das nicht passen, und er darf dies auch gerne wortgewaltig in seinen Kolumnen zum Ausdruck bringen. Ändern wird es nichts.“

Altes, neues Problem

Häuft sich die Gewalt im Amateurfußball? Stefan Osterhaus (NZZ) tendiert zu der Beobachtung, daß bloß das Thema zurzeit Konjunktur habe: „Überraschend ist die gegenwärtige Verwunderung ob des altbekannten Phänomens. Noch im Sommer wollte kaum jemand wahrhaben, daß die WM-Feierlichkeiten latent aggressive Untertöne enthielten. Sicher, die WM war im großen und ganzen ein Fest mit wenigen Zwischentönen, was auch der Arbeit der Sicherheitskräfte zuzuschreiben war. Aber es hat sie gegeben, und so sehr die Leugnung aggressiver Anteile den Wunsch nach friedlichen Spielen reflektierte, so sehr half sie für die Dauer von wenigen Monaten dabei, das Treiben derjenigen zu decken, die sich nun brandschatzend Aufmerksamkeit verschaffen. Der DFB hat erste Maßnahmen ergriffen, um langfristig eine Milderung herbeiführen zu können. Das alte, neue Problem aber wird ihn noch sehr lange beschäftigen.“

Tsp: Deutschlands bester Fußballreporter arbeitet fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Warum tut er das? Ein Tag mit Marcel Reif

Bundesliga

Keine Balance

Zwei Texte, die sich mit der Identitätssuche des FC Schalke 04 befassen

Daniel Theweleit (FR) beschreibt den Spagat des FC Schalke zwischen Gestern und Morgen, Nah und Fern, Dorf und Welt: „Vielleicht vollzog sich der für die meisten Beobachter unausweichliche und vollkommen richtige Prozeß der Expansion auf Schalke einfach ein bißchen zu schnell. Vor allem an der Basis gibt es das Bedürfnis nach Nähe und Identifikation mit den Spielern, während die zusammengekaufte Mannschaft sich emotional längst im Universum des ganz großen Weltfußballmarktes mit seiner Neigung zum Söldnertum befindet. Der FC Schalke 04 spiegelt im Kleinen jene Probleme, die sich in der Gesellschaft als Ergebnis der Globalisierung zeigen. Man hat sich auf eine Entwicklung eingelassen, deren Folgen nie in ihrer ganzen Dimension abzusehen sind. Der Gasprom-Deal könnte das nächste Kapitel in dieser Geschichte bilden. Vielleicht wäre vieles einfacher, wenn die Schalker die Abschottung weiter getrieben hätte, so wie es Bayern München, Borussia Dortmund oder viele englische, italienische und spanische Klubs ähnlicher Größe taten. Auf Schalke jedoch plaudern die Spieler mit den Trainingsgästen, man kann jedes Wort, jeden kleinen Disput der Stars bei den Übungen verstehen – das gehört zu den sympathischen Seiten des Klubs. Doch bislang hat Schalke einfach keine Balance gefunden zwischen seiner Vergangenheit als belächelter Kämpferklub und den neuen Umständen eines großen Fußballkonzerns.“

Der David Beckham Schalkes? Richard Leipold (FAS) zeigt auf den momentanen Unterschied zwischen dem sportlichen Wert und dem Marktwert Kevin Kuranyis: „Einen unverändert hohen Stellenwert genießt Kuranyi noch als Darsteller im Werbefernsehen. Im neuesten Spot für einen braunen Brotaufstrich darf er im Kreise aktueller deutscher Nationalspieler wieder den multikulturellen Erfolgsmenschen mimen. Als Lifestyle-Ikone hat der Stürmer in der Nutella-Liga offenbar so nachhaltig überzeugt, daß der Qualitätsverfall auf dem Fußballplatz (noch) nicht ins Gewicht fällt. Insofern ergeben sich Parallelen zu der Tennisspielerin Anna Kurnikowa. Die Russin fiel mehr durch ihr Äußeres auf als durch Gewinnerschläge auf dem Court. Kuranyi setzt modische, leicht feminin angehauchte Trends. Er besitzt ungefähr hundert Paar Schuhe, sein Kleiderschrank soll voller sein als der seiner Verlobten. Auf diesem Gebiet hätten die Männer aufgeholt, sagt er. Als Fußballspieler verkörpert so jemand alles mögliche, nur nicht den markanten, nach Schweiß riechenden Siegertypen, in den der kleine Mann aus der Nordkurve seine Träume projiziert. Mit dem Ball am Fuß wirkt der technisch mäßig begabte Profi zuweilen weniger geschickt, als wenn er sein Kinnbärtchen mit einem Augenbrauenrasierer aus der Damenabteilung bearbeitet. Akkurat frisiert ist halb gewonnen, aber nur halb.“

BLZ: Manager-Hooliganismus – die Wut und der Starrsinn des Dieter Hoeneß

FAZ: Mönchengladbachs Blick geht langsam nach unten

Tsp: Arminia Bielefeld spielt eine tolle Saison – und diskutiert weiter nur über Trainer Thomas von Heesen

FR: Energie Cottbus – Rennen, kämpfen, niemals aufgeben
BLZ: Vragel da Silva ist ein Sinnbild für die Tugenden, die Cottbus auszeichnen

FAZ: „Billiglösung“ Veh wird zum großen Gewinn

Deutsche Elf

Deine Vorbereitung beginnt jetzt

Joachim Löw gibt in der SZ Auskunft darüber, welche Erkenntnisse und Reifungen er als Co-Trainer der Nationalelf gewonnen und erfahren hat: „Es ist auf jeden Fall so, daß diese zwei Jahre für meine Entwicklung extrem wichtig waren. Als Vereinstrainer ist man sehr auf seinen Verein fixiert, und wenn man Spiele beobachtet, denkt man oft nur ans nächste Wochenende. Dieser Druck ist weggefallen. Ich konnte auf Trends und Tendenzen gucken und nicht nur auf den Linksverteidiger des nächsten Gegners. Ich habe im Ausland viele Spiele in entspannter Atmosphäre gesehen, und ich habe gelernt, Spiele noch analytischer zu betrachten. Ich achte inzwischen weniger auf einzelne Spieler, ich versuche zu sehen: Wo hat Zypern als Mannschaft eine Schwäche? Genau da müssen wir ansetzen. Oder wo haben sie ihre Stärke – da müssen wir dann aufpassen. Die Charakteristik einer Mannschaft zu erfassen und dann vor den Spielern auf den Punkt zu bringen – das ist neben der Entwicklung eines Kaders meine Hauptaufgabe.“

Auf die Frage, wie er die nachrückenden Spieler aus Leverkusen, Bremen oder Stuttgart in die Auswahl einzugliedern gedenke, sagt Löw: „Zunächst mal werden wir auf diese Spieler zugehen und ihnen sagen: Du bist bei uns im Fokus, wir analysieren dich. Wir haben in den letzten drei Monaten nicht mehr Schneider, Frings oder Klose beobachtet, wir haben Castro analysiert, Kießling, Hunt … Wir haben Dossiers von zwölf bis fünfzehn Spielern angelegt, die sozusagen den Kader hinter dem Kader bilden. Wir haben alles erfaßt, Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, aber auch technisch-taktische Dinge, also: Auf welcher Position kann er spielen? Was kann er schon? Was muß er noch lernen? Wenn ich der Meinung bin, daß ein Spieler paßt, dann rufe ich ihn an und sage: Meiner Meinung nach sind das deine Stärken und das deine Schwächen. Mach noch mehr im Training, mach Zusatzschichten am freien Tag! Wir trauen dir zu, bald zu unserem Elitekreis zu gehören, aber halte dich an unsere Regeln! Wir wollen dich für 2008 oder 2010 fördern, aber deine Vorbereitung beginnt heute. Jetzt!“

Und der nächste Gegner? Die Zypern-Frage beantwortet Löw mit breiter Brust: „Ich bin überrascht über die Spielstärke dieser Elf. Das ist eine Euphorie-Mannschaft, gegen die wir anders spielen müssen als in der Slowakei, noch organisierter, etwas abwartender. Gewinnen werden wir trotzdem, aber anders.“

Dienstag, 7. November 2006

Internationaler Fußball

Der hungrige Jäger

Drei Pressestimmen zum zwanzigjährigen Dienstjubiläum Alex Fergusons in Manchester

Hanspeter Künzler (NZZ) bescheinigt Alex Ferguson, daß er im Jubiläumsjahr die Schwäche der letzten Jahre, in denen Manchester United von Chelsea distanziert wurde, überwinden könnte: „Bereits behaupten einige Experten, mit seiner neuen Mannschaft sei Alex Ferguson das vierte große Team seiner Manchester-Karriere gelungen. Für solches Lob scheint es noch etwas früh zu sein. Aber Fergusons Palmarès ist schon so beachtlich: Nach drei schwierigen Anfangsjahren, in denen die Hauptarbeit darin bestand, den Stars den Alkohol auszutreiben, gewann er im Mai 1990 die erste Trophäe – den FA-Cup. Es folgten sechzehn weitere Pokale. Seine nicht immer glückliche Hand bei Spielerkäufen machte Ferguson mit systematischer Nachwuchsförderung wett. Auf dem Negativkonto steht der peinliche Streit mit einem Hauptaktionär des Klubs um die Eigentumverhältnisse eines Rennpferdes. Der Zwist erst erlaubte dem amerikanischen Financier Malcolm Glazer die Übernahme des Klubs, deren langfristige finanzielle Folgen weiterhin unklar bleiben. Wie dem auch sei: Nach 1105 Spielen am Steuer von Manchester United kann Sir Alex der restlichen Saison so optimistisch entgegenblicken wie seit der Ankunft des Chelsea-Duos Abramowitsch/Mourinho nie mehr. Und neuerdings freuen sich die neutralen Fußballfans mit ihm. Denn Manchester United ist nicht mehr Englands unbeliebtestes Team …“

Raphael Honigstein (FR) beschreibt die Rollen und Rollenwechsel Fergusons: „Rechtzeitig zum 20-jährigen Jubiläum hat er wieder eine Mannschaft, die ernsthaft um Titel spielen kann. Obwohl er die Presse weiter abgrundtief haßt – er hat nie verziehen, daß 1986 eine Affäre mit der Mitarbeiterin eines Fish-and-chips-Ladens veröffentlicht wurde –, erfuhr er in den vergangenen Tagen viel Anerkennung. Man ist ihm dankbar, daß ManU den Neureichen aus Chelsea Paroli bieten kann. Und Ferguson fühlt sich wohl in der alten Rolle. Er ist wieder der Underdog, der Herausforderer, der hungrige Jäger. Noch hält der brüchige Friede zwischen ihm und Mourinho, dem zweiten Megalomanen auf der Insel. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Ferguson den Blauen den (Psycho)-Krieg erklärt. Er will weiter siegen. Er will weiter leben.“ Christian Eichler (FAZ) notiert Fergusons spröde Art, die Gratulationen zu empfangen: „Von allen Seiten wurde er zu diesem Anlaß mit Würdigungen überhäuft, wie sie sonst nur beim Eintritt in den Ruhestand zu hören sind. Ferguson will davon aber nichts wissen.“ Und seinen Verdienst: „Die manchmal berechenbare, stets aber mutige und oft unwiderstehliche Art, Fußball als Kunst der Attacke zu zelebrieren, ist Teil der Klub-Identität, die Ferguson geprägt hat.“

youtube: Der verweigerte Handschlag Arsène Wengers (West Ham–Arsenal 1:0)

NZZ: AC Milan hat die Gunst der Schiedsrichter verloren – Ancelotti ortet einen Komplott

NZZ: Betis-Präsident Ruiz de Lopera als Sündenbock

Bundesliga

Schalke braucht einen starken Trainer, Slomka ist es nicht

Schalke spielt 2:2 gegen Bayern, doch die Umstände des Spiels machen das Remis zu einer gefühlten Niederlage / Harte Kritik in der Presse an Mirko Slomka, weil er den Torhüter gewechselt hat

Daß Mirko Slomka seinen gestandenen Torhüter im Spiel gegen Bayern München ausgewechselt hat, werten einige Journalisten als weiteren Sargnagel. Auf welt.de liest man Befremden über Slomkas Entscheidung: „Einem Trainer, der in der Diskussion steht und trotzdem seinen einflußreichen Torhüter ins Abseits stellt, ist nicht zu helfen. Offenbar hat Slomka nichts aus dem Fall Asamoah gelernt, den er suspendierte und in einer peinlichen Pressekonferenz begnadigen mußte. Jetzt legt er sich mit dem nächsten Publikumsliebling an und verdirbt es sich nicht nur mit vielen Fans. Slomka will Autorität, aber er fördert mit solchen Aktionen die Grüppchenbildung in einem Kader mit zu vielen illoyalen Egoisten. Schalke braucht einen starken Trainer. Slomka ist es nicht.“

Unter dem Titel „Slomkas Torheit“ kritisiert Peter Heß (FAZ) den Schalker Trainer und bezweifelt dessen offizielle Version, Rosts Leistung habe den Ausschlag für seine Versetzung auf die Bank gegeben: „Slomka hat seine Glaubwürdigkeit selbst untergraben. Wollte er Rost ein Zeichen setzen mit der Degradierung, warum schützte er in der Öffentlichkeit eine andere Begründung vor? Zumal er nach den Erfahrungen aus dem Kabinenstreit zwischen Asamoah und Altintop wissen mußte, daß die Wahrheit doch nach außen dringen könnte. Und selbst wenn er wirklich aus sportlichen Erwägungen Rost auf die Ersatzbank schickte, dann muß er die Entscheidung besser mit Argumenten unterlegen.“ Denn über Slomkas Behauptung, Rost mache „keine gravierenden Fehler“, ihm sei halt „ein wenig das Glück abhanden gekommen“, kann Heß nur schmunzeln: „Deswegen nimmt kein Bundesligatrainer den erfahrenen Torwart aus dem Spiel, ausgerechnet gegen die Bayern, ausgerechnet, wenn die aufgebrachten Zuschauer aus Frust die Unterstützung versagen. Man kann im Fußball ungestraft vieles erzählen – aber nicht alles. Slomkas ohnehin enger Kreditrahmen auf Schalke ist ausgeschöpft.“

Wenn FC Schalke kein Fußballverein wäre, wäre er eine TV-Soap

Wenn Schalke spielt, redet, schweigt und streitet, fühlt sich Daniel Theweleit (BLZ) gut amüsiert: „Wenn es auch kein Sport ist, in der Disziplin der Aufregungsproduktion kann Schalke 04 sich langsam als Meister für die Ewigkeit betrachten. Torwart-, und Trainerdiskussion, ein Tor, ‚an das man sich noch in fünfzig Jahren erinnern wird‘, wie Manager Andreas Müller sagt, Schweigegelübde der Spieler, ein höchst ungewöhnlicher Konflikt zwischen Fans und Mannschaft und Maulwurfgerüchte – für die Erzeugung all dieser Baustellen brauchten die Schalker nur einen einzigen Sonntag. Das ist wahrhaft meisterlich.“ Ulrich Hartmann (SZ) fügt an: „Es ist den Schalkern nicht viel geblieben zum Hoffen und Träumen. Deshalb wird über Slomkas Entlassung heftig spekuliert. Ein Mißtrauensvotum aus Vorstand und Aufsichtsrat gibt es bislang allerdings nur in der geschwiegenen Version. (…) Wenn der FC Schalke 04 kein Fußballverein wäre, dann wäre er eine TV-Soap, denn so unterhaltsam ist sonst wenig im Fernsehen.“

Tsp: Weil Slomka seinen Torwart wechselte, hat er ein Problem mehr

Nur Hoeneß wagt die Attacke

Wenig Feind, wenig Ehr‘ – ein Indiz für den Statusverlust der Bayern, Philipp Selldorf (SZ)? „Die Stars des FC Bayern waren ausnahmsweise nur die Nebendarsteller. Nicht mal die üblichen Pfiffe hatte man ihnen gewidmet, es gab keine Bosheiten gegen Oliver Kahn und keine Gesänge über Lederhosen; vor dem Schalker Publikum, das schweigend seine Kontroverse mit dem eigenen Team austrug, blieben die Bayern-Profis nur Komparsen. Wie eine Degradierung muß ihnen das erschienen sein: Gewöhnlich haben es die Münchner in Gelsenkirchen mit der vereinten Abneigung von knapp 60.000 Menschen zu tun.“ Uli Hoeneß‘ Fanfarenstoß in Richtung Bremen („Zu Weihnachten mag Bremen vorne sein, aber der Nikolaus war noch nie ein Osterhase!“) sollten sich die Spieler zum Vorbild nehmen, meint Selldorf: „Die Bayern versäumen es, bei verängstigten Schalkern auf Sieg zu spielen – nur Hoeneß wagt die Attacke auf Werder. Im Gegensatz zu seinen genügsamen Fußballern war er in exzellenter Verfassung und klar auf Sieg eingestellt.“

Boris Herrmann (BLZ) deutet Hoeneß‘ Aussage als Nervosität: „Womöglich mischt sich in diesen Cocktail aus Neid und Frust auch noch die Befürchtung, kurz vor der Pensionierung den sicher geglaubten Spitzenplatz in den Geschichtsbüchern zu verlieren. Jahrzehntelang galt Uli Hoeneß zurecht als der Vorzeigemanager der Liga. Inzwischen steht Klaus Allofs in dem Ruf, seine Sache moderner, effizienter, und ja, irgendwie auch besser zu machen.“

BLZ: Auch mit einer Umstellung des Spielsystems kann Jupp Heynckes die Auswärtsschwäche von Borussia Mönchengladbach nicht beheben

Welt: Still und leise spielt sich der VfB nach vorn, er ist die Mannschaft der Stunde, wenn nicht gar der Zukunft; wenn es da nicht die Angst gäbe, daß die Talente weggekauft werden wie ihre Vorgänger

NZZ: Neue Jugendbewegung – Hertha und Stuttgart reüssieren mit Spielern aus dem Nachwuchs

FAZ: Frauenfußball bei Turbine Potsdam – Sitten wie im Herrenfußball

FR: In unteren Klassen geht der Respekt verloren – nach der Absage eines Spieltags spielen Siegerländer Kreisligisten am Sonntag unter verstärkter Beobachtung

Montag, 6. November 2006

Bundesliga

Jämmerliches Bielefelder Bild

Fortsetzung: Parallelen mit der Angriffsphilosophie der Nationalmannschaft

Kritisch kommentiert Felix Meininghaus (FR), daß sich die Bielefelder Klubführung nach dem 1:1 in Dortmund und angesichts Tabellenplatz 6 nicht deutlicher zu ihrem Trainer bekennt: „Unverständlich, daß die Funktionsträger der Arminia nicht mehr Energie aufwenden, den auslaufenden Vertrag zu verlängern und Thomas von Heesen langfristig zu binden. Stattdessen haben sie sich mit ostwestfälischer Sturheit auf die Sprachregelung versteift, über die Zukunft des Trainers werde nicht vor Beginn der Winterpause geredet. Daß sie diese Ankündigung mit dem Zusatz verknüpft haben, von Heesen solle erst mal seine Trainerlizenz ablegen, hat den Umworbenen verletzt. Und weil sich die Entscheider in Schweigen hüllen, verfestigt sich der Eindruck, daß der Prophet im eigenen Land wenig gilt.“

Freddie Röckenhaus (SZ) pflichtet bei: „Von Heesen ist derzeit der Liebling aller Vereinsbosse, die mit der Performance ihres fußballspielenden Kapitals unzufrieden sind und die Trainerfrage zwangsläufig ins Visier nehmen. Das gilt derzeit vor allem für Dortmund und Schalke, aber auch der HSV wird bereits mit seinem langjährigen Starspieler von Heesen in Verbindung gebracht. Seinem Bielefelder Sportmanager Reinhard Saftig war allerdings trotz dieser Wertschätzung der gesamten Branche kein Bekenntnis zum Trainer zu entlocken.“ Roland Zorn (FAZ) hat ähnliches beobachtet: „Von Heesen war so etwas wie der große Gewinner, nachdem ihn 5.000 mitgereiste Arminen-Fans leidenschaftlich gefeiert hatten. Aus der Sympathiekundgebung war eindeutig der dringende Wunsch nach einer Vertragsverlängerung mit dem Trainer herauszuhören. Wer anschließend genau hinhörte, bemerkte auch, daß sich Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick anders als nach dem Sieg über Alemannia Aachen demonstrativ zu von Heesen und seiner exzellenten Arbeit bekannte. Ein geradezu jämmerliches Bild gab dagegen, befragt nach der Zukunft des Trainers, Reinhard Saftig ab, der sich mit keinem Wort hinter von Heesen stellte – die beiden verbindet, gelinde gesagt, bestenfalls eine geschäftsmäßige Beziehung.“

Teilzeitkabarettist

Stefan Osterhaus (Financial Times Deutschland) hält nach der ersten Saisonniederlage Nürnbergs in Berlin Hans Meyer despektierlich Eitelkeit vor: „Die Franken haben sich einen Mann ins Haus geholt, der ein heißer Anwärter auf den noch zu vergebenden Posten des humorigen Chefmystikers ist. Das mutmaßliche Genie aus Jena, das in ständiger Sorge lebt, von allem und jedem mißverstanden zu werden, ist bedauerlicherweise in einer Liga gelandet, die seinem Sachverstand nur unzureichend gerecht wird. Man könnte meinen, daß sich hinter der Fassade des Teilzeitkabarettisten ein kauziger Despot verbirgt, der in der Bundesliga zwar internationale Klassierungen bisher nur aus der Ferne bestaunen durfte, dafür aber dreimal so süffisant daherschwätzt wie Ottmar Hitzfeld, Marcello Lippi und Arsène Wenger zusammen und der eifrig an dem Eindruck werkelt, die Aufstellung einer passablen Mannschaft wäre ausschließlich Auserwählten wie ihm vorbehalten. Wäre es tatsächlich so, der 1. FC Nürnberg könnte sich glücklich schätzen, einen solchen Mann an der Spitze des Teams zu wissen. Doch einstweilen winkt Nürnberg exakt das, wofür – statistisch betrachtet – der Name Meyer im Bundesligafußball steht: Mittelmaß.“

Tsp: Hertha BSC steht in der Bundesliga so gut dar, weil Marko Pantelic zurzeit überragend spielt

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Bundesliga

Parallelen mit der Angriffsphilosophie der Nationalmannschaft

Pressestimmen zum 10. Spieltag: Den neuen jungen Wilden Stuttgarts wirft die Presse Kußhände zu / Staunen über die Liebe der Hamburger Fans zu Verlierer Thomas Doll / Werder Bremen leidet unter einer Erkältung und profitiert von einer Schiedsrichterentscheidung; dem Gegner Cottbus wird nicht von allen Seiten Anerkennung zuteil / Kritik an der sturen Bielefelder Vereinsführung, denen die Journalisten vorwerfen, nicht zu merken, was für einen tollen Trainer sie hätten / Kaum verliert Nürnberg zum ersten mal, schon bekommt Hans Meyer sein Fett weg

Der VfB Stuttgart verzückt die Fußballfreunde durch erfolgreiches Spiel nach vorne mit jungen Einheimischen – am Samstag durch das 4:2 in Aachen. Dem sich aufdrängenden Vergleich mit den „Jungen Wilden“, die vor vier Jahren zum Höhenflug ansetzten, gewinnt Andreas Burkert (SZ) eine besondere Erkenntnis ab: „Vielleicht ist die Generation der Kuranyis, Hinkels, Lahms und Hlebs für die Stuttgarter nie wertvoller gewesen als in diesen Wochen, in denen sich ihre Nachfolger in den Profikader und bis an die Ligaspitze gespielt haben. Und man sollte ihnen jetzt unbedingt den Gefallen tun, sie nicht als Junge Wilde II durch die Stadien stürmen zu lassen. Denn nicht jeder Vorgänger taugt zum Vorbild, sondern nur als mahnendes Beispiel dafür, wie fürchterlich sich ein junger Mensch in der Netto-für-Brutto-Welt verirren kann.“ Gleichzeitig warnt Burkert vor den geldwedelnden Jägern anderer Klubs: „Alle Schwaben sollten diese Momente genießen und zugleich wachsam sein. Wolfsburgs Coach Augenthaler hat kürzlich angedeutet, welche Begehrlichkeiten der jugendliche Erfolg wecke. Die Feinde des Projekts sind ganz offenbar bereits bei der Arbeit.“

Daniel Theweleit (taz) eilt den Stuttgartern entgegen, um sein Lob zu überreichen: „Sie zeigen weder den durchrationalisierten Fußball einer abgebrühten Spitzenmannschaft, noch ein überdrehtes Feuerwerk, dessen Einmaligkeit absehbar ist. Sie haben ihr Spiel einfach mit großer Freude für den Moment gespielt. Wer nicht gerade ein Aachener war, mußte entzückt sein ob dieser Darbietung.“ Gregor Derichs (FAZ) fügt hinzu: „Die Fans haben am forschen Offensivstil, der Parallelen mit der Angriffsphilosophie der Nationalmannschaft aufweist, Gefallen gefunden. Begeistert packte der Anhang nach dem souveränen Sieg die Meisterschalen aus und winkte mit silbernen Attrappen aus Pappe den VfB-Spielern zu. Die Schwaben unterstrichen eindrucksvoll, daß sie die Bundesliga-Mannschaft der Stunde sind.“

Gegenentwurf zur Forderung nach Kampf und Aggressivität

Hans-Joachim Leyenberg (FAZ) spricht dem VfB (und Werder Bremen) Leitbildfunktion zu: „Stuttgart ist wie Bremen der Gegenentwurf zur Forderung nach der Rückkehr zum einfachen Fußball mit Kampf und Aggressivität als den entscheidenden Zutaten. Sie werden immer dann in die Waagschale geworfen, wenn es nicht so läuft wie gewünscht, Trainern das Wasser bis zum Halse steht. Aber Fußball ist mehr. In die Manege Bundesliga kommt das Publikum vor allem, weil dort eben auch individuelle Klasse zu bewundern ist. Im Herbst aber gehen zu viele Trainer daran, die Profis zu nötigen, quasi Winterreifen für unwegsames Terrain aufzuziehen. Da geht einiges an Laufruhe verloren. Der HSV ist ein Musterbeispiel dafür.“

taz: Michael Frontzeck stellt Jan Schlaudraff an den Pranger, er spiele nicht mannschaftsdienlich genug; dabei hat Alemannias Trainer Probleme mit der eigenen Popularität

Hauptsache, sie holen nicht Neururer

Die andauernde Unterstützung Thomas Dolls durch die HSV-Fans, auch nach der 0:1-Niederlage in Wolfsburg könnte, laut Frank Heike (FAZ), zum Bumerang werden: „Von der Mannschaft haben sich die Anhänger inzwischen abgewendet. Die Fans haben die Vorstände Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer als Schuldige ausgemacht, in Rufen fordern sie deren Ablösung. Doll wird weiterhin geliebt, fast erdrückt von den Sympathien, als wäre er und nicht der knuffige Plüsch-Dinosaurier Hermann das Maskottchen des HSV. Man muß es Doll zugute halten, daß er Niederlagen nicht vergesellschaftet und Siege privatisiert. Es spielt aber auch eine Rolle, ob die zu recht getadelten Profis sich im selben Boot mit dem Trainer fühlen – fühlen sie eher nicht, müßte man nach den Eindrücken vom Samstag sagen, denn Doll scheint für Niederlagen nicht mehr verantwortlich zu sein. Sondern allein die Mannschaft. Das wird die sensiblen Mimosen im HSV-Kader schon gehörig nerven.“

Matti Lieske (BLZ) mißtraut dem allgemeinen Trend, am Trainer festzuhalten: „Daß es bisher nur Peter Neururer erwischt hat, ist Zufall. Man muß kein Prophet sein, um vorherzusagen, daß bis zur Winterpause ein halbes Dutzend oder mehr der in der Bundesliga tätigen Trainer keinen Job oder schon einen neuen haben werden. Bedauerlicherweise wird wohl auch Doll zu den Gefeuerten gehören. Niederlagen in Wolfsburg waren schon für einige Trainer der Anfang vom Ende, außerdem läßt sich kein Vorstand gern dauerhaft zum Sündenbock stempeln, wenn er doch einen viel geeigneteren zur Hand hat. Hauptsache, sie holen nicht Neururer als Nachfolger.“

Tsp: Erst ein Bundesligatrainer wurde in dieser Saison entlassen – andere behalten bisher trotz Kritik ihren Job

Unentschieden der Sorte halb so wild

1:1 gegen Cottbus – Christian Kamp (FAZ) befaßt sich mit den Ursachen des Bremer Stolperns: „Die Umstände, die Bremens Fußballzauberer auf den Boden zurückholten, das waren an diesem naßkalten Nachmittag vor allem zwei: Zum einen fehlten die Leichtigkeit und die Kreativität der vergangenen Wochen. Klaus Allofs führte diesen Mangel auf die Strapazen der Champions League sowie auf die schwächende Grippe zurück. Zum anderen traf Werder auf eine ausgezeichnet organisierte Cottbuser Mannschaft, die ihre Stärken punktgenau einsetzte: Den bemerkenswerten läuferischen Einsatz kombinierten sie mit einem eben noch vertretbaren Maß an Härte und einer gehörigen Cleverness in der Verlangsamung des Spiels.“ Was erlauben sich bloß die Cottbuser, gegen Bremen fast zu gewinnen? Benno Schirrmeister (taz) empört sich und findet zwei wenig schmeichelhafte Vergleiche, um seine Geringschätzung ihres Spiels auszudrücken: „Die Cottbuser verfolgen ihre gepflegte Destruktiv-Taktik mit geradezu italienischer Disziplin. Kassieren Gelbe Karten fürs Zeitspiel, und nehmen ebenso gelassen hin, für ihren Spaßverderber-Fußball gescholten zu werden. Hauptsache, der macht den Gegnern die Köpfe schwer, wie ein Grippe-Virus. Die einzige Freude, die der vermitteln kann, ist die, ihn hinter sich zu haben.“

Kritik muß sich Schiedsrichter Babak Rafati anhören, weil er den Cottbusern nach einem Foul des Bremer Tormanns Tim Wiese einen Elfmeter versagt hat. Kamp schreibt: „Es gab keinen Zweifel daran, daß Wiese, der wie so oft in diesen Eins-gegen-eins-Situationen volles Risiko ging, sich grob verschätzt hatte und Sergiu Radu mit den Beinen voraus zu Boden geschickt hatte.“ Ralf Wiegand (SZ) stimmt ein: „Wiese hatte, beide Beine voraus, Radu umgemäht wie ein Räumfahrzeug vom Winterdienst einen falsch geparkten Schneemann.“ Sein Fazit: „Die Bremer Festspielwochen endeten nach sechs Siegen und 23:3 Toren mit einem Unentschieden der Sorte halb so wild.“

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Samstag, 4. November 2006

Vermischtes

Aktuelle Links: DvB im Interview, Korruption, Magath und mehr

SZ-Interview mit Daniel van Buyten über Kommunikationsprobleme bei Bayern München
FAZ-Portrait Demichelis, bayerische Abwehrkraft
SZ: Die Debatte um die Taktik des FC Bayern geht weiter; man weiß immer noch nicht genau, ob Magath überhaupt mit seinen Spielern spricht

FAZ: Wende oder Ende für Mirko Slomka in Schalke?
FR: Ungemütliche Tage für Schalke und Slomka

BLZ: Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer drängt in die DFB-Elf
Tsp: Der 1. FC Nürnberg hat schon einen Nachfolger für Hans Meyer, der einmal seine Arbeit fortführen soll: Co-Trainer Jürgen Raab

FAZ-Interview mit Thomas von Heesen: „Der Klub hat durch mein Scouting sehr viel Geld verdient“

FR-Portrait Jupp Heynckes

FAZ: Teure Ruhmeshalle für die Fußballhelden – zur Vorbereitung eines deutschen Fußballmuseums

FAZ: Uwe Seeler zum 70.
Uwe Seeler im Interview mit welt.de

BLZ: Korruption im Sport: Aktuelle Fälle aus Amateurboxen und Fußball

youtube: Frank Lampards sensationelles 1:1 in Barcelona (Video)

Ball und Buchstabe

Gescheiterte Integration

Drei Pressetexte zum Thema Gewalt und Ausländerpolitik

Michael Horeni (FAZ) diskutiert das Gewaltproblem auf deutschen Fußballplätzen als Integrationsproblem und macht darauf aufmerksam, daß zu wenige Migranten einen Funktionsposten innehätten: „Auf der anderen Seite der Fußball-Gesellschaft, in der kickenden Unterschicht, entladen sich die Integrationsdefizite immer wieder in Gewalt. Mit einseitigen Schuldvorwürfen allerdings kommt man da schon lange nicht weiter – auch wenn sich wie im Fall der Spielabsetzungen im Kreis Siegen-Wittgenstein populistische Vereinfachung wegen zweier, wie es politisch korrekt heißt, auffälliger ‚ethnischer Vereine‘ geradezu anbietet. Auf der einen Seite wollen sich auch viele ‚ausländische‘ Klubs nicht öffnen – das aggressive Klima unter der kulturellen Glocke entsteht aber auch dadurch, daß Migranten immer wieder Ausgrenzungen und Ungerechtigkeiten auf und jenseits des Fußballplatzes erleben. Zwanziger hat daher klug auf die Verantwortung auch in den eigenen Reihen verwiesen. Zum einen auf kulturelle Unterschiede und Empfindlichkeiten im alltäglichen sportlichen Begegnungsfall – zum andern aber eben auch auf die Defizite in den Verbänden, in denen sich die Mitgliederstruktur nicht mehr abbildet. (…) Aus seiner Verantwortung gerade für Klubs, bei denen Gewalt historisch gewachsen ist, wird der mächtigste deutsche Sportverband nicht mehr herauskommen. Der Präsident steht im Wort.“

Auch Thomas Kistner (SZ) pocht auf die Pflicht der Politiker und Funktionäre: „Der Fußball unter Theo Zwanziger sagt nicht mehr achselzuckend: Das sind Randalierer, keine Fans. Er bekennt sich zur Mitverantwortung für das zentrale Marktsegment der Unterhaltungsindustrie. Fußball ist ein von Politik und Medien hofierter Teil der Gesellschaft, der ein Höchstmaß zivilisierter Erregung aushalten muß. Da ist das Zuviel nicht weit, weshalb Randale, Rassismus und pure Freude am Zerstören in den Stadien zyklisch wiederkehren. Keine Frage, die Verbände müssen bei der Dämmung von Gewalt mehr in die Pflicht genommen werden. Die Steuerzahler finanzieren ja schon den allwöchentlichen Sicherheitsbetrieb rund um die Profi-Ligen mit, auch solche, die dem Volkssport nur wenig abgewinnen können. Die Kraftanstrengung nach dem schlimmen Auftritt deutscher Hooligans bei der WM 1998 in Frankreich hat den Mob zwar aus den Bundesligastadien verscheucht, aber nicht ausgemerzt. Er ist in die Niederungen ausgewichen.“

Jürgen Böcking, der letztens einen gesamten Spieltag seines Fußball-Kreises Siegen-Wittgenstein wegen zunehmender Gewalt abgesagt aht, sagt der FAZ: „Wo man auch hinkommt, man hört überall das Gleiche: Die Hemmschwelle sinkt, die Gewaltbereitschaft nimmt zu. Der DFB und die untergeordneten Verbände haben sich zu wenig darum gekümmert. Deutschland fährt immer noch mit dem WM-Sonderzug durch die Gegend. Natürlich, die WM war toll. Aber was sich Sonntag für Sonntag auf den Plätzen abspielt, will man nicht wahrnehmen. Manche Funktionäre haben seit Jahren kein Spiel mehr auf einem Aschenplatz gesehen. Damit, daß man sich in einem schönen Stadion in den VIP-Raum setzt und es sich gutgehen läßt, löst man das Problem jedenfalls nicht.“ Ob das Problem in Siegen etwas mit Rassismus zu tun habe? Böcking verneint: „Überhaupt nicht. Die Gewalt geht ja eher von den ethnischen Vereinen aus, das sind für mich Beispiele für eine gescheiterte Integration. Der DFB und seine Sportgerichte tun sich schwer, dagegen entschieden vorzugehen, weil man ja gleich in den Verdacht gerät, ausländerfeindlich zu sein. Aber damit hat das nichts zu tun. Man muß doch das Problem beim Namen nennen. Vor einigen Jahren gab es bei uns einen albanischen Verein, mit dem es immer Probleme gab. Da haben sich dann viele Mannschaften geweigert, gegen ihn anzutreten, sie haben ihm lieber die Punkte überlassen. Der Verein ist dadurch bis in die Bezirksliga aufgestiegen.“

zwei Portraits der Fan-Szene Dynamo Dresdens, einmal im Tagesspiegel, einmal in der Berliner Zeitung

Freitag, 3. November 2006

Champions League

Die Last Champions League

Das 1:3 der Hamburger gegen Porto hat herbe Bestandsaufnahmen zur Folge, die Vorwürfe der Presse zielen in erster Linie auf die Spieler; Kritik am Trainer Thomas Doll verkneift sie sich meist

Die Hamburger Himmelsstürmer finden sich im Himmel nicht zurecht, gibt Axel Kintzinger (FTD) zu verstehen: „Manche, die sich aufmachen zu ganz großen Zielen, verblüffen ihr Publikum, wenn sich am Ende herausstellt, daß der Weg schon das Ziel war. So sieht das aus bei Angela Merkel, die genau wußte, wie sie ins Kanzleramt kommt. Und nicht so genau weiß, was sie dort soll. Beim Hamburger SV liegen die Dinge ähnlich. Da wurde die Teilnahme an der Champions League zum Maß aller Dinge, und um sie zu erreichen, spielte die Mannschaft ihre Gegner in der letzten Saison häufig schwindelig. Angekommen in der Königsklasse, blamierte sich der Klub bis auf die Knochen.“

Christian Zaschke (SZ) vermutet, daß die Champions League manchen Hamburgern zur Last geworden ist: „Die Mannschaft zeigte die mittlerweile bewährte Mischung aus Pech, Fehlern und Unfähigkeit. Einige Spieler resignierten, wohl auch, weil die Champions League in der derzeitigen Lage ein Klotz am Bein ist.“ Patrick Krull (Welt) geht die Fünfjahreswertung der Uefa nicht aus dem Sinn: „Drückt man es positiv aus, dann haben die Hamburger den Charme von Lewski Sofia: Sie dürfen mitmachen, obwohl sie gewogen und für zu leicht befunden wurden. Sieht man es realistisch, dann verbauen Klubs wie der HSV dem deutschen Fußball die Zukunft.“

Dolls integrative Fähigkeiten überschätzt

Kritisch kommentiert Martin Sonnleitner (FR) die Regression der Hamburger: „Die Mannschaft, die in der vergangenen Saison zu einem furiosen Ritt an die Tabellenspitze der Bundesliga ansetzte, ist innerhalb eines halben Jahres zu einem losen Konstrukt begabter Individualisten mutiert. Die einst im Takt einer Nähmaschine mit starker Frequenz surrenden Kombinationen sind zu Stückwerk verkommen.“ Frank Heike (FAZ) tadelt erstens die Spieler, zweitens die Vereinsführung und drittens den Trainer: „Was eine Belohnung für die begeisternde Saison 2005/06 sein sollte, ergab eine Blamage für ein Team. (…) Nun weht ein anderer Wind beim HSV. Den Profis sind Rahmenbedingungen am Rande der Perfektion hingestellt worden. Das muß auch so sein, will man ein internationaler Großklub werden. Doch offensichtlich haben alle Verantwortlichen des HSV die Legionärsmentalität einiger Großverdiener aus aller Herren Länder unterschätzt (und Dolls integrative Fähigkeiten überschätzt).“

Andreas Lesch (BLZ) warnt vor einer Spaltung der deutschen Fußball-Gesellschaft: „Die Misere des HSV wirkt umso krasser, wenn man sie gegen die Ergebnisse schneidet, die der FC Bayern und der SV Werder erreicht haben. Die Münchner und die Bremer dürfen sich in dieser Liga zur Mittelklasse zählen. Die Hamburger aber müssen vorerst der fußballerischen Unterschicht zugerechnet werden. Dieser Gegensatz zeigt, wie kraß die Leistungsunterschiede in der Bundesliga mittlerweile sind: Sie ist keine Zwei-, eher eine Drei- oder Vier-Klassen-Gesellschaft. Sie ist im europäischen Vergleich so weit abgerutscht, daß nur ihre stärksten Vertreter in Bestform sich international behaupten können. Sie hat brauchbare Spitzenklubs zu bieten, aber keine vorzeigbaren, willensstarken Verfolger.“

Schwellenklub

Besonnen faßt Jan Christian Müller (FR) die Lage in Hamburg zusammen und macht die schwierigen Umstände, die einem Verein der Aufstieg in die Champions League bereitet, mitverantwortlich für die Baisse: „Der Hamburger SV gehört allenfalls zu den Schwellenklubs im internationalen Spitzenfußball. Begabte Spieler kommen gerne, wegen des Geldes und sicher auch wegen der Reize der Stadt, sie stellen sich in Hamburg ins Schaufenster und hoffen, daß sich ein Käufer aus der Beletage findet. Folglich zerstört ein solcher Schwellenklub mit seinen eigenen Erfolgen mittelbar auch die Teamstruktur. Dann, unter Zeitdruck, menschlich und sportlich passenden Ersatz zu finden, ist eine hohe Kunst, die der HSV – im Gegensatz zu Werder Bremen – noch nicht beherrscht. Und dennoch ist dem Triumvirat Hoffmann/Beiersdorfer/Doll zuzutrauen, daß es eigene Fehler messerscharf analysiert und daraus lernt. Es sollte niemanden verwundern, wenn die Hamburger zumindest in der Bundesliga noch die Kurve kriegen. Die Voraussetzungen dafür sind vor allem deshalb gut, weil die drei Hauptverantwortlichen für den Aufstieg und den Fall sich gegenseitig vertrauen. Das war in dem unruhigen Umfeld in Hamburg oft schon ganz anders.“

NZZ: Juventus spielt im Straflager der Serie B um eine neue Glaubwürdigkeit

Donnerstag, 2. November 2006

Champions League

Mourinhos schwarze Reiter

Wenn Barcelona und Chelsea spielen, kommt immer Schönes und Böses heraus; besonders José Mourinho bleibt der böse Junge

Eine Horde Orks

2:2 in Barcelona – Chelsea-Coach José Mourinho ist der Bad Guy des europäischen Fußballs. Matti Lieske (BLZ) stellt seine Spieler als schwarze Reiter dar: „Erst in dieser Saison hat sich die dunkle Seite der schillernden Persönlichkeit Mourinhos in vollem Maß auf seine Mannschaft übertragen. Das Team hat einen schlechten Charakter, und selten trat dieser deutlicher zutage als beim FC Barcelona. Dessen Spieler sind ebenfalls mit allen Wassern gewaschen und dem rohen Spiel keineswegs abhold, doch angesichts der systematischen Gewalt des FC Chelsea wirkten Winzlinge wie Messi, Giuly oder Xavi phasenweise wie verschüchterte Hobbits, die in eine Horde Orks geraten sind. Bei Chelsea gibt es keinen Zweikampf ohne Foulspiel, kein Kopfballduell ohne Ellbogenstoß, kein Tackling ohne zusätzlichen Tritt. In völlig unenglischer Weise lamentieren die Spieler zudem gegen jede Schiedsrichterentscheidung und lassen sich theatralisch fallen – ein Vorgehen, für das Didier Drogba sogar regelmäßig im eigenen Stadion ausgepfiffen wird.“ Doch, und da ist wohl der Wunsch Vater des Gedankens, prophezeit Lieske den Mißerfolg der Bösen: „Barcelona fiel auf Mourinhos Strategie der Eskalation herein, ließ sich anstecken und zahlte den Preis dafür. Andere Teams werden klüger sein. Ein Team, das sich über weite Strecken so wenig fürs Fußballspielen interessiert wie der FC Chelsea, muß früher oder später scheitern.“

Felix Reidhaar (NZZ) fügt hinzu: „Die Blues schienen sich am Vorabend von Halloween vor den Geistern zu fürchten, derart aufgeschreckt und unzimperlich gingen sie in die Zweikämpfe, deren Beurteilung praktisch nie nach ihrem Geschmack ausfiel. (…) Barcelona hat defensive Stabilität eingebüßt – mindestens gegen einen Herausforderer dieses Kalibers.“

Das Beste und das Schlechteste

Christian Eichler (FAZ) fühlt sich einerseits vom Treiben auf dem Spielfeld hingezogen, andererseits angewidert: „Die beiden wohl stärksten Klubteams Europas lieferten ein schönes Feuerwerk feiner Fußballkunst. Doch zugleich war, auch das typisch fürs aufgeputschte Duell, die Partie über weite Strecken zerrissen: durch echte Fouls und falsche Blessuren, ständiges Reklamieren und ‚Rudelbilden‘ – all die systematischen Aggressionen und zähen Betrugsversuche, die Fußball auf höchster Ebene oft nicht wie ein anständiges Spiel, sondern wie organisierte Kleinkriminalität aussehen lassen.“ Auch Eichler hält Mourinho eitles Gepolter vor: „Als Trainer von Welt muß man verbal seine Taktik durchziehen. Die von Mourinho ging etwa so: Wir waren umzingelt, von Feinden und Schwalben und einem Schiedsrichter, der gegen uns war, aber wir haben es ihnen gezeigt. Er weiß: Fußball lebt von Fakten, aber auch von der Fiktion. Mourinhos Spielchen war so durchschaubar wie wirksam: vor dem Spiel die anderen entrüstet als Schwalbenkönige beschuldigen – um dann herzhaft zu treten und sich nachher sogar noch als Opfer hinstellen zu können.“ Schließlich hofft er auf eine längere Atempause: „Nach sechs hitzigen Duellen in 19 Monaten läßt das Los nun hoffentlich Ruhe einkehren in die Beziehung des spanischen und des englischen Champions. Ihre Begegnungen bringen zwar das Beste aus beiden hervor; aber zunehmend auch das Schlechteste.“

Der Welt entnehmen wir, daß Mourinho, der früher Übersetzer in Barcelona war, die Pressekonferenz verlassen habe, während die Übersetzerin seine Worte wiedergab: „Eigene Erfahrung hindert ihn nicht daran, die letzte Demütigung seines polemischen Gastspiels einer Nachfolgerin im Amt zukommen zu lassen. Er ging hinaus und ließ die verstörte Dame mit seinen Worten allein.“

Glaubt der Klub wirklich, er könne die Gesetze des Sports ignorieren?

Ronald Reng (FR) findet seine Liebe zu Barcelona nur noch (oder immerhin) in Spuren: „Barça, das vergangene Saison auf ungekannte Weise Schönheit und Erfolg einte, hat sich im Herbst danach ein Stück weit von der Außergewöhnlichkeit entfernt. Das ist keine Überraschung, denn Einmaligkeit läßt sich schwerlich wiederholen. Den Vergleich mit dem Vorjahr wird Barça nicht mehr gewinnen. Es ist wieder eine ganz normale Spitzenelf, Tabellenführer in Spanien, in Europa momentan jedoch nicht Erster unter Gleichen. Die Partie lieferte ein exaktes Röntgenbild des immer noch tollen, aber gelandeten Barça. (…) Doch es ist noch immer Barça, das die Magie hütet. Die Tore von Deco und Eidur Gudjohnsen nach bahnbrechender Vorarbeit von Ronaldinho waren Meisterstücke. Allein, die Wunder bleiben derzeit Bruchstücke, sie bilden kein Gesamtwerk mehr.“

Frank Lampards Tor läßt Reng die Zunge schnalzen und das Getrete vergessen: „Es war ein Spiel im Elektrizitätswerk, unter der Aufschrift Achtung: Hochspannung! – mit viel zu viel Furor, wilden Fouls, überbordender Lust auf Revanche, bösen Fehlern, aber dazwischen immer wieder Momenten überwältigender Klasse. Einen einzigen Meter vor der Torlinie, acht Meter links vom Tor, drehte sich Lampard um die eigene Achse und hob den Ball mit rechts aus totem Winkel ins entfernte Toreck. Es schien eine physikalische Unmöglichkeit zu sein. Die, die machtlos erleben, wie ihr Gehirn gegen ihren Willen Details von Fußballspielen speichert, werden dieses Tor für immer bewahren.“

Sehr kritisch kommentiert Reng, daß der FC Barcelona seine Spieler schlecht auf die Saison vorbereitet habe: „Der Sommer lastet noch immer auf ihnen. Die Spieler, die bei der WM auftraten, verpaßten das Trainingslager. Dann schickte sie der Klub direkt auf eine Schautournee nach Amerika. Als die Saison begann, hatten Spieler wie Ronaldinho oder Deco fünf Trainingseinheiten absolviert. Glaubt der Klub wirklich, er könne die Gesetze des Sports ignorieren? Wann wird endlich der erste Spieler aufstehen und sagen: Ich mache diese irrsinnigen Schautourneen nicht mit, kürzt mir dafür gerne auch mein Gehalt?“

NZZ-Interview mit Louis van Gaal, Alkmaars Trainer: „Anfang 2005 konnte ich wählen zwischen Manchester City, Alkmaar und … (denkt nach) Dortmund oder Schalke, ich weiß es nicht mehr. (…) Ich mag den FC Bayern München zum Beispiel sehr und sollte dort auch schon Trainer werden. Aber immer zur falschen Zeit.“

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