Mittwoch, 4. Juni 2008
Bundesliga
Nur Gewinner
Jens Lehmann geht nach Stuttgart – zwei Pressestimmen
Thomas Haid (Stuttgarter Zeitung) stimmt dem Stuttgarter Kauf Jens Lehmanns zu: „Obwohl Lehmann schon 38 Jahre alt ist, hat der VfB die Weichen für die Zukunft gestellt. Denn hinter dem Transfer steckt ein Plan. Die Entscheidung für den Nationaltorwart ist auch eine Entscheidung für den 19-jährigen Sven Ulreich. Dass die Clubverantwortlichen mittelfristig wirklich auf das Talent bauen, haben sie jetzt bewiesen. Wenn es anders wäre, hätte der VfB einen jüngeren Keeper als Lehmann unter Vertrag genommen. Damit wäre der Weg für Ulreich verbaut gewesen. Ohne Hätte, Wenn und Aber: der Transfer von Lehmann ist nichts als logisch. Er mündet in eine Situation, die der englischen Fachausdrücken zugetane VfB-Präsident Erwin Staudt mit ‚win-win’ bezeichnen würde, eine Situation also, in der es nur Gewinner gibt. Denn der VfB braucht einerseits Lehmann, um Planungssicherheit auf der Position zwischen den Pfosten zu haben. Zum anderen braucht Lehmann aber auch den VfB, um seine Karriere fortsetzen zu können. Und auch das Nationalteam profitiert von diesem Wechsel, weil Lehmann jetzt weiß, wie es bei ihm weitergeht.“
Andreas Lesch (Berliner Zeitung) ergänzt zweifelnd: „Es wird spannend sein zu sehen, wie weit diese Romanze trägt. Ihre Reize hat sie ohne Zweifel: Lehmann ist beim englischen Spitzenklub FC Arsenal aussortiert worden und kämpft um die letzte Anerkennung in seiner Karriere. Er, der Ehrgeizling, nimmt den Wechsel zu einem sportlich deutlich schwächeren Verein in Kauf, um noch einmal spielen zu können. Auch der VfB geht einen Kompromiss ein: Er verpflichtet, nach der Enttäuschung mit Raphael Schäfer, einen Torhüter, der ihm durch die nähere Zukunft hilft. Er muss aber für den Posten zwischen den Pfosten trotzdem weiter eine Lösung suchen, die langfristig trägt. Fest steht, dass der Transfer den Stuttgartern Schlagzeilen bescheren wird, in guten wie in schlechten Zeiten. Denn Lehmann ist prominent, er ist kein einfacher Mensch, und er wird beim Trainingsauftakt den ausgemusterten Kollegen Schäfer treffen, der nicht so einfach gehen mag.“
Dienstag, 3. Juni 2008
Am Grünen Tisch
Stressfaktor Südafrika
Ist der Versuch der Fifa, die 6+5-Regel gegen EU-Richtlinien durchzusetzen, nur ein Ablenkungsmanöver in Anbetracht der Probleme der Organisation der WM 2010?
Christian Eichler (FAZ) kommentiert die Entscheidung der Fifa, die 6+5-Regel einführen zu wollen: „Joseph Blatters Idee mag sympathisch klingen, doch ignoriert sie eine globalisierte Gegenwart, in der die Herkunft von Menschen mehr und mehr zweitrangig wird – wichtig ist, wo einer groß wird, was er lernt, in welchem sozialen, sprachlichen, beruflichen Umfeld er geprägt wird. Zudem würde das 6+5-Modell einen Rückfall in die Bescheinigungskleinkriminalität bedeuten, in die verlogene Welt der Pseudo-Urgroßmütter aus Sizilien, der angeblich einst aus Galicien nach Brasilien ausgewanderten Fußballer-Vorfahren. Blatter kündigt eine Annäherung an die EU an, deren Recht dafür aber keinen Spielraum bietet. Michel Platini hat eine zeitgemäßere Idee, dieselben Probleme zu lösen. Die Uefa will auch eine Beschränkung für zugekaufte Spieler, doch der Plan besteht darin, dass ein Klub eine bestimmte Anzahl von selbst ausgebildeten Spielern, gleich welcher Nationalität, braucht (mindestens acht, die bis zum 21. Lebensjahr drei Jahre in Ausbildung durch den Klub waren) – ein Konzept, das aus Brüssel unterstützt wird. Platini macht Politik. Blatter bleibt wohl wieder nur die Show.“
Boris Herrmann (Berliner Zeitung) hält dem Bayern-Präsidenten entgegen: „Fußballtraditionalisten vom Schlage Franz Beckenbauers mögen geneigt sein, dem Täuschungsmanöver Blatters zu erliegen. Sie verweisen reflexartig auf die Identität der Vereine. Dabei zeigt gerade das Beispiel von Beckenbauers FC Bayern, wie weltfremd die Argumentation entlang nationaler Grenzen im Fußballgeschäft geworden ist. Die Identität des FC Bayern heißt derzeit Ribéry-Toni. Sie ist nicht deutsch, sondern französisch-italienisch. Wenn Vereine heute noch Identifikation schaffen wollen, dann sollten ihre Trainer die Aufstellung von der Qualität der einzelnen Spieler abhängig machen. Und nicht von ihrer Nationalität.“
Ablenkung von einer möglichen WM-Krise? Thomas Kistner (SZ) geht der Frage nach: Wieso versucht sich Blatter an einer Regel, die in der politischen Realität ohnehin keine Chance hat? „Wohl auch, um mal wieder ein paar Schlagzeilen zu produzieren, welche die wirklich drängenden Themen der Fifa hübsch überblenden. 6+5 heißt das neue Goldene Kalb, um das Blatters Fußballfamilie tanzt. Die harte Realität lautet: Was wird aus der WM 2010 – findet sie in Südafrika statt? Nun hat Willi Lemke, Sportbeauftragter der UN, ausgeplaudert, was er so mitkriegt in den höheren Machtzirkeln des Fußballs. Demnach könne die Fifa noch ‚ihre Entscheidung für Südafrika überdenken und zur Not die Reißleine ziehen’. Das ist doppelt spannend. Erstmals wird die Südafrika-Frage offiziell aufgeworfen, dabei stiehlt auch noch irgendein Seiteneinsteiger dem Boss die Show. Der Sepp wird schäumen, unken Insider, das Thema gilt als Chefsache – und ist es schon deshalb, weil Südafrika Blatter allein die WM verdankt; für den Zuschlag ließ er die Regeln ändern. Doch was braucht es noch, bis er die Reißleine ziehen muss? Die aktuelle Welle der Ausländerfeindlichkeit zeigt nur einen Ausschnitt der Sicherheitsproblematik in einem Land, das Großstadtbesucher mit lebensrettenden Hinweisen zum Straßenalltag versorgt. Nicht mehr zu retten scheint auch die Energieversorgung im angehenden WM-Land, das schon heute mit steten Blackouts und Sparphasen kämpft, die sogar die Lebensadern beeinträchtigen, den Gold-, Kohle-, Diamantenabbau. Was ist einem Land alles zuzumuten, für ein Fußballturnier? Nicht 6+5, der Stressfaktor Südafrika wird für die Fifa täglich größer.“
Montag, 2. Juni 2008
Deutsche Elf
Michael Ballack in Titelform – aber die anderen?
Die Erkenntnisse aus dem 2:1 gegen Serbien: Der deutsche Kapitän ist alleinige Autorität und Hoffnung / Christoph Metzelder und Bastian Schweinsteiger hingegen nicht EM-reif
Michael Horeni (FAZ) sieht nur einen Lichtblick: „Die Hoffnungen, Chancen und Sorgen der Nationalmannschaft lassen sich eine Woche vor der Europameisterschaft in einem einzigen Satz zusammenfassen: Michael Ballack ist in Titelform – aber die anderen? Warum kann ein einziger Spieler den anderen körperlich so überlegen sein? Wegen seiner langen Verletzungspause? Ballacks körperliche Präsenz, seine Lauffähigkeit und seine Durchsetzungskraft sind derzeit die stärksten Argumente, die den WM-Dritten in die Lage versetzen können, höchste Ziele anzusteuern. (…) Wenn sich die offenkundigen Schwächen nicht beheben lassen, wird es für die deutsche Mannschaft schwer, die Vorrunde zu überstehen.“
Auch Philipp Selldorf (SZ) schreibt dem Kapitän alle Autorität zu: „Michael Ballack ist in diesem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts der beste deutsche Fußballer, das ist nichts Neues, aber so dominant und bedeutend war seine Stellung lange nicht mehr. Ähnlich unersetzlich war er zuletzt 2004 unter Rudi Völlers Regie. Das ist selbstverständlich nicht ungefährlich. Besser wäre es, wenn noch andere Spieler die Mannschaft tragen könnten, doch dafür kommt kaum einer der notorischen Anwärter in Frage, die erfahrenen Jens Lehmann, Christoph Metzelder und Miroslav Klose sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Am ehesten könnte Torsten Frings helfen, Ballacks Partner an der Schaltstelle des Geschehens. Frings hat jedoch weite Teile der Saison im Reha-Zentrum verbracht, er wirkt nicht ausgereift und hat zu viel mit seinem eigenen Spiel zu schaffen. So bleibt die Regierungsverantwortung an Michael Ballack hängen. Das Gute ist: Er hat die Wahl angenommen.“
Christoph Metzelder hingegen bereitet Selldorf nach wie vor Sorgen: „Eine Woche vor dem Turnierstart ist Löws erklärter Schlüsselspieler im Defensivverbund nicht in der Lage, konkurrenzfähig Laufduelle zu bestreiten. Sein auf den Erfahrungen von 2002 und 2006 beruhender Glaube, dass er genau am Stichtag wieder in Form ist, sieht zur Zeit nach einem Wunschtraum aus. Der auf Gewaltlosigkeit basierende Abwehrplan des Bundestrainers mit dem schlauen Duett Metzelder und Mertesacker steht weiterhin dringend unter Verdacht, nicht aufzugehen.“
Über den Tormann schreibt er: „Mangels serbischer Offensivaktionen hätte man statt Jens Lehmann auch einen Biedermeiersessel zwischen die Pfosten stellen können. Wenigstens muss er sich jetzt keine Debatte mehr darüber anhören, ob er im ersten Spiel gegen Polen die Nummer 1 sein darf: Lehmann hat sich durch gekonntes Nichtstun überzeugend qualifiziert.“
Problemzone
Ulrich Hartmann (SZ) bescheinigt Bastian Schweinsteiger anhaltende Formschwäche: „Beim FC Bayern München haben sie schon vor Monaten analysiert, dass Schweinsteiger über die rechte Seite kaum einmal am Gegenspieler vorbeikommt. Das hat sich bestätigt – allerdings sogar auf beiden Seiten. Er scheute Zweikämpfe, wurde den Ball gern schnell wieder los und wechselte nach der Pause von der linken Außenbahn auf die rechte. Doch rechts erging es Schweinsteiger genauso wie links. Er empfing den Ball zwar bereitwillig, aber meist nur, um ihn schnell wieder loszuwerden. Alle Möglichkeiten und auch die Tore kamen über die linke Seite und über Jansen zustande. Die offensive rechte Außenbahn ist eine Problemzone, für die sich so recht niemand aufdrängt.“
2-1 Germany vs. Serbia | HighlightsHochgeladen von 90tsunni
Via 101greatgoals.com
Donnerstag, 29. Mai 2008
Deutsche Elf
Löw darf beim Thema Führung noch mal üben
Einhellige und harte Kritik an der Kaderauswahl des Bundestrainers: Mutlosigkeit und reine symbolische Politik lauten die Vorwürfe / Große Zweifel an Jens Lehmann und Christoph Metzelder nach dem 2:2 gegen Weißrussland
Ralf Köttker (Welt) kritisiert Löws Wahl in der Summe: „Es gibt nach Auswertung aller Trainingseinheiten, Saisonbilanzen, medizinischen Werte und taktischen Überlegungen sicher für jede der drei Personalien einen guten Grund. Jermaine Jones mangelt es an taktischem Verständnis, Patrick Helmes hat nur in der Zweiten Liga gestürmt und Marko Marin muss an seiner Physis arbeiten. Aber am Ende wird bei der EM ein Kader antreten, dem bei aller Erfahrung das Überraschungsmoment, etwas Ungewöhnliches, Exotisches, ein Schuss Risikobereitschaft fehlt.“
Klaus Hoeltzenbein (SZ) beanstandet ein Übermaß an symbolischer Politik: „Dabei war auf der Zugspitze eine Revolution versprochen worden. 26 statt 23 – das wurde als Impuls für einen offenen Konkurrenzkampf verstanden. Wenn dies aber nun das Ergebnis der Revolution ist, so erscheint die Inszenierung am Berg im Nachhinein als Aktionismus. Jene, die seit Jahren dabei sind, hatten einen Bonus, derjenige, der auf Mallorca für Fleiß und Phantasie gelobt wurde, hatte keine Chance. Löw wird die negativen Reaktionen einkalkuliert haben, aber er hat sich einiges aufgeladen damit, diese Personalie mit Bumerang-Effekt zu moderieren: Er hat Marin geholt, gehätschelt, und nun darf er sich nicht wundern, dass die Absage des Naturschauspiels im Fanvolk als Stimmungstöter wirkt. (…) Und so ist der Kader gefühlt weit stärker geschrumpft als nur auf 23, denn Marin, wie auch die ebenfalls ausgemusterten Helmes und Jones, verkörperten in ihm das wenige Neue, das Unbekannte, das Noch-zu-Entdeckende.“
Michael Horeni (FAZ), man muss schon sagen ehemals ein großer Befürworter Löws, hat den Glauben an dessen Mut verloren: „Wer glaubt, mit jungen Spielern ließe sich so leichter und für das Team folgenlos verfahren, darf beim Thema Führung noch mal üben. Löws Trost, dass die Zeit der jungen Spieler noch kommen werde, nährt nur den Eindruck, dass es bei der ‚Millimeter-Entscheidung’ eben nicht allein um Qualitätsfragen ging, sondern auch darum, wem Löw diese harte Entscheidung am leichtesten glaubte zumuten zu können. Seine Auswahl zeigt eben auch, dass der Bundestrainer unbequeme Entscheidungen – wie sie sich bei seinem Vorgänger Klinsmann mit den Namen Kahn, Kuranyi und Wörns verbinden – immer noch scheut. Alte Verdienste zählen viel, riskante Varianten haben im Ernstfall keinen Platz.“
Ein Casting der Chancenlosen
Johannes Aumüller (sueddeutsche.de) stimmt ein: „Zwar ging es nur um die Kaderplätze 21 bis 23 und der Erfolg bei der EM dürfte nicht von dieser Entscheidung abhängen. Dennoch geht Löw mit dieser Nominierung ein gewisses Risiko ein. ‚Erfahrung vor Jugend’ als Rekrutierungsprinzip führt zwangsläufig zu Erinnerungen an die Rumpelfußballergeneration unter Erich Ribbeck und Rudi Völler. Auch wenn dieser Vergleich sonst hinkt, rein psychologisch wirkt er schon. Damit nimmt Löw nach außen hin Dynamik aus der Mannschaft.“
Vor allem die Nichtnominierung Marko Marins stößt auf Kritik. Aumüller mäkelt: „Einen gerade mal 19-Jährigen erst hochzujubeln, um ihn dann doch zu enttäuschen, zeugt nicht eben von pädagogischem Fingerspitzengefühl – und kommt auch beim Fußballvolk nicht gut an. Zum enttäuschenden Ergebnis gegen Weißrussland gesellt sich nun also mancher Zweifel an der Nominierung. Zwei unmittelbar aufeinander folgende Ereignisse der deutschen Nationalmannschaft, an denen der Fan herummäkeln kann – das gab es schon lange nicht mehr. Zehn Tage vor dem ersten EM-Spiel könnte die Stimmung besser sein.“ Christian Gödecke (Spiegel Online) verzieht das Gesicht: „Es ist ein Casting der Chancenlosen gewesen. Eine Show.“
Panoptikum der Torwartprobleme
Stefan Hermanns (Tagesspiegel) lenkt den Blick auf wesentlicheres, Schwäche einiger Stammspieler: „Der Wettbewerb um die Plätze 21, 22, 23 in seinem Aufgebot hat von den sehr viel gravierenderen Problemen abgelenkt, die der Bundestrainer auf den Positionen 1 bis 11 noch zu lösen hat. In seinem Kader stecken ein bisschen zu viel Glaube und Hoffnung – vor allem auf neuralgischen Positionen. Für das Gelingen des Projekts Europameisterschaft ist es vermutlich unerheblich, ob Oliver Neuville als fünfter Stürmer nicht eingewechselt wird oder Patrick Helmes; aber es ist essenziell, ob Löw die Abläufe im Spiel seiner Mannschaft noch zu automatisieren vermag und ob er bis zum Start des Turniers eine funktionierende Defensive hinbekommt. Dass der Bundestrainer dabei auf einen Torhüter setzen muss, der keine Spielpraxis hat, vor dem ein zentraler Verteidiger spielt, der keine Spielpraxis hat, ist nicht unbedingt ermutigend. Mehr noch als bei Jens Lehmann hat sich Löw bei Christoph Metzelder der Autosuggestion hingegeben: Das wird schon.“
Beim 2:2 gegen Weißrussland erschrickt Philipp Selldorf (SZ) über die deutsche Abwehrschwäche: „Hätte Löw nach dem Eindruck dieses Abends seine Kaderauswahl getroffen, dann hätte er wohl Jens Lehmann, Christoph Metzelder und Thomas Hitzlsperger in die Ferien geschickt. Während Lehmann fast ein Panoptikum der Torwartprobleme aufführte – von stolperigen Abspielen, unterlaufenen Flanken bis zum verpassten Aufsetzer beim Tor zum 2:2 –, bestätigte Metzelder mit seinem schwerfälligen, steifen und oft auch desorientierten Auftritt alle Befürchtungen, die seine langen Krankengeschichte hervorruft. Hitzlsperger, der dritte Mann in der porösen Fraktion, kann immerhin darauf verweisen, dass er – wahrscheinlich mit Waffengewalt – auf den Posten des Linksverteidigers gezwungen wurde, auf dem er nach schlechten Erfahrungen nie wieder spielen wollte. Sein Pech bestand darin, dass der erste Anwärter Marcell Jansen ein medizinisch relevantes Zwicken verspürte, Philipp Lahm auf rechts aushelfen musste, und der allzweckdienliche Heiko Westermann plötzlich zur schwangeren Frau abberufen wurde. Letzteres lässt Hitzlsperger hoffen: Frau Westermann wird in den nächsten Wochen wohl kein weiteres Baby bekommen.“
Die Mannschaft und Löw müssen sich erst noch finden
Auch Michael Ashelm (FAZ) befasst sich mit dem Formtief Lehmanns und Metzelders: „Überstrapazierte Fußballstars hin oder her – aber Unterbeschäftigung ist auch nicht der Weg zur großen Form, wie im Fall von Metzelder und Lehmann deutlich wird. Meist träge reagierte Metzelder auf die flinken Vorstöße der jugendlichen Weißrussen, bei beiden Gegentreffern wirkte er vom Tempo der jungen Geschwindigkeitsfußballer aus Osteuropa überrollt, auch wenn ihn natürlich nicht alleine die Schuld trifft für die Tore. (…) Eigentlich waren es gar nicht die Gegentreffer, die Lehmann in die Problemzone brachten. Hier litt er vor allem an der mangelnden Abwehrbereitschaft seiner Vorderleute, zudem zeigte er zwischendurch zwei starke Paraden. Aber auch gefährliche Unsicherheiten taten sich bei der erfahrenen Nummer 1 der Deutschen auf, die schon gegen Österreich für Diskussionsstoff gesorgt hatten. Mal verschätzte sich Lehmann bei einer hohen Hereingabe, mal im Zusammenspiel am Boden mit seinen Abwehrkollegen.“
Horeni führt die schwache Leistung darauf zurück, dass Löw das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt habe: „Dass bei diesem Testspiel ohne positiven Erkenntniswert ausgerechnet auch noch Lehmann und Metzelder bedenklich abfielen, warf ein Licht auf die andere Seite des loyalen Löw-Systems. Der Bundestrainer hatte sowohl einem Torwart mit geringer Spielpraxis als auch einem Abwehrchef nach langer Verletzungspause den Weg bis zur EM schon vorab geebnet. Ausreichend Praxis und Fitness waren von Löw für Lehmann und Metzelder als persönliche Qualifikationsnorm nicht gefordert. All diese Personalentscheidungen machen bisher nur eines deutlich: Die deutsche Mannschaft und Löw müssen sich erst noch finden.“
Mittwoch, 28. Mai 2008
Deutsche Elf
Im Schatten des langen Personalfindungsprozesses
Erste Pressestimmen zum 2:2 gegen Weißrussland
Michael Horeni (FAZ) meint, dass das Spiel unter den vielen Einwechslungen gelitten hat: „Die Partie stand nach dem Wechsel vor allem im Schatten des langen Personalfindungsprozesses von Joachim Löw. Der Bundestrainer persönlich beendete wegen dieser besonderen Umstände in der zweiten Halbzeit den sicheren und ungefährdeten Auftritt einer deutschen Mannschaft. Die große Wechselshow forderte ihren Tribut – sie dürfte dem Bundestrainer allerdings kaum entscheidende Erkenntnisse gebracht haben, dafür verhagelte er sich selbst ein Erfolgserlebnis kurz vor der EM. Nacheinander versuchten sich nach der Pause auf den letzten Drücker nun Marko Marin bei seinem Debüt, Jermaine Jones, Oliver Neuville, Patrick Helmes und Piotr Trochowski, so gut es ging, zu profilieren – doch darunter und unter den diversen Umstellungen litt vor allem der Spielfluss und die allgemeine Sicherheit im deutschen Spiel.“
Philipp Selldorf (SZ) ist geschockt über den deutschen Torhüter: „Jens Lehmann trat an friedlichen Rückgaben seiner Mitspieler vorbei; er unterlief zwei Flanken, als hätten ihn die Bälle aus der Lektüre eines spannenden Buchs aufgeschreckt; er schlug nach einem Weitschuss wie nach einem Insekt. Beinahe wäre er wieder der Fall für einen Fairness-Spendenaufruf gewesen und am Horizont zog schon die nächste große deutsche Torwartdebatte herauf, aber nach einer Weile schaffte Lehmann, was ihm bei seinem missratenen Länderspiel in Österreich im Februar noch versagt geblieben war: Er fand den Bogen zurück zu seiner Linie. Zu einer großen Leistung hat er dennoch nicht mehr gefunden. Beim Ausgleichstor durch Bulyga wirkte der 38-jährige sogar unbeholfen.“
Dienstag, 27. Mai 2008
Bundesliga
Mutige und logische Entscheidung
Bruno Labbadia, Bayer Leverkusens neuer Trainer, erhält ein gutes Echo
Arnd Festerling (FR) hat sich von dem Trainer Bruno Labbadia überzeugen lassen und seine Skepsis abgelegt: „Als er im Sommer 2003 seine erste Trainerstation beim damaligen Regionalligaabsteiger SV Darmstadt 98 antrat, gab es nicht wenige, die skeptisch waren. Man kannte und achtete Labbadia als kampfstarken und leidenschaftlichen Strafraumwühler und Toremacher, der er in den 80er und 90er Jahren gewesen war. Aber als erfolgreichen Fußball-Didakten? Viele konnten sich das nicht recht vorstellen. Doch der Mann hat alle Skeptiker eines Besseren belehrt. Dabei ist er sich treu geblieben. Schon als Torjäger war Labbadia zwar vor allem ein guter Fußballer, lebte aber auch von überbordendem Willen und Ehrgeiz. Labbadia war einer, der nie aufgab und immer den direkten Weg zum Tor suchte. Gleichermaßen gradlinig und konsequent hat er seine Mannschaften auf Erfolgskurs getrimmt und mit ihnen attraktiv und erfolgreich Fußball gespielt – ob beim SV Darmstadt 98 und oder bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Zudem hat Labbadia nachgewiesen, dass er ein scharfes Auge für Talente besitzt. (…) Leverkusen kann einen wie Labbadia gut gebrauchen. Das Kontrastprogramm zum eher verkopft wirkenden Michael Skibbe könnte der oft zu braven Bayer-Mannschaft eventuell das für Erfolge unabdingbare Maß an Besessenheit näher bringen.“
Daniel Theweleits (Financial Times Deutschland) Vergleich mit Labbadias Vorgänger fällt optimistisch aus: „Anders als Skibbe ist er einer dieser Trainertypen, die mitreißen können, und seine Methoden haben bislang überall funktioniert. Darmstadt 98 führte er aus der Oberliga in die Regionalliga. Doch dort kündigte er 2005 selbst, nachdem er öffentlich zum Rapport bestellt worden war, weil die Darmstädter der Vorgabe – Aufstieg in die Zweite Liga – etwas hinterherhinkten. Darmstadt stieg prompt wieder in die Oberliga ab. Im Sommer 2007 wechselte er dann zu Greuther Fürth, wo es ihm gelang, einen Klub mit einem der kleinsten Etats bis in die Schlussphase der Saison im Aufstiegskampf zu halten.“
Auch Michael Jahn (Berliner Zeitung) billigt Leverkusens Wahl: „Es ist eine mutige und auch eine logische Entscheidung von Bayer, auf einen noch jungen und unverbrauchten Trainer zu setzen, der nicht zum Establishment der Berufsgruppe zählt und nicht zum Zirkel derjenigen, die sich laut oder auch leise melden, wenn ein Kollege gerade seinen hochbezahlten Job verloren hat. Wenn der Trainer Labbadia einige Eigenschaften des Spielers Labbadia ins neue Amt rettet (Temperament, Ehrgeiz, Unberechenbarkeit) kann er Erfolg haben.“
Montag, 26. Mai 2008
Internationaler Fußball
Wie ein vom Provinzfürsten geführter Dorfverein
Avram Grant ist in Chelsea gefeuert worden – die deutschsprachige Presse kritisiert dies, besonders den Stil
Christian Eichler (FAZ) kommentiert, zwei Perspektiven abwägend, die Entlassung Avram Grants in Chelsea: „Das passt einerseits zu der ‚Daumen runter’-Mentalität im ‚Roman Empire’ des russischen Milliardärs. Andererseits bleibt fraglich, ob Grant nur ein verpasster Titel den Job kostete; ob es also der Fuß von John Terry war, der Grant den letzten Tritt gab. Mehr und mehr scheint es, als ob die Entscheidung, einen neuen Trainer mit größerem Renommee zu suchen, schon lange vor dem unglücklichen Ende der Saison gefallen war. Auch wenn er gewann, konnte Grant nicht gewinnen – ein Paradoxon, wie es die Medien- und Milliardärswelt des heutigen Fußballs erzeugt. Wenn es lief, war es immer noch das Team des brillanten Mourinho; wenn nicht, war es der dröge Nachfolger, der alles vermasselte. Fans und Medien behandelten Grant wie eine Übergangslösung, die Profis sowieso. Sie bemängelten Trainingsmethoden ‚wie vor 25 Jahren’. Es wurde kolportiert, bei Grants Motivationsreden spielten sie Karten. Laut Didier Drogba hat das Team irgendwann ‚auf Autopilot’ geschaltet. Es ignorierte also angeblich den Coach und spielte mit dem System und dem Selbstvertrauen, die es unter Mourinho verinnerlicht hatte, weiter. Aber letztlich, weil Chelsea ein absolutistisch geführter Klub ist, war es natürlich Abramowitsch allein, der entschied.“
Könnte Grants Vorgänger auch sein Nachfolger werden? Eichler hat ein Indiz gefunden: „Bekannt wurde nun, dass Abramowitsch Mourinho fünf Monate nach der Trennung ein Geschenk mit einem Marktwert von über zwei Millionen Pfund gemacht hat, einen von nur sechzig produzierten Ferrari 612 Scaglietti aus Anlass des 60-jährigen Ferrari-Jubiläums. Das kann man leicht so interpretieren, dass der Chelsea-Boss da schon auf Nachfolger-Suche für Grant war und dazu die diplomatischen Beziehungen mit Mourinho wiederaufnehmen wollte mit Hilfe des kleinen knallroten Präsents. Nun sehen einige englische Buchmacher den Portugiesen schon als einen der Mitfavoriten für den Chelsea-Job – hinter den üblichen Verdächtigen wie Rijkaard, Mancini, Hiddink.“
Barbara Klimke (Berliner Zeitung) rügt die Vereinsführung Chelseas: „Auf dem Heimflug wurde ihm ein Platz im hinteren Teil der Maschine zugewiesen. Zwei Tage später war er bereits entlassen. Der FC Chelsea mag ein millionenschweres Unternehmen sein. Was den Stil des Umgangs mit einem vermeintlich erfolglosen Trainer betrifft, aber handelt auch dieser Klub wie ein beliebiger vom Provinzfürsten geführte Dorfverein. Nicht John Terry also wurde die Finalniederlage gegen Manchester United angekreidet. Sondern dem Trainer. Er hatte Chelsea erstmals in der Vereinsgeschichte in ein Champions-League-Endspiel geführt. Aber einem Ziel so nahe zu kommen wie keiner vor ihm, ist für Chelseas Eigentümer keine Leistung, von der ein Anspruch auf Weiterbeschäftigung abzuleiten wäre. Der FC Chelsea bleibt ein Klub, den das schnelle Geld regiert, nicht die langwierige Arbeit; das vor allem ist der Unterschied zu Manchester United, wo Alex Ferguson seit zweiundzwanzig Jahren wirken kann und nicht bei jeder Krise sofort in Frage gestellt wird.“
Hanspeter Künzler (Neue Zürcher Zeitung) schreibt zu dem Thema: „Die Statistik zeigt, dass Grant in der Premier League mindestens so erfolgreich gearbeitet hat wie zuletzt Mourinho. In den ersten sechs Premier-League-Spielen der Saison hatte Chelsea unter Mourinho sieben Punkte eingebüsst; am Schluss lagen die Londoner lediglich zwei Punkte hinter dem Meister Manchester United. Gegen Grant sprach – neben seinem bärbeißigen Auftreten – wohl in erster Linie, dass auch unter ihm der attraktive Fußball ausblieb, den bereits Mourinho selten geboten hatte. Ferner wurde Grant stets ein Mangel an taktischem Weitblick und Motivationskraft vorgeworfen. Dennoch gilt er schon als Kandidat, bei Manchester City Sven-Göran Eriksson zu ersetzen.“
Ball und Buchstabe
Intoleranz und Verantwortungslosigkeit
Christoph Daums schwulenfeindliche Thesen konterkarieren die gutgemeinten Initiativen Theo Zwanzigers und offenbaren die Vorurteile der Branche
Thomas Winkler (taz) gewinnt sarkastisch den homophoben Aussagen Christoph Daums etwas Gutes ab: „Daum hat die Realitäten wieder geradegerückt. Und dafür gesorgt, dass Homoaktivisten wieder einmal darauf aufmerksam machen konnten, was der DFB unter Theo Zwanziger zuletzt mit allerhand Goodwill-Aktionen geschickt zu verschleiern gewusst hatte: dass das Verhältnis des durchschnittlichen deutschen Kickers zur gleichgeschlechtlichen Liebe im Normalfall immer noch von entschiedener Intoleranz geprägt ist. (… Es ist) ein altes Vorurteil: Nichts gegen Schwule, aber die können nun mal einfach nicht die Finger lassen von kleinen Kindern. Daum hat also dankenswerterweise mal wieder vor Augen geführt, dass auch sich liberal dünkende Menschen voreingenommen sein können – und es nicht einmal mitkriegen. Die Tatsache, einem Homosexuellen mal die Hand gedrückt zu haben, schützt eben nicht vor Homophobie. Und man darf getrost davon ausgehen, dass Daum damit die in den Fußballvereinen dieses Landes herrschende Meinung nur leicht verklausuliert zum Ausdruck gebracht hat.“
Für Fooligan hört der Spaß auf: „Man muss mit Nachdruck fordern, Daum aus seinem jetzigen Vertrag zu Rakete Holzbüttgen ziehen zu lassen, die ihn dann auf den Mond schießen, hinter dem er offensichtlich bereits wohnt. Die Fußballlandschaft ist ja vollgepackt mit Wahnsinnigen und Psychopathen, ein solches Maß an gesellschaftlicher Verantwortungslosigkeit, Homophobie und Arschlochtum ist allerdings nicht tolerierbar. Nicht mal im Fußball.“
Ronny Blaschke (Berliner Zeitung) hingegen redet diplomatischer und bescheinigt dem DFB-Präsidenten Wirkungslosigkeit: „Es wäre unseriös, Daum nur auf Basis dieser Aussage als schwulenfeindlich zu bezeichnen. Er und seine Vorgesetzten bemühten sich um eine Relativierung der Zitate, doch ihre Art verdeutlichte, wie gefährlich es ist, wenn sich Unwissenheit mit Ignoranz mischt. ‚Es war nicht seine Absicht, jemanden zu diffamieren. Es ging ihm mehr um den Kinderschutz’, sagte Michael Meier, der Manager. Dass er Daums Gedanken aufgriff, ihn in andere Worte kleidete und ebenfalls ein altes Klischee bestärkte, schien er nicht zu bemerken. (…) Theo Zwanzigers Werben kann der Anfang einer Bewegung sein, für den Durchbruch ist es zu früh. In den Satzungen des DFB, der Fifa, der Uefa und der meisten Klubs fehlt bis heute der Begriff Sexualität – das Streben nach Differenzierung, Transparenz und Klarheit ist nicht zu erkennen. Durch nachhaltige Kampagnen hat sich in Deutschland ebenfalls kein Verband hervorgetan. Die Bemühung des DFB um ein Benefizspiel soll laut Kennern der Szene von der DFL nicht gefördert worden sein.“
Verquere Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie
In seinem Blog schreibt Blaschke: „Die Initiativen sind ehrenwert, doch in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit schaffen sie es selten, zu gering ist die Unterstützung von Politik, Wirtschaft, Verbänden und Medien. Vor diesem Hintergrund werden auch die Aussagen Zwanzigers relativiert. Er äußert sich so kritisch wie kein anderer Funktionär, aber eine Broschüre, eine nachhaltige Kampagne oder ein Benefizspiel hat auch er nicht durchsetzen können. Auch der Strafenkatalog wurde nicht verändert, womöglich müsste sonst jedes zweite Spiel abgebrochen werden.“
Daniel Theweleit (Spiegel Online) lässt keine Ausrede oder Abwiegelung gelten: „Man braucht viel guten Willen, um aus den Daumschen Worten etwas anderes herauszulesen als eine völlig verquere Gleichsetzung von Homosexualität und pädophilen Übergriffen. In Köln wird nun eifrig gerätselt, was Daum zu diesen merkwürdigen Aussagen getrieben hat. Es kursiert die Theorie, dass er zur Zeit des Interviews davon ausging, bei der Ausstrahlung der Sendung nicht mehr in Köln, Deutschlands heimlicher Hauptstadt der Schwulen und Lesben, zu arbeiten, und deshalb kein Blatt vor den Mund nahm. Doch weil er hier geliebt wird wie nirgends sonst, und über seine Nähe zum ‚Express’ weiterhin ein buntes Boulevardthema geblieben wäre, ist das eher unwahrscheinlich. Und wenn es sich wirklich um ein Missverständnis handeln würde, dann hätte die Klarstellung eindeutiger und weniger lieblos formuliert sein müssen. Wahrscheinlicher scheint, dass Daum tatsächlich kein Freund homosexueller Lebensentwürfe ist. Und er ist noch nicht einmal sensibel genug, das in dieser Stadt mit ihrem tief im kulturellen Alltag verwurzelten Club für sich zu behalten.“
Samstag, 24. Mai 2008
Bundesliga
Besser kann man den Job kaum besetzen
Jürgen Klopp neuer Trainer von Borussia Dortmund – etwas Vorschusslorbeer und eine Nuance Skepsis von der Presse
Andreas Lesch (Berliner Zeitung) weist Jürgen Klopp darauf hin, dass seine neue Aufgabe anders sein werde als seine alte: „Von Mainz nach Dortmund sind es 250 Kilometer, zwischen den Fußballvereinen beider Städte aber liegen Welten. Jürgen Klopp zeigt Mut, wenn er seinen Arbeitsplatz von hier nach dort verlegt, von seinem kleinen Kuschelklub zu einem Verein, der manchmal Anfälle von Größenwahn hat. Dieser Wechsel zieht seine Reize aus den Chancen, die er bietet: Klopp kann in Dortmund beweisen, dass er mehr ist als der gut gelaunte Halbzeitpausentaktikerklärer, den jede Oma aus dem Fernsehen kennt. Er kann sich von dem Bild emanzipieren, das die Öffentlichkeit von ihm hat. Er kann zeigen, dass er nicht nur in einem bestimmten Milieu funktioniert.“
Christoph Ruf (Spiegel Online) hingegen erkennt erleichternde Umstände für Klopps Einstieg: „Der BVB dürfte ein dankbares Betätigungsfeld für den ehrgeizigen Schwaben sein, schließlich ist die schwarz-gelbe Fan-Gemeinde durch jahrelange sportliche wie ökonomische Misswirtschaft so anspruchslos geworden, dass schon ein paar engagierte Heimauftritte genügen dürften, um die stehende Gefolgschaft in der Südtribüne wieder mit dem Team zu versöhnen. Klopp passt zudem als Typus ins proletarische Dortmunder Milieu.“
Richard Leipold (FAZ) befasst sich mit der Bedeutung der Personalie für den Verein: „Klopps Kommen markiert einen der vielen Anfänge, die Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren unternommen hat, einen der vielen Versuche, zu alter Stärke und Geltung zu gelangen. Klopp ist eine Chance für alle Beteiligten, aber auch eine Probe aufs Exempel: für den Klub, für den Trainer und für BVB-Geschäftsführer Watzke nebst seinem Adjutanten Michael Zorc. Klopp bietet sich die Chance und zugleich das Risiko, dass sichtbar wird, was dieser Unterhaltungskünstler außerhalb seiner karnevalistischen Komfortzone zu leisten imstande ist – unter Bedingungen, die um ein Vielfaches härter sind als in Mainz. (…) In konservativ denkenden Vereinskreisen ist der Wunsch nach einem Trainer geäußert worden, der wieder ein wenig weltmännisches Flair verströmt. Dennoch hat Watzke seinen Kandidaten aus der rheinhessischen Provinz durchgesetzt. Insofern ist die Verpflichtung des charmanten Herrn Klopp auch ein Politikum, das mehr als andere Personalien dieser Art in den Klub hineinwirkt.“
Champions-League-reife Pointen
Freddie Röckenhaus (SZ) zeigt auf Klopps gute Arbeit und leitet daraus Milieuunabhängigkeit ab: „Neben all dem Hokuspokus hat Klopp mit seinem findigen Assistenztrainer Zeljko Buvac bei Mainz 05 auch sehr irdische, erstaunliche Arbeit geliefert. Wer sich sieben Jahre durch die Auf- und Abstiegskämpfe gewühlt hat, personell meist nicht ganz konkurrenzfähig und mit ständig wechselnden Spielerkadern, aus denen die Besten immer gleich wieder verkauft wurden, der hat ein sehr reales Stahlbad hinter sich. Wenn man je das Gefühl haben konnte, dass die Mentalität eines Trainers zur fußballverrückten Ruhrpott-Metropole Dortmund passt, dann bei Klopp. Dortmunds Vorstandsboss Watzke, bisher in Trainerfragen ganz und gar glücklos, darf sich das als Erfolg anrechnen. Selbst wenn er in Zukunft damit wird leben müssen, dass ihm Klopp jegliche Schau stehlen wird. Er mag kein Zauberer sein, aber eine Rampensau ist Klopp allemal. Positiver kann man den Trainerjob bei Borussia Dortmund nach aktueller Kenntnis kaum besetzen.“
Und lässt sich von Klopps Art anstecken: „Wenn er so trainiert, wie er Pointen setzt, dürfte Dortmund bald reif für die Champions League sein. Beobachter der frustigen Doll-Ära brachten das Schaulaufen des neuen Trainers auf die Formel, Klopp habe mehr originelle Sätze in diesen 45 Minuten produziert als sein Vorgänger in seiner 14-monatigen Amtszeit. Und wie Klopp sich nonchalant in seine Rhetorik des Zauberlehrlings steigerte, merkte man, wie er binnen weniger Minuten selbst die eher trockenen Dortmunder Watzke und Zorc sichtlich ansteckte mit seiner unprätentiös unbeeindruckten Art. Spätestens da dürfte der Fernseh-Co-Kommentator mit ihm durchgegangen sein, der Menschen für sich und den weitgehend sinnfreien Zeitvertreib Fußball in Nullkommanichts einnehmen kann.“
FR: Klopp, der Gutwettermacher
FAZ: Klopps erster Auftritt in Dortmund erheitert
SZ: Lehmann zu Stuttgart? Es gibt Andeutungen
Freitag, 23. Mai 2008
Champions League
Hinreißendes Duell um die europäische Fußballkrone
Die Chronisten sind sich sicher, ein großes Finale zwischen Manchester United und dem FC Chelsea erlebt zu haben / Großes Lob für Michael Ballack / Großes Gefühlstheater / Engländer freunden sich mit dem Elfmeterschießen an / Chelsea hat ein Trainer gefehlt
Peter Heß (FAZ) ist vordergründig begeistert, gibt aber zu bedenken: „Manchester und Chelsea haben sich ein hinreißendes Duell um die europäische Fußballkrone geliefert. Das Finale bot alle Qualitäten des Spiels in einer Ausprägung, die sich der englische Fan nur wünschen und der deutsche nur erträumen kann: Dramatik, Akrobatik, Dynamik, Tempo, Kampf, Emotionen. Was sich im Luschniki-Park abspielte, wird in einer Bundesliga-Begegnung nie zu bewundern sein. Und ob Bayern München, das Symbol deutscher Extraklasse, jemals in der Lage sein wird, höchstes europäisches Niveau zu erreichen, ist auch fraglich. Falls die Münchner nicht mehr aufschließen könnten, wäre das auch nicht so schlimm. Chelsea und Manchester haben den Qualitätsvorsprung teuer, zu teuer erkauft. 1,5 Milliarden Pfund Schulden häuften die beiden Klubs. (…) Dann doch lieber etwas schlechter Fußball spielen.“
Allzu großen deutschen und bayerischen Hoffnungen erteilt er eine Absage: „So gut kann Jürgen Klinsmanns Training gar nicht sein, um aus einem Klose einen Drogba, aus einem Schweinsteiger einen Cristiano Ronaldo, aus einem Altintop einen Rooney oder aus einem Lucio einen Terry zu machen.“
Die Leistung Michael Ballacks würdigt Heß in den höchsten Tönen: „Ballack wurde von Ende der ersten Halbzeit an zum dominierenden Ordnungsfaktor im Mittelfeld. Mit 31 Jahren legte Ballack zwar nicht den Makel ab, noch nie ein großes Finale gewonnen zu haben. Aber er bewies den letzten Zweiflern in Deutschland, sich auf höchstem Niveau durchsetzen zu können. Drogba fügte sich, als er einen Freistoß schießen wollte, die Mitspieler suchten ihn, sobald sie nicht mehr wussten, wohin mit dem Ball. Joachim Löw darf sich auf den besten Ballack freuen, den es vermutlich je gab. In England hat er an Physis zugelegt und ist sogar ein wenig dynamischer geworden.“
Großes Gefühlstheater
Raphael Honigstein (SZ) stimmt ein und wendet sich dem Elfmeterschießen zu: „Ballack hat in seinem zweiten Champions League-Finale beinahe das Spiel seines Lebens gemacht. Er hat Chelsea zu einem exzellenten Finale getrieben, seine schiere Kraft schien dem Spiel in der zweiten Hälfte eine Entscheidung aufzuzwingen. Das Spiel aber wollte nicht. Es schickte lieber böswillig John Terry als fünften Schützen zum Elfmeterpunkt. Cristiano Ronaldo war zuvor mit nicht ganz untypischer Gockelhaftigkeit an Petr Cech gescheitert, Kapitän Terry musste nur noch verwandeln, um den Pokal in den Händen zu halten. Die Rolle des Schurken musste aber ein anderer besetzen: Didier Drogba. Der Ivorer hatte sich von seinem Bewacher Nemanja Vidic zu einer kleinen Backpfeife hinreißen lassen und war dafür wenige Minuten vor Abpfiff vom Platz geflogen. Er war als fünfter Schütze vorgesehen gewesen. Terry war nur der Lückenbüßer.“
Christian Eichler (FAZ) belächelt und bestaunt Ronaldo: „Der aktuell beste Spieler der Welt hatte mit dem Kopfball zum 1:0, mit seinen gefährlichen Spurts und Dribblings alle Kritiker widerlegt, die ihm vorgeworfen hatten, in großen Spielen zu versagen. Bis zum Elfmeterschießen jedenfalls. Dann versuchte er in all seiner expressiven Selbstsicherheit, Peter Cech, den neben Buffon besten Torwart der Welt, mit einer billigen Start-Stopp-Strategie im Anlauf zu verladen. Es ging schief, und Ronaldo durfte sich nun minutenlang auf die versammelte Häme der Fußballwelt vorbereiten, die einen, der nicht nur der Beste ist, sondern zeigt, dass er es auch weiß, nur allzu gern vom Sockel holt. Dann aber rutschte, beim Matchball, John Terry mit dem Standbein weg, so wurde es für ihn der schlimmste Tag. Am Abend eines großen Finals hat fast jeder seine eigene, erzählenswerte Geschichte – die dann im großen Gefühlstheater von Klub und Kollektiv, Medienrummel und Massenspektakel aber oft untergeht. Geschichten wie die von Edwin van der Sar, der schon vor dreizehn Jahren mit Ajax Amsterdam den Titel gewonnen hatte – der letzte Sieger vor dem epochalen Einschnitt des Bosman-Urteils, das die Champions League von einem Fußball- zu einem Finanzwettbewerb, vom Talentvergleich unter Klubs zum Budgetvergleich von Großunternehmen gemacht hat.“
Anelka stürzt Chelsea samt Tresor ins Tal
In der Neuen Zürcher Zeitung liest man: „Romantik und, sagen wir, Raffgier kamen sich in Moskau ganz, ganz nahe, vereinigt in Pech und Frust. Chelsea verlor im Penaltyschießen, zwei Londoner Spieler verschossen, John Terry und Nicolas Anelka. Terry, der Captain, seit Menschengedenken im Klub, war zum zehnten Schuss angetreten, hätte die Entscheidung herbeiführen können, die Bleistifte waren gespitzt für romantische Lobeshymnen auf eine treue Seele – doch Terry rutschte aus, verschoss. Die Spannung blieb aufrecht, bis ein paar Minuten und drei Schützen später der Druck auf Anelka lastete. Er musste treffen, um die Niederlage abzuwenden, Anelka, der präzise Gegenentwurf zur treuen Seele, seit 1999 in acht Vereinen unter Vertrag. Anelka schoss so, wie sein Ruf ist – eher schlecht. Der französische Raffzahn, der dort unterschreibt, wo der Tresor gerade sehr voll ist, stürzte ins Tal der Tränen, und Chelsea samt Tresor riss er mit sich.“
Paul Doyle (Guardian) entdeckt die schönen Seiten am Elfmeterschießen: „Kritiker beanstanden, dass Elfmeterschießen in einem Mannschaftsspiel wie Fußball zu viel Wert auf den Einzelnen lege. Doch es ist die perfekte Lösung unter folgenden Bedingung: Wenn zwei Teams gleichgut anmuten, wird es Zeit, ihre Einzelteile zu untersuchen. Neue Handlungsstränge werden so erzeugt: Der Druck auf Juliano Belletti muss unglaublich groß gewesen sein, da er erst fünf Sekunden auf dem Platz gestanden hatte, bevor er zum Elfmeterpunkt schritt. Er wuchs mit der Aufgabe. Cristiano Ronaldo, der formstärkste Spieler des Planeten, nicht (aber sein ganzer Auftritt und sein exzellentes Tor machen es einem unmöglich, die Verunglimpfung zu wiederholen, er sei in wichtigen Spielen eine Flasche). Terrys Ausrutscher war tragisch – oder komisch, je nach Perspektive. Und was ist mit Anelka? In Anbetracht des großartigen Finals ist es vielleicht am besten zu sagen: Edwin van der Sar hielt heldenhaft.“
Tja, was sagt man dazu? Es müssen schon zwei englische Klubs beteiligt sein (es also einen englischen Sieger geben), damit sich der Engländer an einem Elfmeterschießen erwärmen kann.
Ein Trainer hat Chelsea gefehlt
Über die beiden Trainer schreibt Honigstein: „Alex Ferguson ist jetzt endgültig als große Trainerlegende etabliert, Avram Grant muss dagegen als titelloser Unglücksrabe zum Rapport bei Abramowitsch. Alles wegen Terrys Standbein, das wegrutsche. So schön und so schrecklich ist er, der Fußball.“ Heß bezweifelt den Anteil des Chelsea-Trainers am Erfolg: „Dass Grant weitermachen darf, gilt als ausgeschlossen. Der Israeli wirkte während des Finales wie ein Gast bei seiner Mannschaft. Im letzten halben Jahr soll ein Spielerrat die Richtung vorgegeben haben, nicht mehr der Trainer. Seitdem war eine deutliche Steigerung zu spüren. Aber all das Geld, das Abramowitsch in die Spieler investierte, führte nicht zum ersehnten Erfolg. Ein Extra hatte gefehlt, ein Trainer, der eine Mannschaft gebildet hätte, die mehr Leistung als ihre Einzelteile produziert.“
Im Fiver lesen wir: „John Terry slipped rather than bottled his penalty, which is a hell of a lot better than his usual trick of slipping on his own urine in trendy London nightclubs.” Dort erfahren wir auch, was Terry vor dem Spiel über den neu verlegten Moskauer Rasen gesagt haben soll: „The pitch is the same for both sides and if we get the footwear right we will be fine. We are not worrying about that at all.”
Bundesliga
Ergebnis eines Plebiszits
Die Presse erhärtet die These, dass Michael Skibbe nicht an seiner Leistung oder seinem Erfolg, sondern an seiner Unbeliebtheit im Leverkusener Umfeld gescheitert sei
Von Philipp Selldorf (SZ) heißt es: „Skibbe verlor sein Amt auch deswegen, weil eine Menge einflussreicher Leute in Leverkusen den Trainer nicht leiden konnten: In der Fankurve hatte der Trainer keine Freunde, die Forderung nach seinem Rauswurf gehörte zum ständigen Repertoire auf den Stehrängen. Angeblich hat Skibbe zuletzt auch im Gesellschafterausschuss, dem bis auf den früheren Sportschauchef Heribert Fassbender nur Vertreter des Konzerns angehören, nur noch wenig Zustimmung erfahren. Aber maßgebend war das Votum der Fans. Tatsächlich hatte Skibbe das Pech, dass die Fans während der erfolgreichen Zeit seine Verdienste ignorierten, ihn aber bei den Niederlagen zum Schuldigen erklärten. Die Spieler dagegen haben ihren Trainer aufrichtig gemocht, ihre Solidaradressen gingen über die üblichen oberflächlichen Statements hinaus.“
Richard Leipold (FAZ) pflichtet bei: „Skibbe hielt länger durch als jeder andere Fußball-Lehrer, der sich nach Christoph Daums Kokain-Affäre in dieser Position bei Bayer versucht hatte. Für Skibbe sprach bis zuletzt der Aufbau einer jungen, perspektivreichen Mannschaft, die immerhin das Viertelfinale des Uefa-Pokals erreichte und gegen den späteren Cup-Gewinner Zenit Sankt Petersburg ausschied. Zudem hatte es lange geheißen, Skibbes Arbeit werde nicht allein am Tabellenplatz gemessen. Wäre dieser Maßstab gültig geblieben, hätte der Trainer bleiben müssen. Er hinterlässt eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft mit großen Ambitionen. Sie wurde nicht nach alter Bayer-Manier mit viel Geld aufgerüstet, sondern entstand auch dank Skibbes Blick für Begabte. Aber dieser ‚weiche’ Faktor reichte nicht, um die Zweifel zu beseitigen oder wenigstens die Vorbehalte der Basis auszugleichen. Insofern mag es kein Rauswurf mit Ansage gewesen sein, aber so überraschend wie teilweise angenommen kam die Entlassung auch nicht. (…) Kenner der Leverkusener Szene werten den Rauswurf des kompetenten Trainers, der stets die Contenance bewahrte, als Ergebnis eines Plebiszits.“
Donnerstag, 22. Mai 2008
Bundesliga
Populistisch
Unverständnis über die Entlassung Michael Skibbes in Leverkusen / Martin Jols gelungene Vorstellung in Hamburg
Andreas Lesch (Berliner Zeitung) kritisiert Wolfgang Holzhäuser, Rudi Völler und Co.: „Wer allein Leverkusens Saisonergebnis als Maßstab nimmt, der kann Skibbes Entlassung konsequent finden. Wer jedoch auf den Verlauf der Saison zurückblickt, dem muss die Trennung merkwürdig vorkommen. Vor Monaten noch ist Skibbe gerühmt worden – für den offensiven, attraktiven Stil seiner Mannschaft, für ihre Jugend und ihr Potenzial, für all die Begabungen, die er gefördert hat: René Adler und Simon Rolfes, Gonzalo Castro und Stefan Kießling, Tranquillo Barnetta und Arturo Vidal. Eine Klubführung, die langfristig denkt, wertet solch positive strukturelle Entwicklungen höher als einen kurzen Negativtrend, der eine Saison vermiest. Die Bosse in Leverkusen aber finden die Perspektiven für die Zukunft offenbar zweitrangig. Sie scheinen eher daran interessiert zu sein, in der Gegenwart gut dazustehen, und lassen sich von den Stimmungen der Stunde leiten. Das wirkt populistisch und wenig durchdacht.“
Daniel Theweleit (taz) ergänzt: „Skibbes größtes Problem war sein Mangel an Popularität. Von den Fans schlug ihm eine gewaltige Abneigung entgegen, gegen Werder Bremen forderten große Teile des Anhangs schon beim Stand von 0:0 – einem Ergebnis, mit dem Bayer international hätte spielen dürfen – die Entlassung des Trainers. Später musste er auf seinem Weg zur Pressekonferenz vom Sicherheitsdienst beschützt werden. (…) Der Mutterkonzern Bayer hat Großes vor: Sein Sportsponsoring fokussiert er künftig fast ausschließlich auf den Fußball, das Stadion wird erweitert und modernisiert, und die Mannschaft ist reichlich bestückt mit Spielern, die zu international begehrten Stars werden könnten. Da ist für den sensiblen Herrn Skibbe kein Platz.“
Kommunikator
Axel Kintzinger (Financial Times Deutschland) gewährt Hamburgs neuem Trainer einen Sympathievorschuss: „Martin Jol hat bei Tottenham Hotspur gezeigt, wie viel er aus einer Mannschaft mit nicht eben exzellenten Spielern herausholen kann. Fast vier Jahre trainierte er den Londoner Klub, führte ihn im ersten Jahr aus der Abstiegszone auf Rang 9 und dann zweimal hintereinander auf den 5. Platz. Mehr geht in England für einen Mittelklasseklub kaum – sind doch die ersten vier Plätze für Manchester United, Chelsea, Arsenal und Liverpool reserviert. Als die Spurs im vergangenen Herbst aber auf Platz 18 rutschten, machten die Klubbosse kurzen Prozess mit Jol. Schon nach der gestrigen Präsentation ist klar, dass der HSV mit Jol einen guten Kommunikator gefunden hat. Die Außendarstellung des Klubs hatte zuletzt ganz schön gelitten unter dem herrischen, besserwisserischen und schnell beleidigten Auftreten von Huub Stevens. Jol jedenfalls scheint zu wissen, wann Showtime ist.“
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