Mittwoch, 21. September 2005
Allgemein
Viele Seiten
Michael Eder (FAZ 21.9.) verweist auf die unbekannte Seite Jürgen Klopps: „Klopp war plötzlich ein Star. Taktisch gewieft, rhetorisch geschickt, jung und dynamisch, ließ er eine ganze Reihe von Kollegen alt aussehen, und das sieht man nicht so gern in einer Branche, in der sich das meiste in einem Kreislauf abspielt, in dem die Platzhirsche davon ausgehen können, morgen beim nächsten Klub eine Anstellung zu finden, wenn sie heute irgendwo entlassen werden. Laute, freche Neulinge stören das System. (…) Man sollte ihn nicht unterschätzen. Klopp ist kein Spaßfußballer, Klopp ist ein Kämpfer, einer, der mächtig austeilen kann. Auch das hat er mit dem Freiburger Finke gemein. Von Klopps ‚anderer Seite’ wissen manche im Verein zu erzählen. Sie sagen: Es gebe adrenalingeschwängerte Momente, da mache man am besten einen großen Bogen um den Trainer. Er könne ungerecht sein, barsch, manchmal beleidigend – Klopp hat jedenfalls viele Seiten, er ist alles andere als ein einfacher Charakter. Aber er ist eben auch der Motor, der die Mainzer mit hoher Drehzahl vorantreibt, ein Motivator erster Klasse. Auch taktisch ist Klopp nicht nur der große Tüftler, als der er gilt. Er ist auch ein Konservativer, im Zweifel läßt er – manchmal bis zur Sturheit –die Alten spielen, die schon Jahre da sind, die sich bewährt haben.“
Anachronistisch
Daniel Theweleit (BLZ 21.9.) beschreibt die Bemühungen des MSV Duisburg: „Präsident Walter Hellmich stellt seine hemdsärmelige Art gerne zur Schau. Als es vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund zu einem Verkehrschaos vor dem Stadion kam, verließ er seine Loge und dirigierte selbst die Automassen. Er kümmert sich auch sonst um die Details des Alltagsgeschäfts, führt Vertragsverhandlungen mit den Spielen, pokert um Prämien. Der letzte Patron der Bundesliga wird er genannt. Dieser Führungsstil weckt Sympathien, wirkt gelegentlich aber so anachronistisch wie der Stil, den sein Trainer auf dem Rasen praktizieren lässt. Gegen favorisierte Gegner, und das sind die meisten, lässt Norbert Meier eine Außenseitertaktik alter Schule spielen. Tief zurückgezogen steht die Mannschaft dann, kämpft, ackert und trägt nach dem Spiel erdgeschwärzte Trikots in die Kabine.“
Welt: Jon Dahl Tomasson genießt Stammplatzgarantie
SZ: Halil Altintop ist einer der heftigst umworbenen Bundesliga-Stürmer
Würdigung der postprofessionalen Phase
Mario Basler nimmt seine Entlassung in Regensburg großmütig hin; Sven Goldmann (Tsp 21.9.) staunt: „Mario Basler – war das nicht der Fußballspieler, der sein begnadetes Talent dem Weißbier und den Zigaretten opferte? Der mal einem Schiedsrichter bescheinigte, er müsse ‚richtig auf die Fresse kriegen’? Der seinen Job bei Bayern München wegen einer Wirtshausrauferei verlor? Ja, Mario Basler hat in den vergangenen Jahren viel Dummes gesagt und getan. Für eine Würdigung seiner postprofessionalen Phase aber wird hier einmal aufgelistet, was er denn alles nicht gesagt und getan hat. Basler hat sich nicht jedes Mal ins Gespräch gebracht, wenn mal wieder ein Bundesligatrainer entlassen wurde, er wollte auch nicht Bundestrainer werden. Er hat nicht zwecks Medienpräsenz die Betreuung eines Projekts namens Borussia Banana übernommen. Und er hat sich nicht als Stichwortgeber für Boulevardkolumnen angedient, um ehemaligen Kollegen schlaue Ratschläge zu erteilen.“
Am Grünen Tisch
Machtprobe
Kampf gegen Doping – Evi Simeoni (FAS 18.9.) kommentiert den Streit zwischen der Wada und der Fifa: „Betroffene und von der Übermacht des Fußballs überzeugte Beobachter stellen das Problem zwar gerne als Hahnenkampf zweier sportpolitischer Alphatiere dar – hier der kanadische Wada-Präsident Richard Pound, dort der Schweizer Fifa-Präsident Joseph Blatter. Aber es geht um mehr. (…) Die Signale der Fifa bleiben eindeutig: Wir lassen uns von niemandem vorschreiben, wie wir mit unseren zweibeinigen Millionenwerten umzugehen haben – auch nicht im Anti-Doping-Kampf. Da schwingt wohl die Angst mit, daß eines Tages die Regelsperre von zwei Jahren auf einen Dopingsünder vom Format eines Ronaldinho oder Ballack angewandt werden muß. Ob die Macht der Fifa ausreicht, um sich weiter als Weltsport-Überinstanz hinzustellen, wird wahrscheinlich nur noch der Internationale Sportgerichtshof klären können.“
Dienstag, 20. September 2005
Internationaler Fußball
Stil verteidigen
Christian Eichler (FAZ 19.9.) fordert vom englischen Meister und Tabellenführer mehr Spektakel: „Chelsea dominiert seine Partien, ohne zu glänzen. Die über eine halbe Milliarde Euro, die der Russe binnen zwei Jahren in Klub und Team steckte, werfen zwar Punkte und Titel ab, aber kaum einmal den spielerischen Schauwert, wie ihn etwa der Sturm-Furor von ManU oder das elegante Paßspiel von Arsenal in besseren Tagen verbreiteten. Schon sieht sich Trainer Mourinho genötigt, seinen Stil zu verteidigen: Man sei nicht dazu verpflichtet zu unterhalten.“
Melancholie
Peter Hartmann (NZZ 20.9.) schildert das Leiden des AC Mailand: „Die Finalniederlage gegen den FC Liverpool in der Champions League scheint als Trauma auf dem seither kaum veränderten Personal zu lasten. (…) Milan hat den Blues, sagen die medialen Milan-Watchers. Die Melancholie, die das Ende eines Erfolgszyklus ankündigt, im Gleichklang mit der fallenden Popularitätskurve des Besitzer- Politiker-Übertrainers Silvio Berlusconi? Auf die Artistengruppe des Ministerpräsidenten warten auf dem ganzen Stiefel die Fallensteller.“
NZZ: neuer Schwung in La Coruña
Bildstrecke Primera Division/3. Spieltag, faz.net
Bundesliga
Eine Marke
Kritik durch die Medien, Kritik innerhalb des Vereins, Alkoholismusgerüchte – schließt sich die Schlinge um Rudi Assauers Hals? Roland Zorns (FAZ 20.9.) Huldigung klingt nach Abschied: „Auch die schärfsten Kritiker des an die proletarischen Ursprünge des populären Vereins erinnernden Assauer müssen zugeben, daß der Mann eine Marke, eine Type, ein Original in seiner Gewichtsklasse ist. Doch die Assauers – vorher schon Calmunds, irgendwann sogar Hoeneß – der Bundesliga sind eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Wie anderswo in der Gesellschaft auch sind die leisen, glatten, austauschbaren, angepaßten, grau in grau daherkommenden Fach- und Sachbearbeiter des Fußballs längst dabei, sich Machtpositionen anzueignen. Mustermachos mit Stehvermögen, und sei es auch mal am Tresen, haben eigentlich ausgedient. (…) Daß sich seine Zeit als Manager allmählich dem Ende zuneigt, ist dem Ober-Schalker seit längerem bewußt. Die Zeit danach zeichnet sich schon ab: Sie wird ‚auf’ Schalke nicht bunter werden und damit im Bundesliga-Mainstream ihre Verankerung finden.“
Unkultur der unkontrollierten Äußerung
Christoph Biermann (SZ 20.9.) kommentiert die Debatte um Rang und Aufgabe Assauers in Schalke: „Während draußen noch über Ralf Rangnicks Zukunft debattiert wird, hat intern eine überfällige Diskussion über die Rolle des Managers begonnen. Auslöser ist dessen Kritik nach der Niederlage in Eindhoven. Dass er so eine laufende Kampagne gegen den Trainer befeuerte, bestreitet nur Assauer selbst. Er sagte, dass er sich ‚Luft verschafft’ habe. Das dürfte sogar stimmen, aber es gibt in Schalke seit langem eine Unkultur der unkontrollierten Äußerung, die bereits Rangnicks Vorgängern das Leben schwer gemacht hat. Assauer ist beileibe nicht der einzige Protagonist des Klubs, der mit flapsigen Sprüchen die Trainerarbeit unterlaufen hat, aber sein Wort hat eben doch ein besonderes Gewicht. Und das weist auf ein weiteres Problem hin: Schließlich hält sich bei vielen Fans noch immer der Glaube, dass Assauer bei Schalke wie ein Patriarch alle wichtigen Entscheidungen fällt. Also auch den Trainer rausschmeißt, wenn ihm dessen Nase nicht passt. Daher ist längst überfällig, dass die veränderten Verantwortlichkeiten im Klub auch öffentlich abgebildet werden. (…) Wenn Schalke ein ernsthafter Konkurrent um die deutsche Meisterschaft werden will, reichen nicht nur teure Transfers. Auch die Vereinsführung muss auf dem Spitzenniveau agieren.“
Neue Geschütze
Richard Leipold (FAZ 20.9.) blickt auf den Trainer: „Der Gewinner scheint Rangnick zu sein. Gerade noch heftig in der Kritik, kann er sich trotz sportlichen Stillstands in Ruhe anschauen, wie der Manager seine Bataillone ordnet und wie dessen Widersacher neue Geschütze auffahren. Verschiedene Spieler von Rang und Namen haben Rangnick jüngst das Vertrauen ausgesprochen. Insofern hat er der Ikone Assauer etwas voraus.“
FR: Wontorras Blackout – Entschuldigung bei Assauer
Nicht-Verhältnis
Bleibt Rudi Völler Trainer in Leverkusen? Eher nicht, sagt er, und Erik Eggers (FR 20.9.) wundert sich über die abweichende Aussage Wolfgang Holzhäusers, der die Hoffnung hegt, Völler als Trainer zu halten: „Es stellt sich die Frage, wie die beiden Männer, die das havarierte Leverkusener Schiff wieder in sichere Gestade steuern sollen, miteinander kommunizieren. Insider wissen nicht erst seit gestern, dass das Verhältnis eher einem Nicht-Verhältnis gleicht.“
Ulrich Hartmann (SZ 20.9.) fügt hinzu: „Dass die beiden wichtigsten Figuren des Klubs einander provozieren, statt Einigkeit zu demonstrieren, wirft kein gutes Licht auf den Verein. Der Geschäftsführer gilt als umstritten. Seit Reiner Calmund und dessen Manager-Azubi Ilja Kaenzig Bayer Leverkusen im vergangenen Jahr verlassen haben, leitet Holzhäuser den Klub nebst Manager Michael Reschke praktisch allein und überzeugt dabei allenfalls als Fachmann in Wirtschafts- und Finanzfragen.“
NZZ: der gedungene Trainer Völler
Welt-Interview mit Torsten Frings
Ascheplatz
Neoliberale Philosophie
Daniel Theweleit (SpOn 19.9.) erörtert die Frage, ob die Bayern, die ihre Hälse weit aufsperren, die Champions League gewinnen, wenn sie das Fernsehgeld von Mainz überwiesen bekommen: „Dass Bayern, Schalke oder Bremen mit mehr Geld international auch mehr erreichen würden, ist höchst fraglich. Denn die Gründe für die oftmals schwachen Auftritte der deutschen Teams in den vergangenen Jahren sind vielseitig und liegen oftmals eben doch auf dem Platz. Dort, wo nicht der Preis eines Spielers entscheidet, sondern die vielen Geheimnisse des Fußballspiels. Warum haben die Bayern eigentlich seit Jahren keinen Weltstar mehr hervorgebracht? Der aufblühende Nachwuchs aus der Nationalmannschaft wurde – bis auf Bastian Schweinsteiger – jedenfalls in anderen Clubs groß. Real Madrid hat in den Neunzigern Spieler wie Raul aufgebaut, Manchester United zog Beckham und die Neville-Brüder heran, während in München kaum etwas passierte. Ein Frank Lampard, Chelseas wohl wertvollster Akteur, spielte schon da, bevor der Club europäisches Spitzenniveau erreichte. (…) Es fehlt also schon ein wenig mehr, doch all diese Mängel übermalt Bayern München mit seiner unwürdigen Fokussierung aufs Geld. Es könnte ein spannender Herbst werden, wenn die Bayern versuchen, ihre neoliberale Philosophie gemeinsam mit ein paar Verbündeten durchzusetzen. Wer sich dann zur Gegenrede erhebt, muss nicht nur gegen den mächtigsten Club, sondern zusätzlich gegen die Macht des Zeitgeistes ankommen.“
Montag, 19. September 2005
Interview
So eine Geschichte, die den Trainer schwächt, würde es bei den Bayern nicht geben
Ralf Rangnick mit Richard Leipold (FAS 18.9.)Ok
FAS: Rudi Assauer hat die erste Halbzeit in Eindhoven als sportliche Katastrophe bezeichnet. Ärgert Sie das?
RR: Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen, welche Worte er benutzt. Ich benutze andere Worte. Aber das ist kein Problem. Der Manager ist lange genug dabei, um zu wissen, welche Wirkung seine Worte auf die Zusammenarbeit zwischen Mannschaft und Trainer hat. Alles, was er sagt oder was ich sage, wird gegeneinander abgewogen und manchmal gegeneinander ausgespielt. Wenn der Manager von einer Katastrophe spricht, wird das nur gegen den Trainer verwendet, nach dem Motto: Da stimmt was nicht zwischen den beiden. Das finde ich absurd. Die Meinung, daß ich mit Assauer nicht zurechtkomme, herrscht hier seit meinem ersten Arbeitstag. Deshalb ist es völlig wurscht, was ich jetzt dazu sage. Es ist nicht meine Aufgabe, die Aussagen des Managers zu bewerten. Ich habe überhaupt kein Problem mit Rudi Assauer. Aber es wird immer wieder so behauptet. Als ich hier anfing, wurde die Frage gestellt: Assauer und der Professor Rangnick, geht das? Jetzt bin ich ein Jahr hier, und die Frage lautet: Wie lange geht das noch?
FAS: Sie haben vor, noch eine Weile zu bleiben?
RR: Wenn Sie das den Klaus Augenthaler vor einer Woche gefragt hätten, hätte er vermutlich gesagt: ja. Jetzt ist er entlassen. Wir sind innerhalb von zehn Monaten von Platz 15 auf Platz 2 durchgestartet und waren im Pokalfinale. Dann haben wir den Ligapokal gewonnen und in der Bundesliga zum Start zweimal gewonnen und zweimal unentschieden gespielt. In dieser Woche haben wir es gewagt, gegen eine Nullifaxtruppe wie Eindhoven zu verlieren, die in der vergangenen Saison fast das Finale der Champions League erreicht hätte. Ich bin jetzt bewußt ein bißchen zynisch. Und dann wird die Trainerfrage gestellt. Das ist schon merkwürdig.
FAS: Kann jemand wie Sie auch ein wenig amüsiert sein über manche Kampagne?
RR: Amüsiert ist sicher nicht das richtige Wort. Das Ganze ist grotesk. Es geht nur noch um das Bedienen des Klischees, daß der Trainer sich hier um alles mögliche kümmert, was nicht mit der Mannschaft zu tun hat. Aber um was kümmere ich mich abseits des Trainings? Um nichts. Es wird kolportiert, ich befaßte mich zuviel mit Details, mit Flügen oder Hotels, und der Manager mag das nicht. Daß solche Dinge, wenn sie denn stimmten, nach außen dringen, ist unprofessionell. Aber ich habe mit dem Buchen von Flügen und Hotels, mit einer einzigen Ausnahme, und die noch auf Wunsch des Vereins, nichts zu tun. Das Klischee lebt, es ist nicht totzukriegen. Wenn daraus gestrickt wird, Trainer und Manager ticken unterschiedlich, was soll ich da noch machen? So eine Geschichte, die den Trainer schwächt, würde es bei den Bayern nicht geben.
FAS: Schalke kann also auch außerhalb des Platzes vom FC Bayern lernen?
RR: Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, daß dort nicht solche Sachen über den Trainer kolportiert werden.
Unterhaus
Der Osten hat sein Glück in der Hand
Ronny Blaschke (BLZ 19.9.) erwartet eine Renaissance Dynamo Dresdens: „Ein bisschen erinnert der 1. FC Dynamo von 2005 an den FC Hansa Rostock im Aufbruch von 1995. Es zeigt sich, dass der Osten sein Glück selbst in der Hand hat, wenn in den Geschäftsstellen Personen einkehren, die Realismus predigen und das Umfeld kennen. (…) Es ist wohl eine Frage der Zeit, wann der achtmalige DDR-Meister mit diesem gesunden Wachstum wieder in die erste Bundesliga vordringt. Der Verein hat in Dresden ein potenteres Umfeld als der FC Hansa in Rostock oder der FC Energie in Cottbus – und eine große Gefolgschaft. Regelmäßig fahren mehr als 5 000 Fans zu den Auswärtsspielen, für sie sind Kult und Tradition das größte Kapital. Hört sich gut an, wäre da nicht das leidige Problem. Viele Fans sind gewaltbereit, immer wieder sorgen sie für negative Schlagzeilen. Die Klubführung hat dies oft verharmlost. Jahrelang wurde das Fanprojekt künstlich am Leben gehalten, mit lediglich zwei Mitarbeitern und einem Jahresetat von 80 000 Euro. Verein und Politik zeigten wenig Interesse. Erst jetzt geben sie dem Druck allmählich nach. Die Aggressivität der Dresdner Fans ist historisch gewachsen, und es wird mindestens eine Generation dauern, bis Dynamo dieses Image ablegt.“
Bundesliga
Am Stock
5. Spieltag – Claus Dieterle (FAZ 19.9.) vermisst Elan und Spielfreude: „Wenn sich die Bundesliga tatsächlich als Teil der Unterhaltungsbranche versteht, dann sollte sie sich vielleicht wieder einmal mit dem Thema Unterhaltungswert beschäftigen. Spielfreude und Spaß ist Deutschlands Fußball-Elite in dieser zugegebenermaßen noch jungen WM-Saison bislang ihrem zahlenden Publikum jedenfalls mehr oder weniger schuldig geblieben. Am Wochenende war der – hoffentlich vorläufige – Tiefpunkt erreicht. Da ist die Liga gerade fünf Spieltage alt, und es drängt sich irgendwie der Eindruck auf, als gingen die Herren Profis schon jetzt am Stock. Müde, unkonzentriert und meist bar jeglicher Kreativität schleppen sie sich über die 90 Minuten, als läge schon eine lange Saison hinter ihnen. Dabei stehen sie erst am Anfang einer Spielzeit, die immerhin als rauschende Ouvertüre für das Unternehmen WM-Titel 2006 gedacht war. Doch der Vorwärtsgang, von Jürgen Klinsmann auch im Liga-Alltag als bevorzugtes taktisches Stilmittel propagiert, ist schon wieder zum raren Phänomen auf den Spielwiesen geworden, das Wort Erlebnisfußball offenbar aus dem Sprachschatz gestrichen.“
Gespalten
Udo Muras (Welt 19.9.) gibt die starre Rangordnung der Liga zu bedenken: „Die Bundesliga 2005/06: wenn Siege keinen Spaß mehr machen und Niederlagen nicht mehr wehtun, ist etwas nicht in Ordnung. Wenn immer dieselben gewinnen und immer dieselben verlieren, kann man schwerlich noch von einer (!) Liga sprechen. Sie ist schon jetzt wieder gespalten in die ewig Siegreichen, die alljährlich reicher werden durch die Gelder aus der Champions League, in das gehobene Mittelmaß jener, die nie absteigen und den Rest, der aus acht, neun Kandidaten drei Absteiger ermittelt. Es gibt keine Überraschungen mehr.“
Gruselig
Rainer Moritz (FTD 19.9.) duselt ein: „Da tönte es wochenlang, welche tollen ausländischen Kicker mit einem Mal das Bundesligageld entdeckt hätten, und dann langweile ich mich schon nach fünf Spieltagen zu Tode. Bayern München würgt sich von 1:0 zu 1:0 und ist auf dem besten Weg, mit Skonto Riga zu konkurrieren. Kennen Sie nicht? Das ist dieser großartige Klub aus Lettland, der die Meisterschaft 14-mal hintereinander gewonnen hat; einen anderen Champion hat es in Lettland überhaupt noch nicht gegeben. Selbst wenn wir alle Hoffnung auf Werder Bremen setzen, wird es nichts werden mit der Bayern-Verhinderungsfront. In den nächsten Wochen werden die Trainer fallen wie Kastanien im Wind – ganz so, wie es der Dichter Fritz Eckenga in ‚Trainerherbst’ beschrieben hat: ‚Der Wind schon Sturm, das Blatt schon Laub/und alle Tage nachtgleich dunkel./Wie bald liegt schon der erste Staub/am Trainerplatz von Friedhelm Funkel.’ Stuttgart spielt zum Steinerweichen, Wolfsburg wie Wolfsburg. Hannover mauert sich ein, Hamburg ist wieder auf dem Teppich, und wenn alle Spiele so gruselig sind wie Bielefeld gegen Lautern, wird Synchronschwimmen zur Leitsportart der Deutschen.“
Elend
Philipp Selldorf (SZ 19.9.) hat den 1:0-Sieg Bayerns über Hannover überstanden: „Die Verzweiflung über dieses mühselige, über weite Strecken elende Spiel, das so amüsant war wie ein Leseabend mit Texten aus dem Baugesetzbuch, hatte auch Felix Magath erfasst. Der Münchner Trainer ist eigentlich ein geduldiger Mann, 1:0-Siege betrachtet er als höchstes Zeugnis gelungener Trainerarbeit, doch dieser Nachmittag hatte ihn nervös gemacht. Seine Stimme zitterte, als er gleich nach dem Abpfiff die erste Stellungnahme zum Spiel abgab, der Blick flackerte vor Erregung. Magath redete nicht darüber, dass seine Mannschaft ihr 14. Punktspiel hintereinander gewonnen und einen Bundesligarekord aufgestellt hatte, dass sie eine anspruchsvolle Woche ohne ihren Vorarbeiter Michael Ballack erfolgreich überstanden hatte, und dass sie zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison schon einen ausgesprochen homogenen Zustand erreicht hat. (…) Niemand verlangt ja, dass Hannover im Auswärtsspiel beim Tabellenführer ein Spektakel inszeniert, aber muss es gleich das radikale Gegenteil sein?“
Rückfall in alte Zeiten
1:1 gegen Nürnberg – in Wolfsburg spielt die Musik nicht, stellt Achim Lierchert (FAZ 19.8.) ermattet fest: „Von einer Einheit weit entfernt ist man in Wolfsburg, wo der Gesamtverein, der allerdings nur noch zehnprozentiger Anteilseigner an der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH ist, seinen sechzigsten Geburtstag feierte. Nun, im fünften Saisonspiel, gab es statt der Steigerung nach dem 0:3 in Berlin einen Rückfall in alte Zeiten, ins graue Mittelmaß. (…) Zur Nagelprobe wird nun ausgerechnet das Gastspiel beim niedersächsischen Rivalen Hannover 96. Ein Derby, das die Region zwar mobilisieren wird, das Fußball-Herz im östlichen Niedersachsen aber schlägt derzeit in Wolfsburgs Nachbarstadt Braunschweig, wo zuletzt 18 500 Fans die Zweitliga-Partie gegen Greuther Fürth sehen wollten. In Wolfsburg verloren sich eine Spielklasse höher gerade einmal 16 000 Zuschauer in der schmucken Volkswagen Arena.“
Pyrrhussieg
2:1 in Mainz, aber die Stuttgarter Fans hadern – und Gerd Schneider (FAZ 19.9.) mit ihnen: „Schon nach fünf Spieltagen, so scheint es, haben Trapattoni und die Mannschaft ihren Kredit bei der VfB-Kundschaft verspielt. Daß der Sieg die unzufriedenen Fans auf Dauer gnädig stimmt, ist unwahrscheinlich. Wer so schlecht spielt wie die glänzend besetzten Stuttgarter und glaubt, der aktuelle Fußball habe nur etwas mit dem Nutzwert zu tun und nichts mit Unterhaltung, darf sich nicht wundern, wenn das Publikum auf Konfrontationskurs geht. Es könnte sein, daß sich der glorreiche Erfolg bald als Pyrrhussieg herausstellt.“
Miserabel
Tobias Schächter (taz 19.9.) fügt hinzu: „Dem VfB und Trapattoni schenkte dieser erste Saisonsieg ein wenig Zeit, ohne dass die Zweifel an den seltsamen Entscheidungen des Italieners beseitigt werden konnten. Dafür war die Leistung des VfB zu miserabel.“
FR: Der VfB Stuttgart kann sich die graue Gegenwart in rosaroten Farben malen, weil Talent Gomez mit Vollspann in den Winkel trifft
Grandios
Hans-Joachim Leyenberg (FAZ 19.9.) bejubelt das 3:2 Bremens gegen Dortmund: „Es war ein grandioses, bewegtes Hin und Her auf dem Rasen, ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie es am Tag darauf für die Bundestagswahl vorhergesagt worden war.“
taz: Ein gefühltes 0:0 gegen Frankfurt ist ausreichend, um den HSV auf den Boden der grauen Realität zurückzuholen
taz: Der 1. FC Köln schlägt Borussia Mönchengladbach mit 2:1 und verschiebt vorerst den Ärger um Lukas Podolski
taz: Der 1.FC Kaiserslautern quält Arminia Bielefeld mit destruktivem Technokratenfußball zur Torlosigkeit
Trainerstimmen zum Spieltag, sueddeutsche.de
Bildstrecke, sueddeutsche.de
Samstag, 17. September 2005
Allgemein
Torero
Michael Eder (FAZ 17.9.) gratuliert den Mainzern zum 0:0 in Sevilla: „Das Auftreten der Sevillanos war in den Tagen vor dem Spiel immer höflich gewesen, aber in dem Sinne doch bestimmt, daß man sich als der Torero fühle, der die deutschen Stiere schon ordentlich vorführen werde. Klopp nervte die mehr oder weniger hübsch verpackte Geringschätzung, und als während des Spiels dann ein Zuschauer hinter der Mainzer Bank etwas rief, was Klopp für sich als ‚Ihr könnt nicht kicken!’ übersetzte, schrie er zurück: ‚Und ihr könnt nicht gewinnen! Nicht gegen uns.’“
Zeit für Entzug?
Bernd Dörries (SZ 17.9.) empfiehlt den Stuttgartern, einen Trainerwechsel zu erwägen: „Während Präsident Staudt die Mannschaft fordert, nehmen die Stuttgarter Zeitungen allmählich den Trainer ins Visier, den sie vor der Saison mit schönen Leitartikeln empfangen hatten. Dazu die Stimmen aus dem Hintergrund, von Thomas Berthold, von Fredi Bobic. Sie haben Lösungen parat, auch sich selbst. Trapattoni scheint derweil auf stur zu schalten und verkündete, mindestens einen von drei Titeln holen zu wollen. Er hat schon Dutzende Titel gesammelt. Deshalb haben sie ihn geholt. Trapattoni hat oft und gern erzählt, dass er süchtig ist nach Fußball, dass er ihn mehr liebt als seine Frau. Man kann sich in Stuttgart die Frage stellen, ob da einem Abhängigen die Droge Fußball angeboten wurde, als er sie dringend brauchte und er deshalb nicht anders konnte. Auf der anderen Seite merkt man nun, dass es für einen Mann von 66 Jahren vielleicht Zeit wäre, allmählich auf Entzug zu gehen von der Droge Fußball.“
Welt: Selbst Siege genügen nicht mehr – Staudt erhöht den Druck auf Trapattoni und die Spieler
FR-Bericht HSV-FC Kopenhagen (1:1)
taz-Interview mit Thomas Doll
Bundesliga
Fast logisch
Jan Christian Müller (FR 17.9.) beurteilt die Entlassung Klaus Augenthalers: „Dass etwas Grundlegendes nicht stimmt im Innen-Verhältnis bei Bayer, wissen Insider schon seit geraumer Zeit. Finanzfachmann Holzhäuser tickt völlig anders als Sportchef Völler, der den notwendigen Sparkurs – nach der verschwenderischen Ära seines Freundes Reiner Calmund – aber loyal unterstützt und damit noch tiefere Furchen in Augenthalers Gesicht gezogen hat. In ihrer Einschätzung über die Qualität des Personals waren sich die drei Führungskräfte derart uneinig, dass die Beurlaubung des Trainers fast logisch kommen musste. Holzhäuser und Völler meinen nämlich, dass die Mannschaft kaum weniger Potenzial hat als etwa Werder Bremen oder der Hamburger SV. Der emotionslos daherkommende Augenthaler, so die Botschaft, habe dieses Potenzial nicht mehr wecken können.“
Defensivstil
Sven Goldmann (Tsp 17.9.) bewertet den Trainer Rudi Völler: „Bei der Nationalmannschaft hatte Völler zunächst Erfolg, weil dort so ziemlich jeder Trainer nach Erich Ribbeck erfolgreich gewesen wäre. Mit einem schwer zu ertragenden Defensivstil führte er die Deutschen bei der WM 2002 ins Finale. Bayers Strategie war es über Jahre, den spröden Charme der Stadt mit Fußballkunst aufzuhübschen. Es spricht einiges dafür, dass in Leverkusen bald auch der Fußball nicht mehr schön sein wird.“
FAZ: Augenthalers Nachfolger soll positiver sein
Tsp: einsam an der Seitenlinie
SZ: atmosphärische Störungen im Verhältnis der handelnden Personen
Chronisch unterbewertet
Roland Zorn (FAZ 17.9.) dreht den Scheinwerfer auf Thomas von Heesen: „Der Bundesliga-Trainerneuling scheint weniger eitel als sein manchmal zur Selbstinszenierung neigender Vorgänger Uwe Rapolder. Vielleicht hat die jenseits von Ostwestfalen noch kaum wahrgenommene Arbeit des früheren Mittelfeldstars des Hamburger SV aber auch damit zu tun, daß der Klub, dem Tausendsassa von Heesen seit 1994 in den unterschiedlichsten Jobs – Spieler, Sportdirektor, Trainer (vorher schon zweimal), Geschäftsführer Sport – verbunden ist, zu den grau unterlegten Adressen in der obersten deutschen Fußballklasse zählt. Daran hat auch das Erreichen des Halbfinales im DFB-Pokalwettbewerb der vergangenen Spielzeit sowie der vom Klassenverbleib gekrönte spielerische Aufschwung der Schwarz-Weiß-Blauen unter Rapolder nichts ändern können. Von Heesen, noch ohne Bundesliga-Trainerlizenz, konnte an den ersten vier Spieltagen zumindest die Hoffnung nähren, daß der chronisch unterbewertete Verein auch in dieser Saison sein Erstligazertifikat behalten könnte.“
Spröde
Frank Heike (FAZ 17.9.) schildert die Art Ewald Lienens: „Lienen will, daß alle Spieler auf dem ganzen Feld sehr laufintensive Abwehrarbeit verrichten. Es ist ein ziemlicher Spielverderber-Fußball, den Hannover 96 unter Lienens Anleitung praktiziert, und es gibt genug Kritiker. Doch man kann den Fußball auch clever nennen. (…) Aber die Zuschauer honorieren den Fußball der Marke Lienen nicht. Die schlechten Zuschauerzahlen drücken dem Klub aufs Gemüt. Vor allem die betuchteren Fans wünschen sich weniger Minimalismus und mehr Unterhaltung. Lienen wird vom pragmatischen Kick nicht abweichen, denn im neuen Präsidenten Götz von Fromberg hat er einen Unterstützer (auch Vorgänger Kind fand im Grunde Punkte wichtiger als die Unterhaltung). Lienen treffe in seiner distanzierten Art den Nerv der Hannoveraner, sagte von Fromberg jüngst und meinte wohl, daß die Niedersachsen ähnlich spröde seien wie der immer mißtrauische Coach.“
Freitag, 16. September 2005
Champions League
Ein bißchen mehr Gelassenheit
Fazit erste Runde aus deutscher Sicht – bei allem Gram unter den Beteiligten und aller Kritik tut Gerd Schneiders (FAZ 16.9.) Augenmaß gut: „Es war nicht gerade ein Traumstart für die Bundesligaklubs. Aber von einer desaströsen Bilanz kann nicht die Rede sein. Und erst recht muß man sich davor hüten, schon jetzt Rückschlüsse auf ein vermeintliches Niveaugefälle zwischen der Bundesliga und den Ligen in Spanien, England oder Italien zu ziehen. Was ist so überraschend daran, daß sich Bremen einer Mannschaft beugen muß, die zum Besten gehört, was Fußball-Europa zu bieten hat? Barcelona siegte im übrigen so, wie auch die Bayern in Wien zum Erfolg kamen: glanzlos, unspektakulär und mit überschaubarem Aufwand. Der Unterschied ist: In Barcelona wird sich keiner grämen über den durchwachsenen Auftritt. Auch Schalke, so enttäuschend die Vorstellung auch ausfiel, täte ein bißchen mehr Gelassenheit gut. Wer so viel Geld in die Hand nimmt, um die Mannschaft Jahr für Jahr mit spektakulären Zukäufen auf europäisches Spitzenformat zu trimmen, muß auch die Geduld haben, das Team wachsen zu lassen. Insofern ist Assauers öffentlich zur Schau gestellter Grimm – als hätte er mit der Zusammenstellung des Kaders nichts zu tun – im Grunde alarmierender als der Ausrutscher in Eindhoven.“
Panisch
Jörg Hanau (FR 16.9.) erklärt den Zorn Rudi Assauers über das 0:1 in Eindhoven: „Der Druck auf dem Schalker Patriarchen lastet schwer. Seit Assauer beim Londoner Investmentbanker Stephen Schechter eine Anleihe über 75 Millionen Euro aufgenommen hat, rennt Schalke dem eigenen Anspruch hinterher. Angesichts von unzähligen Millionen, die Assauer in den vergangenen Jahren in die Marke FC Schalke 04 investiert hat, scheint er zu glauben, dass nun auch die jüngsten Investionen ins namhafte kickende Personal keine Rendite abwerfen könnte. Assauer reagierte panisch. Eines leitenden Angestellten unwürdig. Ihm ist es zu verdanken, dass nach nur einem Spiel die Sirenen heulen und das Gerede von der Krise boulevardesk ausgeschlachtet wird.“
International gelten andere Maßstäbe
0:2 gegen Barcelona – Grund zur Unzufriedenheit, findet Andreas Lesch (BLZ 16.9.): „Die Unterlegenheit des SV Werder war unsichtbar. Sie offenbarte sich weniger in den Aktionen, die die Spieler aus Barcelona zeigten, als vielmehr in jenen, die sie nicht zeigten. Die Bremer Profis erzählten später stolz von ihrem herzhaften Sturmlauf vor der Pause. Aber sie übersahen, dass er das Ergebnis spanischer Nachlässigkeiten war. (…) Diese Erkenntnis mag manchen überrascht haben, werden die Bremer doch in der Bundesliga für ihre Angriffskraft oft gerühmt. International, das mussten sie jetzt einsehen, gelten andere Maßstäbe.“
Ehrfurcht
Benno Schirrmeister (taz 16.9.) beklagt Bremer Demut: „Die Erleichterung, nicht untergegangen zu sein, sprach aus manchem Spieler viel eher, als der Frust über die Heimniederlage. Und von geradezu unterwürfiger Ehrfurcht zeugte die Geste des Bremer Manndeckers Naldo, der durch freundliches Bitten schon zur Pause einen Trikottausch mit Ronaldinho erwirkte. Vielleicht macht für Naldo das knallgelbe Shirt des Stars die Niederlage wett. Punkte jedoch gibt es dafür nicht.“
Mischung aus Stolz und Enttäuschung
Frank Heike (FAZ 16.9.): „In Bremer hielt sich die Trauer über das 0:2 gegen die schlauen, außer in zwei, drei glorreichen Szenen nur Prozentfußball anbietenden Katalanen in Grenzen. Werder hatte schnell gespielt, mitgehalten, war zu vielen Chancen gekommen. Nur der Ertrag für den großen Aufwand stimmte nicht. Und so war es eine Mischung aus Stolz und Enttäuschung, die herrschte.“
Selbstzufriedenheit und Selbstherrlichkeit
1:0 in Wien – Elisabeth Schlammerl (FAZ 16.9.) warnt: „Die Mannschaft des FC Bayern ist von einem gefährlichen Virus befallen, Selbstzufriedenheit und Selbstherrlichkeit mit zerstörerischer Wirkung sind latent vorhanden. Diese Tendenz gab es schon in Nürnberg, der Auftritt gegen den österreichischen Rekordmeister bestätigte die Verantwortlichen in ihrem Urteil.“
Formaler Akt
Ludger Schulze (SZ 16.9.) ergänzt: „Leistungsträger redeten zuletzt zwar gerne vom Gewinn der Champions League, aber sie spielen so, als wäre dazu nur noch ein formaler Akt notwendig, Unterschrift und Stempel drunter. Gegen die wackeren Rapidler brauchte es zum knappen Sieg sogar noch gehörigen Dusels, denn die Bayern hatten zwar meist den Ball, die anderen aber die Chancen, u.a. zweimal Latte und ein vergebener Elfmeter, der jedoch eher in der Sparte Wiener Schmäh einzuordnen war. (…) Die Bayern sind fraglos ein Klasseteam, nur wäre es schön, sie zeigten es auch mal wieder.“
Tsp: Bayern erledigen nur ihre Pflicht
FR: Trotz erfolgreichem Start bekrittelt Karl-Heinz Rummenigge die Einstellung der Spieler und warnt vor allzu großer Selbstzufriedenheit
BLZ: Genuss der Dorfbewohner – wie es dem kleinen FC Thun gelingt, den großen FC Arsenal London in Verlegenheit zu bringen
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