indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Mittwoch, 5. März 2008

Am Grünen Tisch

Es gärt schon länger im ehemaligen Zahnarzt

Matti Lieske (Berliner Zeitung) verteidigt Markus Merks Plädoyer für den Videobeweis gegen schwache Argumente: „Ein 30-seitiges Konzept hat Merk vorgelegt. Das schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel, also gärt es offenbar schon länger im ehemaligen Zahnarzt. Arg aus dem Ärmel geschüttelt wirken hingegen all die prompt eingeholten Absagen an die Idee. Merks Kollege Kinhöfer etwa kommt wieder mit dem stupiden Argument, dass man dann bald jeden Einwurf prüfen müsste. Vielleicht sollte er einfach mal die 30 Seiten lesen, bevor er etwas sagt, oder in die große weite Welt blicken. Im American Football etwa funktioniert die von Merk favorisierte Variante, je zwei Vetos der Trainer zuzulassen, gut, ebenso wie ein ähnliche Regelung im Profitennis. Noch schlapper ist die Reaktion beim DFB. Da wird einfach auf die Fifa verwiesen, deren Präsident Joseph Blatter den Videobeweis kategorisch ausschließt. Aber wieso sollte man immer auf die Fifa hören? Schließlich geht es nicht um universelle Regelfragen, sondern um die Organisation des Spiels in den einzelnen Ligen. Die Premier League hat sich schon mehrfach für den Videobeweis eingesetzt. Wenn sich andere maßgebliche Ligen dem Vorhaben anschließen würden, dürfte es selbst dem Weltverband in all seiner Vorsintflutlichkeit schwer fallen, sich einer solchen machtvollen Allianz zu widersetzen.“

Unterhaus

Intensität, Tempo, Können

Nach dem 1:1 zwischen Freiburg und Mainz betont Uwe Marx (FAZ) die Homogenität und Qualität der Zweiten Liga: „Freiburg und Mainz wollen in die Bundesliga aufsteigen, aber das wollen oder können auch viele andere in dieser Liga, die in ihrer Spitze so ausgeglichen ist wie selten zuvor. Köln zum Beispiel, derzeit gar nur Fünfter, oder die verblüffend gut platzierten Aufsteiger aus Hoffenheim, der Vierte, und Wiesbaden, der Sechste. Die Mainzer haben es in Freiburg immerhin geschafft, auf den zweiten Platz vorzustoßen. Die etwas besseren Freiburger kostete dieses Tor ein solches Erfolgserlebnis, sie verharren in Lauerstellung auf Platz sieben. Und das ist typisch für die Zweite Liga, in der sich mehr als ein halbes Dutzend Mannschaften mit beträchtlichem Punktepolster belauern, sich gegenseitig die Punkte wegnehmen und sich keiner so richtig absetzen kann, noch nicht einmal die derzeit führenden Mönchengladbacher. (…) Es war nicht in jeder Minute mitreißend, was die Kontrahenten boten, aber Intensität, Tempo und individuelles Können erinnerten bisweilen an Partien eine Klasse höher. Nur hilft das beiden im Kampf um den Aufstieg nicht entscheidend weiter.“

FR: Angriff der Dorfklubs – Wehen und Hoffenheim mischen die Zweite Liga auf
SZ: Das 2:2 zwischen Fürth und Köln steht beispielhaft für die zweite Klasse der Bundesliga: Kein Team ragt heraus
Die New York Times ist beim 0:0 zwischen 1860 München und Alemannia Aachen anwesend

Dienstag, 4. März 2008

Ball und Buchstabe

Es braucht neue Köpfe

Daniel Bouhs (FR) merkt zum Positionspapier des WDR an, in dem der Sender seine Sportjournalisten zu einer neuen Arbeitsauffassung auffordert: „In die Logik der Image-Pfleger hat sich ein mächtiger Fehler eingeschlichen: Für einen Neuanfang braucht es nicht nur Parolen, sondern vor allem neue Köpfe. Denn prägende Figuren wie Waldemar Hartmann und Rolf Töpperwien werden ihren kumpelhaften Umgang mit Sportlern nicht aus sich rausprügeln lassen. Entertainer wie sie leben schließlich von solchen Szenen: Hartmann auf dem Balkon des Frankfurter Römers, mittendrin statt nur dabei, wenn die Nationalmannschaft ihre Siege feiert. In Interviews gibt er, mehr Fan als Journalist, die Duz-Maschine. Hartmann schunkelt bei den Jubel-Hymnen lieber vergnügt mit, als Distanz zu wahren. (…) Zum WDR bleibt allerdings der Fairness halber anzumerken: Diese ARD-Anstalt, die ohnehin als die journalistischste aller neuen Sender gilt, hat sich in Sachen Verfehlungen im Sportjournalismus bisher rar gemacht.“

Siehe auch die Diskussion zu Günter Clobes’ „Umgangsformen“

Fantastische Promotionsplattform

HSV-Chef Bernd Hoffmann plädiert in der FR für den Erhalt der Sportschau: „Mehreinnahmen, das ist ja inzwischen bekannt, kommen kaum den Klubs zugute, sondern nahezu allein dem Vertragspartner Sirius. Demnach bleiben von beispielsweise 190 Millionen Euro Ertrag über den diversen Veröffentlichungen zufolge vertraglich als Fixsumme ausgehandelten 460 Millionen Euro nur 11 Millionen Euro bei der Liga. Da kann sich jeder ausrechnen, was auf jeden einzelnen Klub entfällt. Dafür wird kein Mensch die Sportschau abschießen wollen. Es müsste schon unglaublich hoch bezahlt werden, ehe man eine solch fantastische Promotionsplattform im Free-TV abschafft. Deshalb verstehe ich auch die Diskussion um Salami-Spieltage mit Rücksicht aufs Pay-TV überhaupt nicht. Die ist völlig überflüssig.“

„Fantastische Promotionsplattform“ – ob sich die ARD-Sportschau von diesem Etikett geschmeichelt fühlt?

direkter freistoss: Die Sportschau muss bleiben!

Bundesliga

Revier neu abstecken, dem Gegner entgegentreten, Rollen tauschen

Richard Leipold (FAZ) schildert einen neunzigminütigen Identitätenwechsel in Bochum und Leverkusen: „Ob in der Tabelle oder auf dem Rasen – das Mittelfeld ist derzeit die Komfortzone des VfL. Beim 2:0 über Bayer Leverkusen entschieden die Westfalen das Spiel in jenem Mannschaftsteil für sich, aus dem sonst das Leverkusener Fußballwerk seine Brillanz bezieht. Es war ein Vergleich zwischen Künstlern und Arbeitern, vordergründig ein Kräftemessen zwischen Angriffslust und Widerstandskraft. Das offensive Leverkusener Trio Barbarez, Barnetta und Schneider gegen den defensiven Dreierbund Zdebel, Imhof und Dabrowski – bei dieser Besetzung schienen die Rollen und die Richtung klar vorgegeben. Die Bochumer aber hielten sich von Beginn an nicht an das Klischee. Sie steckten ihr neues Revier ab, indem sie ihren technisch versierteren Gegenspielern aggressiv und taktisch wohlgeordnet entgegentraten – bis die Leverkusener verinnerlicht hatten, dass sie in der gegnerischen Hälfte nicht viel würden ausrichten können.“

Strenge, Disziplin, Ordnung

Johannes Scharnbeck (Stuttgarter Zeitung) empfiehlt den Hamburgern, die Demut ihres Trainers zu übernehmen: „Die Mahnung Huub Stevens’ ist eindeutig: Nehmt den Erfolg nicht als eine Selbstverständlichkeit, erdrückt uns nicht mit zu hohen Erwartungen! Denn fast die gleiche Mannschaft, die im Hamburger Dauerregen Eintracht Frankfurt durcheinander wirbelte, präsentierte sich zu Stevens’ Amtsantritt im Februar 2007 noch als eine überforderte Zweckgemeinschaft, die auf dem besten Weg war, den HSV zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit zu verfrachten. Dem Trainer gelang es schließlich mit Strenge, Disziplin und einer klaren taktischen Ordnung aus dem Abstiegskandidaten einen Anwärter auf die Champions League zu formen. Der souveräne 4:1-Sieg gegen ein Frankfurter Team, das sich erst spät geschlagen gab, zeigte vor allem, wie gefestigt die HSV-Elf mittlerweile ist.“

Profund, geräuschlos, erfahren

Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) befasst sich in der Dienstagsausgabe nochmals mit den neuen Bundesligahelden, den Karlsruhern: „Der Aufschwung wird vor allem einem Mann zugeschrieben: Edmund Becker, dem Coach. Er ist alles, bloß kein Visionär, der den Fußball von Grund auf neu erfinden will. Und doch ist er eine Ausnahmeerscheinung. Sein Auftreten ist bemerkenswert sachlich. Er redet wie ein profunder Fußballtrainer und nicht wie einer, der es darauf anlegt, für besonders schlau gehalten zu werden. Maßgeblich mag aber auch der Umstand sein, dass Becker ein Gespann mit dem Manager Rolf Dohmen bildet, dessen Zusammenarbeit absolut geräuschlos funktioniert.“ Die Frage, wohin, die Zukunft des KSC führe, beantwortet Osterhaus mit einem Blick in die Vergangenheit, den Abstieg bis in die Dritte Liga: „Der Verbleib der Leistungsträger könnte darüber entscheiden, ob der Karlsruher Aufschwung feste Formen annimmt oder ob er sich abermals als eine jener Geschichten entpuppt, die zu schön sind, um dauerhaft wahr zu bleiben. Der Absturz komme bestimmt, prophezeien bereits Skeptiker – und verweisen auf den Niedergang des SC Freiburg, der ähnlich schwungvoll das Establishment aufgemischt hatte. Der KSC weiß aber einen Erfahrungsschatz auf seiner Seite: Schon einmal hat er erleben müssen, wie sich ein schmerzhafter Aufprall anfühlt.“

SZ: Schalke-Chef Josef Schnusenberg gesteht in der Debatte um Trainer Mirko Slomka Fehler ein

Montag, 3. März 2008

Bundesliga

Vom Meister der Herzen zum Verlierer des Verstandes

Problemfall Schalke – öffentliche Trainerdebatte, Stagnation der Mannschaft und die Höchststrafe: Trost von den Bayern, gegen die beim 0:1 kein Schalker Kraut gewachsen ist; Ottmar Hitzfeld triumphiert / Edmund Becker, Karlsruhes Biotop-Trainer (SZ) / Thomas Schaaf macht wieder mal alles richtig (SZ) / Hertha BSC Berlin beginnt, seine Konkurrenzfähigkeit zu beweisen / Nürnberg sollte seinen Torwart wechseln / Duisburg und Bielefeld versuchen, mit alten Mitteln dem Abstieg zu entgehen – die Pressestimmen zum 22. Spieltag

Matti Lieske (Berliner Zeitung) betrachtet nach dem 0:1 gegen Bayern und dem Rückfall ins Mittelmaß die schlechte Ernte der Schalker, die viel gesät haben: „Schalke ist mit seinen gigantischen Investitionen der vergangenen Jahre bei entsprechender Verschuldung ein beträchtliches Risiko eingegangen, und dass dem Präsidenten Josef Schnusenberg, einem der Architekten des gewagten Konstrukts, angesichts der sportlichen Situation die Panik im Nacken sitzt, ist logisch. Nur so ist zu erklären, wie ein Klubchef ausgerechnet vor zwei der wichtigsten Spiele der Saison eine moralzerfressende Trainerdebatte anzetteln kann. Ganz abgesehen davon, ob der von Schnusenberg gewünschte Coach mit internationalem Standing verpflichtet werden kann, ist die Frage, ob nicht eher eine entsprechende Mannschaft gebraucht wird. In dieser Form sind die Schalker bloß noch einer von sechs oder sieben Bewerbern um die vorderen Plätze.“

Den Trost Ottmar Hitzfelds und Uli Hoeneß’ für den Schalke-Trainer interpretiert Richard Leipold (FAZ) als Krokodilsträne: „Zuspruch von den Bayern klingt für Schalker Ohren zumeist wie Beifall von der falschen Seite. Nach dem Schlusspfiff bekam Mirko Slomka ungewöhnlich viel Zuspruch aus München. Allerdings konnte er nicht wählerisch sein. Die Bayern waren die Einzigen, die ihm an diesem unwirtlichen Nachmittag Applaus spendeten. Mit der Freigebigkeit des Siegers schnürten die Münchner eine Art verbales Care-Paket für Slomka, der im eigenen Hause zuletzt heftige Kritik aus den oberen Etagen erfahren hatte und sogar öffentlich in Frage gestellt worden war. Das Ausmaß der verbalen Unterstützung für Slomka aus München lässt ahnen, wie schlecht es ihm geht. Mit gleichwertigen Gegnern suchen die Bayern oftmals lieber Streit. (…) Anders als in früheren Krisen legten die Profis sich nur halbherzig für ihren Trainer ins Zeug. Insofern hat das Bayern-Spiel die Position und die Perspektive Slomkas eher verschlechtert als verbessert. Die Schalker kickten ohne Mut und ohne Mumm, als hätten sie schon nach dem frühen Gegentor die Hoffnung fahrenlassen.“ Jörg Hanau (FR) schluckt: „Wie schlimm es wirklich um die Schalker steht, wird erst dann deutlich, wenn selbst der Erzfeind Mitgefühl aufbringt.“

Wie ein verkatertes Thekenteam

Der Schalke-Blog Drei Ecken, ein Elfer fasst enttäuscht zusammen: „Wenn ein Spiel Schalke gegen Bayern emotionslos daherplätschert, wenn in den Logen hinter der Nordkurve Bayern-Sympathisaten sitzen, wenn nach solch einer Leistung in der Nordkurve das Ritual des gegenseitigen Bedankens mit der Mannschaft nur um des Rituals willen durchgezogen wird, dann fragt man sich am Schluss schon, wo genau man eigentlich ist.“

Philipp Selldorf (SZ) lässt kein gutes Haar an der Schalke-Elf: „Es war zu großen Teilen ein konfuser und verzagter Auftritt der Hausherren, mit elementaren Problemen in der defensiven Ordnung und bedenklicher Hilflosigkeit im Spiel nach vorn. Den meisten Schalker Spielern fehlte es an innerer Überzeugung, und es gab Undiszipliniertheiten solch tragender Größen wie Rafinha und Ernst, die kurz vor dem Abpfiff auf blödsinnige Art ihre jeweils fünfte Gelbe Karte einsammelten.“ Den Bayern-Wirbel Franck Ribéry hingegen kürt Selldorf zum wichtigsten Spieler: „Ribérys ständigen Positionswechsel brachten Schalkes Ordnung auf verstörende Art durcheinander, und manchmal schien es, als ob Ribéry den Ball vom rechten Flügel zu Ribéry auf dem linken Flügel leiten würde, wobei im Zentrum Ribéry die Anspielstation bildete.“

Holger Pauler (taz) fügt hinzu: „Gegen die spielerische Leichtigkeit des Bayern-Balletts sahen die Schalker Spieler aus wie ein verkatertes Thekenteam. Ribéry schaffte es, die komplette königsblaue Defensive in ihre Einzelteile zu zerlegen. Seine Mitspieler mussten nur auf die frei gewordenen Lücken warten. Lediglich den erfolgreichen Abschluss verweigerten sie, weswegen es bis zum Ende den Anschein hatte, das Spiel wäre auf der Kippe.“

Demonstration

Roland Zorn (FAZ) gönnt Ottmar Hitzfeld seinen Triumph: „Hitzfeld zeigte en passant seinem größten vereinsinternen Kritiker, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, wie sinnvoll eine Personalrotation größeren Stils manchmal sein kann. Hatte Rummenigge im November mit schönem Gruß an seinen Trainer behauptet ‚Fußball ist keine Mathematik’, widerlegte ihn der studierte Mathematiklehrer Hitzfeld spielend. Allerdings nur, weil seine Rechnung, sechs müde Kräfte raus, sechs frische Profis rein, perfekt aufging. Hitzfeld, der auch wegen der Rummenigge-Schelte und den danach einsetzenden Trainer-Demontagediskussionen den Bayern zum Saisonende adieu sagt, nutzte den Samstag zur perfekten Demonstration.“

Schalke stagniert

Im Bundesliga-Kommentar zweifelt Christian Eichler (FAZ) am Sinn von schnellen Trainerwechseln, ohne sich auf Slomkas Seite zu schlagen: „Druckabbau durch Trainerrotation – eine immer noch nicht ausgestorbene Idee des 20. Jahrhunderts, die selten Nutzen stiftet. Erst recht nicht nach zwei Saisondritteln, wenn auf dem Nachfolgermarkt nur Entlassene sind. Kann man solche Panikrotationen und Gefühlswechsel am Tabellenende noch begreifen, sind Entlassungen im oberen Drittel, wo sie nicht aus der Not, sondern aus der Stimmung geboren sind, aus einem Betriebsklima, in dem Persönliches das Professionelle überlagert, eher von gestern. Sie kosten Geld und meist auch Punkte. Sie passieren nur noch bei Klubs, die sich das leisten können, wie Chelsea mit Mourinho; oder eben auf Schalke, wie schon mit Rangnick. Nachfolger Slomka hat es in die K.-o.-Runde der Champions League gebracht und damit womöglich den eigenen K. o. finanziert. Das dabei gewonnene Geld gibt dem Klub Spielraum für eine teure Entlassung. Quasi aus der Portokasse. Dabei braucht das Team vielleicht wirklich einen Neuen. Es stagniert, spielt ohne Esprit. Doch die Kunst des Trainerwechsels will gelernt sein: die höchste Hürde auf dem Weg zum Spitzenklub. Wie man beim Trainer-Timing kühl kalkuliert und nicht emotional reagiert, können sie sich bei den Bayern abschauen. Tun sie es nicht, droht die alte Schalker Rotation: vom Meister der Herzen zum Verlierer des Verstandes.“

Thomas Klichenstein (FR) ergänzt: „Wenn Trainerwechsel etwas bewirken sollen, dann ohnehin nur kurzfristig. Eine verunsicherte Mannschaft kriegt durch eine neue Ansprache, ein anderes Gesicht auf dem Trainingsplatz womöglich einen Schub. Nach drei, vier Spielen hat sich das wieder eingependelt. Vielleicht werden Trainer ja heillos überschätzt.“

Biotop-Trainer

Als Gegenmodell preist Thomas Kistner (SZ) Karlsruhe mit Edmund Becker: „Der KSC zählt zu den Leistungsträgern der Saison, und wer Edmund Beckers Elf über die Monate betrachtete, vermag dies auf ein sehr vertrautes Erfolgsprinzip zurückzuführen. Becker, der dem KSC seit der Jugend angehört und dort später selbst als Profi wirkte, verkörpert den Typ Biotop-Trainer. Also einer wie Schaaf oder Klopp, oder wie vormals Rehhagel, Finke und Winnie Schäfer, womit wir wieder beim KSC sind. Ein großer Regionalklub mit Hinterland, der dem Trainer wenig Geld gibt, dafür viel freie Hand. Das wird in einer Goldesel-Branche wie dieser reflexhaft verteufelt – o Gott, Hilfe: Kein Geld für teure Spieler! –, in Wahrheit ist es ein Segen. Weil es den Coach nicht zum Personalverwalter einer flott durchgewechselten Vorgängerschaft macht oder zum PR-Vollstrecker eines Klubs mit gediegenen Ansprüchen ans Namenstableau, sondern ihn zwingt, sich als Gestalter eines Spielerensembles zu beweisen. Hier zeigt sich, wer etwas vom Übungsleiterjob versteht: Auffällig oft sind es Leute, die einst als Spieler mit eher beschränkten Talenten viel vom Abschauen profitiert hatten, und von einer disziplinierten Arbeit im Kollektiv.“

Im grauen Mittelfeld

Tobias Schächter (SZ) witzelt über eine neue Wolfsburger Personalie: „Als der neue Wolfsburger Marketingleiter Klaus Drach 2002 in Mainz seinen Posten antrat, gab es dort weder eine Marketing-Abteilung noch war außerhalb der Karnevalshochburg groß bekannt, dass es dort überhaupt einen Fußballverein gab. Ähnlich geht es dem 39 Jahre alten Pionier nun. 170 Anhänger waren dem VfL in den Gästeblock des Karlsruher Wildparkstadions gefolgt, und manch einer fragte sich, ob das nun Klubrekord sei; oder ob nicht vielleicht doch ein Fan-Boykott Ursache für die spärliche Begleitung war. Spott sind sie ja gewohnt beim Bundesligisten aus der VW-Stadt, aber gerne hört den natürlich keiner. Um ein neues Image ist man bemüht und hat deswegen Drach geholt, nachdem vergangenen Sommer das aggressive Werben um den markanten Mainzer Trainer Jürgen Klopp nicht von Erfolg gekrönt war. Drach soll aus dem VfL nun ein bisschen Mainz 05 machen, das ja mittlerweile zu den beliebtesten Klubs des Landes gehört. Große Ansprüche hatten sie schon immer bei dem von VW üppig alimentierten VfL, aber nach dem 1:3 beim Karlsruher SC steht der Klub wieder dort, wo er nach dem Selbstverständnis der Konzernstrategen wenig zu suchen hat: im grauen Mittelfeld.“ Kann Felix Magath etwa kein Marketing?

Merkwürdig

So viele Leistungsträger verletzt, und dennoch gewinnt Bremen ansehnlich – Frank Heike (FAZ) führt das auf die Qualität des Bremer Trainers zurück: „Es kommt einiges nach bei Werder Bremen. Dass Schaaf seine jungen Profis gleich unter Wettkampfbedingungen testet, wird ihnen und Werder irgendwann zugutekommen. Boenisch und Hunt sind 21, Özil 19 Jahre alt. Bei Werder dürfen sie Fehler machen, wenn sie in der nächsten Szene wieder etwas wagen. Schaaf lässt sie nicht so schnell fallen. Das ist und bleibt eine Besonderheit in Bremen. (…) Schaaf redet ja nie groß über Taktik, und man vergisst deshalb manchmal, dass er einen ausgezeichneten Blick für das Spiel und die Fähigkeiten seiner Profis hat. Er durfte sich als Sieger des Nachmittags fühlen.“ Zu bedenken gibt Heike aber auch: „Zufrieden mit der Fußballwelt waren die Bremer auch deswegen, weil sie von einem krassen Fehler des Schiedsrichters profitierten.“

Auch Heinz Fricke (SZ) befasst sich mit Merks Fehlentscheidungen, wundert sich aber, dass Dortmund darob allen Widerstand hat fahrenlassen: „Thomas Doll sprach hinterher von ‚Merkwürdigkeiten’ und merkte offenbar gar nicht, dass er auch noch ein Wortspiel mitgeliefert hat. Denn es ging um Markus Merk, die Ikone der deutschen Schiedsrichterei, dem durchaus zu Recht anzulasten war, dass die Dortmunder in Bremen mit 0:1 statt mit 1:0 in die Halbzeit gehen mussten. Zwei Fehlentscheidungen ebneten Werder Bremen den Weg zum 2:0-Sieg, den hinterher alle – auch Doll – für verdient hielten. Es darf vermutet werden, dass Merk zumindest mithalf, Werder das Tor zum letztlich leichten Sieg zu öffnen. (…) Was die Dortmunder im zweiten Durchgang anboten, war mager und in keiner Weise konkurrenzfähig mit dem, was Werder nach der Pause zeigte.“

Schlechte Figur

Jörg Marwedel (SZ) rät Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen, den Torhüter zu wechseln: „Jaromir Blazek ist einer der Unterschiede zur vergangenen Saison. Er wird ziemlich viel dazu beigetragen haben, falls der 1. FC Nürnberg zum siebten Mal den Weg in die zweite Liga antreten müsste. Das nämlich ist nach der 1:2-Niederlage beim äußerst mäßigen Gegner Hannover 96 wieder ein wenig wahrscheinlicher geworden. Und Blazek, immerhin ein Nationaltorwart, hat zu diesem neuerlichen Misserfolg mal wieder viel Anteil gehabt.“

Achim Lierchert (FAZ) kommt zum gleichen Urteil: „Ein sehr guter Torwart fängt diese Flanke ab. Ein guter faustet den Ball zur Seite. Ein schwacher faustet ihn in die Mitte. Und Jaromir Blazek? Der bekommt den von ihm schlecht in die Mitte, genau auf den Hannoveraner Arnold Bruggink, abgelenkten Ball anschließend von diesem auch noch in die eigenen Maschen geschossen. Das so erzielte Führungstor für Hannover 96 rückte den Nürnberger Schlussmann aufs Neue in den Mittelpunkt der kritischen Betrachtung. Weil er auch beim zweiten Treffer keine überzeugende Figur machte, wurde der Tscheche nach seinen Patzern in den vergangenen Wochen in Hannover endgültig zur Symbolfigur der Nürnberger Misere. Vielleicht weiß der neue, in Diensten des FCN bisher erfolglose Coach Thomas von Heesen selbst noch nicht, wie er dieses Problem löst, ist es doch nur eines von vielen an seiner neuen Wirkungsstätte.“

Blumenwiese statt Problembezirk

Claudio Catuogno (SZ) erkennt an Details, was sich bei Hertha zum Guten gedreht hat: „Wenn Fabian Lustenberger den Platz betritt mit seinem blonden, verspielten Lockenschopf, sieht er aus wie der Musterschüler einer Celloklasse, der sich in die Mannschaft von Hertha BSC verirrt hat. Eine Zeit lang stand der junge Schweizer stellvertretend für die Malaise der neuen Hertha. Sie war jetzt nicht mehr cool, rau und böse, wie noch zu Zeiten der Tattoo-Connection um Ashkan Dejagah und die Boateng-Brüder. Sie war jetzt lieb und anständig, aber auch ein bisschen naiv. Sie war jetzt Blumenwiese statt Problembezirk. Gegen Duisburg grätschte Fabian Lustenberger wie ein Besessener, eigentlich rutschte er fast permanent auf dem Steiß über den nassen Rasen. Es gab mal eine Zeit, da waren Torschüsse per Außenrist bei der Hertha verboten – weil Marko Pantelic sich an diese Technik geklammert hatte wie ein verarmender Künstler, der immerzu das Gleiche zu Papier bringt, obwohl er seit Jahren kein Bild mehr verkauft. Nun trafen Raffael und Pantelic, per Außenrist, und man hielt das für eine neue Form der Genialität. Blumenwiese und Außenrist – keine schlechte Mischung. Entscheidend für den derzeitigen Hertha-Aufschwung ist aber, dass Lucien Favre es durch akribisches Training geschafft hat, seinem jungen Team eine höhere Handlungsgeschwindigkeit zuzumuten.“

Den Verlierern kann Catuogno nicht viel Optimismus mit auf den Heimweg geben: „Bei Duisburg klappte gar nichts – außer der Abseitsfalle. Die war richtig gut, gegen den drohenden Abstieg wird das aber kaum reichen. Wenn die Duisburger nächsten Samstag nicht gegen Rostock gewinnen, wird man es wohl aussprechen müssen: dass sie schon jetzt ein solides Zweitligateam sind.“

Straftaten gegen den modernen Fußball

Rainer Schäfer (Spiegel Online) lässt von seinen Ansprüchen an Bundesliga-Fußball nicht ab: „Rechtfertigt der Abstiegskampf einen unästhetischen Ergebnisfußball mit allen Maßnahmen, die attraktiven Fußball verhindern und die man inzwischen für überwunden glaubte? Die Bundesliga sollte eine Ästhetik-Kommission einsetzen, die Straftaten gegen den modernen Fußball gnadenlos ahndet, wie die Reanimation des ausgestorbenen Liberos. Überhaupt: Braucht die Bundesliga Clubs wie Bielefeld und Duisburg? Wenn, dann als komödiantisches Element, als die Bühnen, auf der die besten Provinzdramen inszeniert werden, die einen Teil der deutschen Fußballkultur ausmachen. Sportliche Gründe wären es momentan jedenfalls nicht, warum man ihnen den Klassenerhalt wünschen sollte. Eines kann man nur wiederholen: Wer mit Libero spielt, ist schon abgestiegen.“

TspaS: Profitabel sein und menschlich bleiben – das hat er den DFB gelehrt. Theo Zwanziger ist einer, der in Krisenzeiten besonders stark ist. Wie jetzt, da er gegen das Bundeskartellamt kämpft

Samstag, 1. März 2008

Bundesliga

Schalke bleibt Schalke

Kritik an der Schalke-Führung wegen der öffentlichen Stänkerei gegen Mirko Slomka, aber auch Zweifel an der Qualität des Trainers

Drei Ecken, ein Elfer, der Schalke-Blog, zählt die Schalke-Führung aus, insbesondere den Vorstandsvorsitzenden Josef Schnusenberg: „Ein Vorstand sollte mit einer Stimme reden. Einer dagegen, einer dafür und einer sachtnix – das ist per se ein schwaches Bild. Weiter muss der Vorstand wissen, ob er die Arbeit des Trainers schätzt oder nicht. Also hat er ihn zu verteidigen oder rauszuschmeißen. Natürlich darf sich die Meinung des Vorstands ändern, aber wenn er sich zusammensetzt um über den Trainer zu beraten, wie angeblich geschehen, hat er eine klare Entscheidung zu treffen. Diese Entscheidung den Unwägbarkeiten von ein oder zwei Fußballspielen zu überlassen wäre ein Stehlen aus der Verantwortung. Schnusenberg gibt sich längst nicht mehr als Diener des Vereins, sondern macht auf Big Boss. Ein Ultimatum an den Trainer wäre ein weiteres Indiz einer unsouveränen Vereinsführung. Bald darf auf der Jahreshauptversammlung bestimmt auch wieder gesoffen werden.“

In einem weiteren Text wird Schnusenbergs Hinweis, ein Trainer von internationalem Rang würde gut für Schalke sein, spitzzüngig gekontert: „Ganz sicher gut für Schalke 04 wäre ein souveräner Präsident. Einer, der damit umgehen kann, plötzlich als erster Mann eines von den Medien sehr beachteten Fußball-Clubs dazustehen. Einer, der versteht, dass die Journalisten zu sportlichen Themen nichts Kluges von ihm erwarten, dass sie nur auf was Druckbares hoffen. Einer, der sich bei Themen, bei denen er nicht auf dem aktuellen Stand ist, zurückhält, der nicht um des Sprechens willen spricht. Einer, der sich von dem augenscheinlichen Interesse an ihm nicht gebauchpinselt fühlt, der sich selbst nicht wichtig nimmt. Einer, der versteht, dass es um den Club geht. Einer, der es nicht nötig hat, über die Öffentlichkeit Druck auf die eigenen Mitarbeiter auszuüben, weil er gut kommunizieren kann, den Mitarbeitern seine Erwartungen und Ziele längst deutlich gemacht hat. Einer, der Personalgespräche nicht per Zeitung sondern per Telefon ankündigt. Einer, der klug genug ist, seinen Trainer nicht zu demontieren, wenn er ihn noch im Amt lassen will. Einer, der seine Sätze nicht mit Vielleicht beginnt.“

Gemisch aus sportlicher Stagnation und menschlichen Problemen

Mit dem Trainer befasst sich Richard Leipold (FAZ): „Bisher kam ihm seine Mannschaft, so wenig Konstanz ihr sonst zu eigen ist, stets rechtzeitig zu Hilfe, wenn der Trainer gute Ergebnisse brauchte, um seinen Kopf zu retten. Aber noch nie ist der Mann mit den sieben Trainer-Leben beruflich so arg in Bedrängnis geraten wie vor dem Spiel gegen Bayern München.“ Weiter heißt es über seine isolierte Position: „Es sind nicht allzu viele Verbündete in Sicht. Die Fans forderten vor einer Woche lautstark den Rauswurf. Bei einem großen Teil der Medien ist Slomka nicht besonders beliebt, auch wenn er wie auf Knopfdruck ein Fernsehgesicht aufsetzen kann, das einen gewissen Charme versprüht. Nicht zuletzt seiner Art wegen, die mancher als herablassend empfindet, hat der Fußball-Lehrer sich viele Gegner gemacht.“

Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) hegt noch stärkere Zweifel gegen Slomka: „Der fachlich keinesfalls unumstrittene Coach soll ausgetauscht werden – wenn die Worte des Präsidenten als Gradmesser taugen. Da es sich um Schalke und nicht um Bochum oder Leverkusen handelt, gehen die Dinge keinesfalls so geräuschlos voran, wie es ein solches Manöver in der Regel erfordert. Es geschieht in aller Öffentlichkeit und unter großer Anteilnahme. Der Anhang ist begeistert, denn er kann die Vor- und Nachteile des sperrigen Trainers abwägen; die Presse freut sich ebenso. All jene, die sich an die vollmundigen Versprechungen der neuen Führung um den ehemaligen Handball-Torhüter Schnusenberg erinnern, wonach Schalke die Solidität in Klubgestalt werden solle, können aufatmen. Die Tendenz zum Chaotischen besteht unvermindert: Schalke bleibt Schalke. (…) Wie Schnusenberg demnächst gegebenenfalls einen Nachfolger unterhalb der Kategorie Mourinho-Benitez-Wenger vermitteln will, könnte zu einer der spannenderen Fragen der Bundesliga werden.“

Daniel Theweleit (Berliner Zeitung) resümiert: „Das Vertrauensverhältnis zwischen Slomka und Schnusenberg ist kaum reparabel. Eine Akzeptanz habe er offenbar nicht von allen, sagt Slomka. Vielleicht wäre bei diesem Gemisch aus sportlicher Stagnation und zwischenmenschlichen Problemen tatsächlich ein Trainertausch hilfreich.“

Freitag, 29. Februar 2008

DFB-Pokal

Der Pokal kann alles, außer Huub Stevens verändern

Der Pokal hat mal wieder gezeigt, was er kann

Begeisterte Viertelfinal-Resümees in der Presse / Schiedsrichterdebatte in München / Franck Ribéry enttäuscht durch eine Schwalbe / Wolfsburg immer besser

Claudio Catuogno (SZ) zieht ein sehr zufriedenes Fazit des Viertelfinals: „Schon häufig ist der Pokal für tot erklärt worden, für verzichtbar angesichts der vollen Stadien an den Liga-Wochenenden, für überflüssig angesichts der vielen internationalen Herausforderungen, für eine Last. In dieser Woche hat er all die Facetten wieder hervorgekramt, die ihn einzigartig machen. Und er hat diese sogar auf die Spitze getrieben: dank Carl Zeiss Jena, einem Zweitligisten, der den drohenden Abstieg mit kollektivem Rausch kontert, fast wie auf jenen berüchtigten ‚Abrisspartys’ – wenn die Belegschaft noch schnell den Laden auseinandernimmt, bevor er dichtgemacht wird. Der Pokal hat mal wieder gezeigt, was er kann. Er kann alles, außer Huub Stevens verändern. Das ist eine ganze Menge, eine kleine Wiederauferstehung. Wann haben die Münchner Stadtrivalen das letzte Mal so verbissen die Chronik ihrer ritualisierten Feindschaft weitergeschrieben? Wann wurde das letzte Mal für ein Heimspiel des VfL Wolfsburg die Tagesschau verschoben?“

Sebastian Krass (Berliner Zeitung) ergänzt, die Brisanz und die Spannung der Partie Bayern gegen Sechzig vor Augen: „Dieses 120 Minuten lange Spiel war viel mehr als nur ein neues Kapitel im Epos der Münchner Fußball-Leidenschaft. Es war ein Beweis dafür, dass der oft kleingeredete DFB-Pokal eben doch ein unverzichtbarer Wettbewerb ist – etwa weil er den Erstligisten FC Bayern und den Zweitligisten TSV 1860 zu einem Pflichtspiel zusammenführt. In seinen besten Momenten trägt der Pokal mehr zur Faszination Fußball bei als jedes Ligaspiel. Und dieser Abend war einer der guten Momente in der Pokalgeschichte.“

Bitte über Fußball reden oder die Klappe halten!

Wolfgang Hettfleisch (FR) langweilt sich angesichts der dauerhaften Fernsehgespräche über Schiedsrichterentscheidungen: „Wie wär’s, wenn die verantwortlichen Herren zur Abwechslung mal über Fußball reden würden, statt nach jedem Spiel über den Schiedsrichter zu lamentieren? Also liebe Trainermanagerpräsidenten: Bitte über Fußball reden oder die Klappe halten! Danke. Ach ja: Kann uns mal jemand nach mehrstündigem Zeitlupenstudium sagen, ob Klose nun vor dem oder im Strafraum gefoult wurde? Wir rätseln nämlich noch.“

Krass lässt es sich jedoch nicht nehmen, den Referee zu rezensieren: „Peter Gagelmann lag bei seinen Entscheidungen etwas zu oft daneben – etwa beim entscheidenden Elfmeter. Das Foul an Klose war unstrittig, nur hatte der entscheidende Schlag gegen dessen Beine außerhalb des Strafraums stattgefunden. Gemildert wurde die Wut der Sechziger dadurch, dass Gagelmann den Bayern zuvor einen Elfmeter verweigert hatte.“ Stefan Osterhaus (Neue Zürcher Zeitung) entgegnet: „Gagelmann entschied auf Penalty, was sich beim Ansehen der TV-Bilder als vertretbar herausstellte.“

Unschuld verloren

Michael Neudecker (SZ) erzählt den Sündenfall Franck Ribérys: „Ribéry hat ein zweites Gesicht gezeigt: Das Gesicht eines Schauspielers, eines niederträchtigen Simulanten, eines Hauptdarstellers in einem Drama von Molière. Er hat sich zu Boden gestürzt, als Sechzig-Verteidiger Benjamin Schwarz ihn leicht schubste, kaum streifte. Er hat sich das Gesicht gehalten, und Schiedsrichter Gagelmann hat sich überzeugen lassen von Ribérys Darbietung und hat den armen Schwarz vom Platz geschickt. Bislang war Ribéry einer der wenigen Fußballer, die auch von den Fans des Feindes respektiert werden. Am Mittwochabend aber hat sich das wohl bei manchen geändert. Am Mittwochabend hat Franck Ribéry seine Unschuld verloren.“

Hier die zwei Elfmeter Ribérys samt Entstehung auf Video . Und hier der sterbende Schwan. (Denken Sie dran: Vollbildfunktion unterhalb des Lautstärkereglers aktivieren!)

Schwer zu besiegen

Frank Heike (FAZ) schreibt über Wolfsburgs Sieg gegen Hamburg: „Der neue VfL von Felix Magath spielt zwar nicht grandios, wird aber dafür immer kompakter, besitzt Impulsgeber auf der Reservebank und ist insgesamt schwer zu besiegen. Ohne Niederlage hat Magaths Team das Jahr 2008 bisher überstanden. Am Mittwoch allerdings gehörte viel Glück dazu, den überlegenen HSV zu bezwingen. (…) In puncto Kampf und Einsatz war den Profis des HSV nichts vorzuwerfen. Aber ihnen fehlt eine entscheidende Gabe, die Spitzenteams auszeichnet: aus wenig viel zu machen.“

Deutsche Elf

Keine Rolle?

Ronald Reng (taz) macht mit Timo Hildebrand nach dessen guten Leistung gegen Barcelona (1:1 im Pokal-Hinspiel) auf ihn aufmerksam: „Timo Hildebrand streckt dem Stürmer die Brust raus. Er macht sich groß, wartet in einem Winkel, so dass das Tor für den Angreifer klein wird, er sagt. Sechsmal tauchten Weltklasseangreifer des FC Barcelona allein vor Hildebrand auf, sechsmal musste er durch die Ewigkeit, und jedes Mal ließ der Torwart des FC Valencia sie scheitern. Wie sehr Hildebrand auf solch ein Spiel gewartet hat. In Deutschland frönen sie ihrem Lieblingsvergnügen, der Diskussion über den richtigen Torwart für die Nationalelf, und Hildebrand, im zweiten Jahr erster Ersatzmann der Auswahl, musste bemerken, dass ‚ich dabei keine Rolle spiele’. Es ist eine Debatte, die in die Sparte Comedy abgeglitten ist, weil jeder Bundesliga-Torwart, der gerade mal einen goldenen Samstag erwischt, als potenzieller Nationaltorwart ausgerufen wird, sogar der Bremer Tim Wiese, der seine Abwehr verrückt macht mit seinem unsteten Positionsspiel.“

Timo Hildebrand auf welt.de: „Die Atmosphäre im Camp Nou hat mich inspiriert“

Donnerstag, 28. Februar 2008

DFB-Pokal

Es ist wie immer – dem Titel folgt der Absturz

Aus im DFB-Pokal gegen Jena – letzte Chance von Stuttgart vertan, in dieser Saison noch etwas zu ernten / Viel Lob für die Spielkultur Hoffenheims nach der Niederlage in Dortmund

Oliver Trust (FAZ) verordnet Stuttgart eine Erneuerung: „Mehr als den Versuch, ein Abrutschen in der Liga in gefährlichere Zonen zu vermeiden, mag man dem VfB des Frühjahrs 2008 gar nicht zutrauen [wohlgemerkt, mehr als den Versuch traut man dem VfB nicht zu, OF]. Vom Minimalziel Uefa-Cup ganz zu schweigen. Einen internationalen Platz zu verpassen aber könnte Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt bei den Endabrechnungen in Bedrängnis bringen. Allein der Einsatzwille von Gomez, der im Verlauf der Partie bald einer tiefen inneren Wut zu entspringen schien, reichte nicht. Gomez, der seine Tore acht und neun im sechsten Spiel 2008 erzielte, musste sich von vielen seiner Teamkollegen schmählich im Stich gelassen vorkommen. Unumgänglich scheint in Stuttgart ein grundlegender Neuanfang, der nur durch einen Umbau der Mannschaft erreicht werden kann. Nach der Pleite gegen ein tapferes Team aus Jena laufen dazu im Hintergrund schon die Vorbereitungen.“

Christof Kneer (SZ) presst aus der bisherigen Stuttgarter Saison jedmögliche Erkenntnis heraus: „Immerhin können die Stuttgarter von sich behaupten, dass sie gerade Zeugen eines historischen Phänomens sind. Womöglich ist dieser VfB der erste Deutsche Meister, von dem niemand weiß, wie gut er eigentlich ist. Im Meisterjahr war der VfB extrem konstant, nun ist er konstant extrem. Zehn Siege und zehn Niederlagen hat die Elf in dieser Saison angehäuft, bei nur einem einzigen Unentschieden – eine Statistik, die ein ziemlich exaktes Urteil über diese Mannschaft erlaubt. Diese Mannschaft sucht verzweifelt ihre Mitte, sie kennt ihre eigene Normalform nicht, sie kann nur gut oder schlecht. Dass sie aber so schlecht kann wie gegen Jena, hat die Verantwortlichen doch entsetzt – zumal die Abhängigkeit von Mario Gomez immer bedrohlicher zu werden scheint.“

Elke Rutschmann (Financial Times Deutschland) fügt hinzu: „Kaum jemand traut dem VfB noch einen erfolgreichen Abschluss zu. Nach dem ganz großen Glück in der vergangenen Saison hat sich in den Köpfen der Spieler eine unerklärliche Selbstzufriedenheit verankert. Es ist wie immer – dem Titel folgt der Absturz. Ein Schicksal, das der VfB mit anderen Klubs teilt.“ Die Stuttgarter Zeitung tritt dem VfB auf den Fuß: „Eine derart leidenschaftslose Darbietung hat es in einem Pokalviertelfinale nicht oft gegeben.“

Reinhard Sogl (FR) bringt die Stuttgarter Tagesaktualität, nämlich Niederlage gegen Jena und die Geldstrafe für A-Gomez, in Einklang: „Ob der DFB-Kontrollausschuss für diese Art von schwerer Beleidigung des Titels Deutscher Meister eine kollektive Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen verhängt?“

Michael Jahn (Berliner Zeitung) gönnt’s den Siegern: „Zu DDR-Zeiten war Jena viermal Pokalsieger und erreichte unter Trainer Hans Meyer 1981 das Endspiel im Europacup der Pokalsieger (1:2 gegen Dynamo Tbilissi). Dritt- oder gar Viertklassigkeit wie 2001, als Jena zwischenzeitlich in die Amateur-Oberliga abgestiegen war, können sie bei Carl Zeiss, wo es traditionell ein anspruchsvolles und intellektuelles Publikum gibt, nur schwer ertragen. Nun kämpfen sie vehement gegen den Abstieg aus Liga Zwei, träumen aber ob des jüngsten Pokalsieges auch von alten Triumphen.“

Gut möglich, dass Hoffenheim in näherer Zukunft wieder gegen Dortmund spielt

Richard Leipold (FAZ) stutzt über den Überschwang der Dortmunder Fans nach dem Sieg gegen Hoffenheim: „Die ausgelassene, fast überschwängliche Freude bei der großen Dortmunder Mehrheit unter den gut 55.000 Zuschauern kann nur mit der langen Zeit zusammenhängen, die Dortmund nun schon im Mittelmaß festsitzt. Nach allerlei Pokalblamagen, in guten wie in schlechten Zeiten, könnte ausgerechnet dieser Wettbewerb plötzlich die Chance bieten, verlorenes Ansehen zurückzugewinnen.“

Freddie Röckenhaus (SZ) wirft hingegen ein: „Und doch beschlich manch Dortmunder Zuschauer Ernüchterung, Zweitligist Hoffenheim nämlich spielte den besseren Fußball, wirkte ballsicherer und vor allem cleverer organisiert. Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, vor gut zwei Jahren beim BVB-Nachbarn Schalke 04 wohl vor allem wegen unüberbrückbaren intellektuellen Gefälles zu Manager Rudi Assauer aus dem Amt gekegelt, durfte denn auch bilanzieren: ‚Torwart Marc Ziegler hat den BVB im Spiel gehalten.’ Allerdings zog der BVB am Ende dennoch verdient ins gelobte Halbfinal-Land ein, weil die verblüffend spielstarken Hoffenheimer es wie ein Boxer hielten, der sich im endlosen, selbstverliebten Ali-Shuffle gefällt, aber darüber vergisst, dass es bei seinem Sport um harte Treffer geht, und gute Noten für den künstlerischen Wert nichts zählen.“

Lob hat Röckenhaus für die Spielkultur der Hoffenheimer übrig: „Seinen Unterhaltungsfaktor bezog das Spiel kurioserweise mehr aus den Aktionen des vom SAP-Gründer Dietmar Hopp und seinen Millionen befeuerten Zweitligisten. Hoffenheim spielte auf dramatisch besserem Niveau als Dortmunds letzte Bundesliga-Gegner Cottbus und Rostock.“

Leipold ergänzt: „Es wurde sichtbar, dass Ralf Rangnick selbstbewusster denkt und handelt als mancher Erstligatrainer. Er ließ seine Mannschaft offensiv spielen und sprach hinterher nicht davon, gut mitgehalten zu haben, sondern benannte Schwächen wie die Nervosität während der Anfangsphase und die fehlende Athletik im Vergleich zu den körperbetonter spielenden Borussen. Seine Elf wird inzwischen von vielen so wahrgenommen wie eine Erstligamannschaft in spe. Gut möglich, dass Hoffenheim in näherer Zukunft wieder gegen Dortmund spielt, auch ohne dass das Los die beiden Klubs zusammenführt.“

Auf faz.net liest man schon mal was über Wolfsburgs Sieg gegen Hamburg. Morgen mehr dazu.

Ascheplatz

Glauben an die eigene Unantastbarkeit

Vorsichtige und uneindeutige Kommentare zum Vorgehen des Bundeskartellamts und zu den Reaktionen des DFB / Karl-Heinz Rummenigges Alleingang

Einerseits, andererseits – Wolfgang Hettfleisch (FR) kann die Sorgen des DFB verstehen, hält dessen Unmut jedoch für unangemessen: „Nun mal runter mit dem Puls. DFB und DFL mögen die Hüter des Fußballs sein, über dem Gesetz stehen sie nicht. Die DFB-Bosse sollten also nicht so tun, als hätte das Kartellamt mit den Razzien Majestätsbeleidigung begangen. Aus Sicht des Kartellamts liegt der Verdacht wettbewerbsbeschränkender Absprachen nahe, wenn der Jurist an der DFB-Spitze eine Plauderrunde für Marketingexperten beider Häuser einrichtet und naiv erklärt, man wolle sich bei der Sponsorenakquise nicht ins Gehege kommen. Soll man aber, kartellrechtlich gesehen. Die Dünnhäutigkeit beim DFB wiederum ist erklärlich, weil man dort ungeachtet des eher harmlosen Sachverhalts fürchten muss, gleich neben der Liechtenstein-Fraktion am Pranger ausgestellt zu werden.“

Thomas Kistner (SZ) geht strenger mit dem Verband ins Gericht: „Was besagt die Entrüstung der Funktionäre? Von Dienstaufsichtsbeschwerden sieht sich ein Organ wie das Kartellamt ständig bedroht, das liegt in der Natur der Aufgabe, sich mit der großkalibrigen Wirtschaftsklientel anzulegen. Diese protzt und droht dann gern mit ihren Einflussmöglichkeiten; in der Tat hat sie viel Geld für teure Advokaten, und diskrete Netzwerke in die Politik. Beides besitzt auch der Fußball, weshalb sein forsches Vorgehen den Verdacht nährt, dass er das erkennbare Defizit an substantiellen Argumenten durch ein umso kräftigeres Muskelspiel auszugleichen versucht. Das wird noch spannend. Entweder ist der Schlachtenlärm nur der peinlichen Situation geschuldet, aus der sich die jäh durchleuchteten Funktionäre nun irgendwie befreien wollen. Oder der Fußball geht wirklich auf Kollisionskurs mit den Wettbewerbshütern, im Glauben an die eigene Unantastbarkeit.“

Die Berliner Zeitung wertet die Äußerungen des DFB als selbstgefällig. Die FAZ sammelt verständnisvoll Reaktionen der fassungslosen DFB-Offiziellen; beim Bundeskartellamt hält man sich bedeckt.

Alleingang

Daniel Theweleit (taz) beäugt das Vorsprechen des Münchner Vorstandsvorsitzenden beim Bundeskartellamt: „Wenn die Bayern ihre Spiele selber vermarkten dürften, ließe sich dieser Betrag steigern. Doch will Rummenigge wirklich das ganze System zum Einsturz bringen? Das Ende der Zentralvermarktung hätte zur Folge, dass der gerade unter lautem Brimborium geschlossene Fernsehvertrag mit Leo Kirchs Sirius hinfällig wäre. Das wäre eine Blamage für die gesamte DFL und damit auch für Rummenigge, der eifrig mitgearbeitet hat an dem komplizierten Konstrukt, das allen Klubs mehr Geld garantieren soll. Oder ist Rummenigges Alleingang ein Vorgeplänkel zur Neuordnung des Verteilungsschlüssels für die Fernsehgelder? Dass die Bayern recht skrupellos sein können, wenn es um das Machtinstrument Zentralvermarktung geht, haben sie ja schon einmal demonstriert: Unterstützt von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen hatten die Münchner 1999 versucht, die Zentralvermarktung zu kippen. Plötzlich plädierte der Rekordmeister dann aber doch für das bewährte Umverteilungskonzept. Vier Jahre später kam heraus, dass sie sich diesen Meinungswechsel mit 40 Millionen Mark vom damaligen Rechteinhaber Leo Kirch versüßen ließen.“

Mittwoch, 27. Februar 2008

Ball und Buchstabe

In den Metzgereien wird die Rivalität weiter praktiziert

Vor dem Münchner Derby im DFB-Pokal

Zwischen Bayern und 60 reicht es nicht mal mehr zu einer gepflegten Abneigung, meint Sebastian Krass (Berliner Zeitung): „Das gemeinsame Arenaprojekt hat einen Schatten auf die lange Geschichte der Münchner Derbys geworfen. Um Geld in die Kassen zu bekommen, fanden drei Freundschaftsderbys in der Arena statt. Die Spiele waren so authentisch und aufwühlend wie der Auftritt einer Beatles-Coverband. Dass ihre Mannschaft zwei der Partien gewann und ein Unentschieden erreichte, war den meisten Löwenfans egal. Zuletzt im Januar bestellte der TSV 1860 nur ein Siebtel des Kartenkontingents, mangels Nachfrage. Jetzt hat die Pokalauslosung die beiden Klubs zu einem Pflichtspiel zusammengeführt. Vielleicht schaffen die Löwen sogar die Sensation. Das wäre ein grandioser Moment für die Fans der Blauen, aber nicht viel mehr. Die zerbrochene Identität lässt sich mit einem Sieg nicht reparieren.“

Markus Schäflein (SZ) erläutert, wo die alten Gefühle überlebt haben: „Mehmet Scholl war der letzte Spieler beim FC Bayern, der in der Lage war, die Bedeutung des Duells gegen die Blauen anschaulich zu illustrieren. Nach einer Niederlage gegen 1860 war er mal vor versammelter Kundschaft von seinem Metzger gedemütigt worden, das wollte er nie wieder erleben. In den Metzgereien, Fabriken, Universitäten und Wohnzimmern der Stadt hat sich ja nichts geändert: Da wird die Rivalität weiter praktiziert, als sei [wäre, OF] gar nichts passiert.“

Jetzt, wo wir das lesen – wir hätten Scholl für einen Vegetarier gehalten.

Michael Neudecker (SZ) klärt auf – und drückt den Schalter (oder geht das per Mausklick?): „Wer Heimrecht hat, bestimmt die Farbe der Arena. Das leuchtende Stadion ist architektonisch weltweit einmalig, und die Farbe transportiert ein besonderes Gefühl, dieses ‚Mir-san-Chef’-Gefühl, die Farbe zeigt, wer Herr im Haus ist. Beim ersten Pflichtspielderby in der Arena, Bayern gegen 1860 im Pokal, da hat Bayern Heimrecht. Das ist Zufall, aber es passt ganz gut: Der FC Bayern hat im Grunde immer Heimrecht, seit sie bei 1860 gemerkt haben, dass die Arena für sie zu teuer ist. Theoretisch, sagt Otto Prandstoetter, technischer Leiter der Arena, ginge auch rot-blau kariert oder gestreift, ‚aber das hat die Polizei verboten’. Bei Messungen ist herausgekommen, dass die farbenfrohe Einstellung die Autofahrer derart irritiert – oder begeistert? –, dass die Unfallgefahr steigt. Die Regelung ist also: Die Arena leuchtet abwechselnd rot, blau und weiß, an Nichtspieltagen drei Stunden am Abend und zwei am Morgen, an Spieltagen während der Partie und davor wie danach.“

Unterhaus

Die letzte Patrone

Roland Zorn (FAZ) hadert mit dem 1. FC Kaiserslautern, 2:3-Verlierer gegen Koblenz: „Bemüht, aber naiv, kämpferisch, aber orientierungslos hatten sich die Lauterer Profis von den Koblenzern auskontern lassen. Mit etwas größerer Konzentration im Abschluss hätte die jahrzehntelang um Klassen vom Landesstolz 1. FC Kaiserslautern getrennte TuS dem Team von Trainer Milan Sasic eine desaströse Niederlage zufügen können. Apropos Sasic: Der neue Coach der Lauterer war in der pfälzischen Angststille der einzige aufrechte Kämpfer, der sofort nach dem Schlusspfiff frische Aufbruchssignale setzte. Wer sonst, wenn nicht er, der 1991 aus dem bürgerkriegsgeschundenen Kroatien nach Deutschland kam und sich hier als Trainer von der Kreisliga B (DJK Gebhardshain) bis in die Zweite Liga vorgearbeitet hat? Dieser 49 Jahre alte frühere Torwart aus Karlovac, der nur auf den ersten Blick eine runde Gemütlichkeit ausstrahlt, wusste sofort, wer der Hauptfeind seiner Spieler war: Es war die Angst vorm Siegen und die Furcht vor der Niederlage zugleich.“

Die FAZ zitiert in Sachen Sasic Teammanager Fritz Fuchs, nachladend: „Er ist unsere letzte Patrone.“ Tobias Schächter (Berliner Zeitung) ergänzt mulmig: „Sasic ist der letzte Hoffnungsträger. Es sind indes die letzten Zuckungen der Unfähigen vom Betzenberg, deren Verfehlungen Bücher füllen.“

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