indirekter freistoss

Presseschau für den kritischen Fußballfreund

Mittwoch, 20. Juli 2005

Vermischtes

Auflösung des Gewinnspiels

Gewinnspiel

Auflösung vom letzten Mal: 11 Freundinnen

Wie heißt unsere Rubrik für Frauenfußball? Die freistoss-Jury entscheidet sich für den Vorschlag von Joachim Reinshagen aus Bremen: 11 Freundinnen. Noch nie haben wir so viele Zuschriften, und so viele unterschiedliche, erhalten. Hier eine kleine, unkommentierte und kategorisierte Auswahl:

Auf den Plätzen landen:

Welt- und Europameisterinnen (Erik Malow aus Essen)
Die bessere Hälfte (David Kluge aus Münster)
Die zweite Hälfte (Gerwin Kuck)
Kaffeeservice (Thomas Baumann aus Bielefeld: „als Erinnerung an die Prämie, die die Mannschaft für den ersten EM-Titel 1989 bekommen hat“)
Ballerina (Daniel Meuren aus Mainz, Manfred Schmitt, Tobias Viere)
Frau am Ball (Michael Zentgraf aus Freiburg)
Libera (so hieß die Rubrik ja bisher, ist altphilologisch nicht exakt genug)
No man’s land (Peter Fleckenstein)
Rock on (Oliver Lück aus Hamburg)

Sonderpreise in der Kategorie „Personality“:

Nick it like Nia (Holger Szesny)
Mia & Nia (Chris Schotten)
Die kleine Prinz (Holger Szesny)
Neid-Ecke (Henning Nolte aus Mettmann)
Brdaric (Gerwin Kuck)

Der Darwin-Mendel-Award geht an:

XX-Beine (Gerwin Kuck)

Die fünf Torhüter-Quartette von Kerresinhio, unter allen Einsendern verlost, gehen an:

Erik Malow aus Essen
Ronald Winzer aus Washington DC
Andrea Osswald aus Castrop-Rauxel
Jos Mees aus den Haag
Chris Schotten

Wir danken allen Teilnehmern sehr herzlich.

Neue Runde

Und schon beginnt die nächste Runde: Wir suchen einen neuen freistoss-Claim, der unsere Kerneigenschaft beschreibt: Der alte Claim, „Presseschau für den kritischen Fußball-Freund“, klingt, zugegeben, ein wenig altbacken. Haben Sie eine bessere Idee?

Unter allen Einsendern verlosen wir fünf Exemplare von RUND, dem neuen Fußball-Magazin.

Schicken Sie mir eine E-Mail:
fritsch@indirekter-freistoss.de
Doch die Zeit eilt. Einsendeschluss ist Sonntag, der 31. Juli 2005.

Bundesliga

Eine Frage der Zeit

Richard Leipold (FAZ 20.7.) hat es kommen sehen: „Die Liaison zwischen Schalke 04 und dem Stürmerstar Ailton war keine Liebesheirat. Das war von Anfang an klar. Spätestens seit der Brasilianer das Ruhrgebiet in seinem Freizeitwert unterhalb Bremens angesiedelt hatte, waren Zweifel erlaubt. Doch viele, auch menschlich enttäuschte Fans und Kommentatoren, hofften, Ailtons Tore würden das Eis brechen. Sie irrten sich. Der FC Schalke und sein bislang teuerster Star paßten nicht zusammen. Es reichte nicht einmal zu einem Zweckbündnis, geschweige denn zu einer Vernunftsehe. Die Trennung war nur eine Frage der Zeit. (…) Man könnte dieses Ergebnis als Zeichen dafür werten, daß Geld nur eine nachgeordnete Größe ist, wenn es um den Wohlfühlfaktor geht. (…) Besiktas erwirbt zumindest die Illusion, einen der torgefährlichsten Stürmer Europas zu verpflichten.“

Der Unverstandene

Wolfgang Hettfleisch (FR 20.7.) ergänzt: „Der Schmusekurs der Klubverantwortlichen half nicht. Ailton richtete sich in der Rolle des Unverstandenen ein und tat seinen Dienst zumeist aufreizend lustlos. Schon Anfang des Jahres war für jedermann ersichtlich, dass diese von Anfang an schwierige Beziehung nicht mehr zu kitten sein würde.“

Hat Ralf Rangnick seinen Stürmer zu früh aufgegeben?

Steffen Hudemann (Tsp 20.7.) verweist auf die Qualität Ailtons: „Ailton war nicht nur Clown, sondern auch ein guter Fußballer. Seine Schusstechnik wird in dieser Perfektion von wenigen erreicht, er war oft mit dem Ball am Fuß schneller als seine Gegenspieler ohne, und mit Ausnahme von Roy Makaay war kein Bundesligaspieler vor dem Tor so souverän wie Ailton. Dass er nicht modern spielt, dass er für sein Spiel viel Platz braucht und als Stürmer keineswegs der erste verteidigende Spieler, sondern ausschließlich Angreifer ist – diese Kritik ist berechtigt. Dennoch hat Ralf Rangnick seinen Stürmer vielleicht zu früh aufgegeben.“

Tsp: Ailton hat mit Schalke 04 abgeschlossen

Welt-Interview mit Patrick Owomoyela

Ascheplatz

Studien

Studien widersprechen der Hoffnung auf eine starke Belebung der deutschen Wirtschaft durch die WM 2006 – ein umfangreiches und informatives FAZ-Dossier

Dienstag, 19. Juli 2005

WM 2006

Nicht nur an sich denken

Steffen Hudemann (Tsp 18.7.) returniert die Kritik des DFB an späten Anstoßzeiten: „Jetzt bemerkt auch der DFB, dass nächstes Jahr WM ist und kritisiert die späten Anstoßzeiten. Die Kritik kommt allerdings zu spät, um daran noch etwas zu ändern. Wir werden uns also an die späten Spiele gewöhnen müssen. Für Familien ist die Anstoßzeit 21 Uhr problematisch, aber sie hat auch ihre guten Seiten. Wer bis 7 oder 8 Uhr abends arbeitet, hat so genug Zeit, um rechtzeitig zum Anpfiff im Stadion oder vor dem Fernseher zu sitzen. Auch die Menschen in Mexiko werden dankbar sein, dass einige Spiele erst um 14 Uhr Ortszeit beginnen und nicht alle am Morgen. Bei den Weltmeisterschaften 1970 und 1986 legten die Mexikaner die Spiele sogar in die größte Mittagshitze, damit die Europäer zur besten Sendezeit den Fernseher anstellen konnten. Die Weltmeisterschaft ist ein internationales Turnier – wenn die Deutschen ein guter Gastgeber sein wollen, sollten sie nicht nur an sich denken.“

Tsp: Abpfiff um Mitternacht

Bundesliga

Fortschreitende Spezialisierung

Thomas Klemm (FAS 17.7.) befasst sich mit dem Trend Trainerteam: „Es würde an den Spielfeldrändern dieses Landes eng werden, wenn alle Bundesligaklubs ihre ganze Betreuerriege auf die Sitze schickten. Cheftrainer, Assistenten, Torwarttrainer und Fitnesscoach gehören längst zum Stab jedes Klubs – und immer mehr Fachkräfte kommen hinzu: ein Prophylaxetrainer in der medizinischen Abteilung des 1. FC Kaiserslautern, ein Mentalcoach beim Hamburger SV oder Ernährungswissenschaftler bei Schalke 04 oder Mainz 05. Die fortschreitende Spezialisierung hat hierzulande nicht erst begonnen, seit Jürgen Klinsmann den Amerikaner Marc Verstegen mit dem Fitnesstraining der Nationalmannschaft betraute und den Schweizer Urs Siegenthaler mit der Wettkampfbeobachtung. Aber sie hat seither an Dynamik gewonnen. Was den einen als Professionalisierung gilt, bezeichnen andere als „Humbug und Zeitgeist“: Er stehe diesem Trend skeptisch gegenüber, sagt Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt. Der Aufsteiger verfügt im Kern nur über ein traditionelles Trio von Chefcoach, Assistent und Torwarttrainer. Von jeher vertraut Bruchhagen lieber einem „Generalisten“ und hält „Authentizität für die beste Voraussetzung eines Trainers“.“

WamS-Interview mit Giovane Elber
Welt-Interview mit Frank Rost

Ascheplatz

Verehrung

Carsten Germann (Welt 19.7.) schildert die Dominanz Manchester Uniteds auf Asiens Fußballmarkt: „Marktführer Manchester United, der umsatzstärkste Fußballverein der Welt, generiert inzwischen 40 Prozent seiner Marketingeinnahmen außerhalb Großbritanniens und verdient allein in Asien durch die Vermarktung von Fernsehrechten, Catering und Merchandising jährlich bis zu 40 Millionen Euro. In Asien und Australien, so ermittelten die Londoner Wirtschaftprüfer Deloitte & Touche, bekennen sich mittlerweile rund 40 Millionen Menschen zu Manchester United. Bereits zum ersten Training in Hongkong werden am Donnerstag 35 000 Zuschauer erwartet. In 90 asiatischen Städten wurden bereits riesige Fanshops („MU Megastores“) und Restaurants („Red Cafés“) eröffnet, die als Joint Venture mit einem Tochterunternehmen betrieben werden. Während in diesen Cafés alle Saisonspiele von „ManU“ live übertragen werden, hat Real Madrid seinen Fanshop in Schanghai bereits wieder geschlossen. Die offizielle Begründung lautet, daß von den Trikots des spanischen Rekordmeisters in China zu viele Billigkopien kursieren. Dagegen treibt die Verehrung der englischen Klubs in Fernost mitunter seltsame Blüten. In Hongkong und Malaysia bezahlen rund 15 000 Fans mit der goldenen „Manchester United Credit Card“. In einigen Bankfilialen von Hongkong sind Bereiche markiert, in denen sich nur Fans von Manchester, von Arsenal London oder vom FC Liverpool aufhalten dürfen.“

Die Leistungsdichte in den Fussballklubs der brasilianischen Megapolis beeindruckt die NZZ

Samstag, 16. Juli 2005

Ball und Buchstabe

Weg der sanften Gesundung

Nach dem „Ostgipfel“ in Leipzig – Robert Ide (Tsp 15.7.) lehnt Subventionen für den Fußball-Osten ab und stimmt damit den DFB-Gremien zu: „Es wäre einfach, das Jammerlied anzustimmen. Ja, es stimmt: Nach der Wende wurden zwischen Dresden und Magdeburg viele Vereine von den Etablierten leergekauft und von Glücksrittern kaputtgewirtschaftet. Ja, es stimmt: Die Tradition des Ost-Fußballs, geschmückt mit europäischem Ruhm, duelliert sich meist nur in Liga drei, vier oder fünf. Aber soll der Osten deshalb Almosen bekommen? Nein, das wäre zu einfach. Seine Krise kann der ostdeutsche Fußball nur selbst überwinden. Er darf dabei nicht behindert werden von bürokratischen Aufstiegsregeln und eigener Unbedarftheit. Hier setzen die Vorschläge an. Der Weg der sanften Gesundung ist lang, aber richtig. Revolutionen, das haben die Ostdeutschen gelernt, beginnen an der Basis. Nicht an der Spitze.“

Markus Völker (taz 16.7.) wirft ein: „Dass Fußball, auch der im Osten, bereits hoch subventioniert ist, wurde in Leipzig nicht erwähnt. Steuergelder fließen in Stadionneubauten. Leipzig hat davon profitiert, derzeit wird eine subventionierte Arena in Magdeburg hochgezogen. Hier und da ist auch schon mal die Stadt mit einer Bürgschaft für einen maroden Verein eingesprungen oder hat diese über Mittelsmänner besorgt. Daran kann es nicht liegen, dass es keinen Ostverein mehr in der ersten Liga gibt und nur ein paar in der zweiten und der Regionalliga, schon eher daran, dass sich das fußballerische Niveau dem wirtschaftlichen angepasst hat. Ausnahmen sind selten: In den Wagenburgen von Cottbus und Aue rollt der Ball besser als anderswo; der FC Hansa Rostock überzeugte lange durch maßvolle Vereinsarbeit; Dynamo Dresden ist drauf und dran, sich zu berappeln. Der große Rest lebt von der Erinnerung an die DDR-Oberliga.“

FAZ: Bundesliga pfeift auf Fifa-Abseitsregel

Unterhaus

Trauriges Kapitel in den Geschichtsbüchern

Jan Christian Müller (FR 15.7.) schreibt über das Ende Fortuna Kölns: „Fortuna Köln stand jahrzehntelang symbolisch für Mäzenatentum im Profifußball; als ein Klub, der schon aufgrund seiner lächerlich geringen Zuschauerzahlen von oft unter tausend bei Zweitligaspielen nie gesund gewirtschaftet hat. 30 Millionen Mark soll Jean Löring in den Verein gesteckt haben. Das reichte lange, um im bezahlten Fußball irgendwie mitzuhalten. Aber es fehlte ja immer eine solide Basis. Der charismatische Macher führte den Klub in Gutsherrenart, eben genau so, wie Fußball-Unternehmen in der Moderne nicht mehr geführt werden können. Deshalb ereilt den Verein, der sich im Lauf der vergangenen Saison aus der Oberliga zurückgezogen hatte, ein logisches Schicksal. Die vorbildlich und schon lange recht unabhängig von Lörings Nachlass arbeitende Jugendabteilung wird von der Insolvenz des Muttervereins nicht mit den Abgrund gerissen. 450 Kinder und Jugendliche dürfen weiter Fußball spielen, möglicherweise bald unter dem Vereinsnamen Fortuna Köln 2005. Das ist die gute Nachricht. Lörings Vermächtnis bleibt am Ende nur ein trauriges Kapitel in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs.“

WM 2006

Chaotisch

Schlechte Noten vom Obersten Rechnungshof für die WM-Vorbereitung in Bayern – Jörg Hahn (FAZ 16.7.) kommentiert: „Schwieriges WM-Business! Diesen Stoßseufzer dürfte in dieser Woche auch im Beckenbauer-Stammland so mancher ausgestoßen haben. Im Freistaat Bayern, dessen Ministerpräsident Edmund Stoiber sich neulich noch diebisch gefreut hat, daß Otto Schily die WM nicht mehr als Sportminister erleben werde, läuft derzeit vieles schief, was die Arbeitsgruppe mit dem sperrigen Namen „WM-Task-Force“ angefaßt hat. Untersuchungen des Bayrischen Obersten Rechnungshofs, die Ablösung des Chefs der Arbeitsgruppe, die Absage von prestigeträchtigen Großprojekten, dies paßt nicht ins Bild von heiteren Spielen mit volkswirtschaftlichem Mehrwert. Blieben die bayerischen Planungspannen ein regionales Problem, wäre es schon beschämend genug. In München entsteht schließlich das große Medienzentrum, dort findet das Eröffnungsspiel statt. Die Welt zu Gast bei Freunden, heißt das WM-Motto. Im Moment sind einige dieser Freunde noch reichlich chaotisch und unorganisiert. Das gefährdet den Gesamterfolg – und dabei geht es ja nicht bloß um das Abschneiden der Mannschaft von Jürgen Klinsmann.“

Bundesliga

Schwerstbeladener Job der Liga

Christof Kneer (SZ 16.7.) misst die Aufgabe Giovanni Trapattonis und befasst sich mit Gegenwart und Zukunft des VfB Stuttgart: „Es liegt ein kleiner Ausnahmezustand über der Stadt, nur sind sich die Einwohner noch nicht einig über das mathematische Vorzeichen. Muss man ein Minuszeichen davor setzen, weil der Stadt außer Kevin Kuranyi und Philipp Lahm auch Aliaksandr Hleb abhanden gekommen ist? Oder gehört ein Plus davor, weil man jetzt ja diesen Trainer hat, um den einen mindestens die ganze Welt beneidet? (…) Gewiss ist allein, dass es sich bei diesem Klub um das spannendste Experiment handelt, das die neue Saison zu bieten hat. Es geht nicht nur um die Frage, ob der 66-jährige Trapattoni vielleicht nur noch ein Vergangenheitstrainer ist und ob er zu einer Mannschaft passt, die vor kurzem noch als Zukunftself der Nation bezeichnet wurde. Es geht auch nicht nur darum, wie sich der filigrane Defensivtaktiker Trapattoni einem Team nähert, das vor kurzem noch den Kampfnamen „Die jungen Wilden“ führte. Die spannendste Frage ist, was ein Trainer außer Trainer noch so alles sein kann, denn wenn nicht alles täuscht, hat Trapattoni den schwerstbeladenen Job der Liga übernommen. „Unsere jungen Wilden haben verdient, vom besten Fußball-Lehrer unterrichtet zu werden“, sagt Staudt. „Ich erhoffe mir von Trapattoni Kontinuität im sportlichen Bereich“, sagt Staudt: „Dank Trapattoni steht der Klub positiv im Fokus.“ Frei übersetzt heißt das etwa, dass Trapattoni Startrainer und Jugendausbilder sein soll, Scout und Sportdirektor, PR-Mann und Maskottchen. In Wahrheit weist die Personalie auf ein tief sitzendes Strukturproblem beim VfB. Seit Erwin Staudt 2003 die Geschäfte übernahm, strotzt der Verein vor wirtschaftlicher Kompetenz, aber manchmal läuft er Gefahr, darüber den Sport zu vergessen.“

Welt-Interview mit Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke

Donnerstag, 14. Juli 2005

WM 2006

Humorlos

Ralf Nöcker (FAZ/Wirtschaft 14.7.) erklärt die Rigorosität der Fifa beim Kampf gegen Ambush-Marketing: „Bei so viel Geld ist es den Sponsoren nicht zu verdenken, daß sie vor Trittbrettfahrern geschützt werden möchten. Und das tut die Fifa, wobei sie sich wie schon 2002 ausgesprochen humorlos zeigt. Laut Fifa-Angaben wurden bei der WM in Japan und Korea 3,1 Millionen Produkte beschlagnahmt und 1.881 Fälle von Rechtsverletzung aufgedeckt, gegen die zu 90 Prozent erfolgreich geklagt wurde. Und auch in Verbindung mit der WM 2006 ist die Fifa bereits mehr als 330mal gegen Rechtsverletzungen vorgegangen – und das ein Jahr vor dem eigentlichen Ereignis. Überführte Trittbrettfahrer müssen tief in die Tasche greifen. (…) Immerhin darf – im Gegensatz zu den vergangenen Olympischen Spielen – jeder in der Kleidung ins Stadion, die ihm beliebt. In Athen war Zuschauern der Zutritt ins Stadion verwehrt worden, die T-Shirts oder Kappen von Unternehmen trugen, die nicht zu den offiziellen Sponsoren gehören. Juristen zeigen sich ob der Durchsetzbarkeit solcher Vorhaben ohnehin skeptisch.“

Deutsche Elf

Mentaler Cheftheoretiker

Moritz Müller-Wirth (Zeit 14.7.) porträtiert den Hauspsychologen: „Hans-Dieter Hermann ist der lokale Stützpunkt der aus den USA importierten Energie- und Motivationstherapie des Bundestrainers. Als Klinsmanns mentaler Cheftheoretiker arbeitet er im Hintergrund an der gemeinsamen Strategie vom positiven Denken und Reden. Zwischen beiden gibt es dann auch, bis hin ins Phänotypische, Wesensverwandtschaft zu beobachten. Wie Klinsmann macht Hermann gelegentlich den Eindruck eines Außenstehenden, ohne dabei Außenseiter zu sein: in Habitus und Gestus, in Sprache und Stil, ein Feingeist in der ansonsten rustikalen Männerwelt des Fußballs. Klinsmann hat als Rückzugsort Kalifornien, Hermann hat Schwetzingen, wo er mit seiner Familie lebt. Wie für Klinsmann hängt für ihn persönlich vom Abschneiden der Deutschen bei der WM 2006 nicht wirklich etwas ab. Auch wenn das Team früh scheitern sollte – die Klinsmann/Hermann-Doktrin der Wechselwirkung zwischen Kopf und Fuß wird überdauern. Das verbindet die beiden und gibt Raum für Kombinationen.“

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