Mittwoch, 17. August 2005
Internationaler Fußball
Eine Nation atmet auf
Zinedine Zidane, der Protagonist des multikulturellen Frankreichs, kehrt zurück ins Nationalteam – Jürg Altwegg (FAZ 17.8.) befasst sich mit dem Hintergrund: „Als die WM 2002 begann, trugen die Franzosen in der Adidas-Werbung den zweiten Stern für die erfolgreiche Titelverteidigung. Die Strafe für die Überheblichkeit fiel fürchterlich aus: ‚les Bleus’, die kein einziges Tor schossen, schieden in der ersten Runde aus. Die französische Gesellschaft erlebt in der Folgezeit dramatische Verwerfungen. Das Musterland der Integration muß das ‚Kopftuch-Verbot’ erlassen; der Hitzesommer 2003 fordert 16000 Tote; trotz des Widerstands gegen den Irak-Krieg werden in Bagdad französische Journalisten entführt. Und einer Niederlage folgt die nächste Demütigung: erst das ‚Non’ bei der Abstimmung über die Europa-Verfassung, dann die Vergabe der Olympischen Spiele an London, der Favorit Paris fällt durch. Die Irrungen der Politik und der internationale Prestigeverlust blieben nicht ohne Wirkung auf die Fußballspieler. In den ersten Qualifikationsspielen für 2006 verloren die Franzosen gegen die Außenseiter Schweiz, Irland und Israel wichtige Punkte. In drei Heimspielen kein einziges Tor. Die Spieler wurden ausgepfiffen. (…) Es ist Zidane gelungen, den Mythos noch vor dem ersten Kick im blauen Dress zu erneuern. Weit über den Fußball hinaus. Frankreich schöpft Hoffnung, eine Nation atmet auf.“
Scheinwelt
Rod Ackermann (NZZ 17.8.) gibt zu bedenken: „Zidane als Zugpferd nötig hat nicht allein die mühsam um eine Qualifikation für die WM-Endrunde kämpfende Equipe de France, sondern auch die Gilde kommerzieller Sponsoren. So lancierte am gleichen Tag, als Frankreichs zweitbeliebteste Sportpersönlichkeit (gemäss einer Umfrage führt nach wie vor der Tennis-Altstar Yannick Noah) seine Rückkehr in die Nationalmannschaft verkündete, das Kommunikationsunternehmen Orange einen offensichtlich bestens vorbereiteten Werbefeldzug mit dem Slogan: ‚Du hast uns so sehr gefehlt!’ Gleichzeitig freute sich Adidas, der andere grosse Vertragspartner, auf den neu in Schwung kommenden Absatz Zehntausender von blauen Nationaltrikots mit den drei Streifen und dem Schriftzug ‚Zidane’. Doch die Scheinwelt der Werber ist das eine, die Realität des Sports etwas anderes. (…) Raymond Domenech, dem bei all dem freigebig verteilten Vorschusslorbeer fast in Vergessenheit geratenen sélectionneur, wird nachgesagt, sein Einverständnis zu Zidanes Comeback – so es eines solchen denn überhaupt bedurfte – nur deshalb gegeben zu haben, weil keiner seiner Mannen so souverän mit stehenden Bällen umgehen könne.“
Deutsche Elf
Vernachlässigung sämtlicher Folklore
Holland gegen Deutschland unter van Basten und Klinsmann – Christof Kneer (SZ 17.8.) hofft auf Abschied von Klischee und Abscheu: „Einige Zeitungen haben Hölzenbeins Schwalbe aus dem 74er-Finale abgedruckt, andere haben Bilderserien vom spuckenden Rijkaard veröffentlicht, und wieder andere haben genüsslich den ungezogenen Koeman gezeigt, der sich mit Thons Trikot rückwärtig reinigte. Und heute? Heute ist es so, dass am Tag vor dem Spiel noch 15 000 Tickets übrig sind, und nur die scharfen Sicherheitsvorkehrungen rund ums berüchtigte Stadion De Kuip erinnern an Kampfhandlungen früherer Tage. Selten wohl war die Chance größer, dieses Fußballspiel unter Vernachlässigung sämtlicher Folklore einfach als Fußballspiel zu begreifen. Man darf es erholsam finden, dass der Tonfall jetzt von zwei straffen Sportlehrern geprägt wird, die von außerhalb des Verbandes stammen und sich lieber mit ihrem kühlen Reformertum beschäftigen als mit der Hitze der Geschichte. Und siegen wollen sie vor allem, um ihre Projekte glaubwürdig zu machen.“
Verwässerung
Andreas Lesch (BLZ 17.8.) könnte auf Dietmar Hamann und Christian Wörns verzichten: „Was soll das? Natürlich war die Rückholaktion der Routiniers lange geplant. Aber haben die Ereignisse beim Confederations Cup Klinsmanns Pläne nicht überholt? Bei diesem Turnier haben gerade die Frische und der Übermut eines jugendlichen Teams die Zuschauer begeistert. Nun aber fügt Klinsmann plötzlich zwei Akteure ein, die so gar nicht zu diesem neuen deutschen Stil passen wollen. (…) Es wird spannend sein zu beobachten, inwieweit die beiden Personalien Klinsmanns Reformen verwässern, wie stark sie die Spielweise der Mannschaft verändern, ob sie von Dauer sind. Und: Ob die Rückkehrer eine neue Denkweise prägen.“
FR-Interview mit Christian Wörns (leider nicht als Podcast)
Welt-Interview mit Wörns
SZ: der Konkurrenzkampf im Nationalteam wird weiter verschärft
Homogen
Christoph Biermann (SZ 17.8.) schreibt über den Zweck der Verpflichtung Marco van Bastens als Hollands Nationaltrainer: „Die Entscheidung für van Basten war der Wechsel zu einem radikalen Neuanfang. Zunächst schien sich mit van Basten die holländische Fußballideologie vom mooi voetbal, vom schönen Fußball, in ihrer übergeschnapptesten Form durchzusetzen. Er sollte attraktiv spielen und zugunsten eines Neuaufbaus der Nationalmannschaft wurde ihm sogar erlaubt, die WM 2006 zu verpassen. Es geschah jedoch das Gegenteil: Die holländische Mannschaft hat keines ihrer zehn Spiele unter van Basten verloren, spielerisch aber nicht immer überzeugt. Doch niemand hält ihm das vor, weil das Team vieles von dem abgestreift hat, was die Fans im eigenen Land immer nervte. Auf mitunter schon unheimliche Weise hat er aus einer Fülle von Neulingen und einigen alteingesessenen Spielern eine Mannschaft geformt, die so homogen als Team arbeitet wie seit der WM 1998 unter Guus Hiddink keine holländische Nationalmannschaft mehr.“
FAZ: Marco van Basten ist wie Leonardo da Vinci
BLZ: Denny Landzaat ist Hollands kreativer Geist im Mittelfeld
BLZ: Rückblick auf deutsch-holländische Rivalität
Bildstrecke: Deutschland-Holland – ein Klassiker, sueddeutsche.de
Dienstag, 16. August 2005
Interview
Bei Tempo 350 gewinnst du, mit 360 fliegst du aus der Kurve, mit 340 verlierst du
Giovanni Trapattoni mit Uwe Marx und Oliver Trust (FAS 14.8.)
FAS: Immer, wenn Sie einen neuen Job als Trainer annehmen, heißt es, Ihre Familie müßte weiter auf Sie warten. Sind Sie ein guter Opa?
GT: Ich glaube ja. Alle paar Tage rufe ich meine beiden Enkel an. Ich stelle immer drei Fragen: Wie geht es dir? Wie geht es in der Schule? Trainierst du mit rechts und links? Die Frage nach dem rechten und linken Fuß ist wichtig. Sie gehen zwar auf eine Sportschule, aber selbst dort vergessen viele die Grundlagen.
FAS: Ging es in Ihrer Kindheit auch schon so gewissenhaft zu?
GT: Ich war in der Schule des AC Mailand, da habe ich vieles mitbekommen. Zum Beispiel wie talentierte Spieler nicht mehr weiterkamen, weil sie die Grundlagen vernachlässigt haben. Nehmen Sie Lothar Matthäus bei Inter. Ich habe zu ihm gesagt: Lothar, ein Weltstar wie du muß mit rechts und links spielen können. Er hat trainiert, jede Woche, rechts, links. Auch ein Tor mit links ist schließlich ein Tor. In der Meisterschaft hat er dann zwei Tore mit links geschossen. Auch jeder Musiker übt täglich Tonleitern und grundlegende Techniken.
FAS: Ist eine Fußballmannschaft wie ein Orchester?
GT: Im Grunde schon. Aber ich sehe einen großen Unterschied: Ein Orchester spielt nach Noten und hört auf den Dirigenten. Aber wir leben zusammen, wir müssen den Charakter unserer Kollegen verstehen. Wenn du dich selbst verstehst, den Kollegen, die Situation, dann holst du einen Punkt mehr in der Saison. Und das kann entscheidend für die Meisterschaft sein. (…)
FAS: Muß Fußball schön sein oder nur erfolgreich?
GT: Ich bin auch Ästhet, sicher ist es besser, schönen Fußball zu spielen. Aber es gibt Regeln, auch bei schönem Fußball. Wir wollen beides, ein gutes Ergebnis und ein gutes Spiel. Das verlangt eine Art Harmonie, die nur durch Arbeit zu erreichen ist. Diese Suche, dieses Bemühen, dieses Bauen fasziniert mich. Es treibt mich an. Fußball ist Effizienz, Fußball ist Ergebnis. Darauf baut alles andere auf. Fußball ist kein Theater. Gehst du ins Theater, ist es schön, aber du hast kein Ergebnis. Ich liebe das Theater, aber ich suche das Ergebnis.
FAS: Wäre für Sie ein 22. Titel noch wichtig?
GT: 21, 22, 23, 25 oder 29 – das ist doch völlig egal. Es geht mir um den Aufbau, um eine Weiterentwicklung. Den genauen Punkt zu finden, mit dem ich gewinnen kann, das ist reizvoll. Wie in der Formel 1: Bei Tempo 350 gewinnst du, mit 360 fliegst du aus der Kurve, und mit 340 verlierst du.
Internationaler Fußball
Befürchtung
Stefan Coppell (FAS 14.8.) nennt die Sorgen und Kopfschmerzen der ManU-Fans: „Für das tief verwurzelte Traditionsverständnis vieler Fans ist es schlimm genug, daß ein amerikanischer Tycoon, der aus seiner Unkenntnis im Fußball keinen Hehl macht, ihren Kultklub schnell mal aufkauft. Doch die Befürchtung, daß United in den nächsten Jahren ein ähnliches Schicksal droht wie dem ungeliebten Klub Leeds United, der nach einem Finanzkollaps in der Zweitklassigkeit verschwunden ist, ist noch größer. Aus dem bis zum Mai reichsten Verein der Fußball-Welt ist quasi über Nacht ein Unternehmen geworden, das 800 Millionen Euro Schulden vor sich herschiebt, jener Betrag, den sich Glazer bei Banken und Hedgefonds lieh, um die 1,2 Milliarden Euro stemmen zu können. Fortan beträgt die jährliche Zinsbelastung zur Bedienung der Kredite rund 68 Millionen Euro.“
NZZ: Senior Teddy Sheringham trifft für West Ham United
Unterhaus
Mutlos
Ingo Durstewitz (FR 16.8.) beäugt den neuen, alten Trainer Hansa Rostocks: „Die Verpflichtung Pagelsdorfs ist ein Tribut an glorreiche Tage, eine Reminiszenz an eine Zeit, als es mit Hansa aufwärts gegangen war. Der Aufschwung war eng mit dem Namen Pagelsdorf verknüpft, der Coach erwarb sich Meriten, führte Rostock in die Bundesliga und etablierte den Klub. Bei Pagelsdorf wissen die Verantwortlichen, was sie bekommen, sie gehen auf Nummer sicher. In der prekären Situation verständlich – und doch bemerkenswert mutlos. Die Rückkehr Pagelsdorfs passt zur Philosophie von Präsident Manfred Wimmer. Gern verkauft sich Hansa als Familienunternehmen, das Männern aus dem eigenen Stall (Juri Schlünz, Andreas Zachhuber) eine Chance gibt – Fremden aber skeptisch gegenübersteht. So ist auch Jörg Berger gestolpert. Wer nach zwei Spieltagen seinen Trainer entlässt, der sollte sich fragen, ob es nicht an der Zeit wäre, selbst den Hut zu nehmen.“
Verfehlte Personalpolitik
Ronny Blaschke (FTD 16.8.) vertieft den Blick auf den Vereinsvorstand: „Sicherlich gehört Wimmer in Wirtschaftsfragen zu den vernünftigeren Vertretern im Profifußball: Der Klub hat den Sturz zumindest abseits des Spielfeldes verarbeitet. Alle Co-Sponsoren sind geblieben, es wurden mehr Logen verkauft als zuvor, das Vermarktungsergebnis ist besser als erwartet. Und die angebotene Landesbürgschaft von 4,7 Mio. Euro bleibt unberührt. Doch das Geld, das Wimmer auf der einen Seite spart, gibt er auf der anderen aus. Der Trainerverschleiß dürfte den Klub einen Millionenbetrag an Abfindungen gekostet haben. Zudem ist dem Vorstand, allen voran Manager Herbert Maronn, in den vergangenen Jahren wenig geglückt auf dem Transfermarkt – Martin Max und Jari Litmanen ausgenommen. Dass der FC Hansa das Niveau einer Schwarzenbeck-Gedächtnis-Elf erreicht hat, ist die Konsequenz einer verfehlten Personalpolitik.“
Bundesliga
Kuriose Folge der Systemverherrlichung
Christof Kneer (SZ 16.8.) erkennt einen Offensivtrend: „Die ganze Bundesliga wirkt wie eine machtvolle Demonstration gegen die Torwartdebatte: Den Unterschied machen zurzeit nicht jene, die Tore verhindern, sondern jene, die sie schießen. Stilprägend sind die Chancennutzer, nicht die Vernichter. Es ist die Erkenntnis der ersten Spieltage, dass all jene gut beraten sind, die auf verlässliche Stürmer vertrauen. Im Umkehrschluss wurden all jene mit Fehlstart bestraft, die den Wert des Stürmers unterschätzten: Frankfurt, Gladbach und vor allem die Konzeptfußballer aus Bielefeld und Mainz, die so oft dafür belobigt wurden, dass sie individuelle Schwächen übers System auffangen. Vermutlich ist dies die Rache einer Gattung, an der sich die Liga lange versündigt hat. An vielen Standorten glaubte man, sich den altmodischen Torjäger zugunsten des modernen Allrounders sparen zu können, was dazu führte, dass der Allrounder alles konnte – außer Tore schießen. Die kuriose Folge der Systemverherrlichung: Jetzt, da die aufs Kollektiv berechneten Systeme immer perfekter geworden sind, entscheidet doch wieder der individuelle Könner das Spiel.“
Anders- und Gar-Nicht-Denkende
Leid, Pein, Schmerz und Not, treue Begleiter eines Gladbach-Fans – Peter Ahrens (SpOn 15.8.): „Jedes Jahr, immer dann, wenn in Deutschland der Winter vor der Tür steht, also im August, keimt die Hoffnung neu. Dieses Jahr wird endlich wieder ein Borussenjahr. (…) Die Hoffnung währt gemeinhin ungefähr 31 Minuten, bis das erste Gegentor der neuen Saison fällt. Und spätestens nach dem Kick gegen den VfL Wolfsburg ist allen klar: Diese Saison wird genauso furchtbar wie die vergangene. Und die davor, und die davor. Ich will hier niemanden langweilen mit Reminiszenzen aus den siebzier Jahren, Aus-der-Tiefe-des-Raumes, Günter N. sich selbst in der Verlängerung eingewechselt und so weiter und so fort. Dieses fußballerische Alt-68er-Gerede, dieses übliche unkritische Netzer-Tum, rührseliges Nick-Hornby-Gesäusel, nein, nein, bloß nicht – aber wahrhaftig war das erste Fußballspiel, an das ich mich erinnere, das Pokalendspiel gegen Köln 1973. Auch wenn Übelmeinende mich daraufhin der billigen Legendenbildung bezichtigen. (…) Unerschütterliche Zuversicht war das Anfangsgefühl. Danach folgten über all die Jahrzehnte Lothar Matthäus, Stefan Effenberg, Uli Borowka, Rolf Rüssmann, Holger Fach und Dick Advocaat als bisheriger Endpunkt einer nach unten offenen Unerträglichkeits-Skala. Wenn man eine Geisterbahn der bundesdeutschen Fußballhistorie ausstatten müsste, bitte bedienen Sie sich am Niederrhein – Duldsamkeit, Toleranz gegenüber Anders- und Gar-Nicht-Denkenden ist dem Borussenfreund inzwischen zur zweiten Haut geworden.“
Aktenzeichen VfB – ungelöst
Nach dem 2:3 gegen Köln – Thomas Klemm (FAZ 16.8.) kritisiert Giovanni Trapattonis Verzicht auf Zvonimir Soldo: „Wer versteht Trapattoni? Kaum jemand. Und das lag nicht nur an den vielen deutschen Worten, die der Italiener nicht so recht zu einer rundum nachvollziehbaren Rede bündeln konnte. Es lag vor allem an seinem eigenwilligen Einfall, den Kapitän und Vorzeigeprofi des VfB Stuttgart neunzig Minuten auf der Bank sitzen zu lassen und schlicht darauf zu vertrauen, daß es der Rest schon richten werde. Trapattoni mußte einsehen, daß ohne die Ruhe und Ordnung des 37 Jahre alten Routiniers nicht viel zusammenläuft beim VfB. (…) Seine erfolglose Fahndung nach einer Elf ohne Soldo, auf den er schon beim 1:1 in Duisburg nach knapp einer Stunde verzichtet hatte, endete mit der Erkenntnis: Aktenzeichen VfB – ungelöst. (…) Während Trapattoni aus der Tugend eine Not machte, ging Uwe Rapolder den besseren Weg: Aus der Personalnot heraus formte der FC-Trainer ein Team, das nicht nur kämpferische Tugenden offenbarte, sondern eine Stunde lang auch spielerisch und taktisch zu brillieren wußte.“
Ein Stück seines Glanzes eingebüßt
„Trapattoni hat die Mannschaft in ihren Grundfesten erschüttert“, ergänzt Peter Fromme (FR 16.8.): „Er hat nicht einfach ein alterndes Denkmal aufs Abstellgleis geschickt, er hat das Gesicht einer Mannschaft verändert. Verwunderlich allerdings, dass ‚Trap’ den Versuch ohne Soldo in der Vorbereitung stets unterließ. (…) Trapattoni hat ein Stück seines Glanzes eingebüßt und völlig unnötig eine Baustelle aufgemacht, die ihm unangenehme Tage bescheren wird.“
Als noch Könige herrschten
Volker Kreisl (SZ 16.8.) berichtet von der Zeremonie am Hofe Michael A. Roth: „Das waren Szenen aus vergangenen Zeiten, aus jenen Tagen, als es in der Bundesliga noch allmächtige Vereinspräsidenten gab. Ein wenig erinnerten diese Vorgänge aus Nürnberg sogar an noch frühere Jahre, als noch Könige herrschten, oder in der Provinz Fürsten und Grafen. Und auch wenn es nur Zweitliga-Regenten waren, dann feierten sie ordentlich, mit Empfängen, Trompetenklängen, Spielmannszügen, mit gebratenen Ferkeln und reichlich Gerstensaft und mit einem kleinen Triumphzug vor dem Volk. Michael A. Roth ist Präsident des 1. FC Nürnberg, er wurde am Samstag 70 Jahre alt, und das war ein Anlass zu einer Feier, wie sie auch die Bundesliga nicht mehr kennt. Der Tag hatte früh begonnen, mit einem Empfang im Rathaus, wo ihm unter anderem ein Innenminister, ein CSU-Generalsekretär und ein Oberbürgermeister die Ehre gaben. Nach dem Umzug des etwa 100 Personen starken Gefolges ins Frankenstadion zeigte sich der Jubilar dem Volke, drehte eine Ehrenrunde im eigenen Mini, schwenkte die Club-Fahne und nahm die Huldigungen entgegen, die freundlich bis euphorisch ausfielen, weil Roth in seiner insgesamt zwölfjährigen Amtszeit viel für den Verein getan hat, aber auch, weil die Fans auf Roths Kosten Freibier und Bratwürstl im Magen hatten.“
NZZ: Reinhard Rauball, Dortmunds Nothelfer
Bundesliga-Bildstrecke, sueddeutsche.de
Deutsche Elf
Glaube
Christian Eichler (FAS 14.8.) vergleicht Marco van Basten mit Jürgen Klinsmann: „Von Feindseligkeit waren sie auch in den ‚Schlachten’ von Hamburg 1988 oder Mailand 1990 weit entfernt. Sie sind es bis heute. Jürgen Klinsmann wurde selbst in Zeiten übertriebener Aggression in den Niederlanden als Sportsmann geschätzt; ebenso Marco van Basten in Deutschland. Fast wirkt es, als hätte damals eine geheime Fußballregie, um den gereizten Nachbarn zu zeigen, was sie aneinander haben, die beiden Weltklassestürmer aufgestellt – und nun abermals als junge Reformtrainer. Zwei Biographien, zwei Karrieren, zwei Charaktere von oft überraschenden Parallelen: gleicher Jahrgang; ähnlich harte Arbeit an den Grundlagen des eigenen Spiels; Erfolge in der Heimat und in der Fremde, vor allem in Italien; Triumphe mit dem Nationalteam: van Basten als Europameister 1988, Klinsmann als Weltmeister 1990; intensive Lehrzeit als Meisterschüler des Trainerhandwerks; als Berufsanfänger gleich die Ernennung ins höchste Traineramt; beide am selben Tag, dem 29. Juli 2004. Und beiden ist es im Probejahr gelungen, aufzuräumen mit alten Strukturen und Gewohnheiten. Beide haben sie mit offensivem Spiel neue Lust auf Fußball entfacht. Nun treffen sie sich mit ihren Teams, am Beginn einer Saison, in der der Aufbruch mit dem WM-Titel gekrönt werden soll. Ob das realistisch ist, weiß niemand. Doch erstmals seit vielen Jahren ist in beiden Ländern der Glaube daran, daß es geht, wieder da. Es gibt diese Spieler, mit denen man jeden Sieg für möglich hält, wenn man sie nur im eigenen Team hat. Es gibt sie auch als Trainer.“
NZZ: van Basten setzt grossen „Egos“ ein Ende
BLZ: van Basten setzt auf Angriffsfußball und hat zu diesem Zweck die holländische Elf komplett umgebaut
Welt-Interview mit van Basten
Warnung
Philipp Selldorf (SZ 16.8.) kommentiert Klinsmanns neueste Antwort auf die Torwartfrage: „Die von Klinsmann verordnete Separierung durch Arbeitsteilung betrachtet er offenbar als Zumutung und Beleidigung seiner sportlichen Größe. Klinsmann kann das verstehen, er hält es sogar ‚für das Normalste der Welt’. Das Verfahren sei ‚gewöhnungsbedürftig’, räumt er ein, ‚ich weiß nicht, ob ich als Stürmer dem Rotationsprinzip gewachsen wäre’. Damit damals solche Zweifel erst gar nicht aufkommen konnten, ließ er sich im späten Karrierestadium vor dem Antritt seines zweiten Tottenham-Engagements einen Stammplatz garantieren, doch auf ähnliche Privilegien braucht Oliver Kahn nicht zu hoffen, und selbst unter Verweis auf die derzeit erstklassigen Leistungen wäre der Torwart nicht in der Lage, Forderungen nach Denkmalschutz zu stellen. Denn der Bundestrainer will nach dem Vorbild der großen, im Europacup tätigen Klubmannschaften durch verschärften Konkurrenzkampf ‚jede Position verbessern und noch mehr rausholen aus den Spielern.’ Widerspruch zwecklos, das Wettbewerbsprinzip ist der Teamleitung so wichtig, dass sie notfalls auch Kahns Rücktritt in Kauf genommen hätte. ‚Wenn er Konsequenzen gezogen hätte, hätten wir es akzeptiert’, erklärte Klinsmann, was definitiv als Warnung zu verstehen ist. Mit der neuesten Variante im Wechselspiel reagieren Klinsmann und sein strategischer Berater Joachim Löw auch auf Kahns Angewohnheit, seinen Amtsanspruch durch den Verzicht auf die Stellvertreterrolle zu demonstrieren.“
FR: Die Rückkehr von Dietmar Hamann stößt nicht überall auf Begeisterung
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Montag, 15. August 2005
Allgemein
Alter Torinstinkt
Kevin Kuranyi trifft wieder – Roland Zorn (FAZ 15.8.): „Einfach mal drauflosschießen, in Stuttgart hätte er so etwas wohl nicht gemacht. Zumindest in der vergangenen Saison nicht, als Matthias Sammer das bei ihm manchmal etwas freudlos anmutende Prinzip Kollektivarbeit bei jeder Gelegenheit hervorhob und zu selten die Lust am Spiel predigte. Beim VfB jedenfalls war Kevin Kuranyi oft genug zu einer Art erster Diener seiner Mannschaft geworden – ständig unterwegs, ständig bemüht, aber am Ende auch ständig verkrampft. Der alte Torinstinkt hatte unter der Vielfalt an Aufgaben, die der Mittelstürmer und Nationalspieler im Sinne des großen Ganzen lösen sollte, gelitten. Nun aber, ‚auf’ Schalke, hat sein neuer Trainer Ralf Rangnick das Leben des Torjägers neu justiert. ‚Ich habe ihm gesagt: schließ ab, hau drauf, du bist hier, um Tore zu schießen.’ Gesagt, getan.“
Interview
Profis müssen zurück zu Dankbarkeit, Demut und Bescheidenheit
Joachim Löw im Spiegel-Gespräch (15.8.)
Spiegel: Sie gelten als der strategische Kopf im Betreuerstab der Nationalelf. Was sind die taktischen Lehrinhalte der Rotterdam-Woche?
JL: Die Schwerpunkte stehen ja seit langem fest. Wir haben uns Etappenziele gesetzt, und der Confederations Cup hat uns Aufschlüsse gegeben, was bis Mitte 2006 noch zu tun ist.
Spiegel: Welche Etappenziele sind erreicht?
JL: Wir haben eine Mannschaft geformt, die ein positives Auftreten hat, mit der sich das Publikum identifiziert. Mit einer offensiven, risikofreudigen Spielweise. Wir haben konsequent junge Spieler eingebaut, die Mannschaft ist zu einem Team zusammengewachsen. Wegen der begrenzten Zeit wollten wir zunächst nicht zu viele Schwerpunkte setzen. Bislang betrafen sie mehr die Offensive, jetzt müssen wir das Gleichgewicht herstellen: Wir wollen die Mannschaft insgesamt defensiv verbessern. Das gilt nicht nur für die Abwehrspieler, sondern für die gesamte Organisation unseres Spiels.
Spiegel: Ist die Phase der attraktiven Spiele also vorbei? Wird von nun an der ernsthafte Fußball geprobt, der auch bei der WM gefragt sein wird?
JL: Nein, wir wollen uns defensiv verbessern, ohne die offensiven Stärken zu verlieren. Das System verfeinern. Es muss am Ende sitzen wie ein paar alte Schuhe. (…)
Spiegel: Sie haben den Spielern Hausaufgaben mitgegeben. Was erhoffen Sie sich von den Zusatzschichten, die sie neben dem Vereinstraining zweimal in der Woche absolvieren sollen?
JL: Heute muss ein Spieler über 90 Minuten hochkonzentriert sein. Wenn zwei, drei kräftemäßig nachlassen, schwindet die Konzentration – und es passieren Fehler. Ein Fehler kann aber bei der WM das Aus bedeuten. Deshalb muss die körperliche Basis im Idealzustand sein. Wenn ich Weltmeister werden will, muss ich damit jetzt beginnen. Die Spieler sollen sich fragen: Wie kann ich jeden Tag ein bisschen besser werden? Das wollen wir ihnen vermitteln.
Spiegel: Das klingt nach einem missionarischen Ansatz.
JL: Das können Sie interpretieren, wie Sie wollen. Wir wollen die Spieler auch neben dem Platz begleiten, ihnen auch fürs Leben gewisse Werte und Verhaltensweisen vermitteln. Es geht um Gesundheit, Regeneration, Ernährung. Und auch um andere Dinge, die uns wichtig sind, die die ganze Karriere betreffen.
Spiegel: Nämlich welche?
JL: Mich persönlich widern zwei Dinge unglaublich an_ Wenn jemand unprofessionell ist – oder wenn er arrogant ist, selbstgefällig gegenüber Mitspielern, Mitmenschen, Fans oder Medienvertretern. Nehmen Sie das Beispiel Ailton: Der bekommt bei Schalke 04 jede Aufmerksamkeit und Zuneigung, dazu viel Geld. Dann geht er nach Istanbul, zu einem Verein, der ihm noch mehr zahlt.
Spiegel: Ja und?
JL: Ich kenne aus meiner Trainerzeit dort die türkische Mentalität und weiß, welche Hoffnungen die Leute in den Spieler setzen. Kaum hat er den Vertrag unterschrieben, haut er ab nach Brasilien, ignoriert alle Terminabsprachen, kommt erst drei Tage vor dem ersten Spiel zurück. Und beschwert sich noch, dass er nicht eingesetzt wird. Wir wollen unseren jungen Spielern klarmachen: zu glauben, etwas Besonderes zu sein, ist falsch. Die Profis müssen zurück zu einer gewissen Dankbarkeit, zu Demut und Bescheidenheit.
Spiegel: Glauben Sie im Ernst, dass Sie die Profis zu besseren Menschen erziehen können? Oder akzeptieren die nicht eher Ihren Verhaltenskodex genau so lange, wie Sie und der Bundestrainer über ihre Teilnahme an der WM befinden können?
JL: Wir sind nicht ihre Erziehungsberechtigten. Aber wir sehen es als unsere Aufgabe an, ihnen zu vermitteln, dass neben dem Fußball noch andere Dinge wichtig sind: Disziplin, Ehrlichkeit, Offenheit, respektvoller Umgang untereinander und nach außen. Bei der Auswahl der Spieler ist das ein wichtiges Kriterium: Wer ist teamorientiert, wer ist charakterstark?
SpOn-Interview mit Otto Addo
WamS-Interview mit Michael Ballack
WamS-Interview mit Sven-Göran Eriksson
Bundesliga
Ohne Überraschungen
Neue Saison, alte Rollen – Jan Christian Müller (FR 15.8.) klagt über die Starrheit der Hierarchie: „Oben haben sich die Großgrundbesitzer aus München, Hamburg und Gelsenkirchen festgesetzt, unten stolpern die Kleinbauern aus Duisburg, Bielefeld, Nürnberg, Mönchengladbach und Frankfurt die Kellertreppe hinunter. Das ist angesichts zusehends weiter auseinander driftender Finanzausstattung keine Überraschung, wenn auch noch nie in der nunmehr 42-jährigen Geschichte der Bundesliga schon gleich am Anfang so deutlich sichtbar gewesen. Geht es nach den Personalkosten-Fressern aus München, Bremen, Berlin, Hamburg, Gelsenkirchen und Leverkusen, dann wird es von der kommenden Saison an – passgenau zur gesellschaftlichen Entwicklung – viel mehr Geld für die da oben geben und nur ein klein bisschen mehr für die da unten. Folge: Die ohnehin schon bröckelnde Mittelschicht – seit Jahren eindrucksvoll mausgrau vertreten durch Hannover und Wolfsburg – verschwindet bald ganz. Überraschungen wie die Uefa-Cup-Teilnahmen des VfL Bochum oder SC Freiburg oder gar Sensationen wie den Meistertitel für Aufsteiger Kaiserslautern werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr vorkommen.“
Seht her, wie Bayern leuchtet
Vor Bayern und München und Bayern München geht Rainer Seele (FAZ 15.8.) auf die Knie: „Ach Bayern, glückliches, beneidenswertes Land, das einem wie ein immerwährendes Naturschauspiel vorkommt. Diese Berge, diese Seen und vor allem: diese klugen Leute. Man hätte gar nicht noch einmal explizit darauf hingewiesen werden müssen, wozu die Bevölkerungsteile im Süden der Republik imstande sind, wie es um ihren Scharfsinn bestellt ist und um ihre Leistungsfähigkeit. Man hatte es doch gewußt! Und wenn es dem Oberfürsten aus Wolfratshausen trotzdem so sehr am Herzen lag, das übrige Deutschland just jetzt nachhaltig darauf aufmerksam zu machen, was Bayern bietet, dann hätte er doch einfach mit ein bißchen Geduld bis zum Samstag warten sollen – auf die aktuelle Tabelle der Bundesliga beispielsweise. Und dann stolz – und ohne Widerspruch zu provozieren – sagen können: Seht her, wie München leuchtet und damit auch Bayern.“
Jäger des verlorenen Schatzes
Mit welchen Mitteln haben es denn die Leverkusener gegen die Bayern versucht, sprich: mit welchen Mitteln sind sie gescheitert, Gregor Derichs (FAZ 15.8.)? „Der ‚Arbeitskreis Stimmung’ von Bayer Leverkusen hatte mit den Fans für eine symbolhafte Illumination gesorgt. Beim Einlaufen der Mannschaften wurden riesige Bilder über der Fantribüne der BayArena hochgezogen. Neben einer Meisterschale war eine sechs Meter hohe Abbildung von Klaus Augenthaler gebastelt worden: Als Indiana Jones, die Hauptfigur der Abenteuerfilme von Steven Spielberg, hielt der Leverkusener Trainer in der linken Hand einen Sprengsatz, die rechte Faust war grimmig geballt. Die Symbolik, Augenthaler in der Rolle des ‚Jäger des verlorenen Schatzes’ darzustellen, paßte zum Ereignis. Nach dem 2:5 gegen Bayern München gestanden die Leverkusener ein, weit entfernt davon zu sein, mit dem Rekordmeister ‚auf Augenhöhe’ agieren zu können.“
Deutsche Fußballschule
Katrin Weber-Klüver (FTD 15.8.) hätte Kaiserslautern keine fünf Tore in einem Spiel zugetraut und gesteht ein, Michael Henke unterschätzt zu haben: „Dieser ewige Co-Trainer, der geht, als habe er einen Stock verschluckt, der streng durch seine Brille guckt, als würde er einem gleich ohne Bedauern die Nichtversetzung mitteilen, dessen exaltierteste Jubelgeste die geballte rechte Faust ist, in Bauchhöhe nach vorn gestoßen. Es gibt eine Menge, was diesen Michael Henke, sagen wir: von einem Jürgen Klinsmann unterscheidet, und der Umstand, dass man bei Henkes zackigem Jubel noch immer erwartet, gleich müsse Ottmar Hitzfeld mit einer Parallelbewegung im Bild auftauchen, ist noch das Geringste. Aber auf dem Platz erprobt sich Kaiserslautern unter Henke überraschend ähnlich ungestüm wie die Nationalelf unter Klinsmann. Es ist so etwas die neue deutsche Fußballschule: Die Jungs produzieren eine Menge grauseliger Fehler, am liebsten in der Defensive, und dann jubeln sie am Ende doch, weil sie in der Offensive zwar auch etwa irre spielen, aber eben im Zweifelsfall ein, zwei Tore mehr machen können als sie kassiert haben. Über Janckers Versuche, jede Torchance als Option für einen Fallrückzieher zu sehen, kann man immer noch lachen. Aber seine Kollegen Altintop, Sanogo und Skela spielen richtig Fußball.“
Samstag, 13. August 2005
Internationaler Fußball
Verbalinjurien
Martin Pütter (NZZ 13.8.) misst den Konversationswert der Premier League: „Englands Spitzenfussball ist nicht nur sportlich interessant, das zeigt täglich ein Blick in die verschiedensten Gazetten. Da interessiert nicht nur, wer gegen wen wie gespielt hat, sondern wer über wen was und warum gesagt hat. Im Brennpunkt standen letzte Spielzeit die drei Manager des führenden Trios, diven- und schwatzhafte Persönlichkeiten mit erstaunlichem Mitteilungsbedürfnis und oft wenig gentlemanlike, sondern provokativ ausgedrückten Kritiken und Belehrungen. In dieser Hinsicht hatte letzte Saison Jose Mourinho frischen Wind in die Auseinandersetzungen gebracht – ziemlich meisterhaft, ist anzufügen. Da wurde gezündet und gestichelt, zwischen Mourinho und Alex Ferguson, zwischen Ferguson und Arsène Wenger sowie zwischen dem Elsässer und dem Portugiesen. Die Verbalinjurien hätten so manchen Drehbuchschreiber von Seifenopern neidisch gemacht. Und so geht es munter vor der neuen Saison weiter. Dabei gehören diese Dispute bewusst zum Geschäft. Die Manager ziehen damit den Druck auf sich, leiten ihn von der Mannschaft ab. Denn alles deutet darauf hin, dass der neue Meister aus dem Trio Chelsea (als Favorit), Arsenal und Manchester (wieder) ermittelt wird.“
Ball und Buchstabe
Da, wo der Ball hinrollt
Tss, tss, tss … – Michael Seewald (FAZ/Feuilleton 11.8.): „Häme ist das erste, das einem in den Sinn kommt, wenn man über Filme mit Hansi Hinterseer schreibt. Allein die Titel der einschlägigen Werke, mit denen die ARD regelmäßig Traumquoten einfährt, klingen unfreiwillig komisch: ‚Da, wo die Berge sind’, ‚Da, wo die Liebe wohnt’, ‚Da, wo die Heimat ist’ und: ‚Da, wo die Herzen schlagen’. Und auch der Sage fünfter Teil ‚Da, wo das Glück beginnt’ ist gerade gedreht und harrt seiner Ausstrahlung. Es ist, als ob die ARD bei ihrer Titelgebung syntaktisch Anleihen bei Jürgen Klinsmann nähme. Da, wo der Ball hinrollt, muß der Stürmer hin, der da, wo das Tor steht, in den Winkel schießt.“
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